Muller: «Ich muss mit Roger ein Hühnchen rupfen»

In Wimbledon will Rasenliebhaber Gilles Muller endlich einmal die 3. Runde überstehen. Gestoppt wurde er in London auch schon von Roger Federer. Mit dem Schweizer verbindet ihn (überraschend) viel.

Gilles Muller 2014 gegen Roger Federer. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Blieb chancenlos Gilles Muller 2014 gegen Roger Federer. Imago

Gilles Muller (ATP 26) befindet sich in der Form seines Lebens. Der bescheidene Luxemburger würde das selbst natürlich nie so deutlich sagen, doch seine Leistungen sprechen für sich:

  • Muller ist im Ranking auf Platz 26 zu finden und damit so gut klassiert wie noch nie
  • Der 34-Jährige hat in dieser Saison seine beiden ersten ATP-Titel gewonnen
  • Auf Rasen blüht der Routinier so richtig auf: Bei den Vorbereitungsturnieren gewann er einen Titel (in 's-Hertogenbosch) und erreichte in Queen's den Halbfinal

Dank den überzeugenden Leistungen auf seiner Lieblingsunterlage ist Muller in Wimbledon gar an Nummer 16 gesetzt. Nach seinem Erstrundensieg haben wir mit dem sympathischen Linkshänder unter anderem über Roger Federer gesprochen.

Muller mit der 's-Hertogenbosch-Trophäe. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Zweiter ATP-Titel Muller mit der 's-Hertogenbosch-Trophäe. Keystone

Gilles Muller, sind Sie schon einmal in so ausgezeichneter Form nach Wimbledon gereist?

Gilles Muller: Das ist eine gute Frage. Es stimmt, ich habe in den letzten Wochen stark gespielt und konnte Selbstvertrauen tanken. Wie gut meine Form wirklich ist, wird sich noch zeigen. Ich habe hier erst zweimal die 3. Runde erreicht, das ist jetzt erst einmal das Ziel. Danach schauen wir weiter...

«  Ich hatte nicht den Hauch einer Chance. »

Muller
über die Partie gegen Federer 2014

Vor drei Jahren durften Sie in der 2. Runde auf dem Centre Court gegen Roger Federer antreten. Was war das für ein Gefühl?

Es war ein super Erlebnis. Auf dem Centre Court zu spielen, war immer ein grosser Traum von mir. Ich war sehr froh und erleichtert, als es dann endlich so weit war. Damals wusste ich nicht, wie lange ich noch spielen werde und ob ich die Chance jemals erhalten würde.

Muller blieb 2014 gegen Federer chancenlos

3:05 min, vom 26.6.2014

Das Spiel ist dann aber relativ schnell erzählt, Sie verloren in drei Sätzen...

Das war nicht so angenehm (lacht). Roger hat super gespielt und vor allem unglaublich aufgeschlagen. Ich hatte nicht den Hauch einer Chance.

Sie verstehen sich sehr gut mit Federer, Ihre beiden Söhne haben sogar den gleichen Namen. Hat er Sie nach Ihrer Erlaubnis gefragt, seinen Sohn ebenfalls «Lenny» zu nennen?

Nein, das hat er nicht getan. Ich muss wohl noch ein Hühnchen mit ihm rupfen (lacht). Nein, Spass beiseite. Wir haben in Indian Wells zusammen trainiert und uns auch über die Kinder unterhalten. Da haben wir herausgefunden, dass unsere Söhne nicht nur gleich heissen, sondern auch am gleichen Tag geboren sind. Da gibt es schon sehr viele Parallelen... (schmunzelt).

Eine weitere Parallele wäre ein Wimbledon-Titel...

Genau! Wie viele hat Roger schon? 7 oder 8? Aber ich muss ja irgendwo anfangen. Ich hätte auf jeden Fall nichts dagegen (lacht).

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 4.7.17, 14 Uhr