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Nach Out zu Tränen gerührt Dankbarkeit statt Frust: Wawrinkas emotionaler Wimbledon-Abschied

Stan Wawrinka sorgte bei seiner Wimbledon-Dernière für Gänsehaut-Momente. Während – vor allem aber auch nach dem Spiel.

Ein Tennisspieler in weissem Outfit winkt und hält die Hand auf die Brust; Zuschauer im Hintergrund.
Legende: Emotionaler Abschied Stan Wawrinka bedankt sich beim Publikum in Wimbledon für die grosse Unterstützung während seiner langen Karriere. Getty Images/Jan Kruger

Im letzten Ernstkampf auf Rasen von Stan Wawrinka war noch einmal alles dabei, was das Tennis des dreifachen Grand-Slam-Siegers während seiner zu Ende gehenden Karriere charakterisierte: Ästhetik, Wucht und Resilienz.

Wawrinka begegnete Matteo Berrettini, notabene dem Wimbledon-Finalisten von 2021, auf Augenhöhe. Weil dem Lausanner in den entscheidenden Momenten aber die nötige Effizienz fehlte, reichte es nicht zur Überraschung. Nach 4:20 Stunden behielt Berrettini nach vier Tiebreaks mit 3:1 in den Sätzen die Oberhand.

Mit den Tränen in den Augen

Nach seiner Dernière auf dem «Heiligen Rasen» wurde Wawrinka emotional. Im On-Court-Interview, das normalerweise nur mit dem Matchsieger geführt wird, beantwortet der 41-Jährige die Fragen von Journalistin Lee McKenzie mit wässrigen Augen. Ob er denn auch wirklich Ende Jahr seine Karriere beenden wolle, lautet die erste Frage. Bevor Wawrinka antworten kann, hallt tosender Applaus durch den Court No. 1. «Ich möchte eigentlich nicht aufhören, aber nun ist die Zeit gekommen», ist sich Wawrinka sicher.

Über das Spiel selber will der Romand gar nicht zu viele Worte verlieren. Er gratuliert seinem Gegner zum Sieg, nutzt die Möglichkeit vor allem aber, um seine grosse Demut zu zeigen. Statt seine Enttäuschung über die Niederlage bringt Wawrinka seine Dankbarkeit für das Erlebte zum Ausdruck. «Ich hätte mir keinen schöneren Abschied wünschen können.»

Freude, aber auch Leid

An der anschliessenden Medienkonferenz spricht Wawrinka auch das Leiden an, welches das Profi-Dasein in seinem fortgeschrittenen Sportler-Alter mit sich bringt. «Mit 38, 39, 40, 41 Jahren, es wird mit jedem Jahr noch schwieriger», so der Waadtländer. Und es ist mit Schmerzen verbunden, grossen Schmerzen. «Mehr Schmerzen, als man glauben kann», versichert Wawrinka. «Es ist viel Leiden für eine enorme Freude.»

Noch ist seine grosse Karriere aber nicht vorbei. Für Wawrinka steht nun wieder der Wechsel von Rasen auf Sand an. Ab dem 13. Juli schlägt er ein letztes Mal beim ATP-250-Turnier in Gstaad auf. Welche Turniere «Stan the Man» in der Folge spielen wird, weiss er noch nicht genau. Klar ist einzig, dass Wawrinka seinen wettkampfmässig letzten Auftritt im Oktober an den Swiss Indoors in Basel haben wird.

Und was macht Wawrinka nach seiner Aktiv-Karriere? «Ich habe einige Pläne, aber diese will ich noch nicht verraten», erzählt der Publikumsliebling. Vom Tennis werde er bestimmt für eine Weile Abstand nehmen. «Ende Jahr will ich dieses Kapitel schliessen und einfach ein bisschen chillen und die Zeit zuhause geniessen.»

Wimbledon

SRF info, Sportlive, 30.06.2026, 18:30 Uhr ; 

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