#superfrustrated: Bencic entschuldigt sich und gelobt Besserung

Es war ein ständiges Auf und Ab. Ein stetes Ringen mit sich selbst. Ein Hadern mit den Unparteiischen. Doch Belinda Bencic gewann das Zweitrundenspiel gegen Misaki Doi. Und sie wusste, dass ihr Verhalten auf dem Platz nicht vorbildlich war.

«Es war ein verrücktes Match», resümierte Belinda Bencic das fast dreistündige Drama gegen Misaki Doi aus Japan. Die Erleichterung war ihr ins Gesicht geschrieben. Die Partie war eine einzige Achterbahnfahrt:

  • Satz 1: Bencic führt 5:3, verliert den Umgang aber noch mit 5:7.
  • Satz 2: Bencic zieht auf 5:2 davon, kassiert wieder 4 Games in Folge.
  • Das Racket fliegt mehr als einmal durch die Luft. Der Ärger wird grösser und grösser. «Ich war wütend und frustriert. Wir haben alle schlechte Tage.»
  • Beim Stand von 5:6 kann die Schweizerin die Tränen auf der Bank nicht mehr zurückhalten. «Ich war sauer auf die Schiedsrichterin, auf die Linienrichter. Es gab meiner Meinung nach ein paar Fehlentscheide in sehr wichtigen Momenten. Das wurde mir zu viel.»
  • 5:7, 5:6 und 0:40 - «Da hatte ich mit der Partie eigentlich schon abgeschlossen», sagt Bencic im Nachhinein. «Aber ich habe gesehen, dass sie bei den Matchbällen nervös wurde.»
  • Die Wende: Bencic gewinnt den 2. Satz im Tiebreak und den finalen Umgang sicher mit 6:3. Für die Schiedrichterin hat sie kein «Shakehands» übrig.
  • Das Fazit: «Ich bin um eine grosse Erfahrung reicher.» Und die Erkenntnis: «Ich weiss ja, dass ich mich nicht so verhalten sollte. Aber ich kann mich manchmal nicht beherrschen – noch nicht. Ich muss daran arbeiten. Und ich bin vermutlich auch nicht die Einzgie, die ausrastet.»

Kurze Zeit nach Partie entschuldigte sich Bencic auch noch via Twitter bei den Fans:

Dramatischer Spielverlauf, Racketwürfe, Schiedsrichter-Diskussionen, Tränen - alles kein «Neuland» für Bencic: «Solche Partien hatte ich bei den Juniorinnen schon einige, da habe ich bereits Erfahrung damit.» Auch mit Tränen auf dem Platz? «Sie hätten mich mal bei den U12 und U14 sehen sollen...» Endlich kann sie wieder lachen.

Sendebezug: SRF zwei, «sportlive», 02.09.2015, 23:15 Uhr