- Maja Chwalinska (WTA 114) steht sensationell im Halbfinal der French Open.
- Die polnische Qualifikantin setzt sich auf dem Court Philippe-Chatrier gegen die Russin Anna Kalinskaja (WTA 24) mit 7:6 (7:3), 6:3 durch.
- In der nächsten Runde trifft Chwalinska auf Aryna Sabalenka oder Diana Shnaider.
Nach dem überraschenden Achtelfinal-Einzug hatte Maja Chwalinska erklärt, da das Preisgeld noch nicht angekommen sei, könne es mit der Buchung eines Hotelzimmers in Paris finanziell knapp werden. Zumindest in näherer Zukunft sollte dies nach dem Sieg über Anna Kalinskaja kein Problem mehr sein: Der Halbfinal-Einzug an den French Open wird mit dem stolzen Preisgeld von 750'000 Euro entlöhnt.
Nach Fehlstart aufgedreht
«Ich weiss, ich wiederhole mich: Aber jedes einzelne Spiel hier ist verrückt für mich», rang Chwalinska nach dem nächsten Coup um Worte. Sie habe noch nicht das Gefühl, zur Weltspitze zu gehören. Nach 1:54 Stunden hatte die 24-Jährige den ersten Matchball zum verdienten Sieg genutzt, dem nächsten Kapitel in ihrem Tennismärchen.
Die polnische Qualifikantin, die am Bois de Boulogne nunmehr 8 Siege aneinandergereiht hat, musste gleich im allerersten Game das Break hinnehmen. Dann drehte Chwalinska auf und schnappte sich die nächsten 5 Games. Weil die zuvor so fehleranfällige Kalinskaja plötzlich zu ihrem normalen Niveau zurückfand, stand es schnell 5:5. Kurze Zeit später holte sich Chwalinska das Tiebreak mit 7:3.
Variantenreich und effizient
Die defensivstarke Chwalinska entnervte ihre Gegnerin zusehends. Mit guter Antizipation, sehenswerten Stoppbällen und starkem Spiel am Netz stellte sie auch im 2. Satz mit Doppelbreak auf 4:1. Die nur 164 Zentimeter grosse Linkshänderin konnte damit ihre Serviceschwäche weitgehend kaschieren. Kalinskaja verkürzte zwar, jedoch nur, um sich umgehend wieder den Aufschlag abnehmen zu lassen.
Es wäre zu wenig dramatisch gewesen, hätte Chwalinska nun einfach zum Sieg ausserviert. So liess sie sich abermals breaken. Nur um dann wiederum ihre 7. von 8 Möglichkeiten auf einen Servicedurchbruch zu nutzen und damit die Partie zu gewinnen. Mit zwei einfachen Fehlern «schenkte» ihr Kalinskaja quasi das letzte Game des Spiels.
Chwalinska ist am klaren bisherigen Höhepunkt ihrer Karriere angelangt. Sie hatte vor Roland Garros auf der WTA-Tour nur zwei Matches auf Sand gewonnen. 2020 warfen sie schwere Depressionen aus der Bahn. Nun schreibt sie in Roland Garros ein unglaubliches Märchen.