Die viel beschworene Wachablösung im Männer-Tennis scheint 2024 (endlich) einzutreten. Nach der jahrzehntelangen Dominanz von Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic wird in Paris zum zweiten Mal in Folge keiner des Trios im Final eines Grand-Slam-Turniers stehen.
Federer ist zurückgetreten, Nadals Abschied ist nach dem Erstrunden-Aus in Paris nicht weiter in die Ferne gerückt und nun wurde auch Djokovic vom eigenen Körper ausgebremst. Der Serbe musste operiert werden und dürfte auch Wimbledon verpassen.
Vorgezogener Final
In Roland Garros kommt es nun bereits im Halbfinal zum Duell zweier möglicher Nachfolger des Triumvirats. Jannik Sinner – ab Montag die neue Weltnummer 1 – bekommt es mit Carlos Alcaraz (ATP 3) zu tun. Nicht wenige Tennisfans bedauern, dass es bereits im Halbfinal, und nicht erst im Endspiel zu dieser Affiche kommt.
Denn sofern beide von grösseren Verletzungen verschont bleiben, könnte die Rivalität zwischen dem 21-jährigen Alcaraz und Sinner (22) die Tour über Jahre hinaus prägen. Schon acht Mal standen sich der Spanier und der Italiener auf ATP-Stufe gegenüber, im Head-to-Head steht es 4:4. Das spektakulärste Duell lieferten sich die zwei im Viertelfinal der US Open 2022. In einem veritablen Spektakel-Match setzte sich Alcaraz nach 5:15 Stunden und fünf Sätzen durch. In New York sicherte er sich darauf seinen ersten Major-Titel.
Beide ungefährdet im Halbfinal
Einen klaren Favoriten gibt es auch für das 9. Aufeinandertreffen nicht. Sinner befindet sich 2024 in bestechender Form. Zwei Niederlagen (darunter eine gegen Alcaraz) stehen beim Südtiroler 33 Siegen gegenüber. Die Hüftverletzung, aufgrund derer er das Heimturnier in Rom auslassen musste, scheint ihn in Paris nicht zu beeinträchtigen. Nur ein Satz gab er im gesamten Turnierverlauf bisher ab.
Alcaraz stand in Paris bisher nur 13 Minuten länger auf dem Platz als sein Halbfinalgegner (12:14-12:01 Stunden) und musste nur in der zweiten Runde über vier Sätze. Und auch den ersten Härtetest überstand er im Viertelfinal mit Bravour. Stefanos Tsitsipas (ATP 9) schlug er in nur etwas mehr als zwei Stunden überzeugend in drei Sätzen.