- Jannik Sinner zieht in Wimbledon nach einem 5-Satz-Krimi gegen Miomir Kecmanovic in die 2. Runde ein.
- Die Weltnummer 1 setzt sich auf dem Centre Court nach 3:30 Stunden mit 4:6, 6:3, 6:7 (6:8), 6:2, 6:3 durch.
- Damit verhindert der Südtiroler nach dem sensationellen Zweitrundenaus in Roland Garros die nächste Schmach.
Der Jubel des sonst so ruhigen Jannik Sinner war auf dem Centre Court lautstark zu hören, als ihm im 4. Satz das Break zum 4:2 gelang und er damit die Wende einleitete. Zuvor hatte die Weltnummer 1 im 3. Satz noch 5 Breakbälle in 3 verschiedenen Games ausgelassen und im Tiebreak eine 3:0-Führung und einen Satzball vergeben – respektive der teilweise gross aufspielende Miomir Kecmanovic hatte sie vereitelt.
Von besagtem Servicedurchbruch im 4. Satz an kam Sinner kaum mehr in Gefahr. Er beschloss den Durchgang mit einem weiteren Break zum 6:2 und dominierte auch den Entscheidungssatz von A bis Z. Sein serbischer Widersacher wehrte sich zwar nach Kräften und konnte in seinen ersten beiden Aufschlagsspielen ein Break gerade noch verhindern. Kurz darauf war es um den Widerstand der Weltnummer 50 aber geschehen.
1. Erfolg seit Roland-Garros-Drama
Erneut führte Sinner die entscheidende Differenz im 6. Game herbei. Mit einer satten Vorhand verwertete er seine 1. Breakchance zum 4:2 und konservierte den Vorsprung in der Folge problemlos. Bei eigenem Aufschlag gab er im gesamten 5. Umgang lediglich 3 Punkte ab. Nach 3:30 Stunden und einem Aufschlag-Winner jubelte der Topfavorit auf den Turniersieg schliesslich über den 4:6, 6:3, 6:7 (6:8), 6:2, 6:3-Erfolg.
In seinem 1. Einsatz seit dem völlig überraschenden Einbruch in der Hitze von Roland Garros und der Zweitrundenniederlage gegen Juan Manuel Cerundolo konnte sich Sinner also erfolgreich auf der Tour zurückmelden, musste dabei allerdings deutlich härter kämpfen, als erwartet worden war. Dies lag jedoch in erster Linie nicht an Sinner, sondern am starken Auftritt von Kecmanovic, der Sinner dreieinhalb Sätze lang auf hohem Level Paroli bot.
Aufschlagstarker Sinner
Sinners einzige kurze Schwächephase hatte ihn allerdings erst in eine kritische Lage gebracht. Im Startsatz unterliefen der Weltnummer 1 beim Stand von 4:4 und 40:0 nämlich 5 Fehler in Folge – davon 2 Doppelfehler. Es sollte über die ganze Partie allerdings das einzige Service-Game des Südtirolers bleiben, das er abgeben musste. Den 2. Durchgang holte sich der 24-Jährige souverän und auch auf den nach hartem Kampf verlorenen 3. Durchgang fand er eine Antwort.
So konnte sich Sinner erstmals seit seinem Australian-Open-Triumph 2024, als er nach einem 0:2-Satzrückstand gegen Daniil Medwedew seinen 1. Grand-Slam-Titel gefeiert hatte, wieder in einem 5-Sätzer durchsetzen und seine bescheidene Bilanz über die volle Distanz an Major-Turnieren auf 7:12 verbessern. In der 2. Runde trifft Sinner am Mittwoch auf Nuno Borges (POR/ATP 48), der sich gegen Tristan Boyer (USA/ATP 191) in 3 Sätzen behaupten konnte.