Der absolute Titelfavorit im Männer-Einzel der French Open ist weg: Der Weltranglisten-Erste Jannik Sinner erlitt in seiner Partie der 2. Runde gegen den Argentinier Juan Manuel Cerundolo (ATP 56) mit dem Ziel vor Augen einen physischen Zusammenbruch und schied mit 6:3, 6:2, 5:7, 1:6 und 1:6 aus.
Der Kollaps bei erneut grosser Hitze kam unerwartet: Sinner schlug im 3. Satz bei 5:2 zum Match auf – als ihm kaum mehr ein Schlag gelang. Der Italiener verlor 18 Punkte in Folge. Offensichtlich von Krämpfen geplagt, wurde ihm beim Stand von 5:4 ein Medical Timeout gewährt.
Nur 2 von 20 Games gewonnen
Doch auch bei seiner Rückkehr auf den Court war ersichtlich, wie geschwächt der Südtiroler war. Er bewegte sich kaum mehr und verlor auch den 4. Satz deutlich.
Im Entscheidungssatz gelang Cerundolo bei erster Gelegenheit das Break. Die Chance, die 24-jährige Weltnummer 1 zu bezwingen liess sich der nur drei Monate jüngere Argentinier nicht entgehen. Sinners Taktik, bei eigenem Aufschlag die Ballwechsel durch Serve-and-Volley zu verkürzen, gelang nur bedingt.
Nach 3:36 Stunden verwandelte Cerundolo seinen ersten Matchball. Zwischen dem 5:1 im 3. Satz und dem letzten Game der Partie konnte Sinner nur 2 von 20 Games gewinnen. Damit ist es dem Italiener auch im 7. Anlauf nicht gelungen, die French Open zu gewinnen. Der Karriere-Grand-Slam muss mindestens ein weiteres Jahr warten.
Guter Tag für Cerundolo-Familie
«Ich hatte etwas Glück», gestand Cerundolo nach der Partie, und wünschte Sinner eine gute Erholung. Gleichzeitig sei er glücklich, in Runde 3 zu stehen. «Sand ist meine beste Unterlage. Ich hoffe, für den nächsten Match bereit zu sein.»
Wenige Minuten später gelang auch Juan Manuels drei Jahre älterem Bruder Francisco Cerundolo der Einzug in Runde 3. Der Weltranglisten-26. bezwang den Franzosen Hugo Gaston (ATP 118) mit 2:6, 6:4, 6:2, 6:1.