Young: Ein Marathon-Mann für Wawrinka

Stan Wawrinka trifft in seinem Achtelfinal an den US Open auf Donald Young. Der Amerikaner bewies in seinen bisherigen drei Partien Stehvermögen und setzte sich zweimal spektakulär in 5 Sätzen durch.

Donald Young. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Eine Kämpfernatur Donald Youngs bisherige Auftritte in New York waren emotionale Achterbahnfahrten. Imago

Es war eine Abnützungsschlacht sondergleichen, die sich Donald Young und Viktor Troicki in der 3. Runde der US Open am Samstag lieferten. Nach genau 3:33 Stunden verwertete Young mit einem Vorhand-Winner seinen ersten Matchball – dies, nachdem er sich zuvor von einem 0:2-Satzrückstand zurückgekämpft hatte.

Young beweist Kämpfer-Qualitäten

Auf dem Grandstand, dem drittgrössten Platz in Flushing Meadows, hielt es danach keinen Zuschauer mehr auf seinem Sitz. Tosender Applaus und ein regelrechter Urschrei von Young sorgten für eine Stimmung, die man sonst auf Tennis-Plätzen höchstens im Davis Cup erlebt. Der Lokalmatador wusste danach auch, bei wem er sich zu bedanken hatte: «Ohne die Fans hätte ich das Match mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht gewonnen.»

Youngs frenetisch gefeierter Sieg gegen Troicki (Quelle: SNTV)

0:17 min, vom 7.9.2015

Für den Mann aus Chicago war es bereits das zweite Spiel an den diesjährigen US Open, bei dem er über die volle Distanz gehen musste. Seine Auftaktpartie gegen Gilles Simon ging über 5 Sätze, Young stand auch da dreieinhalb Stunden auf dem Platz. Beeindruckend: Vor dem Turnier in New York hatte es die ehemalige Nummer 1 bei den Junioren nie geschafft, einen 0:2-Satzrückstand noch zu drehen.

Erinnerungen an 2011 werden wach

Stan Wawrinka dürfte vor seinem zähen Achtelfinal-Gegner also gewarnt sein. Mit seinen spektakulären Marathon-Auftritten hat sich Young in die Herzen der New Yorker gespielt und darf sich der vollen Unterstützung der Fans sicher sein.

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TV-Hinweis

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Verfolgen Sie die Achtelfinal-Partie von Stan Wawrinka gegen Donald Young live ab 19:05 Uhr auf SRF zwei und im Stream.

Hinzu kommt, dass Young mit Wawrinka durchaus positive Gefühle verbindet. 2011 schlug er den Schweizer an den US Open in der 2. Runde und erreichte danach mit dem Einzug in den Achtelfinal seinen bisher grössten Erfolg an einem Grand-Slam-Turnier. «Es ist ein surreales Gefühl, hier erneut in der 4. Runde zu stehen», meint der Amerikaner euphorisch.

Körperlicher Vorteil für Wawrinka?

Bei all dem «Hype» um Linkshänder Young darf eines nicht vergessen werden: Wawrinka ist und bleibt der klare Favorit. Trotz einigen Schwankungen gab der French-Open-Champion bisher noch keinen Satz ab und zeigte sich vor allem in den fünf bisherigen Tiebreaks von seiner effizienten Seite. Ausserdem dürfte Wawrinka körperlich in besserer Verfassung sein als sein Widersacher. Der Romand stand in New York fast zweieinhalb Stunden weniger lang auf dem Court als Young.

Video «Tennis: US Open, Zusammenfassung Wawrinka - Bemelmans» abspielen

Wawrinka schlägt Bemelmans in Runde 3

2:13 min, vom 6.9.2015

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 05.09.2015 23:45 Uhr