Zum Inhalt springen

Tennis allgemein Djokovic leidet mit Freundin Scharapowa

Novak Djokovic schwankt im Fall Maria Scharapowa zwischen Mitgefühl und Verurteilung. Die Russin selbst wollte derweil einige Dinge klarstellen.

Legende: Video Djokovic über Scharapowa (SNTV, engl.) abspielen. Laufzeit 2:47 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 12.03.2016.

Es war ein sehr empathischer Auftritt von Novak Djokovic, als er in Indian Wells zu Maria Scharapowa befragt wurde. «Als Freund tut es mir leid, was mit ihr passiert ist. Sie war immer sehr verantwortungsbewusst und diszipliniert. Sie war und ist der Überzeugung, dass sich harte Arbeit auszahlt», sagte die Weltnummer 1.

Ich glaube an einen sauberen und fairen Sport.
Autor: Novak Djokovic

Scharapowas Schritt, mit dem Geständnis an die Öffentlichkeit zu gehen und die Verantwortung auf sich zu nehmen, sei «sehr mutig und tapfer» gewesen.

Dennoch sei klar, dass die Russin die Konsequenzen für ihr Vergehen tragen müsse – ob es nun Absicht oder ein ärgerlicher Fehler gewesen sei. «Ich glaube an einen sauberen und fairen Sport», stellte Djokovic klar.

Legende: Video Murray hat wenig Verständnis für Scharapowa abspielen. Laufzeit 1:39 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 12.03.2016.

Murray hat wenig Verständnis

Viel klarere Worte fand Andy Murray. «Wenn man ein leistungssteigerndes Medikament nimmt und einen Dopingtest nicht besteht, muss man gesperrt werden», sagte der Weltranglisten-Zweite ohne Wenn und Aber.

Dass Scharapowas Ausrüster Head, bei dem auch Murray unter Vertrag steht, den Kontrakt mit der Russin nicht etwa auf Eis gelegt, sondern sogar verlängert hat, findet der Schotte «seltsam.»

Scharapowa selbst meldete sich auf Facebook, Link öffnet in einem neuen Fenster zu Wort. Sie wolle ein paar Sachen klarstellen, die in den Medien falsch dargestellt worden seien. Hier zwei Punkte:

  • Der Vorwurf, sie wäre 5 Mal davor gewarnt worden, dass Meldonium neu auf der Dopingliste steht: «Das stimmt nicht und ist nie passiert. Ich habe Ihnen bereits vom Mail vom 22. Dezember mit dem Betreff ‹Main Changes to the Tennis Anti-Doping Programme for 2016› erzählt. Da hätte ich besser aufpassen müssen. Aber andere Kommunikations-Massnahmen? Die waren versteckt in Newsletters, Webseiten oder anderen Handouts.»
  • Der Vorwurf, eine normale «Therapie» mit Meldonium dauere nur 4 bis 6 Wochen, sie habe es aber über 10 Jahre genommen: «Ich habe die Medizin nicht jeden Tag genommen. Ich habe es so eingenommen, wie es mir mein Doktor empfohlen hat und ich habe es in kleinen Dosen genommen.»

Sendebezug: 10vor10, SRF 1, 07.03.2016 21:50 Uhr.

5 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Alexis Wendl, Basel
    Egal was Djokovic gesagt hätte wäre es gegen Ihn verwendet worden. Hätte er gesagt Sie gehört bestraft hätten alle gesagt wie Falsch er doch ist. usw. Er folgte Williams die traurig darueber war. Damit hat er Rueckendeckung Ps Nadal was er darueber gesagt hat ist extrem. Denn sein Leibarzt war Fuentes. Nadal mit seiner Zwangsneurose ist extrem auffällig.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Arno Giovanoli, Tartar
    Auch wenn das Medikament erst jetzt auf der Dopingliste steht, heisst das ganz klar: sie hat während 10 Jahren dieses Medikament eingenommen. Welche Krankheit steckt denn dahinter? Die Aerzte wissen mit Sicherheit was das Medikament bewirkt! Den Sachverhalt dem Arzt zuzuschreiben ist einfach nur peinlich. Aber, wir wissen es ja alle, es geht hier um Millionen. Meine Frage ist nur, wer von den Spitzenathleten nimmt KEIN Mittel das leistungsfördernd ist und NOCH NICHT auf der Dopingliste steht.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Pia Müller, 9443 Widnau
    Da lob ich Rafa Nadal und Andy Murray - beide haben einen Standpunkt im Gegensatz zu Djokovic !!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Stefan Augustus, Zürich
      Jaja schon klar. Wir Schweizer würden sogar die eigene Mutter an den Pranger stellen. Sharapova wird für NICHTS bestraft. Bis Januar 2016 war es NIE verboten. Also kann es ja nicht so "matchentscheidend" sein!?! Da hat einfach irgendeiner entschieden, dass Meldonium nicht mehr erlaubt ist. Wenn man das Zeug 10 Jahre lang legal einnimmt, dann kann es schon untergehen, dass es auf einmal verboten wird. Klar ist es ihr Fehler. Aber sowas kann nunmal passieren.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Jonas Ammann, Weisslingen ZH
      Der Standpunkt von Djokovic ist deutlich differenzierter als derjenige von Nadal und Murray. Djokovic sagt einerseits, mir tut es als Freund leid für Scharapowa (was verständlich ist aus kollegialer Sicht), andererseits sagt er als Tennisspieler, dass sie für ihr Vergehen gerade stehen muss. Er hat also sehr wohl einen Standpunkt.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen