Umpire zu Kyrgios: «Sie haben das F-Wort benutzt»

Der nächste unrühmliche Vorfall liess nicht lange auf sich warten: Ein Schimpfwort kostete Nick Kyrgios in Indian Wells einen Punkt. Der Tennis-Flegel stritt alles ab.

Nick Kyrgios mit einem verzerrten Gesichtsausdruck. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Nick Kyrgios Einmal mehr konnte der Rüpel seine Zunge nicht zügeln. EQ Images

Beim Stand von 2:2 in der 2.-Runden-Partie wurde Nick Kyrgios (ATP 27) plötzlich vom Stuhlschiedsrichter zurechtgewiesen. «Sie haben das F-Wort benutzt», liess Damien Dumusois den Spieler, der unlängst in Marseille seinen ersten Turniersieg feiern konnte, wissen. Und der Franzose kannte in dieser Situation kein Pardon: Er zog dem Australier wegen Fluchens einen Punkt ab.

«  Sie wissen, wir sind beim F-Wort sehr strikt. »

Der Umpire zu Kyrgios

Dieser mimte darauf den Unschuldigen. Nach heftigem Protestieren und einem kurzen Sitzstreik entgegnete er dem Umpire: «Ich habe überhaupt nichts gesagt.» Doch der Schiedsrichter berief sich auf eine Meldung des Offiziellen. «Ich vertraue ihm. Und Sie wissen, Nick, beim F-Wort sind wir sehr strikt.»

Eine willkommene Ausrede

Nach diesem Machtwort war die Sache abgetan und für Kyrgios angeblich das Match gelaufen. Denn gegenüber den Journalisten erklärte der egozentrische 20-Jährige hinterher den Punktabzug als Knackpunkt für die Niederlage (6:7, 5:7) gegen den Spanier Albert Ramos-Vinolas (ATP 49).

Ein Auszug seiner Fehltritte

März 2016 im Davis Cup
Kyrgios sagt für die Begegnung gegen die USA kurzfristig wegen einer Viruserkrankung ab. Teamkollege Bernard Tomic wettert: «Alles nur Blödsinn. Er simuliert.» Und weiter: «Wenn er in Indian Wells antritt, hat er definitiv meinen Respekt verloren.»
Oktober 2015 in Schanghai
Im Vorfeld motzt er über die Unterlage und kassiert dafür eine Verwarnung. Bei seinem ersten Einsatz leistet er sich die nächste verbale Entgleisung. Die Konsequenz: 1500 Dollar Busse. Im folgenden Spiel schmettert er einen Ball mit hoher Geschwindigkeit nur haarscharf am Linienrichter vorbei.
August 2015 in Montreal
Stan Wawrinka muss sich von Kyrgios Beleidigungen unter der Gürtellinie gefallen lassen. Die verbale Attacke zielt auf die kolportierte Liebschaft zwischen dem Romand und Donna Vekic ab.
April 2015 in Estoril
Fluchen und Schlägerwerfen tragen ihm 2 Verwarnungen ein. Nach einem frustrierten Ballwurf in die Ränge bleibt er vor einer weiteren Sanktion und damit einer Disqualifikation verschont. Dies wiederum bringt seinen Gegner Albert Ramos-Vinolas in Rage, den gleichen Akteur also, der nun in Indian Wells das nächste Intermezzo mit Kyrgios erlebte.