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So boxte sich Harrington zu Olympia-Gold
Aus Tokyo 2020 Clips vom 08.08.2021.
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Boxerin aus Problemviertel Kellie Harrington: Mit Olympiagold zurück zum Putzjob

Die Irin ist Weltmeisterin und nun auch frisch gebackene Olympiasiegerin. Und arbeitet seit Jahren als Reinigungskraft in einer psychiatrischen Klinik in Dublin.

Mit einem 5:0-Punktsieg über die Brasilianerin Beatriz Ferreira errang Boxerin Kellie Harrington am letzten Tag der Sommerspiele in Tokio den Olympiasieg im Leichtgewicht. Es ist der bisherige Höhepunkt in der Karriere der 31-jährigen Irin, die 2018 bereits Weltmeisterin geworden war.

Dass sie Boxerin geworden ist, ergab sich fast von selbst, denn Harrington wuchs in der North Inner City von Dublin auf, einem Problemviertel der irischen Hauptstadt. «An jeder zweiten Strassenecke gibt es einen Boxklub, und in jeder Familie gibt es jemanden, der boxt», sagte sie einst.

Boxklub statt Gefängnis

Als Jugendliche fürchtete Harrington, dereinst im Gefängnis zu landen. Sie habe eine Herausforderung gebraucht. Boxen war die billige Lösung. Segeln, Gaelic Football oder Pferdesport hätte sich ihre Familie nicht leisten können. «Boxen hat mein Leben verändert.»

Neben dem Boxen wartete der Berufsalltag. Seit 10 Jahren arbeitet Harrington als Reinigungskraft in einer psychiatrischen Klinik. «Die Arbeit selbst ist nicht grossartig», gibt sie zu. «Aber die Kontakte mit den Patienten geben mir viel. Es gefällt mir, ihnen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.»

Kellie Harrington präsentiert ihre Goldmedaille
Legende: Nach den Freudentränen das Strahlen Kellie Harrington präsentiert ihre Goldmedaille imago images

Das Quartier hält zusammen

Was ändert sich mit dem Olympiasieg? «Ich gehe zurück zur Arbeit, denn das ist es, was ich bin und wie ich ticke.» Man brauche einen Halt ausserhalb des Boxsports, denn: «Es gibt mehr im Leben als Sport, denn im Sport kann alles passieren und ich brauche ein Auffangnetz.»

Harringtons Netz ist die Arbeit im St Vincent's Hospital. Und natürlich ihre Lebenspartnerin Mandy Loughlin, eine ehemalige Boxerin und heutige Trainerin. Und das Viertel um die Portland Row, wo der Gold-Kampf auf Grossleinwand übertragen wurde. Denn, wie ihr Bruder Joel sagte: «Das ist ein Sieg für die Gemeinschaft. Denn Kellie boxt nicht für Kellie, sie boxt für uns.»

SRF zwei, 8.8.21, Olympia live, 02:00 Uhr;

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Shane O'Neill  (Diddleydoo)
    Erwähnenswert:
    Die Erwartungen von Daheim hat sie nicht unter Druck gesetzt, sondern eher beflügelt. Sie ist so was für Bodenständig.

    "I never have any expectations going into tournaments. I just go in and expect to perform. I just focus on me and good things happen then. When you can do all of the little things, good things come after that."

    Ratschläge fürs Leben, nicht nur für Sport.
  • Kommentar von Andrea Esslinger  (weiterdenken)
    Grossartiges Boxen, schlechtes Deutsch: Es ist der bisherige Höhepunkt in der Karriere der 31-jährigen Irin, die 2018 bereits Weltmeisterin geworden war. Nicht war, sondern ist.
    1. Antwort von Patrick Furrer  (Patrick Furrer)
      sie meinen wohl eher "gewurde wird."
    2. Antwort von hansueli friedrich  (housifriedu)
      Die verwendete Vergangenheitsform. ist jedoch korrekt. Aufgrund der Tatsache das im voreingehenden Satz das Präteritum verwendet wird, ist die Verwendung des Plusquamperfekts angebracht, sogar notwendig. Dementsprechend ist "geworden war" die korrekte Schreibweise.