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Del Ponte wird im Olympia-Final über 100 m vor Kambundji Fünfte
Aus Tokyo 2020 Clips vom 31.07.2021.
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Del Ponte & Kambundji (Noch) Gemischte Gefühle nach dem historischen Final

Nach den Rängen 5 und 6 im 100-m-Final an den Olympischen Spielen sind die Gefühlswelten bei Ajla Del Ponte und Mujinga Kambundji verschieden.

Mit den Rängen 5 und 6 im schnellsten 100-m-Olympia-Final der Geschichte sorgten Ajla Del Ponte und Mujinga Kambundji für eine historische Leistung. Die Gefühlswelt der beiden, die nur zwei Hundertstel trennten, waren aber verschieden.

2012 war ich eine Sechzehnjährige, die im Fernsehen den Final von London geschaut hat, und dachte, es wäre schön, einmal bei Olympia dabei zu sein.
Autor: Ajla Del Ponte

Del Ponte hatte das Schweizer Duell auf den letzten Metern zu ihren Gunsten entschieden und blieb nach dem Schweizer Rekord im Vorlauf vom Freitag (10,91) mit 10,97 zum zweiten Mal unter 11 Sekunden. Die 25-jährige Tessinerin kämpfte mit den Tränen, als sie das Erreichte in Worte zu fassen versuchte. «2012 war ich eine Sechzehnjährige, die im Fernsehen den Final von London geschaut hat, und dachte, es wäre schön, einmal bei Olympia dabei zu sein.»

Man will natürlich immer mehr. Und ich hatte das Gefühl, dass ich schneller hätte laufen können.
Autor: Mujinga Kambundji

Del Ponte bewies Nerven aus Stahl, denn sowohl im Halbfinal als auch im Final gelang ihr der Start nicht wunschgemäss. Sie verkrampfte aber nicht – im Gegenteil. Ihr Bruder habe ihr vor dem Final eine Nachricht geschickt, die sie sehr berührt habe. «Er schrieb mir, ich solle mit meinem Herzen laufen und so frei, wie ich es als Kind getan hatte.»

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Del Ponte: «Bin sehr stolz auf meine Leistung»
Aus Tokyo 2020 Clips vom 31.07.2021.
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Gedämpfte Freude bei Kambundji

Gemischte Gefühle hatte Mujinga Kambundji. Die 29-jährige Bernerin erreichte zwar ihr Ziel, den ersten grossen Final über 100 m, zeigte sich aber mit der Zeit von 10,99 etwas enttäuscht. «Man will natürlich immer mehr. Und ich hatte das Gefühl, dass ich schneller hätte laufen können.» Letztlich zähle aber in einem Final nur der Rang, und da die Medaillen sowieso ausser Reichweite gewesen waren, hielt sich Kambundjis Ärger in Grenzen.

Es ist eine Leistung, die nicht hoch genug bewertet werden kann.
Autor: Jürg StahlPräsident Swiss Olympic

Sie sei vor allem vor dem Halbfinal sehr nervös gewesen, weil sie diesen Final unbedingt gewollt habe. «Ich muss das Ganze etwas setzen lassen, vielleicht bin ich morgen schon etwas zufriedener.» Sie verhehlte nicht, dass der verlorene Rekord sie wurmt. «Ich weiss, dass ich diese Zeit drauf habe», sagte sie.

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Kambundji: «Schade, dass meine Familie nicht dabei sein kann»
Aus Tokyo 2020 Clips vom 31.07.2021.
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Mit Del Ponte und Kambundji standen erstmals überhaupt Schweizer Athletinnen in einem Olympia-Final über 100 m. Neben Jamaika, das alle drei Medaillen holte, stellte die Schweiz als einzige Nation zwei Finalistinnen. «Es ist eine Leistung, die nicht hoch genug bewertet werden kann», sagte Jürg Stahl, der Präsident von Swiss Olympic. «Ein weiterer sporthistorischer Moment, und der verdiente Lohn der harten Arbeit, die die Athletinnen und ihr Umfeld leisten und geleistet haben.»

Jürg Stahl, Präsident von Swiss Olympic.
Legende: Grosses Lob an die Athletinnen Jürg Stahl, Präsident von Swiss Olympic. Keystone

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Heinz Hugentobler  (John F.)
    Einfach grossartig, was die beiden Schweizer Sprinterinnen geleistet haben, welche Inspiration sie auch für andere hiesige Sportler*innen geworden sind. Trotzdem, Kambundji sollte nicht dem verlorenen CH-Rekord nachtrauern, sondern die "Schuld" auch etwas bei sich suchen: 1. Ihre Haarpracht sollte sie aus aerodynamischen Gründen zügeln, 2. Mit den Händern rudert sie viel zu sehr seitwärts, wohin viel Energie verpufft und auch aerodynamisch ungünstig ist.
    Auch viel Lob an Swissathletics!
  • Kommentar von Armin Meile  (MrMele)
    Objektiv betrachtet ist die Olympia-Finalquali und ein 6. Rang mit einer Zeit unter 11 Sekunden ein Glanzresultat für Kambundji. Ich stelle jedoch die These in den Raum, dass ihre mehrfache Aussage, dass sie hätte schneller laufen können, zumindest indirekt zum Ausdruck bringt, dass es sie schon ein bisschen wurmt, dass sie mit dieser Leistung "nur" zweitbeste Schweizerin war und zuvor ihren Landesrekord verloren hat - nach jahrelangem Selbstverständnis, die schnellste CH-Sprinterin zu sein.
    1. Antwort von Dorothee Meili  (DoX.98)
      Armin Meile: ich denke, Sie müssen diese These nicht in den Raum stellen. Sie gibt es ja selber ganz offen zu. Jedenfalls ist es super, diese zwei gleichzeitig zu haben; auch freue ich mich auf die Staffel!
    2. Antwort von Adrian Tschopp  (Adrian Tschopp)
      Es isch so öppis vo verständlich, das sie deprimiert isch, dass ihre gross Momänt nid so ellei steit wie ertröimt. We si nid so würd gspüre, de wär sie nie Ine serige Final cho. Huet ab vor dr Leischtig vo Beidne. Eifach ungloublech was sie beidi leischte.