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Doping-Sperre: Husseins Olympia-Traum geplatzt
Aus Sport-Clip vom 23.07.2021.
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«Eine Unachtsamkeit» Positiver Dopingtest: Kariem Hussein verpasst Olympia

An den Schweizer Meisterschaften nahm der Hürdenläufer Gly-Coramin zu sich. Swiss Olympic verhängte eine 9-monatige Sperre.

Kariem Husseins Olympiatraum ist im letzten Moment geplatzt. Die Disziplinarkammer von Swiss Olympic verhängte eine Sperre für 9 Monate. Diese gilt rückwirkend ab dem 16. Juli 2021. An den Schweizer Meisterschaften in Langenthal war in der A-Probe des 32-jährigen Thurgauers eine unerlaubte Substanz entdeckt worden.

Nach eigenen Angaben hatte der Hürdenläufer eine Lutschtablette (Gly-Coramin) zwei Stunden vor dem Vorlauf am Freitag sowie zwischen Finallauf und Dopingprobe am Samstag zu sich genommen. Kurz zuvor hatte er in 48,84 s die Olympialimite über 400 m Hürden geknackt. Das Resultat wurde annulliert, Husseins Einspruch gegen die provisorische Sperre abgewiesen. Er akzeptiere den Entscheid, so der Schweizer Leichtathlet mit ägyptischen Wurzeln.

Ein folgenschwerer Irrtum, eine Unachtsamkeit.

«Nach dem Finallauf fühlte ich mich unterzuckert und nahm in Anwesenheit anderer Leute und des Dopingkontrolleurs eine Lutschtablette. Ich betone: Ich habe das nach dem Rennen und vor der Kontrolle gemacht», teilte ein sichtlich mitgenommener Hussein in einer Videobotschaft mit (siehe unten). Weiter entschuldigte er sich bei allen, die ihn auf diesem Weg begleitet haben. Besonders ärgerlich: Hussein ist gelernter Arzt.

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Hussein: «Betone, dass ich die Lutschtablette nach dem Rennen nahm»
Aus Sport-Clip vom 23.07.2021.
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Bei der unerlaubten Substanz handelt es sich um Nikethamid, das im Training erlaubt und nur im Wettkampf verboten ist. «Ich bin es gewohnt, alle Hürden zu nehmen, über diese bin ich unerwartet gestolpert. Ein folgenschwerer Irrtum, eine Unachtsamkeit – in diesem Fall bin ich an meinem eigenen Anspruch an Perfektion gescheitert», liess sich Hussein in einer Medienmitteilung zitieren.

Was ist Nikethamid?

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PharmaWiki erklärt: «Nikethamid ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Analeptika mit stimulierenden Eigenschaften auf den Kreislauf, das Nervensystem und die Atmung. Es wird zur Behandlung von Ermüdungserscheinungen und Beschwerden, die durch einen Höhenaufenthalt und Luftdruckveränderungen hervorgerufen werden, eingesetzt. Bei Bedarf wird eine Lutschtablette im Mund zergehen gelassen. Die maximale Tagesdosis beträgt 10 Lutschtabletten, verteilt über den Tag. Nikethamid steht auf der Dopingliste und soll nicht von Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren eingenommen werden. Bei therapeutischer Dosis sind kaum Nebenwirkungen bekannt.»

Seine Karriere wolle der Europameister von 2014 indes auf jeden Fall fortsetzen: «Es tut mir leid, dass die Reise so abrupt endet. Doch wer mich kennt, weiss: Die Reise geht weiter.»

Die Sanktion gegen Kariem Hussein zeigt diesbezüglich hoffentlich die gewünschte Wirkung.
Autor: Swiss Olympic

Kurze Zeit später meldete sich Swiss Olympic zur Causa: «Dass der Athlet seine Sperre akzeptiert und die Verantwortung für sein Vergehen übernimmt, verdient aus Sicht von Swiss Olympic Respekt», schreibt der Dachverband des Sports in einer Stellungnahme.

«Nichtsdestotrotz ist das Vergehen und die daraus resultierende Sperre eine Warnung an alle Athletinnen und Athleten, dass sie nie sorgfältig genug sein können bei der Einnahme von Ergänzungsmitteln. Die Sanktion gegen Kariem Hussein zeigt diesbezüglich hoffentlich die gewünschte Wirkung.»

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Archiv: Hussein knackt an den SM die Limite
Aus Sport-Clip vom 26.06.2021.
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SRF 3, Morgenbulletin, 23.7.21, 07:31 Uhr;

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134 Kommentare

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  • Kommentar von Christoph Brüllmann  (cdbc@cdbc.ch)
    Negative Schlagzeilen sind auch Schlagzeilen.Was ist mit Taktik.
    Die Spiele angesichts der Lage in Tokio elegant umgangen. Er (ich) mach ja weiter.
    Der Vorgang kann als kluger Entscheid gewertet werden.
  • Kommentar von Richard Liu  (richard-liu)
    Nur er weiss die Wahrheit, und ob sie mit dem, was er in diesem Video erzählt, übereinstimmt. Ich hoffe nur, dass Dario Cologna, der in seinem Sport eine herausragende Stellung einnimmt, nicht nur als Schweizer, sauber ist.
  • Kommentar von Gunda Stirnemann  (Gunda B)
    Er hats ja zugegeben und wird zu recht gesperrt. Ich denke dass ist auch der Grund, warum er nur ein paar Monate gesperrt wurde. Kann sein, dass er die Tabletten seit jeher nimmt und schon durch alle Kontrollen gekommen ist trotz Einnahme. Die verbotene Substanz ist ja eigentlich ein Metabolit und so nicht in den Tabletten enthalten und ev wirklick nur sehr kurz nach Einnahme nachweisbar. Allerweltsdroge, er hat zu hoch gepokert, etwas dümmlich.Wer ohne Sünde ist werfe den ersten Stein.