Zum Inhalt springen

Header

Video
Zusammenfassung Karate Frauen
Aus Tokyo 2020 Clips vom 07.08.2021.
abspielen
Inhalt

Misstöne auch bei den Männern «Sie haben sich abgesprochen»: Karateka Quirici erhebt Vorwürfe

Elena Quirici ist an einer Olympia-Medaille vorbeigeschrammt. Es ist eine Enttäuschung mit bitterem Beigeschmack.

Elena Quirici konnte die Tränen nicht mehr zurückhalten. Die 27-jährige Karateka aus dem Kanton Aargau war nach dem Verpassen einer Medaille bei den Olympischen Spielen in Tokio am Boden zerstört. «Es ist sehr traurig. Ich habe gekämpft bis zum Ende. Leider hat es wegen ganz wenig nicht gereicht.»

Tatsächlich sammelte Quirici in der Kumite-Kategorie bis 61 kg der Gruppe B mit zwei Siegen, einem Remis und einer Niederlage gleich viele Punkte wie Feryal Abdelaziz (EGY) und Li Gong (CHN), verlor jedoch die Direktbegegnung gegen die Ägypterin knapp und wies insgesamt weniger Wertungspunkte als die Chinesin auf.

Das ist sehr schade für den Sport.

Gegen Gong musste sich Quirici mit einem 1:1 begnügen. «Ich war die bessere Kämpferin, wollte den Sieg mehr. Sie ging immer zu Boden, was für mich ein Zeichen von Schwäche ist. Die Kampfrichter haben das leider nicht so gesehen», so Quirici, der noch etwas anderes sauer aufstiess: das Duell zwischen Abdelaziz und der schon ausgeschiedenen Lamya Matoub (ALG).

Jener Kampf verkam zur Farce. Kein ernstzunehmender Angriff wurde lanciert, stattdessen drehten sich die Konkurrentinnen hüpfend im Kreis. «Ich glaube, sie haben sich abgesprochen. Das ist sehr schade für den Sport.»

Video
Karate-Kampf verkommt zur Farce
Aus Tokyo 2020 Clips vom 07.08.2021.
abspielen

Bitsch: «Nicht olympia-reif»

Bei den Männern spielte sich am Freitag in der Kumite-Klasse bis 75 kg Ähnliches ab. Der Deutsche Noah Bitsch war empört darüber, was seine Kontrahenten Minuten zuvor dargeboten hatten. «Fairplay gehört eigentlich zu Olympia. Das war nicht olympia-reif, was sie gebracht haben», sagte er. Gemeint waren seine Gegner, die ihm mit ihrem letzten Kampf den Halbfinaleinzug verwehrten.

Noah Bitsch.
Legende: Ärgert sich Noah Bitsch. Keystone

Der 2-fache Weltmeister Rafael Aghajew aus Aserbaidschan, der zuvor 3 Mal gewonnen hatte und bereits weiter war, verlor 1:3 gegen Vizeweltmeister Luigi Busa (ITA). Damit zog Busa noch an Bitsch vorbei unter die letzten 4 und zugleich zu einer Medaille.

«Wer die beiden kennt, weiss, dass dieser Kampf fingiert war. Er hat ihn gewinnen lassen, damit beide weiterkommen», sagte Bundestrainer Thomas Nitschmann: «Sie sind auch Freunde, sie haben schon viel zusammen unternommen.»

Übrigens: Bei den Frauen holte ausgerechnet Abdelaziz Gold, bei den Männern musste sich Aghajew aber Busa geschlagen geben.

SRF zwei, Olympia live, 7.8.21, 10:00 Uhr;

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

22 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Marc Nager  (Manager)
    Das war nicht nur schade, sondern ganz klar Betrug. Dass die Olympischen Spiele mit zwei offensichtlichen Betrügereien enden, hinterlässt sicherlich nicht nur bei mir einen bitteren Nachgeschmack. Jedenfalls sollte man Olympische Spiele nicht überbewerten, was leider die meisten Menschen und Medien tun. Traurig, einfach nur traurig und dann nennt sich das auch noch Sport. Ich bin froh, ist das ganze Trari-Trara endlich zu Ende.
  • Kommentar von Fredy Gerber  (Alfired)
    Abdelaziz und Matoub, das war wirklich ein Skandal. Was mich gewundert hat: der Schiri war ein Japaner und die treiben die Kaempfer sonst stets an zu Aktionen. Das kennt man speziell vom Sumo und beim Karate duerfte es nicht viel anders sein. Warum hat der das Treiben nicht unterbunden? 0:0 beim Karate ist ein Witz. Die bessere soll gewinnen-nicht die inaktive weiterkommen. Weitere Frage ist: warum wurde Quiricis Treffer kurz vor Ende gegen die Chinesin nicht gewertet? Durfte wohl nicht sein?
  • Kommentar von Hans Peter  (Hanspeter97)
    Naja wenn man so ein Punktesystem hat, ist es ja wohl logisch, dass da Spielereien möglich sind. Und wenn sie sich schon beschwert, dann über das System und nicht über ihre Gegnerinnen und das von Anfang an des Wettkamps. Ist ja offensichtlich nicht ihr erstes Turnier. Ein KO-System mit 64stel Final (wie im Tennis) wäre bei so einer Sportart m.M.n. ohnehin angebrachter.