Zum Inhalt springen

Header

Audio
Die Athleten fahren nach Hause, die Japaner in die Ferien (Thorsten Iffland, ARD)
abspielen. Laufzeit 01:10 Minuten.
Inhalt

Sorgen vor den Paralympics Olympioniken verlassen Tokio – Japans Regierung in der Kritik

Die olympische Familie verlässt Tokio. Zurück bleiben die Sorgen der Gastgeber.

Nach Abschluss der Olympischen Spiele in Tokio haben Tausende Teilnehmer die Heimreise angetreten. Die Regierung des Gastgeber-Landes dagegen steht weiter vor gewaltigen Herausforderungen. Die japanische Tageszeitung Asahi Shimbun, eine der Sponsoren der Spiele, verwies am Montag in einem Leitartikel auf die andauernde kritische Corona-Lage in Japan.

Management-Fehler der Regierung von Regierungschef Yoshihide Suga und die «erzwungene Abhaltung der Olympischen Spiele markierten ein tiefes Misstrauen und eine Spaltung in der Gesellschaft». Dies zu beheben, sei «die grösste Herausforderung, der sich die Politik stellen sollte».

Nicht alle hätten Suga einen Orden verliehen

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte nicht nur wie üblich Organisationschefin Seiko Hashimoto zum Ende mit dem olympischen Orden in Gold ausgezeichnet, sondern auch Premier Suga sowie Tokios Gouverneurin Yuriko Koike.

Video
Schlussfeier beendet Olympische Spiele
Aus Tokyo konpakuto vom 08.08.2021.
abspielen

Der Orden ist die höchste Auszeichnung der olympischen Bewegung. Während die japanischen Athletinnen und Athleten eine Rekordzahl an Gold-Medaillen eingefahren und für eine feierliche Stimmung angesichts der Pandemie gesorgt hätten, sei Suga weit von Gold entfernt, meinte dagegen die japanische Nachrichtenagentur Kyodo.

Japans Premier Suga.
Legende: Steht in der Kritik Japans Premier Suga. Keystone

Corona-Zahlen schnellen in die Höhe

Die Olympischen Spiele hätten einen negativen Einfluss auf Suga gehabt, wurde Iwao Osaka, Professor für politische Kommunikation an der Komazawa-Universität, zitiert. Am Schlusstag der Spiele wurden 4066 Neuinfektionen in Tokio vermeldet und damit am 5. Tag in Folge mehr als 4000. Am Tag der Eröffnungsfeier waren es 1359 gewesen.

Viele Experten in Japan werfen der Regierung Suga vor, es versäumt zu haben, während der Olympischen Spiele der Bevölkerung ein Krisenbewusstsein zu vermitteln. Als Folge seien die Infektionszahlen angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante des Virus rasant gestiegen.

Paralympics mit Zuschauern – oder gar nicht?

Gespannt wird in Japan jetzt nach Abschluss der Spiele abgewartet, ob die Paralympics (24.8. bis 5.9.) anders als die Olympischen Spiele mit Zuschauern abgehalten werden können – wenn sie denn überhaupt stattfinden.

Sugas Amtszeit als Chef seiner Liberaldemokratischen Partei (LDP) endet am 30. September, also kurz nach den Paralympics. Politische Beobachter in Japan rechnen damit, dass die LDP bei der Wahl im Herbst zwar Sitze einbüssen, Suga aber im Amt bleiben wird.

SRF zwei, Tokyo konpakuto, 08.08.2021, 18:05 Uhr;

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen