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Mit polysportivem Training an die Weltspitze
Aus Sport-Clip vom 18.07.2021.
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Über Umwege zum Erfolg Dank polysportiver Grundausbildung zu Olympia-Gold

Eine Studie zeigt: Wer einst in seinem Sport an die Weltspitze möchte, trainiert in seiner Jugend am besten polysportiv.

Christoph Schmid, einst Trainer von 800-Meter-Weltmeister André Bucher und vielen anderen Spitzenathleten, hat’s schon immer vermutet: Wer im Kindesalter zu den besten einer Sportart gehört, gewinnt später kaum eine Medaille an einem Grossanlass in genau dieser Disziplin. Nun hat Schmid seine Vermutung wissenschaftlich untermauert.

Fast alle Medaillengewinner hatten eine polysportive Kindheit

Im Auftrag von graubündenSport hat er eine Umfrage bei allen Schweizer Medaillengewinnern an einem Grossanlass in allen olympischen Sportarten seit dem Jahr 2000 gemacht. Er wollte wissen, wie diese Athleten in ihrer Jugend trainiert haben. Das Ergebnis ist beeindruckend: Von allen Antwortenden war nur einer vor seinem 12. Lebensjahr ausschliesslich in seiner Sportart unterwegs, alle anderen hatten eine polysportive Kindheit.

Je mehr verschiedene Bewegungen man als Kind lernt, umso besser ist man später in der Lage spezifische Bewegungen zu lernen
Autor: Christoph Schmidehemaliger Trainer von André Bucher

«Je mehr verschiedene Bewegungen man als Kind lernt, umso besser ist man später in der Lage spezifische Bewegungen zu lernen», erklärt Schmid seinen Befund. «Nicht zu unterschätzen ist auch die mentale Komponente: Wenn man immer das Gleiche macht, und schon sehr früh nur auf ein bestimmtes Ziel ausgerichtet trainiert, stumpft man ab.»

Wir versuchen Synergien zu nutzen und Talenttransfers unter den Verbänden möglich zu machen
Autor: Ralph StöckliChef de Mission

Die Untersuchung von graubündenSport untermauert einen bekannten Ansatz: Polysportivität in der Kindheit ist wichtig. Das weiss auch Ralph Stöckli von Swiss Olympic: «Wenn ein Talent Fussball spielt, heisst es nicht, dass es in dieser Sportart bleibt. Wir versuchen Synergien zu nutzen und Talenttransfers unter den Verbänden möglich zu machen und versuchen, möglichst spät zu selektionieren. Zudem wollen wir eine Selektion machen, die nicht nur auf den aktuellen Wettkampfresultaten beruht, sondern auch eine Prognose über die Zukunft zulässt.»

Wie kann man Potenzial messen?

Ideal wäre also, wenn in den Nachwuchskadern nicht die aktuell besten Athleten und Athletinnen, sondern diejenigen mit dem meisten Potenzial vertreten sind. Doch wie misst man dieses? Darauf kennt auch die Wissenschaft noch keine allgemeingültige Antwort. Klar aber ist: Vereine und Verbände tun gut daran, mit den Jüngsten polysportiv zu arbeiten. Denn das haben grosse Namen wie Nino Schurter, Andri Ragettli oder Laurien van der Graaff auch getan.

SRF zwei, «sportpanorama» vom 18.07.21, 18:30 Uhr

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Roger Ebischer  (RO.Ebi)
    Die Frage die zu klären wäre, wie sehr und oft man polysportiv trainieren sollte. Wenn man Profisportler und deren Geschichte anschaut, haben die besten natürlich ein viel besseres Körperliches Gefühl, doch das heisst nicht dass Sie jeden Tag neben Eishockey noch Fussball gespielt haben. Und wenn man alle 5 Monate einmalig einen anderen Sport ausübt, ist die Erinnerung an die Bewegung vermutlich zu wenig. Nun gibt's die einen die zu viel und die anderen zu wenig machen.
  • Kommentar von Werner Inner  (forever)
    Wenn wirklich nur alle Medaillen GewinnerInnen befragt wurden, dann würde der Studie nicht zeigen können, dass die Polysportivität unter NichgewinnerInnen weniger stark vertreten war, oder?
  • Kommentar von Reto Frischknecht  (refrisch)
    Die Untersuchung von z.B. Nobelpreisträger:innen käme vermutlich zu einem ähnlichen Ergebnis.
    1. Antwort von Maria Müller  (Mmueller)
      Der dt. Hirnforscher Manfred Spitzer sagt in etwa Aehnliches aus.
      Sowohl in Bezug auf Sport als auch in Bezug auf "polymässig unterwegs sein" in kognitiven Bereichen/Aufgaben.

      Evtl. könnten CH-Schulen da viel verbessern.