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Streaming-Tipp KI – Der Tod des Internets

Das Internet ist voll mit gefälschten Büchern, Musik, Bildern und Videos. Droht es in KI-generiertem Müll zu ersticken?

Das Internet prägt als Wissens-, Kultur- und Unterhaltungsraum unseren Alltag. Manche sehen es als für die Menschheit ähnlich bedeutend wie die Erfindung der Schrift und des Buchdrucks an.

Doch neuerdings überschwemmt KI das Netz mit riesigen Mengen an sinnfreier Klickware. Treiben wir also schon bald orientierungslos im digitalen Müll herum?

Der Datenmüll namens Slop

Minderwertige KI-Produkte werden Slop genannt. Slop ist ein Sammelbegriff für Bot-Postings oder maschinengemachte Musik bis hin zu gehaltlosen Bildern.

Eine Jesusgestalt mit Menschenkopf und Krabben-Körper.
Legende: Ein Paradebeispiel für Slop Der so genannte «Shrimp Jesus». SRF

Ein Paradebeispiel ist der «Shrimp Jesus». Dieses Bildmotiv tauchte vor zwei Jahren plötzlich massenhaft auf Facebook auf.

Facebook prämiert Schrott

Ein Journalist, der diese Flut an bizarren Erlöser-Darstellungen ergründen wollte, stiess auf einen jungen Kenianer. Dessen Business: Bilder erstellen, die möglichst oft geklickt, geteilt oder kommentiert werden. Denn: Im Erfolgsfall zahlt ihm Facebook dafür eine kleine Vergütung.

Dass grosse Tech-Player KI-Schrott aktiv fördern, ist fatal. Reisserische Inhalte ohne Wahrheitsgehalt fluten das Internet regelrecht. KI-Programmen ist das egal. Sie lügen, ohne rot zu werden. «Wahr oder unwahr» ist für sie eine irrelevante Frage.

Buchautor in wenigen Klicks

KI erzeugt auf Wunsch ganze Bücher und damit ein fragwürdiges Geschäftsmodell: Man legt sich mehrere Pseudonyme zu, und jedes veröffentlicht Hunderte Bücher. Dieses «Gesamtwerk» kann zusammen einen ordentlichen Umsatz generieren.

Weil dieses Business tatsächlich floriert, will die Schriftstellervereinigung der USA jetzt ein Anti-KI-Gütesiegel für Literatur einführen: «Human Authored» – «Von Menschen geschrieben» – soll künftig auf Buchumschlägen stehen.

Ein Paradies für Faule

Zwei Aspekte sind typisch für Slop: Wer ihn produziert, dem bleibt mühsame, selektive Handarbeit erspart. Und: KI-Medien schaffen es oft, bei oberflächlicher Betrachtung Qualität vorzutäuschen.

Klick-Köderei und für Suchmaschinen optimierten Blödsinn gibt es zwar schon länger. Aber erst seit KI sekundenschnell klopapierrollen-lange Texte, Lieder und Videos voller belanglosem Blabla erzeugt, wird die Menge an Output zur Bedrohung.

Die Frage lautet: Werden soziale Netze, werden Suchmaschinen, wird das offene Web die grosse Slopifizierung überleben? Der Dokumentarfilm «KI – Der Tod des Internets» hat sich bei Journalistinnen, unterbezahlten Klick-Arbeiterinnen und Computerexpertinnen schlau gemacht.

SRF info, 6.2.2026, 14:10 Uhr ; 

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