Zum Inhalt springen
Video
«Unsere grosse kleine Farm»
Aus DOK vom 04.07.2024.
Bild: SRF/Elite Film AG abspielen. Laufzeit 1 Minute 24 Sekunden.

Streaming-Tipp Zwei amerikanische Grossstädter und 10'000 Obstbäume

John und Molly Chester verlassen L.A., um in den kalifornischen Hügeln ihren Traum von einer eigenen Farm zu verwirklichen. Es folgen acht Jahre harte Arbeit, emotionale Erfolgsmomente und dramatische Rückschläge. Die Doku «Unsere kleine grosse Farm» ist jetzt auf Play SRF.

Molly lebt mit John in einer kleinen Mietwohnung in der Millionenstadt Los Angeles. Als Foodbloggerin sind frisches Obst, Gemüse und Fleisch ihre grosse Passion. Während sie auf ihrem Balkon mickrige Tomaten anpflanzt, träumt sie von einer eigenen Farm und vom Leben als Selbstversorgerin.

Ihr Mann hingegen ist Tierfilmer und kann sich nicht vorstellen, sein altes Leben hinter sich zu lassen. Bis er 2010 einen Hund aus dem Tierheim adoptiert. Todd wird zum Lebensmittelpunkt des Paars, doch bellt er das ganze Haus zusammen und so flattert bald die Kündigung ins Haus.

Jetzt auf Play SRF

Box aufklappen Box zuklappen

Die Doku «Unsere kleine grosse Farm» (2018) ist bis am 20. Juli 2024 auf Play SRF verfügbar.

Von 0 auf 80 Hektare Land

Todd weggeben ist keine Option. Also erstellen die beiden einen Businessplan, finden Investoren und kaufen 80 Hektare Land. Todd ist im Paradies, doch Molly und John müssen sich ihres zuerst hart erarbeiten. Das Land, das sie gekauft haben, ist tot.

Schwarzer Hund liegt im hohen Gras.
Legende: Todd ist offensichtlich zufrieden mit der Entscheidung von Herrchen und Frauchen, aufs Land zu ziehen. Unsere grosse kleine Farm

Umgeben von Monokulturen wählen sie einen anderen Ansatz und verzichten gänzlich auf Pestizide – sie wollen zurück zu einer ursprünglichen Landwirtschaft. Dafür holen sie sich Landwirtschaftsexperte Allan York ins Boot. Seine Vision ist es, das natürliche Ökosystem nachzuahmen: Mit einer möglichst grossen Artenvielfalt soll sich die Natur selbst regulieren.

Und so beginnen die Neu-Farmer mithilfe von freiwilligen Helfern, ein riesiges Wasserreservoir aufzubauen und ein Kompostsystem anzulegen. Dies sind die Grundsteine, um den Boden wiederzubeleben. In einem nächsten Schritt pflanzen sie 10'000 Obstbäume mit 75 verschiedenen Sorten Steinfrüchte. Schliesslich kommen Tiere auf den Hof: erst Hühner und Enten, dann Kühe, Schafe und Schweine.

Die grosse Ernüchterung

Die Farm steht, doch je gesünder die Bäume und Tiere sind, desto mehr Wildtiere und Schädlinge werden von dem neu erschaffenen Garten Eden angelockt. Kojoten greifen die Hühner und Schafe an, Erdhörnchen zerstören die Wurzeln der Bäume, Blattläuse besetzen die saftigen Pflanzen und Schnecken bevölkern die Plantagen.

Es kommt die grosse Ernüchterung und die Frage, ob die Vision einer perfekten Harmonie überhaupt realisierbar ist. In dieser schwierigen Moment stirbt ihr Mentor Allan York und lässt das Paar auf sich alleine gestellt zurück.

Kreative Lösungen sind gefragt

Aufgrund der von ihnen geschaffenen Artenvielfalt finden sie praktisch alle Lösungen für die Probleme auf dem Hof. Die Enten lassen sie auf die Schnecken los. Marienkäfer vertilgen die Blattläuse. Den Herdenschutzhunden der Schafe wird die Hühnerjagd abtrainiert und ihr Schutzauftrag auf Geflügel ausgeweitet. Die Kojoten weichen darum auf die Erdhörnchen aus. Und weil das nicht reicht, werden Eulenkästen montiert, damit weitere Fressfeinde der Nager angelockt werden.

«Der grazile Tanz der Koexistenz»

John nennt diese Lösungen «den grazilen Tanz der Koexistenz», bei der sich die Artenvielfalt gegenseitig unterstütze. Das sei ein Sinnbild der Vernetzung des Lebens sowie des Gleichgewichts der Natur.

Die sieben Jahren Farming waren geprägt von vielen Auf und Abs, doch sie meisterten alle Herausforderungen dank Geduld und Einfallsreichtum. Ihr Glück haben sie auf der eigenen Farm gefunden und nicht nur für Hund Todd ein Zuhause geschaffen, sondern auch für sich und den gemeinsamen Sohn.

«DOK», SRF zwei, 20.06.2024, 20.10 Uhr

Meistgelesene Artikel