So waren im Jahr 2025 über 200 Schweizer Filme im Programmangebot von SRF zu sehen, also durchschnittlich vier Schweizer Filme pro Woche. In der Produktion von fiktionalen Inhalten setzt SRF einen Schwerpunkt auf Serien. So brachte SRF 2025 unter anderem den legendären Privatdetektiv Philip Maloney auf die Fernsehbildschirme.
Die Krimikomödie, die im Film-noir-Stil in und um Zürich gedreht wurde, basiert auf dem Kult-Hörspiel «Die haarsträubenden Fälle des Philip Maloney». Ebenfalls 2025 gelang «Te Berberi – Wächst ja wieder» zur Ausstrahlung – die erste schweizerisch‑albanische Comedy-Serie, die auf humorvolle Weise die unterschiedlichen Mentalitäten zwischen dem Balkan und der Schweiz thematisiert.
Die Spielfilme und die Serien entstehen in Zusammenarbeit mit der unabhängigen Schweizer Filmszene. SRF ist der grösste Koproduzent des Landes und einer der wichtigsten Partner für das Schweizer Filmschaffen und damit auch ein Garant dafür, dass sich die unabhängige, vielfältige Filmbranche kontinuierlich weiterentwickeln kann. Das Engagement von SRF für den Schweizer Film geht auf den Pacte de lʼaudiovisuel zurück: Im Rahmen des Kulturauftrags unterstützt die SRG das gesamtschweizerische Filmschaffen jährlich mit 34 Millionen Franken.
Eine detaillierte Übersicht über das Engagement der SRG und von SRF im Rahmen des Pacte de lʼaudiovisuel ist hier zu finden.
Fiktionale Eigenproduktionen
«Maloney»
Die Krimikomödie, gedreht im Film-noir-Stil in und um Zürich, basiert auf dem Kult-Hörspiel «Die haarsträubenden Fälle des Philip Maloney». Philip Maloney, gespielt von Marcus Signer, ist ein raubeiniger Privatdetektiv, der in Zürich ermittelt. Die Serie wird, wie bereits die Hörspiel-Reihe, ausschliesslich aus der Perspektive von Maloney erzählt. Die Zuschauerinnen und Zuschauer werden zu seinen Vertrauten, mit denen er seine Beobachtungen teilt.
Jede Episode bietet einen neuen, spannenden Fall, den Maloney mit seinem scharfsinnigen Verstand und seiner unkonventionellen Art löst. SRF zeigte über das Jahr verteilt neun Folgen, zwei weitere Episoden folgen im Januar 2026. SRF beteiligt sich an der Produktion einer rund 30-minütigen Episode von «Maloney» mit 464’000 Franken.
«Te Berberi – Wächst ja wieder»
Die erste schweizerisch- albanische Comedy-Serie «Te Berberi – Wächst ja wieder» thematisiert auf humorvolle Weise die unterschiedlichen Mentalitäten zwischen dem Balkan und der Schweiz. Daut (Florim Brajshori) investiert seine ganzen Ersparnisse, um einen Coiffeursalon zu eröffnen. Er engagiert dafür seine Ex-Frau Melanie (Monika Varga) als Geschäftsführerin. Dadurch hofft Daut, eine Verbindung zu ihr und seinem Sohn Xoni (Jonathan Baranowski) aufzubauen, um die Familie so wieder zu vereinen. Doch Dauts liebenswerte, aber eigensinnige Persönlichkeit und die kontraproduktive Hilfe seines chaotischen Freundes Rocki (Comedian Vedat Bajrami) verwandeln seine romantische Mission in ein permanentes Chaos.
An der Produktion einer 12-minütigen Episode von «Te Berberi – Wächst ja wieder» beteiligt sich SRF mit 158’000 Franken.
«Die Beschatter»
«Die Beschatter» ist eine Krimikomödie, in deren Hintergrund ein düsterer Thriller brodelt. Der Ex-Polizist Leo Brand (Roeland Wiesnekker) gründet aus finanzieller Not eine improvisierte Schule für angehende Detektive. Nach der ersten Staffel sitzt Leo im Gefängnis. Seine Nerven liegen blank. Wie ist seine DNA in den Koffer eines Serienkillers gelangt? Wer hat es auf ihn abgesehen? Um ihn aus dem Gefängnis zu holen, müssen seine Schülerinnen und Schüler Leos Unschuld beweisen. An der Produktion einer 58-minütigen Episode beteiligt sich SRF mit 981’000 Franken.
«Unsere kleine Botschaft»
In einer Schweizer Botschaft in einem nicht näher bezeichneten lateinamerikanischen Land sieht sich eine familiäre Bürogemeinschaft mit den Herausforderungen des diplomatischen Alltags konfrontiert – zwischen politischen Verwicklungen und privaten Turbulenzen. Während die Botschafterin Bea, gespielt von Susanne Kunz, versucht, ein historisches Abkommen zu retten, geraten ihre Mitarbeitenden immer wieder in absurde Situationen, von Spuk und Gedächtnisverlust bis hin zu einer aus dem Ruder gelaufenen Erdbebenübung. SRF beteiligt sich an der Produktion einer rund 22-minütigen Episode mit 614’000 Franken.
«Tatort»
Der Sonntagabend ist «Tatort»-Abend: Seit vor über 50 Jahren die erste Folge über den Bildschirm flimmerte, hat sich der «Tatort» zur erfolgreichsten Krimireihe im deutschsprachigen Raum entwickelt, seit 2011 auch wieder mit Schweizer Beteiligung. SRF zeigt am Sonntag um 20.05 Uhr auf SRF 1 alle deutschen und österreichischen Folgen und produziert jährlich selbst zwei «Tatort»-Filme.
Die Produktionskosten für einen Schweizer «Tatort» liegen bei rund 2 Millionen Franken. Im Gegenzug dafür erhält SRF ohne weitere Kosten die Ausstrahlungsrechte für jährlich über 30 deutsche und österreichische «Tatort»-Folgen.
Kino-Koproduktionen
SRF ist Koproduzentin von Kinospiel- und Dokumentarfilmen sowie Kurz- und Animationsfilmen. Im Rahmen des Pacte de l’audiovisuel unterstützt SRF fiktionale Kinoproduktionen jährlich mit rund 4 Millionen Franken. Kinohits wie «Bon Schuur Ticino» oder «Die Nachbarn von oben» sind als Fernsehpremieren mehrheitlich am Sonntag um 20.05 Uhr auf SRF 1 zu sehen. Kinofilme für ein spezifischeres oder jüngeres Publikum sind am Mittwoch um 20.10 Uhr auf SRF zwei im Programm.
Hinzu kommen Wiederholungen von älteren Kino-Koproduktionen wie auch Fernsehfilmen, die immer wieder viele Zuschauerinnen und Zuschauer begeistern. Der wöchentliche Sendeplatz für das Schweizer Filmschaffen ist «CH:Filmszene», in der aktuelle einheimische, von SRF unterstützte Filmproduktionen ihre TV-Premiere feiern. Auf dem Sendeplatz sind sowohl Spiel- wie auch Dokumentar-, Kurz- und Animationsfilme programmiert.
Internationale Koproduktion von Krimireihen
Ein fixer Termin für Krimifans ist seit vielen Jahrzenten der Dienstagskrimi mit spannenden Fällen aus unterschiedlichen deutschen Städten: Bei Krimireihen wie «Die Chefin», «Der Alte», «Ein Fall für zwei» oder «Jenseits der Spree» engagiert sich SRF als Koproduzentin. An einer einstündigen Folge einer internationalen Koproduktion beteiligt sich SRF durchschnittlich mit 60’000 Franken.
Internationale Filme und Serien
Neben Spielfilmen für ein breites Publikum, darunter vielen Free-TV-Premieren unter dem Label «kino hoch zwei», zeigt SRF zumeist in Zweikanalton oder in der Originalfassung mit Untertiteln auch ausgewählte Independent- und Arthouse-Produktionen für ein anspruchsvolleres Zuschauersegment. Kinder- und Jugendfilme sowie Kinoklassiker runden das Angebot ab.
Die Kosten pro Spielfilm variieren marktbedingt stark und hängen von Faktoren wie Programmwert, Lizenzumfang, Produktionsjahr oder der Zahl der Ausstrahlungsrechte ab. Einkaufspreise orientieren sich auch an der Grösse eines Landes, was die Deutschschweiz mit fünf Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern mit Staaten wie Österreich, Belgien oder Dänemark vergleichbar macht.
Die Lizenzkosten für einen eingekauften Spielfilm liegen normalerweise zwischen 4’000 und 70’000 Franken. In Einzelfällen können die Preise für Blockbuster leicht über diesem Rahmen liegen.
Eine feste Grösse im Serienprogramm von SRF ist der Serienmontag auf SRF zwei: Zu sehen sind international erfolgreiche Produktionen wie die US-Hits «Greyʼs Anatomy», «Chicago Fire» und «Chicago Med». Daneben werden dem Publikum auch an anderen Wochentagen immer wieder europäische Serien geboten wie «Families Like Ours», «Máxima» oder «A Very Royal Scandal».
Die Rahmenbedingungen für Lizenzverkäufe im Serienbereich sind mit jenen von Spielfilmen vergleichbar. Für eine halbstündige Serie variieren die Lizenzkosten zwischen 3’000 und 10’000 Franken pro Episode, bei stündigen Serien liegen die Kosten pro Folge zwischen 5’000 und 16’000 Franken.