Zum Inhalt springen

Header

Video
Corona stresst – Die angeschlagene Psyche leidet besonders
Aus Puls vom 02.11.2020.
abspielen
Inhalt

Corona schlägt auf die Psyche Die angeschlagene Psyche leidet besonders wegen Corona

Die psychische Belastung wächst – speziell bei Menschen, die vorher schon mit psychischen Symptomen zu kämpfen hatten.

Die Corona-Krise schlägt auf das Gemüt. Davor warnten Fachleute bereits zu Beginn der Pandemie. Die Befürchtung: Es könnte eine Welle von ernsthaften psychischen Erkrankungen auf uns zukommen.

Wie beim freischaffenden Künstler Christian: «Ich verstehe Menschen, die sich das Leben genommen haben in dieser Zeit, ich habe oft daran gedacht.» Oder bei der Studentin T.: «Ich hatte keine Kraft mehr, mich zu regulieren, da kamen so viele Belastungen auf die obendrauf, die ich schon vorher hatte. Da ist es wie in sich zusammengebrochen.»

Video
Ein Betroffener erzählt: Corona hat Christians Leben auf den Kopf gestellt.
Aus Puls vom 02.11.2020.
abspielen

Nun zeigt eine Studie im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit, die in den nächsten Tagen veröffentlicht wird: Die Mehrheit der Bevölkerung bewältigt die Krise gut. Aber:

  • Die Corona-Krise verstärkt psychische Vorbelastungen, sie wirkt als Katalysator.
  • Info-Plattformen und niederschwellige Hilfsangebote werden deutlich mehr genutzt. Die Nutzerzahlen liegen zum Teil doppelt so hoch wie im Jahr zuvor.
  • Es gibt Hinweise, dass Suizidgedanken zugenommen haben.

Video
Studie: Die Corona-Pandemie verstärkt psychische Probleme
Aus Tagesschau vom 02.11.2020.
abspielen

Höhere Nachfrage nach psychologischer Unterstützung

Die Nachfrage nach psychologischer Unterstützung hat in der Pandemie deutlich zugenommen. Zumindest zeigt das eine eben durchgeführte Befragung bei den Mitgliedern der Föderation Schweizer Psychologinnen und Psychologen FSP.

«46 Prozent derjenigen, die wir angefragt haben, geben an, dass sie mehr bis deutlich mehr Anfragen seit dem Frühsommer haben», sagt Yvik Adler, Co-Präsidentin der FSP. «71 Prozent müssen Leute abweisen, die haben keinen Platz mehr für Behandlungen. Und 31 Prozent geben an, dass es Neuerkrankungen aufgrund der Coronakrise sind.»

Die Kinder und Jugendpsychiatrie ist überbelegt

In den psychiatrischen Kliniken hingegen sieht man bisher offenbar keine Zunahme, ausser in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, weiss Susanne Walitza, Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie in Zürich. «In unserer Klinik haben wir gerade im Notfalldienst jetzt schon eine Zunahme von 36 Prozent aufs Jahr hochgerechnet und wir befürchten, dass es noch mehr wird.»

Ein Blick auf die Belegung der stationären Plätze in der Kinder- und Jugendpsychiatrie: «Jeder Platz ist besetzt und die Stationen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Zürich sind überbelegt», sagt Susanne Walitza. «Aber auch in Lausanne, in Genf, in Basel. Das sehen wir in der ganzen Schweiz.»

Video
Die Studentin T. litt zu Beginn der Pandemie an Angstzuständen.
Aus Puls vom 02.11.2020.
abspielen

Mehrere Grundbedürfnisse geraten ins Wanken

Das Schlimme an der aktuellen Pandemie: Es sind gleich mehrere menschliche Grundbedürfnisse bedroht. «Das eine ist das Bedürfnis nach Sicherheit und Kontrollierbarkeit. Das ist im Moment sicher belastet. Das andere nach Nähe, Zugehörigkeit und sozialem Leben ist auch eingeschränkt. Und das dritte ist das Bedürfnis nach Selbstbestimmung, Selbstgestaltung, Selbststeuerung, das ist auch ein wichtiges Grundbedürfnis», sagt Yvik Adler. «Die drei, die reiben sich im Moment aneinander.» In der aktuellen Situation sei es sehr schwierig, diese Grundbedürfnisse in Einklang zu bringen.

Hilfe bei Mühe in der Coronazeit

Box aufklappen Box zuklappen

Haben Sie Mühe in der Coronazeit? Oder kennen Sie jemanden, der Mühe hat?

Hier finden Sie Hilfe:

Diverse Anlaufstellen

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Hotline bei Angststörungen und Panik, 0848 801 109

Pro Juventute, Tel. 147

Dargebotene Hand, Tel. 143

Tagesschau, 02.11.2020, 19:30 Uhr / Puls, 02.11.2020, 21:05 Uhr

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

39 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Aktuell sind keine Kommentare unter diesem Artikel mehr möglich.

  • Kommentar von Dorothee Meili  (DoX.98)
    Habe mit drei anderen Oldies zusammen die von SRF oben zur Verfügung im link vorgestellten "Anlaufstellen und mehr" durchgeschnuppert. Vielen Dank! Ein "guter alter Kollege" bevorzugt "dureschnufe" Plattform für psychische Gesundheit rund um das neue Coronavirus. Besonders hilfreich scheint mir dort die Möglichkeit, anzuschauen: was gehört schon vorher zu mir an ups and downs. Was ist jetzt in der Tat neu. Und v.a. nützt der gute alte Plan B oder braucht es neue Gedanken, en neue Schnuuf.
  • Kommentar von Monika Mitulla  (momi)
    Viele Menschen werden depressiv wegen den Massnahmen gegen Corona - Isolation, diffuse Ängste, Ausweglosigkeit sind eine Mischung, die durchaus zu einer Depression führen können. Dazu kommen noch die üblichen "Verstimmungen" im dunklen Winterhalbjahr...
  • Kommentar von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
    Persönlich kannte ich einen Menschen aus dem weiteren familiären Umfeld, der sich im Lauf des ersten Confinement in Frankreich das Leben genommen hat, und hörte von der jungen Arbeitskollegin einer Nachbarin (Stewardess). Von Menschen, die an Covid gestorben sind, habe ich in meinem Umfeld nicht gehört, aber das sagt natürlich weniger aus. Trotzdem: Man weiss um den statistischen Zusammenhang von Arbeitslosigkeit und Suizid, wie man um den Zusammenhang von Einkommen und Lebenserwartung weiss.