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Auf dem Bild ist ein Müllberg in der Arktis zu sehen.
Legende: Laut Studie gibt es auch in der Arktis hohe Konzentrationen von Mikroplastik im Wasser, an Stränden und in Eis und Schnee. Getty Images/Christophe Boisvieux
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Müllhalde Arktis Plankton und Pottwal in Plastikmüll

Laut aktueller Studie ist die Arktis so stark mit Plastikmüll verschmutzt, wie andere Regionen der Welt. Das hat auch gravierende Folgen für den Klimawandel.

Die Arktis wird noch immer als unberührte Wildnis wahrgenommen. Doch das entspricht längst nicht mehr der Realität.

Die globale Plastikflut hat inzwischen auch alle Bereiche des Nordpols erreicht, wie eine aktuelle Studie des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts (AWI) zeigt. Den Forschenden zufolge finden sich hohe Konzentrationen von Mikroplastik im Wasser, an unbewohnten Stränden und in Eis und Schnee. Ein Grossteil des Abfalls stammt aus der Fischerei.

Zu den Auswirkungen auf die arktischen Meeresorganismen gibt es bisher nur wenige Studien – doch gefressenes Mikroplastik führe wohl auch in der Arktis zu verringertem Wachstum und Fortpflanzung, Stress und Entzündungen im Gewebe von Meerestieren, so Melanie Bergmann, Mitautorin der Studie.

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Für die Übersicht hatte das AWI-Team gemeinsam mit Forschenden aus Norwegen, Kanada und den Niederlanden Studien zum Plastikeintrag in der Arktisregion ausgewertet und zusammengefasst.

Etwa 19 bis 23 Millionen Tonnen Plastikmüll landen pro Jahr in den Gewässern der Welt, das entspricht fast zwei LKW-Ladungen pro Minute, wie das AWI mitteilte. Weil Plastik besonders stabil sei, reichere es sich in den Ozeanen an und zerfalle mit der Zeit in immer kleinere Teile. Und die Müllflut verstärke sich wohl noch: Bis 2045 werde sich die weltweite Plastikproduktion voraussichtlich verdoppeln.

Der Müll könnte auch ein Katalysator für den Klimawandel sein: «Erste Studien deuten darauf hin, dass eingeschlossenes Mikroplastik die Eigenschaften von Meereis und Schnee verändert», so die Expertin.

Dunkle Partikel im Eis könnten dafür sorgen, dass dieses mehr Sonnenlicht absorbiert und schneller schmilzt. Das verstärke die globale Erwärmung. Ausserdem bildeten Plastikteilchen in der Atmosphäre Kondensationskerne für Wolken und Regen, die Wetter und Klima beeinflussen.

Die Arktis erhitzt sich im Zuge des Klimawandels bereits jetzt dreimal schneller als der Rest der Welt.

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Archiv: Länder ringen um Plastik-Abkommen
aus Wissenschaftsmagazin vom 05.03.2022.
abspielen. Laufzeit 26 Minuten 11 Sekunden.

dpa;

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