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Neuer Spezialbericht vom Weltklimarat IPCC
Aus Rendez-vous vom 25.09.2019.
abspielen. Laufzeit 03:30 Minuten.
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Klimawandel im Meer Es warten kostspielige Abenteuer

Der neue Spezialbericht des Weltklimarats IPCC zum Einfluss der Klima-Erwärmung aufs Meer und die Polregionen zeichnet eine düstere Zukunft: Der Ozean wird in 30, 40 Jahren ein anderer sein.

Es werden darin Verhältnisse herrschen, die «noch nie dagewesen» seien, prognostiziert der Bericht: Die oberen Schichten des Meers werden deutlich wärmer sein als heute. Häufige Hitzewellen werden den Ozeanbewohnern zusetzen. Das Wasser wird saurer. Und der Austausch von Nährstoffen zwischen den Wasserschichten wird weniger gut funktionieren.

Weniger Fische

In der Folge erwarten die Wissenschaftler, dass die Meeresorganismen, die das Sonnenlicht für ihren Energiehaushalt anzapfen können (zum Beispiel Algen), gesamthaft weniger wachsen werden. Dadurch steht für alle anderen Meeresbewohner weniger Nahrung zur Verfügung.

Vermutlich, so die Prognose, wird es vielerorts auch weniger zu fischen geben. Spätestens das spürt der Mensch.

Höhere Ausgaben

Spüren wird der Mensch auch die immer häufigeren Extreme. In den schlimmsten Szenarien werden Sturmfluten, die früher alle 100 Jahre auftraten, in 30 Jahren wohl jedes Jahr vorkommen. Dies könnte manche kleine Inselstaaten faktisch unbewohnbar machen.

Die vielen Metropolen an der Küste – New York, Mumbai, Jakarta, Hongkong – müssen pro Jahr Dutzende bis Hunderte Milliarden von Dollar aufwenden, um sich zu schützen.

Legende: Der Natur machtlos ausgeliefert: Am Meghna-Fluss in Bangladesch, 12. September 2019. Getty Images / Barcroft Media

Grössere Lasten

Damit zeigt der neue IPCC-Bericht so deutlich wie nie zuvor: Es reicht nicht mehr, den CO2-Ausstoss zu drosseln. Alle Länder werden Milliarden ausgeben müssen, um sich an die Auswirkungen des Klimawandels anzupassen. Denn selbst wenn plötzlich alle Staaten nun sehr schnell viel CO2 vermeiden – und danach sieht es nicht aus – viele Auswirkungen wären nicht mehr zu vermeiden.

Beispielsweise würde der Meeresspiegel auf jeden Fall bis 2100 um 40 Zentimeter ansteigen. Die nötige Anpassung wird für reiche Länder teuer, für arme Länder wird sie unbezahlbar sein. Sie werden Hilfe brauchen – wohl deutlich mehr, als sie bisher erhalten.

Aufwendige Massnahmen

Weil der Umbau der Weltwirtschaft hin zur CO2-Neutralität kaum schnell genug vorangehen wird, wird die Weltgemeinschaft künftig wohl mit Maschinen das überschüssige CO2 aus der Atmosphäre holen müssen.

Das wäre nebst dem Umbau aller Wirtschaftsbereiche und der schwierigen Anpassung an die Klima-Erwärmung das dritte Abenteuer, das auf die Menschheit wartet.

Sendung: Radio SRF, Nachrichten, 25.9.2019, 11 Uhr.

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43 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Müller  (Sprak)
    Krampfhaft wird nach Gründen gesucht, warum eine wärmere Erde eine schlechte sein soll. Ich würde vom IPCC gerne einmal hören, welches die ideale Weltdurchschnittstemperatur ist und warum eine wärmere Erde so unglaublich schlecht ist, dass man Billionen ausgeben soll, um eine statistische Grösse, wie es das Klima nun mal ist, einigermassen konstant zu halten.
    1. Antwort von Stefan von Känel  (Trottel der feinen Gesellschaft)
      Nun, Herr Müller, was glauben Sie passiert wenn sich die Ozeane weiter erwärmen und beispielsweise zusätzlich zu den bestehenden Emissionen Methanhydrat freigesetzt wird? Mehr Wasserdampf in die Atmosphäre gelangt? Sich die PH-Werte der Ozeane verändern? Das Problem ist, dass man nicht sagen kann "wenn A, dann B", da "A" und "B" wiederum Einfluss auf ganz viele andere Faktoren haben.
    2. Antwort von Peter Zurbuchen  (drpesche)
      Wieso lesen Sie nicht einfach den Artikel, Herr Müller? Da gibt es schon einige Antworten: Höherer Meeresspiegel, mehr Extreme (Fluten, Stürme...) und damit einhergehend Kosten in der Höhe von x Milliarden. Reicht Ihnen das nicht als Grund dafür, Sorge zu tragen?
  • Kommentar von Wolfgang Nivard Wolfsgruber  (Nivi)
    Bisher lagt der IPCC immer mit seinen Prognosen schwer daneben.
    Mir scheint, dass uns die ganze CO2- /Klimapanik von den wirklich Umweltproblemen ablenkt.
    Damit meine ich: Radioaktive Verstrahlung/Verseuchung, Luftverpestung durch Kreuzfahrtschiffe, Urwaldzerstörung, Pestizidbelastung, Mikrowellenbelastung durch Mobilfunk etc…
    Nachweislich könnten wir mit einem Bruchteil der Energie von heute die Lebensqualität halten.
    Dafür braucht es keine neuen Steuern, sondern nur die richtigen Anreize!
  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Ich glaube, am meisten heizt der Klimawandel der Hilfsgelderindustrie ein wenn ich diesen Artikel lese. Eine bessere Lobbyorganisation als der IPCC ist kaum vorstellbar!
    1. Antwort von Stefan von Känel  (Trottel der feinen Gesellschaft)
      Was bitte ist eine Hilfsgelderindustrie?