Sogenannte generative KI hat dank riesigen Mengen von Trainingsmaterial (bei dessen Sammlung das Urheberrecht nicht immer an erster Stelle stand) gelernt, wie menschliche Sprache funktioniert: wie ein Kondolenzbrief klingen muss oder wie ein Bewerbungsschreiben. Wer nach Inspiration sucht, kann sich von der KI Vorschläge machen lassen. Wer faul ist, kann gleich den Text der KI übernehmen. Für ein gutes Resultat müssen der KI präzise Anweisungen – sogenannte Prompts – gegeben werden: Was man von ihr erwartet, aus welcher Perspektive sie schreiben soll.
KI-Tools, die beim Schreiben helfen
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ChatGPT (OpenAI): Die KI, die auch Microsofts Copilot antreibt, beherrscht nahezu jede Textform – von sachlichen E-Mails bis zu kreativen Kurzgeschichten - all das ist auch für nicht zahlende Nutzende möglich, die allerdings nur eine bestimmte Zahl von Anfragen pro Tag stellen können. Wer statt des Standarddienstes alle Vorteile der aktuellen GPT-Version nutzen und mehr Anfragen bewältigen will, zahlt für das günstigste Abonnement rund 20 Franken im Monat.
Claude (Anthropic): Schreibt sehr kohärente, lange Texte mit einem besonders «vorsichtigen», höflichen Stil. In der kostenlosen Version begrenzt, aber für viele Schreibaufgaben nützlich, auch weil sehr grosse Textmengen verarbeitet werden können. Wer zusätzliche Funktionen nutzen will oder mehr Aufgaben bewältigen zahlt auch hier für das günstigste Abonnement etwa 20 Franken im Monat.
Gemini (Google): Ein KI-Textgenerator, der ähnlich funktioniert wie ChatGPT oder Claude. Er versteht komplexe Anweisungen, kann strukturierte Texte verfassen, umformulieren, zusammenfassen, kreativ schreiben und ist in der Basisversion gratis.
Bilder generieren oder bearbeiten
KI kann aus Worten Bilder oder sogar Videos machen – von fotorealistischen Porträts bis zu Szenen im Stil berühmter Regisseure. Und KI kann eigene Bilder bearbeiten: Hintergrund entfernen oder ersetzen, störende Objekte aus Fotos löschen, Personen freistellen etc. Auch hier hängt das Ergebnis stark vom Prompt ab: Je klarer und detaillierter er das gewünschte Bild oder die gewünschte Bearbeitung beschreibt, desto besser wird das Resultat. Beispiel: «Eine wütende alte Frau neben einem zornigen Baby mit comicartigen, übertriebenen Gesichtszügen, hyperrealistischer Karikaturstil, dunkle, dramatische Beleuchtung, frontaler Bildausschnitt mit Fokus auf die Gesichter, entsättigte, kühle Farbtöne, 8K»
Legende:
imago images / Tim Kahane
KI-Tools, die Bilder generieren und bearbeiten
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ChatGPT und Co.: Mit Ausnahme von Claude lassen sich mit grossen Sprachmodellen auch leicht Bilder erstellen und bearbeiten.
Midjouney: Liefert oft spektakuläre Bilder, ist aber nur mit Abo nutzbar.
Sora (OpenAI): Ein KI-System, das aus Textbeschreibungen realistische Videos macht. Man schreibt eine Szene – die KI generiert den Film dazu. In Europa (inklusive Schweiz) ist der offizielle Zugang teilweise noch eingeschränkt oder verzögert verfügbar.
Firefly (Adobe): In Adobe Creative Cloud eingebunden. Ideal für Leute, die bereits andere Adobe-Produkte wie Photoshop nutzen, erfordert aber ein Adobe-Abo.
Grammatik, Stil und Rechtschreibung verbessern
Wer beim Schreiben nicht sicher ist, ob ein Komma fehlt oder ein Satz zu lang ist, kann sich von der Maschine helfen lassen. Für solche Zwecke ist zum Beispiel Microsofts KI-Chatbot Copilot (die von ChatGPT angetrieben wird) bereits in Office-Anwendungen wie Word oder Outlook eingebunden, während Googles Gemini in vielen Google- und Android-Diensten steckt. Die KI kann Grammatik, Rechtschreibung, Stil und Tonfall prüfen und Vorschläge machen, wie ein Text verständlicher wird.
KI-Tools, die beim Redigieren helfen
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ChatGPT und Co.: Grosse Sprachmodelle wie ChatGPT, Claude oder Gemini können nicht nur selber Texte schreiben, sondern Nutzerinnen und Nutzern auch helfen, eigene Texte zu redigieren.
LanguageTool: Korrigiert zuverlässig Grammatik, Rechtschreibung und Satzstruktur von deutschen Texten. Funktioniert in Browsern, Office und Google Docs. Kostenlos nutzbar, Premium-Version bietet erweiterte Stilanalyse.
Grammarly: Marktführer im Bereich KI-Schreibassistenten für Englisch. Korrigiert Grammatik, Tonfall und Stil, direkt im Browser oder in Word. In der kostenlosen Version brauchbar, aber Premium bietet deutlich mehr Kontext und Stilberatung.
Texte zusammenfassen
Lange Texte auf die wesentlichen Punkte zu verdichten ist eine Aufgabe, die generative KI in der Regel gut meistert. Allerdings: Man sollte dem Resultat nicht blind vertrauen. Generative KI hat zwar gelernt, wie menschliche Sprache funktioniert, dabei aber bloss statistische Wahrscheinlichkeiten verinnerlicht und kein Verständnis dafür entwickelt, was sie eigentlich schreibt. In KI-generierte Texte können sich deshalb immer auch Missverständnisse, Fehler und Unwahrheiten einschleichen.
KI-Tools, die Texte zusammenfassen
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ChatGPT und Co.: Grosse Sprachmodelle wie ChatGPT, Claude oder Gemini können nicht nur selber Texte schreiben, sondern auch Texte von Dritten zusammenfassen.
Texte übersetzen
Fremdsprachen übersetzen ist eine der wohl nützlichsten Anwendungen von KI im Alltag. Die entsprechenden Dienste arbeiten in der Regel mit sogenannten neuronalen Netze, die mit einer grossen Menge von Übersetzungen trainiert wurden und oft erstaunliches Sprachgefühl an den Tag legen. Trotzdem lohnt sich gerade bei komplexeren Texten ein zweiter Blick und die Möglichkeit, sich Vorschläge für eine alternative Wortwahl machen zu lassen.
KI-Tools, die Texte übersetzen
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ChatGPT und Co.: Grosse Sprachmodelle wie ChatGPT, Claude oder Gemini können nicht nur selber Texte schreiben, sondern auch Texte von einer Sprache in eine andere übersetzen.
DeepL: Goldstandard für Übersetzungen ins Deutsche: sehr nuanciert, natürlich klingend, stilistisch überlegen gegenüber Google Translate. Kostenlos mit Begrenzung, Pro-Version erlaubt zum Beispiel den Upload von Dokumenten.
Google Translate: Extrem schnell, deckt sehr viele Sprachen ab, inklusive Kamera-Scan und Live-Übersetzung per App.Für Alltagsübersetzungen mehr als ausreichend und komplett kostenlos.
Mit eigenen Dokumenten arbeiten
Googles NotebookLM ist ein KI-gestützter Forschungs- und Schreibassistent, der ausschliesslich ausschliesslich mit selbst hochgeladenen Dokumenten arbeitet (PDFs, Notizen, Webseiten, Präsentationen). Sein Zitiersystem erlaubt es, Antworten direkt auf die entsprechenden Stellen im Originaldokument zurückzuverfolgen, was Halluzinationen stark reduziert. Ausserdem kann es aus hochgeladenen Quellen Audiodiskussionen, Berichte, Folien und Infografiken erzeugen. Das Tool ist kostenlos und auf Deutsch nutzbar