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Der Physik-Nobelpreis geht an drei Klimaforscher
Aus Tagesschau vom 05.10.2021.
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Nobelpreis für Physik Diese Forschung hilft, unser Klima besser zu verstehen

Für die Beschreibung komplexer Systeme wie unser Klima, erhielten drei Forscher aus Deutschland, Japan und Italien den Physik-Nobelpreis.

Verheerende Überschwemmungen, wilde Stürme, eine wütende Klimajugend – wir befinden uns mitten im Zeitalter der Klimaerwärmung.

Passenderweise wurden heute drei Forscher mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet, die wesentlich dazu beigetragen haben, dass wir das Klima unserer Erde besser verstehen.

Die Botschaft der Nobelpreis-Jury war dabei deutlich: «Die in diesem Jahr ausgezeichneten Entdeckungen zeigen, dass unser Wissen über das Klima auf einer soliden wissenschaftlichen Grundlage beruht».

Chaotisches Wetter, komplexes Klima

Der deutsche Klimaforscher Klaus Hasselmann erhält den Nobelpreis, weil er zeigen konnte, warum Klimamodelle zuverlässig sein können, obwohl das Wetter wechselhaft und chaotisch ist. Land, Wasser, Luft, der Mensch - alles hat einen Einfluss.  

Klaus Hasselmann

Klaus Hasselmann

Klimaforscher und Meteorologe

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Jahrgang 1931, gründete das Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg und leitete es 24 Jahre lang. Der Hamburger konnte mit seiner Forschung belegen, dass die Klimaerwärmung vor allem auf das menschliche Handeln zurückzuführen ist.

«Klaus Hasselmann war ein echter Pionier», sagt Ulrike Lohmann, Klimaforscherin an der ETH Zürich. Sie bezeichnet Hasselmann als eine der smartesten Personen, die sie je getroffen hat. «Er hatte sich überlegt: Wie kann ich ein Klimamodell so zerlegen, das ich messen kann, was natürlich und was menschengemacht ist?»

Wetter versus Klima

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Wetter ist das, was wir täglich erleben: Sonne, Wolken, Regen, Schnee, Wind, Wärme, Kälte und wie die Wetterelemente alle heissen. Sie finden zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort statt.

Das Wetter über einen längeren Zeitraum nennt man Klima; demnach das durchschnittliche Wetter über mehrere Jahrzehnte. Die Weltorganisation für Meteorologie spricht ab einer 30-jährigen Periode von Klima.

Den menschlichen Einfluss bewiesen

Der Meteorologe fand jene Signale im Computermodell, die natürliche Phänomene und menschliche Aktivitäten im Klima hinterlassen. Auf Basis dieser Signale konnte bewiesen werden, dass der Temperaturanstieg in der Atmosphäre auf den Menschen zurückzuführen ist.

Der deutsche Physiker Hasselmann teilt sich die eine Hälfte des Preises mit Syukuro Manabe.

Syukuro Manabe

Syukuro Manabe

Meteorologe und Klimatologe

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Jahrgang 1931, forscht an der Princeton Universität (New Jersey, USA) über atmosphärische und ozeanische Wissenschaften. Der Japaner begann in den frühen 1960er Jahren mit einer Langzeitforschung zur Erderwärmung. Als einer der ersten stellte er die Klimaerwärmung über Computersimulationen dar.

Vater der Klimamodellierung

Der amerikanisch-japanische Meteorologe gilt als Pionier bei der Verwendung von Computern zur Erstellung von komplexen Klima-Simulationen. «Er war der erste, der ein Klimamodell gebaut hat, sozusagen der Vater der Klimamodellierung», so Klimaforscherin Lohmann.

Legende: Syukuro Manabe zeigte mit seinem Klimamodell, welchen Einfluss eine CO2-Erhöhung auf die Temperatur der Erdoberfläche hat. Johan Jarnestad/The Royal Swedish Academy of Sciences

Keep it simple

Die Arbeit des Meteorologen Manabe ist kennzeichnend für den Umgang mit komplexen Systemen. Sein Motto: Keep it simple. «Mit der Komplexität der Natur können wir niemals mithalten», zitiert die Nobelpreis-Jury den Forscher.

Syukuro Manabes Simulierungen zeigten, dass ein erhöhter Kohlendioxid-Gehalt in der Atmosphäre zu einem Anstieg der Temperaturen an der Erdoberfläche führen. Mit dieser Arbeit legte er den Grundstein für heutige Klimamodelle.

Er entdeckte verborgene Muster

Die andere Hälfte des Preises ging an den italienischen Physiker Giorgio Parisi. Er deckte verborgene Muster in vermeintlich ungeordneten, komplexen Materialien auf, zum Beispiel in winzigen Magneten.

Giorgio Parisi

Giorgio Parisi

Physiker

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Jahrgang 1948, forscht an der Universität La Sapienza in Rom zu Quantentheorien. In seiner Laufbahn arbeitete er hauptsächlich im Bereich der theoretischen Physik, sein Hauptforschungsgebiet liegt im Bereich der Elementarteilchen.

Das ist unter anderem bedeutend für die Neurowissenschaften oder das maschinelle Lernen. Aber eben auch für Klima und Wetter.

Im traditionellen Telefonat mit der Jury nach der Preisverleihung, fand der 73-jährige Parisi deutliche Worte zur Klimaerwärmung: «Es ist klar, dass wir für künftige Generationen jetzt sehr schnell handeln müssen».

Vor 100 Jahren wurde Einstein zum Nobelpreisträger

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Legende: ZVG

Er gehört zu den populärsten deutschen Nobelpreisträgern: Albert Einstein. Vor genau 100 Jahren, 1921, wurde dem Physiker der Nobelpreis zugesprochen. Einstein konnte mit der Lichtquantenhypothese belegen, dass Licht aus Portionen von Energie besteht.

Die Nobelpreis-Jury ehrte ihn «für seine Verdienste um die theoretische Physik und besonders für seine Entdeckung des Gesetzes des photoelektrischen Effekts». Seine heute viel bekanntere Relativitätstheorie war damals noch nicht ausreichend belegt.

Tagesschau, 05.10.2021, 12:45 Uhr

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Manuel Pestalozzi  (M. Pestalozzi)
    Immer wieder erstaunt es mich, mit welcher Inbrunst zwischen "Natur" und "Mensch" unterschieden wird - im Sinne von: Natur ist gut und OK, Mensch ist schlecht und töricht. Dahinter stecken wohl die Idee und die Hoffnung, dass der Mensch trotz dieser Diagnose in einem globalen Strom koordinierter Vernunft, in einer einzigen, unteilbaren Menschheit aufgeht.
  • Kommentar von Markus Feierabend  (Quantenmechanik)
    Herr Menzi Sie irren sich gewaltig. Dr Gleichstand des CO2 wäre bereits ein Teilerfolg. Nach Ihrem Ansatz weiter zu machen bedeutet einen weiteren Anstieg des CO2. Und nach 30 Jahren sinkt der CO2 Gehalt.
  • Kommentar von Valentin Haller  (VH)
    Es ist eigentlich schon fast egal, wie gut die globale Erwärmung noch belegt wird. Jene, die sie für Humbug und/oder eine Weltverschwörung halten, werden sich auch weiterhin nicht durch egal wie solide wissenschaftliche Erkenntnisse aus ihrer Gegenrealität befreien.

    Ich hätte Mitgefühl, wenn diese Irrlichter zumindest endlich aufhörten, jene zu behindern, die sich für die Rettung unseres Planeten einsetzen.
    1. Antwort von Rudolf Räber  (Eins)
      Genau, die Erkenntnisse dieser Forscher liegen ja auch schon Jahrzehnte zurück und die materialistische Welt macht munter weiter.
      Kleine Hypothese, wer sich geistig entwickelt, die der ist sicher traurig ob diesen Entwicklungen, längerfristig muss es sie ihn aber wie die Erde selbst nicht kümmern.