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Warum Plastik nicht verrottet - Bioplastik hingegen schon
Aus Kultur Webvideos vom 06.01.2021.
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Wie ökologisch ist Bioplastik? Biologisch abbaubar – und trotzdem Müll

Biokunststoffe sind umweltfreundlich, weil man sie kompostieren kann? Von wegen: Laut Bundesamt für Umwelt gehört sie in den normalen Abfall. Die wichtigsten Fragen zu Bioplastik.

Was sind Biokunststoffe? Biokunststoffe bestehen aus nachwachsenden Rohstoffen, etwa aus Holzpflanzen, Mais oder Soja. Herkömmliches Plastik aus fossilen Rohstoffen lässt sich in der Natur nicht abbauen. Biokunststoffe hingegen haben eine andere Molekülstruktur. Mikroben können diese durch Enzyme aufbrechen und die Einzelteile fressen.

Sind alle Biokunststoffe biologisch abbaubar? Nein. Einige Biokunststoffe sind in der Natur biologisch abbaubar, andere zersetzen sich nur bei bestimmten Temperaturen, wie sie beispielsweise in Biogas- oder in Kompostieranlagen herrschen.

Die grosse Bandbreite von Produkten unter dem Begriff «Biokunststoff» sei ein Problem, heisst es beim Bundesamt für Umwelt. Denn nicht alle Produkte, auf denen «bioabbaubar» steht, sind auch wirklich unter allen Bedingungen abbaubar, sagt Sibylla Hardmeier, Fachexpertin beim Bundesamt für Umwelt: «In der Realität trifft das nur auf einen kleinen Teil zu.»

Meistens würden sich biologisch abbaubare Kunststoffe nur in speziellen Kompostier- und Vergärungsanlagen und bei bestimmten Temperaturen abbauen.

Audio
Die schöne Mär vom Bioplastik
05:12 min, aus Wissenschaftsmagazin vom 07.05.2011.
abspielen. Laufzeit 05:12 Minuten.

Wie verbreitet sind Biokunststoffe? Gemäss dem Bundesamt für Umwelt gelangen jedes Jahr 3000 Tonnen biologisch abbaubare Werkstoffe auf den Schweizer Markt. Verschiedene Detailhändler haben Einwegbesteck aus Plastik durch Besteck aus Biokunststoff ersetzt. Take-Away-Geschirr ist oft aus Biokunststoffen. Oft sind die Salatschalen aber noch mit herkömmlichen Kunststoffen beschichtet, oder haben einen Deckel aus Plastik.

Wo sind Biokunststoffe sinnvoll? Biokunststoffe ergeben überall dort Sinn, wo ein Kunststoff ersetzt werden könne, der unvermeidbar in die Umwelt gelangt, sagt Sibylla Hardmeier vom BAFU. Das können zum Beispiel nicht abbaubare Kunststoff-Schnüre sein, mit denen Blumen gebunden werden. Meist landen diese Schnüre ohnehin mit dem verblühten Strauss im Grüngut. Würde diese Schnur durch einen gut abbaubaren Biokunststoff ersetzt, wäre das gut für die Umwelt.

Das empfiehlt das BAFU

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Das Dossier Biokunststoff auf der Website des Bundesamtes für Umwelt.

Wie entsorge ich Biokunststoffe? Da sich gewisse biologisch abbaubare Biokunststoffe nur bei erhöhten Temperaturen abbauen liessen, sollten sie im normalen Kehricht entsorgt werden, sagt Sibylla Hardmeier. In der Natur oder im Hauskompost würden sich die Biokunststoffe unvollständig oder nur sehr langsam zersetzen, weil die Temperaturen dafür zu tief sind. Eine Ausnahme sind biologisch abbaubaren Grüngutsäcke, die mit einem Gitter bedruckt sind. Diese sogenannten Gitterdruck-Säcke dürfen problemlos mit dem Grünabfall entsorgt werden, da sie in Biogas- und Vergärungsanlagen abgebaut werden.

Die EU verbietet ab diesem Jahr Einweggeschirr aus Plastik. Was tut die Schweiz? Die Schweiz verbietet Einweggeschirr aus Plastik nicht. Gemäss Sibylla Hardmeier sollten aber auch in der Schweiz keine kurzlebigen Einwegprodukte mehr verkauft werden, wenn es ökologisch verträglichere Ersatzprodukte dafür gibt. «Wiederverwendbare Produkte sind aus ökologischer Sicht sinnvoller», so Hardmeier. Zudem setzt die Schweiz auf das Thema Abfallvermeidung: Das Konsumverhalten der Leute soll sich ändern, damit der Abfallverbrauch reduziert wird.

SRF 1, Einstein, 7.1.2021, 21:05 uhr.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Marcel Lehmann  (Mike123)
    Hat schon jemand ausser den Grünen Schweizer gesehen, die ihren Plastikmüll töglich direkt ins Meer kippen? Gut die Grünen hatten schon immer eine glühende Fantasie wenn es um Gebühren geht.
  • Kommentar von Manu Meier  (Manuel Meier)
    PS: Wir sind hier in der Schweiz, wir haben kaum ein Problem mit Plastikmüll. Kippen das ja nicht alles ins Meer/See. Für Biokunststoffe ist die Schweiz der falsche Markt.
    1. Antwort von Manu Meier  (Manuel Meier)
      Oha.. das haben wohl einige falsch verstanden. Das Problem am Kunststoff ist ja, wenn dieser in der Umwelt landet. Und das ist ja bei uns nicht die Norm. Also unser Plastik wird Grösstenteils entsorgt oder wiederverwendet. Bio Plastik konkurriert jedoch mit Nahrungsmitteln (z.b Mais) und braucht eine menge Boden, Wasser, Dünger und hat am Ende eine negativere Umweltbilanz. Solange das zeug nicht im Wald entsorgt wird, dann ändert sich die Bilanz natürlich.
  • Kommentar von Manu Meier  (Manuel Meier)
    Ökologisch und Energietechnisch ist ein Kunststoff der mehrmals verwendet wird besser, als ein einmal verwendeter Bio Kunststoff. Zudem wird die Ökobilanz kritisch, wenn Einweg Kunststoff/Biokunststoff in der Verbrennungsanlage verbrannt wird. Da die KVAs jedoch nicht von Bio und nicht Bio unterscheiden können, landet so oder so alles am gleichen Ort und somit ist der konventionelle Kunststoff wieder Ökologischer. Noch springt beim Bio nicht viel raus.