Kurz nach Sonnenuntergang macht sich die australische Ballista-Spinne auf, ihre Falle zu bauen. Von ihrem Netz aus seilt sie sich ab. Sobald ein geeigneter Ort gefunden wurde, fixiert sie ihren Faden und kehrt zurück ins Netz. Diesen Ablauf wiederholt sie 15 bis 60 Mal, bis ein fächerartiger Kegel entsteht. Zuletzt umhüllt die Spinne den Kegel mit einer klebrigen Seidenschicht.
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Bild 1 von 2. Katapult-Falle. Die gespannte Fangschlinge der Ballista‑Spinne lockt nur die asiatischen Weberameisen an. Bildquelle: Pranav Joshi/Ajay Narendra/dpa.
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Bild 2 von 2. Bauplan der Ballista-Spinne. Die Falle besteht aus zwei Teilen. Unten der gespannte Netzkegel, welcher das Opfer anlockt. Oben das Fangnetz, welches die Ameisen nach dem Katapultieren festhält. Bildquelle: Ajay Narendra.
Nach kurzer Zeit erscheint eine asiatische Weberameise. Diese Art ist sehr territorial und zeigt aggressives Verhalten gegenüber dem Kegel. Die Ameise beisst fest in den Kegel, und destabilisiert ihn – blitzschnell wird sie ins Netz hochgeschleudert.
Mit dieser ausgeklügelten Jagdtaktik entfernt die Spinne gezielt ein einzelnes Exemplar aus der Kolonie. Sie wartet, bis sich die Ameise komplett im Netz verfangen hat und wickelt sie in Seide ein.
Die Ballista-Spinne hat sich stark auf diese Ameisenart spezialisiert. Die Forschenden vermuten, dass die Spinne artspezifische Pheromone in den Kegel einarbeitet. Andere Ameisenarten ignorierten die Falle völlig.