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Rekordbefall Giftige Raupen dieses Jahr so häufig wie noch nie

Erstmals ist in der Ostschweiz ein ganzes Waldstück mit Eichenprozessionsspinnern befallen. Vor den Haaren der Raupe sollte man sich in Acht nehmen: Sie können allergische Reaktionen auslösen.

Warum verbreitet sich der Eichenprozessionsspinner dieses Jahr so stark? Mit ein Grund dürfte der trockene und warme Frühling sein. So hatten die frisch geschlüpften Raupen im April perfekte Bedingungen und viele junge Eichenblätter zum Fressen. Gerade in Schaffhausen war der Frühling mehrere Jahre hintereinander warm und trocken. Das könnte zu dem grossen Befall geführt haben. Zudem profitiert der Eichenprozessionsspinner als wärmeliebende Schmetterlingsart vermutlich vom Klimawandel. Mit den steigenden Temperaturen kommt er so immer häufiger und in grösserer Anzahl vor.

Raupen und Spinnweben auf einem Baumstamm mit grünen Blättern.
Legende: Am Tag bleiben die Raupen gemeinsam im Nest. Erst nachts wandern sie hoch zur Baumkrone zum Fressen. Dabei bilden sie mehrere Reihen nebeneinander, jeweils ein Tier hinter dem anderen. Imago Images/agrarmotive

Warum ist die Raupe gefährlich? Die Haare der Raupen enthalten ein Nesselgift. Kommen Menschen – aber auch Tiere – mit den Haaren in Kontakt, können sie in die Haut eindringen, abbrechen und das Gift freisetzen. Das kann Ausschläge und allergische Reaktionen auslösen. Typisch sind Rötungen, Juckreiz und Blasen, aber auch Reizungen der Schleimhäute von Mund, Nase und Augen. Weitere mögliche Symptome sind Fieber, Schwindel und Müdigkeit. Und in seltenen Fällen ein allergischer Schock.

Nahaufnahme der Haut mit Rötungen.
Legende: Bei Kontakt können die Nesselhaare bei Menschen und Tieren allergische Reaktionen wie Hautreizungen auslösen. Die Symptome können bis zu zwei Wochen anhalten. Imago Images/Steffen Schellhorn

Worauf soll ich im Wald achten? Wie der Name sagt, leben die Raupen hauptsächlich auf Eichen. Solche sollte man sorgfältig nach Nestern absuchen. Sie befinden sich meist am Stamm oder an dickeren Ästen und können bis zu einem Meter lang werden. Befallene Eichen sollten man dem lokalen Forstdienst oder den kantonalen Waldschutzbeauftragten melden und weiträumig meiden. Denn auch der Wind kann die feinen Haare verbreiten. Weil die Haare zudem mehrere Jahre giftig bleiben, geht auch von alten Nestern eine Gefahr aus.

Nahaufnahme einer haarigen Raupe auf einer Baumrinde.
Legende: Etwa ab Ende Mai bilden Eichenprozessionsspinner giftige Nesselhaare. Bei erwachsenen Raupen sind es mehr als 600’000 davon. Getty Images/Sandra Standbridge

Was kann ich bei Symptomen tun? Bei allergischen Reaktionen empfehlen Fachleute eine Hausärztin oder einen Allergologen aufzusuchen. Tiere mit Symptomen sollten zum Tierarzt gebracht werden. Bei einem Ausschlag sollte man die betroffenen Stellen mit Wasser abwaschen. Reiben und Kratzen ist zu vermeiden, sonst können die Haare noch tiefer in die Haut eindringen.

Werden Massnahmen gegen die Raupen ergriffen? Im Wald werden befallene Bäume in der Regel abgesperrt. Nur an Waldrändern, wo gemäht wird, werden die Raupennester abgesaugt oder abgekratzt. Im Siedlungsgebiet hingegen werden Nester in der Regel immer entfernt. Da man eine Schutzausrüstung benötigt sollten die Arbeiten von spezialisierten Firmen, dem Forstdienst oder der Feuerwehr ausgeführt werden.

Nahaufnahme eines männlichen Eichenprozessionsspinners auf einem grünen Blatt.
Legende: Der Eichenprozessionsspinner ist ein einheimischer Schmetterling. Gefährliche Nesselhaare haben die Falter nach der Verpuppung keine mehr. Männchen wie dieses hier können bis zu 100 Kilometer weit fliegen, um sich auszubreiten. IMAGO/blickwinkel

Radio SRF 4 News, 11.6.2026, 16:25 Uhr

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