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Technik «2017 kommt der Durchbruch für das Brennstoffzellen-Auto»

Für die einen ist das Brennstoffzellen-Auto eine unendliche Geschichte – mit wenig Aussicht auf einen durchschlagenden Erfolg. Philipp Dietrich, 15 Jahre Forscher an Brennstoffzellen, sagt gegenüber «Einstein» jedoch klar: «2017 ist der Markt reif für dieses ökologische Auto!»

Ein Brennstoffzellen-Auto
Legende: Brennstoffzellen-Auto: Mit der Technologie aus dem PSI in eine erfolgreiche Zukunft? SRF

Seit Jahrzehnten wird intensiv an umweltfreundlicheren Alternativen zum Benzinmotor geforscht. In den Alltag auf die Strasse haben es Elektro-, Hybrid- oder Erdgas-Antrieb – mehr oder weniger zaghaft – geschafft. Seit langem setzen Ingenieure auch Hoffnung in das Brennstoffzellen-Auto. Einen ersten Prototyp gab es schon 1959.

Legende: Video So funktioniert die Brennstoffzelle. abspielen. Laufzeit 00:29 Minuten.
Aus Einstein vom 21.11.2013.

Das Rezept scheint simpel: Wasserstoff plus Sauerstoff wird in Brennstoffzellen in elektrische Energie und Wasser umgewandelt. Ein ökologischer und effizienter Antrieb ohne Abgase.

Philipp Dietrich hat 15 Jahre lang am Paul Scherrer Institut (PSI) und an der ETH Zürich mit Brennstoffzellen und der Nutzung dieser Technologie in Fahrzeugen geforscht. Er schätzt: «2017 geht es los auf dem europäischen Automarkt. Bis dann werden mehrere grosse Automarken ihre Brennstoffzellen-Modelle für den Alltagsverkehr anbieten.» Dietrich und seine Teams haben die Technologie immer weiter verbessert und in verschiedene Automodelle eingebaut. Für ihn ist klar: «Die Technik funktioniert. Das Problem sind im Moment noch die Kosten.»

1998: Die Zusammenarbeit mit VW

Philipp Dietrich steigt 1998 am PSI als Forschungsingenieur ein. Vier Jahre lang arbeiten er und sein Team zusammen mit Volkswagen an einem Projekt für einen mit Brennstoffzellen betriebenen VW Bora.

Der Härtetest findet 2002 in winterlicher Kälte auf der Passstrasse auf den Simplon hinauf statt. Im vierten Anlauf schafft es der Brennstoffzellen-Bora. Dietrichs Prognose damals: Noch 15 Jahre, dann seien die Fahrzeuge strassentauglich. Das Timing könnte aufgehen.

2002: Mit dem Reifenhersteller Michelin auf neuen Wegen

Die PSI-Ingenieure bleiben dran, 2002 wechselt der Industriepartner. Der Reifenhersteller Michelin steigt ein. Das Produkt: ein Auto mit Elektroantrieb. Die Brennstoffzellen speisen Elektromotoren in den Rädern. Das Leichtauto HY-LIGHT sorgt 2004 bei der Präsentation in Shanghai weltweit für Schlagzeilen: die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h liegt bei 12 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit bei 135 km/h, und die Reichweite, bevor man wieder tanken muss, beträgt 400 Kilometer. Das Fahrzeug war jedoch nur als Prototyp und Technologieträger konzipiert und nie für den Serien-Einsatz auf der Strasse gedacht.

2008: Neuer Schub dank Nicolas Hayek

Die Erfolge der Ingenieure vom Paul Scherrer Institut riefen Swatch-Gründer Nicolas Hayek auf den Plan. Sein Ziel: ein kostengünstiger und leistungsstarker Kleinwagen mit Brennstoffzellen-Antrieb. In der neu gegründeten Firma Belenos Clean Power AG machte sich auch weitere Prominenz für den Brennstoffzellen-Antrieb der PSI-Forscher und eine nachhaltige Mobilität stark. Im Verwaltungsrat sassen Josef Ackermann, damals Chef der Deutschen Bank, Astronaut Claude Nicollier und Schauspieler George Clooney.

2011 erhielten die Initianten für ihr Projekt den Watt d’Or, die Auszeichnung des Bundesamtes für Energie, in der Kategorie «Energieeffiziente Mobilität». Das Brennstoffzellen-Auto allerdings war noch einiges zu teuer. Heute erprobt die Postauto AG im aargauischen Brugg fünf Brennstoffzellen-Busse im täglichen Betrieb.

Grosse Automarken starten Serienproduktion

Doch auch die Personenwagen könnten bald in Fahrt kommen. Verschiedene Autohersteller starten mit der Serienproduktion: Hyundai, Toyota, Nissan, Honda, Mercedes-Benz, GM. Die in der ersten Phase noch hohen Fertigungskosten sind einen Investition in die Zukunft und sollen sich bei serieller Produktion auszahlen.

Auch ein zweites Problem sollte lösbar sein. Bisher gibt es praktisch keine Möglichkeit Wasserstoff zu tanken. Philipp Dietrich: «Man kann einiges aus der Einführung von Erdgas-Fahrzeugen lernen. In der Schweiz genügt es, mit 10 bis 15 Wasserstoff-Zapfsäulen zu starten. Das sollte machbar sein.» In Deutschland wird der Bau der Infrastruktur schon voran getrieben. Bereits im Jahr 2016 sollen einhundert Tankstellen für den Bezug von Wasserstoff eingerichtet sein. Dietrich: «So sind wir 2017 reif für den Markt, sicher in Deutschland, Japan und den USA, hoffentlich auch in der Schweiz!» Reif für Fahrzeuge, aus deren Auspuff nur Wasser entweichen wird.

Legende: Video 2013: Das erste Serien-Brennstoffzellenauto abspielen. Laufzeit 09:42 Minuten.
Aus Einstein vom 21.11.2013.

3 Kommentare

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  • Kommentar von marcus werner, eschwege
    wenn man einen h2o-ecar-hybrid-mit-photovoltaik-haube&dach fährt braucht man keine tankstelle mehr.........das auto steht viel am tag........und zuhause oder an der arbeit kann es über eine photovoltaikgarage (oder ladesäulen) geladen werden bzw mit einer wasserstoffzelle versorgt werden.....und während der fahrt kann man ja auch wasserstoff produzieren.......einfach größeren generator einbauen und dazu ne drycell......geht nicht gibts nicht........liebe autoindustriepartner......
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  • Kommentar von Xaver Linder, Oberstdorf
    Das tägliche Für & Wider bezüglich dieser innovatien Technologie ist nervend. Fakt ist, dass HYUNDAI den Schritt konsequent verfolgt und erste Fahrzeuge an spezielle Kunden verleast. Die bisherigen Ergebnisse sind jedoch erfolgversprechend. Projekte dieser Art von anderen OEM`s wurden mit viel Rummel gestartet. Jedoch bislang ohne Aussicht auf nachhaltigen Erfolg. Zentrale Punkte bedürfen noch einer weiteren Optimierung.
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    1. Antwort von J. Bucher, Luzern
      Unfassbar, ich will das der Bund Druck macht! Am besten staatliche Tankstellen, selbstfinanzierende Tankstellen mit mit Solarzellen oben drauf, die Grosskonzerne wie Exxonmobile haben schon lange genug abgegriffen! Vermisst hab ich im Beitrag 7er BMW, A-Klasse (zeigt wie klein die Technik schon vor jahren war) und die spannende Frage, wieso fahren wir nicht schon lange damit? Produktion im Lande wären Arbeitsplätze und das Geld bleibt im Land, wer verhindert den Fortschritt?
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