Broschen und Schädel aus dem Drucker

Was für viele wie Sciencefiction klingt, ist bereits Realität: ein 3D-Drucker, mit dem sich Comic-Figuren, Plastikbecher, Ersatzteile und sogar Schmuck ausdrucken lassen – auch für private Zwecke. Der erste 3D-Copyshop weltweit im Zürcher Kreis 4 erfüllt selbst ausgefallene Kundenwünsche.

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Erster 3D-Druckershop in Zürich

6:12 min, aus Schweiz aktuell vom 20.3.2014

Sie sind jung, und sie sind Pioniere: Christiane Fimpel und ihr Partner Philipp Binkert. In einem Keller eröffneten sie vor anderthalb Jahren den ersten 3D-Copyshop weltweit. Heute belegen sie ein ehemaliges Feuerwehr-Depot, haben vier Angestellte und machen über eine Million Franken Umsatz pro Jahr, mit steigender Tendenz.

Das Geschäft läuft; die Kundenwünsche kennen keine Grenzen. Von einer exakten Kopie einer frühmittelalterlichen Brosche für das Thurgauer Amt für Archäologie bis hin zum zertrümmerten Schädel eines Mordopfers für die Zürcher Rechtsmedizin mussten die Jungunternehmer schon vieles ausdrucken. Gar sein eigenes Gemächt wollte ein Mann einscannen und ausdrucken lassen – lebensgross, als Geschenk für seine Freundin. Für Philipp Binkert definitiv der bizarrste Wunsch.

Technologie mit vielen Möglichkeiten

Ausdrucken lässt sich inzwischen fast alles. Leichte Triebwerke für Flugzeuge oder ganze Armaturenbretter für Autos gehören in der Industrie schon beinahe zum Standard. In den USA gelang es, eine funktionstüchtige Pistole auszudrucken. Und in Italien soll im nächsten Sommer sogar ein ganzes Haus aus dem Drucker kommen. Auch Schlüssel sind ziemlich einfach zu kopieren.

Dank der neuen Technologie lässt sich inzwischen viel einfacher als früher an neuen Produkten tüfteln. Die Entwürfe können schnell und billig ausgedruckt werden. 3D-Drucker sind deshalb auch beliebte Arbeitsinstrumente für Produktedesigner. Christiane Fimpel ist stolz darauf, Teil dieser neuen industriellen Revolution zu sein.