Zum Inhalt springen
Inhalt

Technik Die Drohne des kleinen Mannes

Der Verkauf so genannter Drohnen boomt. Viele der ferngesteuerten Fluggeräte sind mit einer Videokamera versehen oder können mit einer ausgerüstet werden. Muss nun jeder damit rechnen, aus der Luft gefilmt zu werden?

Legende: Video Der Spion, der vom Nachbar kam abspielen. Laufzeit 04:08 Minuten.
Aus 10vor10 vom 07.01.2013.

Drohnen, auch Multikopter genannt, sind ferngesteuerte Fluggeräte mit vier oder mehr Rotoren. Sie sind so beliebt wie nie. Um 300 Prozent haben die Verkäufe gegenüber dem Vorjahr zugenommen, so Riccardo Bonetti, Marketingleiter eines grossen Elektrofachhändlers. «Wir haben im Bereich der Multikopter einen absoluten Megatrend festgestellt», sagt er gegenüber der Sendung «10vor10».

Mit wenig Kenntnis aus der Luft filmen

Bisher waren Aufnahmen aus der Luft nur mit teuren Spezial-Drohnen möglich. So setzte etwa das Schweizer Fernsehen eine Profidrohne beim Lauberhornrennen im Januar 2012 ein. Heute kann jede und jeder mit wenig Technikkenntnis und erst noch relativ günstig aus der Luft filmen. Für die Sendung «10vor10» demonstriert Flugtechnikexperte Zoran Jevtic drei handelsübliche Drohnen. Die Spannweite reicht dabei vom Billigmodell bis zur Profivariante. Ein Einsteigermodell, das mit Smartphone oder Tablet steuerbar ist, gibt es bereits für 380 Franken. Ein teureres Modell mit Action-Kamera kostet 1'000 Franken. Das Profimodell für 8'000 Franken lässt die Kamera um 360 Grad drehen und liefert hochauflösende Bilder in HD.

Jeder im Visier?

Da die neuen Drohnenmodelle einfach steuerbar und mittlerweile auch günstig zu haben sind, könnte nun jede und jeder ins Visier der luftigen Kameras kommen. Beispiele von Filmen, die Drohnenpiloten in fremden Gärten aufgenommen und auf der Videoplattform  «Youtube» veröffentlicht haben, gibt es zur Genüge. Das heisse jedoch nicht, dass man sich das gefallen lassen müsse, sagt Bruno Baeriswyl, Präsident der Vereinigung schweizerischer Datenschützer.

Aufnahmen aus der Luft seien zwar grundsätzlich erlaubt, Personen dürften aber nicht identifizierbar sein. Der Schutz der Privatsphäre gelte auch bei Aufnahmen von oben. In der Praxis ist das schwierig umzusetzen, da eine Beschwerde beim Datenschützer erst dann eingereicht werden kann, wenn ein Verstoss bemerkt wird. «Es ist beunruhigend, dass nun jeder einzelne ein Gerät in die Hände bekommt, um andere zu überwachen», sagt Baeriswyl.

Keine Bewilligung nötig

Die rechtliche Situation in der Schweiz macht den Boom der Drohnen erst möglich. Denn ein Drohnenpilot braucht keine Bewilligung, solange er auf Sicht fliegt und sein Fluggerät nicht mehr als 30 Kilogramm wiegt. Für den Betrieb komplexerer Fluggeräte, die ohne Sichtkontakt geflogen werden, muss eine Bewilligung beim Bundesamt für Zivilluftfahrt eingeholt werden.

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von David Grünenfelder, Wangs
    ist zu weit weg, betrifft mich nicht ist das Denken vieler. Für mich sind es angstmache Bilder, denn die Rückseite des Nordpols wächst. Eigenverantwortung übernehmen für meinen Konsum, so werden wir Bewusst. Bewusst werden wir nicht mit unserer durch die Schule, Wissenschaft und den Glauben injizierte "Wahrheit" sondern durch das eigene erlernen von, mit der Natur leben. Das zeigt uns die Vergangenheit! Von der Erde für die Erde, darin liegt wahrscheinlich das "Problem", geben wir uns Mühe.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Sascha Lüthy, Denia
    Guten Tag, nur ganz kurz lasst die Leute ihren Spaß haben und schlagt euch rasch schon wieder ein Gesetzt oder Bewilligung herbei zu rufen. Es ist vielleicht jetzt gerade INN aber wie bei vielem vergeht auch da das INTERESSE. Vielen Dank und viel Spaß. Grüße, Sascha
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Roger Fischer, Rhäzüns
    schon komisch....alle jammern über Datenschutz, auf Facebook dagegen geben sie alles von sich preis. Ob das den Kindern wohl recht ist, wenn man sie in allen Lebenslagen fotografiert und veröffentlicht?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen