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Technik Suche nach Ausserirdischen: «Das Abenteuer unserer Zivilisation»

Mit der wachsenden Zahl an bekannten Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems steigt die Chance, intelligentes Leben im All zu finden. Der Astronom Geoffrey Marcy fand eine Vielzahl dieser Exoplaneten. Heute widmet er sich der Suche nach ausserirdischem Leben. Ein Interview.

Teleskope in Südafrika
Legende: Radioteleskope lauschen nach unnatürlichen, fremden Signalen: Die Suche nach intelligentem Leben bekommt mit einer Finanzspritze des russischen Milliardärs Juri Milner neuen Schwung. Reuters

SRF: Glauben Sie, dass es intelligentes Leben gibt da draussen im All?

Geoff Marcy: Irgendwo im Universum muss es noch intelligentes Leben geben. Es gibt einfach zu viele Sterne und Planeten. Die Frage ist nur, wie weit das nächste fortgeschrittene, intelligente, technologische Leben von uns entfernt ist. Eine Million Lichtjahre, zehn, hundert, tausend? Wir wissen es nicht. Das ist die grosse Aufgabe für die Menschheit: unsere nächsten Nachbarn zu entdecken, mit denen wir kommunizieren können.

Wo könnten wir sie finden?

In unserem Sonnensystem existiert vielleicht noch einfaches Leben – etwa auf dem Mars oder den Saturnmonden Titan und Enceladus. Wenn wir aber Interesse an komplexeren Lebewesen wie Pflanzen, Tieren oder anderen intelligenten Lebensformen haben, müssen wir zu den Sternen hoch schauen. Dort liegt das Abenteuer unserer Zivilisation für das kommende Jahrhundert.

Wie geht man bei der Suche nach Ausserirdischen vor?

Wir werden riesige Radioteleskope auf die nächsten 1000 Sterne richten und versuchen, fremde Radiowellen aufzufangen. Wir richten auch unsere optischen Teleskope oder Infrarot-Teleskope in Richtung dieser Sterne, denn vielleicht kommunizieren die Zivilisationen mit ihren Raumschiffen und Kolonien über Laserstrahlen. Auch wir benutzen Laser, um mit unseren Raumschiffen im All in Verbindung zu bleiben.

Ist die vorhandene Technologie ausreichend?

Nicht ganz. Wir müssen unsere Teleskope mit zusätzlichen Instrumenten ausrüsten, um unnatürliche Signale aufzuspüren, die von ausserirdischen Geräten ausgehen könnten. Wir müssen also spezialisierte Instrumente designen, die nur nach intelligentem Leben suchen.

Was sind die Bedingungen für eine erfolgreiche Suche?

Einfallsreichtum, Beharrlichkeit und Geld.

Sollten wir versuchen, mit anderem intelligentem Leben Kontakt aufzunehmen?

Man könnte natürlich in den Dschungel rufen – doch solange wir nicht wissen, welche anderen Tiere im dunklen, kosmischen Dschungel leben, sollten wir sehr vorsichtig sein. Das andere Problem ist, dass wir nicht wissen, was wir überhaupt losschicken wollen: Wir möchten eine Nachricht versenden, die uns – die ganze Menschheit – als Homo Sapiens repräsentiert und gleichzeitig unsere Vielfalt, unsere Probleme, unsere Künste, unsere Wissenschaften und die Unterschiedlichkeit unserer Meinungen und Ansichten respektiert. Solange wir uns nicht einig sind, sollten wir keine Nachricht ins All senden.

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100 Millionen US-Dollar für die Suche nach intelligentem Leben im All

Zur Person

Zur Person

Geoff Marcy ist ein US-amerikanischer Astronom und Astrophysiker. Er gilt als Entdecker von 70 der ersten 100 bekannten Exoplaneten. Seit dem Jahr 2012 hält Marcy eine Professur an der Universität Berkeley in Kalifornien, die sich mit der Suche nach ausserirdischer Intelligenz beschäftigt.

Mehr zum Thema hören Sie in «Echo der Zeit» auf SRF 4 News.

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