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Legende: Prof. Christoph Kaiser, Dr. Anja Fäh und Dr. Erik Holy. SRF
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Angina Pectoris «Helfen mir Medikamente bei Angina pectoris?»

Christoph Kaiser, Anja Fäh und Erik Holy haben Ihre Fragen im «Puls»-Chat beantwortet.

Fachpersonen im «Puls»-Chat

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Prof. Christoph Kaiser

Kardiologe

Leiter Interventionelle Kardiologie

Universitätsspital Basel

Dr. Anja Fäh

Fachärztin Kardiologie FMH

HerzGefässZentrum

Hirslanden Klinik im Park (Zürich)

Dr. Erik Holy

Oberarzt

Klinik für Kardiologie

Universitäres Herzzentrum

Universitätsspital Zürich

Chatprotokoll

Kann ich bedenkenlos eine Flugreise antreten mit Angina Pectoris?

Christoph Kaiser: Nicht unbedingt, das kommt ganz auf den Zustand Ihres Herzens an, beraten Sie sich vor der Reise mit Ihrem Hausarzt oder Herzspezialisten.

Was sind denn die Medikamente, die man statt der Stents verwenden soll? Ich vermute, gemeint sind die Betablocker, welche die Leistungsfähigkeit tüchtig einschränken. Ich bin mit meinen Stents sehr zufrieden, was ich mit Betablockern nie war.

Christoph Kaiser: Betablocker sind sicherlich mit am wichtigsten. Aber eben, sie haben gewisse unangenehme Nebenwirkungen. Diese muss man in Kauf nehmen, wenn man auf eine Stentbehandlung verzichtet.

Habe im Februar 2017 einen Stent erhalten.Hätte dies auch medikamtentös behoben werden können ? Könnte Ihnen Röntgenbild senden weiss aber nicht wohin ? Gruss CE

Anja Fäh-Gunz: Ob ihre Beschwerden mit Medikamenten auch hätten behandelt werden können, kann so nicht beantwortet werden. Auch nicht mit einem Röntgenbild. Falls ihre Beschwerden mit der Stentbehandlung verschwunden sind, war die Behandlung aber offensichtlich erfolgreich.

Ich hatte diesen Juni einen Herzinfarkt wo mir ein Stand eigesetzt wurde. Alles ist wieder gut und ich hatte nach den Untersuchungen keine Beschwerden mehr. Seit 2 Tagen aber verspüre ich regelmässig wieder den gleichen Schmerz in der Brust und Abstrahlung in beide Arme wie damals beim Herzinfarkt. Der Schmerz dauert ca 2 Minuten und verschwindet dann wieder. Er kommt dann je nachdem nach 15 - 30 Minuten wieder. Könnte dies Angina Pectoris sein oder habe ich ev. wieder einen Herzinfarkt gehabt

Anja Fäh-Gunz: Diese Beschwerden könnten durchaus eine Angina pectoris sein. Ich empfehle Ihnen sich bei Ihrem Hausarzt oder Herzspezialisten zu melden.

+++Ich finde es nicht sehr gross von Ihnen, dass sie Medikamente sehr empfehlen. Und nicht eine Individuelle Diagnose erstellen.... Und auch die Schadstoff Belastungen berücksichtigt werden, Darm Gesundheit, Dunkelfeldmikroskopie+++

Ich habe seit 2004 2 Stent. Haben diese eine beschränkte Lebensdauer?

Erik Holy: Nach einigen Monaten heilen Stents in der Gefässwand ein und werden durch körpereigenes Gewebe überzogen. Eine Lebensdauer als solches ist nicht festgelegt. Jedoch kann es mit der Zeit im Bereich des implantierten Stents zu einer erneuten Entzündung der Gefässwand und Einengung des Gefässes kommen. Daher sind regelmässige Kontrollen beim Hausarzt oder Herzspezialisten auch nach einer Stentimplantation zu empfehlen.

Unsere Mutter war sehr herzkrank (Angina pectoris). Sie verstarb 1980 im Alter von 72 J. Auch 3 ihrer Schwestern starben an Herzproblemen. Ich selbst bin jetzt 77 Jahre. Sollte regelmässig kontrolliert werden, ob ebenfalls Herzprobleme bestehen ? Bis jetzt habe ich häufige Rhythmusstörungen und nehme SOTALOL MEPHA.

Christoph Kaiser: Obwohl die Wahrscheinlichkeit, dass Sie an einer koronaren Herzerkrankung leiden aufgrund Ihrer Familiengeschichte etwas erhöht ist, sollte dies nur bei typischen Brustschmerzen unter Belastung weiter abgeklärt werden.

Ich habe seit einigen Tagen Rhytmusstörungen. Hat das auch mit Verengungen der Arterien zutun?

Erik Holy: Eine Verengung der Herzkranzgefässe kann durchaus zu einer Durchblutungsstörung des Herzmuskels und somit zu Rhythmusstörungen führen. Allerdings gibt es auch Rhythmusstörungen die unabhängig von einer Durchblutungsstörung auftreten. Wichtig ist es die Rhythmusstörungen beim Hausarzt oder Herzspezialisten zum Beispiel mittels Ruhe-, Langzeit oder Belastungs-EKG abklären zu lassen.

Ich habe im März einen Stand im Triemlispital bekommen nach einem druck in der Brust. Ich wurde wärend der Untersuchung gefragt ob ich einen Ständ haben wolle, ich habe an einem Seitenarm eine kleine Verengung die er sonst nichts machen würden aber da sie nichts anderes finden da einen Stand reinmachen können. Ich fragte ob das ein Nachteil sein kann, mir wurde geantwortet nein das sei auf jeden Fall ein Vorteil, da sagte ich ja machen sie ihn rein. Kann das ein Problem werden für mich?

Christoph Kaiser: Nein, da der Stent ja offensichtlich erfolgreich eingesetzt wurde, ensteht Ihnen dadurch keinerlei Nachteil.

1995 hat man bei mir Angina Pectoris diagnostiziert und eine Verengung eines Herzkranzgefässes festgestellt (Keinen Stent eingesetzt). Seither schlucke ich täglich Blutverdünner (Clopidrax) und Statin (Lescol). Seither geht es mir gut (jetzt 75 Jahre alt). Ist es nicht schädlich, so lange diese Medikamente einzunehmen?

Christoph Kaiser: Beide Medikamente dienen dazu, die Veränderungen im Bereich Ihrer Herzkranzgefässe zu stabilisieren respektive ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern, offensichtlich mit Erfolg !

Ich hatte am 13 März 2016 einen Herzinfarkt musste mit Blaulicht sofort ins Unispital habe 6 Stent bekommen dann 4 Wochen Reha habe auch Zucker habe heute noch immer wieder schmerzen habe Aspirin Cardio Crestor und Januvia und Coversum was können diese schmerzen sein?

Anja Fäh-Gunz: Es gibt viele mögliche Ursachen für ihre Schmerzen, zum Beispiel auch muskuläre Probleme. Sie sollten bei Ihrem Hausarzt/Herzspezialisten einen Belastungstest durchführen lassen, um eine Durchblutungsstörung am Herzen als Ursache für die Beschwerden auszuschliessen.

Medikamente verschreiben und die Stents einsetzen, dass ist doch reine Symptombekäpfung....... Da bieten Alternative Mediziner einiges Mehr..! Ich verstehe nicht wieso in der Schulmedizin, die Ursachen MEIST nicht gefunden/gesucht werden...... Die Darmgesundheit wird meist gar nicht beachtet, obwohl es genug Wissenschaftliche beweise dafür gibt, dass die Darmgesundheit sehr wichtig ist (Bakterien)... Säure-Basen Haushalt wird meist auch nicht beachtet... Gedanken Bewusstheit..

Christoph Kaiser: Die Medikamente und Stents bekämpfen sicherlich primär die Symptome und nicht die Ursache der Beschwerden. Zu dem Gesammtpaket gehört aber immer die Diagnose und Behandlung der Risikofaktoren dazu, welche eben darauf zielt, das Uebel an der Wurzel zu packen, d.h. die Grunderkrankung zu behandeln.

Wissen sie dass sie mit ihren Medikamenten Leute umbringen!

Christoph Kaiser: DIE HERZERKANKUNG BRINGT DIE LEUTE UM, NICHT DIE MEDIKAMENTE !

Mein Vater hatte im Alter von ca 85 Jahren Angina Pectoris. Ich mag mich erinnern, dass er dann unter Atemnot gelitten hat. Ich werde im März 18, 70 Jahre alt. Meine Frage lautet nun: Was kann bei mir vorbeugend jetzt unternommen werden um von dieser Krankheit einigermassen verschont zu werden.

Anja Fäh-Gunz: Wenn Ihr Vater erst im Alter von 85 Jahren Angina pectoris hatte, kann man bei Ihnen nicht von einem erhöhten Risiko für eine Erkrankung der Herzgefässe ausgehen. Wichtig ist aber generell, dass Sie keine unbehandelten Risikofaktoren für Herzgefässerkrankungen haben wie zum Beispiel Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes oder sehr hohes Cholesterin.

Guten Abend. Mein Mann ist 77 Jahre alt und hat vor 2 Jahren nach Angina pectoris 2 Stents bekommen. Nach einem Unwohlsein und Erbrechen (ohne Schmerzen in der Brust) gingen wir nach 4 Tagen zum Hausarzt und der schickte meinen Mann dann zur Abklärung ins Spital. Dort wurde eine Angina pectoris festgestellt. Also eine stabile wie ich dies jetzt verstanden habe. Meine Frage: sind denn auch die verschiedenen Medis Blutverdünner, Chol.senker, Bluthochdruck, Xarelto etc. überflüssig. Danke für Ihre

Erik Holy: Die genannten Medikamente führen zu einer Stabilisierung jener Veränderungen an den Gefässwänden die ansonsten unter Umständen zu einer erneute Angina pectoris führen könnten. Medikamente wie das genannte Xarelto zum Beispiel wirken zudem einer Bildung von Gerinnseln entgegen die zum Beispiel zu Thrombosen in den Lungengefässen oder Hirnarterien führen. Wichtig ist es die Indikation der Medikamente regelmässig mit den behandelnden Ärzten zu besprechen.

Ist der Wirkstoff derselbe - ob ich Xarelto einnehme oder Fragmin spritze?

Christoph Kaiser: Fragmin jnd Xarelto siund zwei unterschiedliche Wirkstoffe, welche eine Grinnselbildung verhindern sollen. Je nach Indikation wird das eine oder andere Medikament eingesetzt.

Ich habe einen Gendefekt - Hypercholesterinämie - habe bereits 6 Stents und erhalte jetzt Rephata.Mein letzter Stent am 28.10.17 erhalten, Schmerzen praktisch immer in Ruhe gehabt. Nach Einsatz der Stents ging es mir sofort besser. Treibe Sport und fühle mich gut. Waren die Stents nun überflüssig?

Anja Fäh-Gunz: Ihre Beschwerden wurden mit den Stents sehr erfolgreich behandelt, somit waren sie sicher nicht überflüssig. Bei Ruheschmerzen kann man auch nicht von einer stabilen Angina pectoris reden.

Bei einem PET CT wurde eine Arteriosklorose am Aortenbogen festgestellt. Kann das früher oder später zu einer Angina pektoris führen? Bin 70.

Anja Fäh-Gunz: Für die Entwicklung einer Arteriosklerose am Aortenbogen sind die gleichen Risikofaktoren verantwortlich wie für eine Arteriosklerose der Herzkranzgefässe, welche zu Angina pectoris führen kann. Wichtig ist eine Kontrolle der Risikofaktoren wie zum Beispiel Bluthochdruck, Diabetes, zu hohes Cholesterin und das Sie nicht rauchen.

Guten Abend, ich bin 70 und jogge seit Jahren jeden zweiten Tag ca. 5 - 10 km. Zu Beginn der Aktivität spüre ich im Brustbereich einen Schmerz, welcher aber immer nach ca. 10 Minuten verschwindet. Was kann die Ursache sein? Ich bemühe mich langsam anzugehen und nicht zu stark zu forcieren. Ein kurzer Unterbruch des Lauf in den ersten 10 Minuten lässt den Schmerz sofort abklingen. Eine Herz-Katheter-Untersuchung hat keinen negativen Befund ergeben. Vielen Dank für die Antwort.

Christoph Kaiser: Wenn die kardiologischen Untersuchungen und die Herzkatheteruntersuchung normal waren, kann eine Verengung der Herzkranzgefässe als Ursache der Beschwerden ausgeschlossen werden. Die Ursache der Beschwerden liegt dann meist im Bereich des Bewegungsapparates und ist harmlos.

Mein Hausarzt hat mir Isoket® Spray als Sofortmassnahme bei akutem Herzstechen empfohlen. Nützt das was?

Erik Holy: Die Einnahme von Isoket führt zu einer raschen Erweiterung der Gefässe und somit Steigerung der Durchblutung. Durch diesen Effekt lässt sich ein Abklingen der Angina pectoris erzielen. Entsprechende Nebenwirkungen, wie zum Beispiel eine starke Blutdrucksenkung, sind zu beachten. Sollten die Beschwerden trotz Isoket Anwendung anhalten empfehle ich Ihnen die Beschwerden weiter abklären zu lassen

Guten Abend Ich habe seit länger Zeit gelegentlich ein Klemmen oder ein Druck auf der linken Brust.Ich bin 69 Jahre alt meine Frage muss ich das abklären lassen

Erik Holy: Die Beschwerden können durchaus erste Anzeichen einer sogenannten koronaren Herzerkrankung sein und sollten insbesondere wenn sie immer häufiger und bereits bei leichten Belastungen auftreten weiter abgeklärt werden.

Selber männlich 66 Jahre hatte vor ca. 3 Wochen an verschiedenen Tagen je 1 X Atemnnot beim bergauf laufen. Das EKG und die Herzuntersuchungen beim Hausarzt waren gut. Beim Belastungstest beim Kardeologen fiel ich durch. Letzterer hat mich nun ohne weitere Untersuchungen beim KSA angemeldet. Wie soll ich jetzt als Laie entscheiden zwischen Stent und Medikamente? Mit Medis ich bin heikel, ich schlucke nicht alles was die Schulmedizin hergibt. Der Grund liegt in einem einschneidenden Vorfall.

Christoph Kaiser: Im KSA wird man wahrscheinlich eine Herzketheteruntersuchung durchführen. Wenn man dann die Verhältnisse in Ihrem Herzen genau kennt, wird man mit Ihnen das weitere Vorgehen besprechen. Ein Stent wird man nur einsetzen, wenn es wirklich sinnvoll und für Sie von Vorteil ist.

Warum muss ich trotz der im Juni 2017 implantierten 3 Stents weiterhin meine üblichen BD-Medikamente einnehmen?16.05.1929/185cm/83kgAldactone 50 1x, Losertan 50 2x, Aspirin-Cardio 1x, Duodart 1x, Clopidogrel 1x, Padmed Circosan 2/2/2 pro Tag. Die Atemnot hat sofort nachgelassen nach der Implantation.

Anja Fäh-Gunz: Die Stents waren bei Ihnen offensichtlich sehr erfolgreich in der Behandlung der Einengung der Herzkranzgefässe. Bei einem unbehandelten Bluthochdruck besteht jedoch die Gefahr, dass sich neue Engstellen an den Herzkranzgefässen bilden. Sie sollten Ihre Herzmedikamente unbedingt weiter einnehmen.

Tritt Angina Pectoris im Ruhezustand oder bei körperlicher Belastung ein ? Wie wird A. P. diagnostiziert ?

Christoph Kaiser: Eine stabile Angina Pectoris tritt nicht in Ruhe, sondern nur bei Belastung auf. Kommen die Schmerzen bereits in Ruhe spricht man von einer instabilen Angina Pectoris, welcher im Extremfall ein Herzinfarkt zugrunde liegt. Die stabile Angina pectoris wird durch einen Belastungstest diagnostiziert, die instabile Angina Petoris ist eine Notfall-Situation und muss im Spital weiter abgeklärt werden.

Warum muss ich nach der Implantation von drei Stents am 28.06.17 noch meine BD-Medikamente einnehmen?1x Cardio-Aspirin, 1X ALDACTONE 50MG, 2X LOSERTAN 50MG. Ferner nehme ich noch: Duodart 0,5/0,4mg, Padmed Circosan 2/2/2 pro Tag, Insulatard 10

Christoph Kaiser: Eine Stentimplantation behandelt lediglich die Engstelle im Herzkranzgefäss, nicht aber die Grunderkrankung sowie die Risikofaktoren wie beispielsweise der erhöhte Blutdruck oder die erhöhten Blutfette. Diese Medikamente werden Sie lebenslang einnehmen müssen.

Heute Morgen hatte ich wieder so einen Druck oder Stich mitten auf der Brust gegen links in den Arm und bis zum Rücken ausstrahlend. Es ist nicht das 1. Mal spontan ohne Grund quasi nach dem aufstehen. Ich bin 81 Jahre alt habe Rythmusprobleme fast dauernd (Ablation gemacht) Nehme Marcoumar und Aldactone, Atacand, Bilol, Sortis und neu Amlodipin, hoher Blutdruck. Rauche nicht, kein Alkohol. Mühe beim Treppensteigen 2. Stockwerke sind maximum. Der Schmerz hat plötzlich nachgelassen so wie er gek

Anja Fäh-Gunz: Der von Ihnen geschilderte Schmerz könnte durchaus auch vom Bewegungsapparat (z.B. Rücken) kommen. Ein Herzproblem als Ursache ist jedoch nicht ausgeschlossen. Ich empfehle Ihnen die Beschwerden beim nächsten Besuch beim Hausarzt oder Herzspezialisten anzusprechen.

Habe seit 2 Jahren 7 Stents. Seit kurzem hab ich quer über die Brust ein intereallmässiges stechen und würgen. Zudem hab i h stets Druck im Kopf und Schwindelanfälle. Hat fas einen Zusammenhang? Danke für Ihre Antwort und Gruss

Anja Fäh-Gunz: Ein Zusammenhang ist möglich. Ich empfehle Ihnen eine Abklärung beim Hausarzt.

Wurde ursprünglich auf eine Angina Pectoris behandelt. Stents wurden keine eingesetzt. In einem früheren Stadium hatte ich Probleme beim Belastungstest. Nun 10 Jahre später ist der Belastungstest nicht mehr so negativ ausgefallen. Habe aber beim schnellen Laufen oder Springen schon nach wenigen Sekunden Atemnot (wahrscheinlich iHerzkranzgefässe). Wie kann das sein, dass ich beim Belastungstest diese Probleme nicht habe?zurzeit folg Medik : AsprirCardio 100, Nebilet 5 mg, Crestor 5mg, Norvasc5mg

Erik Holy: Die geschilderten Beschwerden stehen scheinbar im Gegensatz zu den Ergebnissen des Belastungstest. Ich nehme an Sie meinen ein Belastungs-EKG. In diesem Fall ist es wichtig zu wissen, dass die Aussagekraft der Untersuchung auch vom Grad der Auslastung des Patienten zum Zeitpunkt der Untersuchung abhängt. Wenn die Untersuchung "nicht ganz so negativ ausfiel" scheint sie doch pathologisch zu sein. Im Zweifelsfall wäre allenfalls ein weiterer Belastungstest mittels zum Beispiel Herz-Szintigraphie oder eine Beurteilung der Herzfunktion mittels Echokardiographie zu diskutieren. Neben einem Herzleiden kann natürlich auch eine Lungenerkrankung zu Atemnot bei Belastung führen.

Ich war am Samstag beim Arzt weil ich immer wieder ein Stechen in der Brust habe, welches nicht aufhört. EKG und Blutuntersuchungen sind gut. Es scheint etwas muskuläres zu sein. Ich hab nicht gefragt, was genau geprüft wurde. Kann ich davon ausgegen, dass bei einer solchen Untersuchung Agina Pectoris auch geprüft wird? Bzw. wär das im Blut ersichtlich? Danke und Grüsse

Christoph Kaiser: Genau das, nämlich die Angina pectoris, hat Ihr Hausarzt mit seinen Untersuchungen (EKG und Bluttests) ausgeschlossen. Die wichtigste Untersuchung war sicherlich das EKG (ev. auch unter Belastung ?), mit der Blutuntersuchung alleine lässt ich eine Angina pectoris weder nachweisen noch ausschliessen.

Ich bin 71 und hatte 2010 und 2011 je einen Stent erhalten wegen je einer neu aufgetretenen Angina pectoris die sich retrospektiv (von mir fehlinterpretiert) über einige Monate entwickelte. Beide Male ging es blitzschnell: ich erhielt einen Stent und alles war sofort bestens bis heute. Und dies ohne Medikamente ausser Aspirin und Sortis. Ich bin begeistert von dieser Technik und würde dies einer medikamentösen Behandlung klar vorziehen. Ich bin pensionierter Allgemeinpraktiker.

Christoph Kaiser: Die in der Sendung zitierte Studie betrift nur eine ganz kleine Anzahl von Patienten mit chronischer Angina pectoris. Wenn die Indikation gut gestellt wird, ist der Stent bei vielen dieser Patienten eine sehr gute Behandlunsmöglichkeit, welche nicht nur die Symptome sondern häufig auch die Prognose günstig beeinflusst.

Guten Abend. Ich bin 68 J, ich leide an der koronaren Herzkrankheit und habe bei einer Untersuchung im Jahre 2011 einen Stent erhalten. Heute nehme ich noch die Medi. Aspirin Cardio und Nebivolol Mepha. Ab 2011 bis 2015 hatte ich auch noch das Crestor 1 Tapl. täglich eingenommen das ich aber von mir aus vor zwei Jahren abgesetzt habe weil es mir auf den Magen Schlug (Unwohlsein). mein Hausarzt in meinem Dossier vermerkt; Patient hat Medi Crestor auf eigenen Wunsch erwähnt. Sollte ich es wieder e

Erik Holy: Ein Ungleichgewicht im Cholesterin Stoffwechsel stellt einen wichtigen Risikofaktor für das Fortschreiten einer koronaren Herzkrankheit dar. Neben ihrer bekannten cholesterin-senkenden (insbesondere auf das sogenannte LDL Cholesterin) Wirkung haben Satine wie z.B. Crestor auch eine Stabilisierende Wirkung auf bereits bestehende Veränderungen in den Herzkranzgefässen. Falls sie ein Präparat nicht vertragen haben gibt es die Möglichkeit auf andere ebenso wirksame Präparate umzusteigen. Ich empfehle Ihnen im Rahmen der nächsten Kontrolle beim Hausarzt oder Kardiologen die "Blutfett"-Werte (Lipide) erneut bestimmen zu lassen und je nach Wert wird Ihnen ihr Arzt eine entsprechende Behandlung vorschlagen.

Guten Abend, ich habe meine Frage gerade gestellt, ob wohl etwas falsch war? Ich habe öfters diesen Schmerz mitten auf der Brust ausstrahlend in den linken Arm bis in den Rücken. Vorhofflimmern dauernd. Ablation vor 10 Jahren. Nehme Marcoumar. Dazu Aldactone,Atacand, Bilol,Sortis, Amlodipin. Schmerz verschwindet so wie er grundlos auftaucht. Herzinsuffiziens. 2 Stockwerke sind Maximum. Stent hilfreich?? Danke.

Anja Fäh-Gunz: Ob Ihre Brustschmerzen durch eine Angina pectoris verursacht sind sollte mittels eines Belastungstests abgeklärt werden. Möglich wären ein Fahrradtest, ein Belastungsultraschall oder ein MRI des Herzens. Falls sich im Belastungstest keine Hinweise für eine Durchblutungsstörung am Herzen finden, ist ein Stent bei Ihnen nicht hilfreich.

2009 wurde mir (59) der erste Stent eingesetzt. Inzwischen sind es acht. Jede Behandlung war erfolgreich, d.h. ich hatte keine Schmerzen mehr und die Leistungsfähigkeit meines Herzen ist sehr gut. Beim letzten Eingriff erlitt ich einen Herzinfarkt am 1. Diagonalastes, welcher nicht geöffnet werden konnte. Seitdem habe ich bei Belastung nach fünf Minuten Beschwerden, welche 10 Minuten andauern und dann allmählich verschwinden auch unter Belastung. Meine Frage: verschwinden diese Beschwerden wiede

Christoph Kaiser: Diese Beschwerden können durchaus durch den Diagonalast verursacht werden, welcher nicht mehr wiedereröffnet werden konnte. Obwohl ein kleines Gefäss und aus prognostischer Sicht nicht relevant, kann ein solcher Ast durchaus eine typische Angina Pectoris verursachen. Besprechen sie mit ihrem Kardiogen nochmals Ihre Medikamente, vielleicht lässt sich noch etwas herausholen.

Guten Abend, ich habe mindestens einmal täglich schmerzhafte Stiche am Herz. Bekomme dann Panik. was könnte das sein? bei der EKG-Unteruchung ergibt sich nichts aussergewöhnliches. Danke

Christoph Kaiser: Was Sie schildern tönt absolut nicht nach einer Angina Pectoris, sondern hat mit grösster Wahrscheinlichkeit andere harmlose Ursachen. Um sicher zu gehen, müsste ein Belastungstest durchgeführt werden.

Was bedeutet der Begriff "Cardiomiopathie"

Christoph Kaiser: Eine Kardiomyopathie ist eine Erkrankung des Herzmuskels. Als Ursache kommen beispielsweise ein Bluthochdruck, eine Erkrankung der Herzkranzgefässe oder auch eine Entzündung des Herzmuskels in Frage. Häufig bleibt die Ursache aber unklar. Die Behandlung beinhaltet primär die Therapie der zugrundeliegenden Ursache und dann natürlich die Behandlung der Herzinsuffizienz (Herzschwäche).

habe gelegentlich ein Flimmern ähnlich wie Aussetzer

Erik Holy: Darf ich davon ausgehen, dass Sie von einem Vorhofflimmern mit unregelmässigen Puls und gelegentlichen Pausen sprechen? Ich würde Ihnen die Durchführung eines Langzeit EKG (24 oder 48 Stunden) empfehlen um die Pulsfrequenz während des Tagesverlaufs und etwaige längere Pausen zu dokumentieren. Falls Sie an Vorhofflimmern leiden muss auch die Indikation gerinnungshemmender Medikamente überprüft werden. Diese lässt sich zur Zeit anhand sogenannter Risikofaktoren (z.B. Bluthochdruck; oder Diabetes, Geschlecht, Alter) ermitteln. Die gleichen Faktoren sind auch Risikofaktoren für eine koronare Herzkrankheit und spätere Angina pectoris. Falls Sie entsprechende Beschwerden haben, sollte auch nach dem Vorliegen einer koronaren Herzerkrankung mittels Belastungstests (z.e. EKG, Stress Ultraschall oder Herz-MRI) gesucht werden.

Nach einem Angina-Pectoris-Anfalll durch starke Anstrengung auf einer Velotour liess ich mich untersuchen. Der Herzkatheter-Untersuch ergab Verengungen in den Herzkranzgefässen. Da sich diese jeweils in einer Biegung befanden, war das Setzen von Stents nicht möglich. Ich musste mich einer Bypassoperation unterziehen (war übrigens sehr erfolgreich und ich bin wieder voll leistungsfähig). Nach der heutigen Sendung frage ich mich, ob das Ganze auch medikamentös hätte behandelt werden können.

Anja Fäh-Gunz: Bei Ihnen bestand offensichtlich eine neue, instabile Angina pectoris. Da man sich für eine Bypass-Operation entschieden hat waren offenbar erhebliche Veränderungen, wahrscheinlich auch an mehreren Herzkranzgefässen vorhanden. Höchstwahrscheinlich hätte eine rein medikamentöse Behandlung für Sie nicht zu einer so guten Leistungsfähigkeit und Lebensqualität geführt wie dies offenbar dank der Bypass-Operation der Fall war.

Chat-Admin: Der Chat ist beendet. Vielen Dank für Ihr Interesse! Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.srf.ch/sendungen/puls/jeder-fuenfte-stent-ueberfluessig

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