Zum Inhalt springen

Header

Legende: Rheumatologe Dr. Patric Gross, Neurochirurg Dr. Martin Sailer und Physiotherapeutin Iris Wehrle SRF
Inhalt

Bandscheibenprobleme «Wie lange dauert es ohne OP, bis Rückenschmerzen abnehmen?»

Patric Gross, Martin Sailer und Iris Wehrle haben Ihre Fragen im «Puls»-Chat beantwortet.

Fachpersonen im «Puls»-Chat

Box aufklappen Box zuklappen

Dr. Patric Gross

Chefarzt

Klinik St. Katharinental

Dr. Martin Sailer

Oberarzt Wirbelsäulenchirurgie/Neurochirurgie

Schulthess Klinik

Iris Wehrle

Physiotherapeutin

Praxis für Manualtherapie

Chatprotokoll

Bei einem MRI wurde bei mir zufällig ein leichter banndscheibenvorfall in der Halswirbelsäule festgestellt. Ich habe aber keine Probleme. Stehen mir zukünftig Schwierigkeiten bevor?

Patric Gross: Oft kann man als Zufallsbefund solche Veränderungen finden. Solange nich die typischen Schmerzen (Ausstrahlungen in den Arm) vorliegen brauchen Sie sich nicht zu sorgen. Vermeiden Sie eintönige Belastungen und machen Sie regelmässige Übungen für die Haltung und die Nackenmuskulatur.

Zwischen C6 /C7 steckt ein Knochensplitter verursacht durch einen Unfall. Mit zunehmenden Alter verstärken sich die Schmerzen. Kann man mit gezieltem Muskelaufbau etwas verbessern?

Iris Wehrle: Durch einen sehr gezielten Muskelaufbau mit therapeutischen Übungen, kann man die funktionelle Stabilität der Halswirbelsäule verbessern. Dies kann zu einer Schmerzlinderung beitragen.

Ich (40) habe immer wieder etwas Probleme mit der Nacken-/Halswirbelsäule. Zufällig im MRI hat man auch einen Verschleiss in dem Bereich gesehen. Seit Neustem habe ich den Verdacht, dass mein lästiges vorrübergehendes dumpfes Gefühl auf dem Ohr von der HWS herrührt. Kann das sein?

Martin Sailer: Guten Abend, das Gefühl am Ohr direkt kommt typischerweise nicht von einer typischen Bandscheibe. Selten gibt es Arthrosen der HWS, die ausstrahlende Schmerzen am Ohr auslösen. Eine MRI Untersuchung der HWS ist als erstes sinnvoll. Als zweite Untersuchung kann ein SPECT-CT weiterhelfen.

+++Ich habe keine Frage, sondern Ihnen mitteilen wollen , dass bei mir 1992 eine Operation an der Wirbelsäule gemacht worden ist. ( L 4/5 ) Ich bin froh habe ich mich damals für die Operation entschieden.Von 5 Aertzten haben mir 4 abgeraten.Nur ein Arzt (Neurochirurg ) hat mir die Operation empfohlen.Dafür bin ich Ihm heute noch dankbar.Die Operationskosten sind ca. 9500 CHF gewesen.Ohne die Operation hätte ich in diesen 26 jahren X-Kuhren gemacht und das X-fache bezahlt.+++

Ich (38) hatte bereits zwei Bandscheibenvorfälle. Ich bin leidenschaftlicher Skifahrer, Bergsteiger und Mountainbiker. Im Moment ist alles soweit wieder ok. Ist es gerfährlich, meine Lieblingssportarten weiter auszuüben? Ich sehe mich einfach nicht als Nordic Walker und Rückenschwimmer ...

Martin Sailer: Nein, es ist gut möglich, wieder ski zu fahren oder auf einen Berg zu steigen. Wissenschaftliche Daten zu bestimmten Sportarten, die ungünstig sind, gibt es nicht. Anektdotisch kann ich ergänzen, dass starke Rotationen der Wirbelsäule, zB bei Golf, nicht optimal für die Bandscheibe sind.

Wie rasch wird der "überstehende" Teil der Bandscheibe und wie abgebaut? Bei Physiotherapie und Sport ohne Schläge beispielsweise Schwimmen? Ca. 5mm pro Jahr?Eigene Einschätzung als Betroffener: ca. 1mm in 4 Monaten.

Martin Sailer: Guten Abend. Der spontane Abbau ist im Bereich von Monaten zu sehen. Häufig kommt es bereits nach einigen Wochen, etwa 6-10 Wochen, zu einer Verbesserung. Der Spezialarzt kann aufgrund des MRI-Bildes abschätzen, wie lange es dauert. Teilweise lässt sich voraussagen, wann sich ein Bandscheibenvorfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht zurückbildet.

Mein freund (16j) Spielt fussball und er hatt schmerzen im rücken und in den beinen er kann machmal fast nicht laufen, ich mache mir ziemliche sorgen um seinen rücken könnten sie bitte ein feedback geben

Martin Sailer: Sofern die Beschwerden über mehr als 3 Monate am Stück bestehen, empfehle ich ein Konsultation beim Hausarzt.

Guten Abend, ich leide seit einem halben Jahr an starken Kreuzschmerzen. Ich habe schon jenste untersuche durchgeführt und keine Besserung! Spezialisten sagten dass eine Atrose nachzuwweissen sei und ich sofort nicht mer arbeiten darf! Ich habe starke Austrahlung ins rechte Bein! Schmerz und unkontrollierte kälte überfallen mich ständig im Bein! Im Moment betreut mich eine Naturheilärztin die versucht die Nervenbahnen frei zu machen! Ich arbeite nichts und es wird immer schlimmer!

Martin Sailer: Da Ihre Beschwerden schon 6 Monate bestehen, empfehle ich eine Konsultation beim Hausarzt oder bei einem Spezialisten wie einem Rheumatologen. Ihre Beschreibung spricht dafür, eine weitergehend Untersuchung durchzuführen, z.B. eine sorgfältige neurologische Untersuchung, je nach Befund dort auch ein MRI.

Seit gut 2 1/2 Jahren macht mir der untere Teil meines Rücken viele Probleme: Ein Spezialist hat mir anfangs raus geknackst. es hat anfangs geholfen und es ging dann auch wieder. Aber in der letzter Zeit kommen wieder die Probleme auf. Was kann man noch machen?

Iris Wehrle: Sinn machen würde sicher, dass Sie Ihren Hausarzt, oder einen Rheumatologen aufsuchen, um das Problem genauer abzuklären. Er wird entscheiden, ob ein gravierendes Problem vorliegt, oder ob man die konservative Therrapie weiterführen kann. Nachdem das Knacksen nur kurzfristig geholfen hat, würde ich es mit einer physiotherapeutischen Behandlung versuchen. Es gibt ausser Knacksen noch viele andere Möglichkeiten, solche Probleme in den Griff zu bekommen. Oft ist es so, dass man die untere Lendenwirbelsäule mit differenzierten, aktiven Übungen stabilisieren und so eine Verbesserung erreichen kann. Solche Übungen kann Ihnen eine Physiotherapeutin, oder eine Manualtherapeutin zeigen. Darüber hinaus schauen wir mit unseren PatientInnen immer auch ihren Alltag und ihre Arbeitssituation in Bezug auf ergonomische Verbesserungen an.

Guten Abend Ich habe seit heute Vormittag auf einmal Schmerzen im Rücken, kann mich kaum mehr bücken, habe nun mit einer schmerzlindernde Salbe den Rücken eingesalbt, ab wann soll ich zum Hausarzt wenn die Schmerzen immer noch da sind, empfehlen Sie? Kann es sein das man mit 20 Jahren einen Bandscheibenvorfall haben kann? Danke für die Antwort.

Patric Gross: Akute Rückenschmerzen sind sehr häufig, zum Glück meistens rasch bessernd. Versuchen Sie sich regelmässig zu bewegen, evtl. Schmerzmittel einzunehmen. Falls die Schmerzen innert 3 Tagen nicht bessern oder v.a. in ein ein ausstrahlen melden Sie sich bei Ihrem Hausarzt. Ja, Bandscheibenvorfälle sind auch mit 20 möglich, sehr viel häufiger sind aber muskuläre Probleme.

Guten Abend. Ich habe seid längeren das Problem das mein rechtes Bein beim Sitzen immer wieder leicht taub wird . Auch beim Schlafen manchmal wird es leicht taub. Kann das von der Bandscheibe sein? Oder ist das eher der Ischias?

Patric Gross: Das muss man sehr genau klinisch untersuchen. Neben den Nerven und Bandscheiben sind sehr oft die Gesässmuskulatur oder andere Muskelgruppen verspannt. Diese Verspannungen verursachen auch sehr oft Taubheitsgefühle und Ausstrahlungen. Wenden Sie sich an ihren Hausarzt oder einen Rheumatologen.

Ich hatte 2015 einen schweren Bandscheibenvorfall, konnte anfangs Juni nicht mehr gehen, war total im Rechten Bein gelähmt, wurde mit der Sanität ins Spital gefahren, wurde erst nach drei Wochen Operiert, wegen der Physio, der Chirurg hat mir Bestätigt, dass, wenn ich nicht operiert worden wäre, wäre ich gelähmt geblieben, hatte denn Vorfall zwischen dem 4-5 Wirbel, habe jetzt eine Klammer im Rücken, wer wäre Verantwortlich, wenn ich gelähmt geblieben wäre.

Martin Sailer: Grundsätzlich sind alle Behandelnden verpflichtet, Sie über Risiken und Optionen einer Therapie zu informieren. Jeder Therapeut sollte Sie über Alternativen und Risiken informieren. Im Zweifel ist es sinnvoll, immer eine Zweitmeinung zu erbitten.

Was.kann.ich.machen.wenn.ich.eine.spanung.im.rücken.habe

Iris Wehrle: Bei Verspannungen hilft oft Wärme sehr gut. Zu Hause kann man das mit einem Kirschkernkissen machen, oder man wärmt sich eines dieser blauen Coldpacks, welche die meisten Leute im Kühlschrank liegen haben, auf und legt es auf die verspannte Stelle. Grundsätzlich hilft es auch, sich regelmässig zu bewegen, um Verspannungen vorzubeugen.

Guten Abend, ich leide seit einigen Jahren an einem Bandscheibenvorfall im unteren Kreuzbereich. Anfangs hatte ich regelmäßig Infiltrationen. Seit gut 5 Jahren mache ich regelmässig Fitness und habe daher kaum Schmerzen (Ich spüre es als eine Art Muskelkater im Kreuz). Wenn ich jedoch mal eine Woche nicht in Fitness gehe, verspüre ich die Schmerzen stärker. Ist das möglich? Müsste ich noch eine andere Option ausprobieren? Vielen Dank!

Patric Gross: Sie machen das gut! Aufgrund der Schwachstelle im Rücken (Abnützung der Bandscheibe) sollten Sie immer die Muskulatur gut trainieren und in Form halten. Das kann Sie lange und ausdauernd schützen. Evtl. muss das Training auch in einer Physiotherapie kontrolliert werden ob Sie die richtigen Übungen machen in der richtigen Intensität. Bei immer wieder auftretenden Schmerzen am Rücken an der gleichen Stelle können evtl. auch gezielte Injektionen erfolgen.

Ich leide seit 4 Jahren an einem doppeltem Banscheibenvorfall. Nun werde ich in kürze operiert und es stellt sich die Frage ob ich von Vorne operiert werden will oder von Hinten. (Bei mir wird eine Versteifung im Lendenbereich getätigt) Welche Variante können Sie mir eher empfehlen?

Martin Sailer: Der Eingriff von hinten ist Standard. Grundsätzlich ist der Eingriff von hinten sicherer. Der Eingriff von der Seite oder von vorn kann unter Umständen schneller sein. Es hängt von kleinen Details ab. Bei einer Einklemmung im Spinalkanal, also hinten, benötigt es einen Eingriff von hinten.

Wie beurteilen sie die behandlung des bandscheibenvorfalls durch einen chiropraktiker?

Patric Gross: Ein modern ausgebildeter Chiropraktor kann oft helfen. Wichtig ist, dass er neben den Mobilisationen und Manipulationen auch die Muskulatur behandelt, Ihnen Übungen gibt oder Sie auch instruiert in der Kräftigung der Muskulatur. Je nach Verlauf kann er Sie auch zu gezielten Injektionen weiterweisen.

Ich habe 2010 eine künstliche bandscheibe 6/7 erhalten mein linker arm was schon ziemlich gelähmt wie lange hält nun eigentlich diese bandscheibe es ist nich kupfer vielen dank für eine antwort

Martin Sailer: Es gibt noch keine Langzeitergebnisse von Bandscheibenprothesen. Die Materialien werden typischerweise von den Firmen als so robust wie möglich ausgewählt, so dass die Prothese so lang wie möglich halten sollte. Es hängt auch von dem Typ der Prothese ab. Bitte nennen Sie den Typ der verwendeten Bandscheibenprothese. Ich gehe davon aus, dass eine Prothese über Jahrzehnte funktionieren sollte.

Guten Abend, bei einem MRI hat man bei mir an allen 5 LWS eine Protrusion festgestellt. Ist da eine Operation nötig? Mein Arzt hält da mehr von speziellem Krafttraining. Vielen Dank für Ihre Meinung.

Patric Gross: Das kommt extrem auf Ihre Beschwerden und die klinische Untersuchung an. Falls Rückenschmerzen vorliegen ohne klare Ausstrahlungen in die Beine (Rückenschmerz dominiert) sollte sicherlich die konservative Therapie intensiv versucht werden. Dabei ist das Krafttraining eine sehr wichtige Stütze. Möglichst alles versuchen vor einer Operation in Ihrem Fall!

Habe seit ein paar Jahren mein Vorfall am 5 und 6 Halswirbel gut im Griff mit Osteopathie und Sport usw. Seit zwei Monaten starke Schmerzen vorallem im Arm mit tauben Fingern usw. Schmerzen fast unerträglich. Was kann ich noch tun um OP zu vermeiden wenn ich konservativ schon so viel gemacht habe? Habe nun halt Termin beim Orthopäden gemacht. Ich bin auch nicht dafür schnell zu operieren, aber nach langer Zeit mit starken Schmerzen hat man irgendwann genug.

Martin Sailer: Unbedingt empfehle ich ein Infiltration zur Beruhigung des eingeklemmten Nerven. Das ist eine Beruhigungsspritze unter Röntgenkontrolle. Weiter empfehle ich Stosswellentherapie. Eine Operation dagegen würde ich eher wählen, wenn Sie starke Schmerzen haben oder auch Lähmungen, die über mind. 3 Monate bestehen.

Bei mir wurden 2001 die Wirbel L4 bis S1 versteift, habe aber immer noch starke Schmerzen an der Operierten stelle, "spannt" als ob man einen Ast zerbrechen will, schmerzen werden bei belastung unerträglich! Was raten Sie mir?

Martin Sailer: Als erstes benötigt es hier eine Spezialistenabklärung, z.B. beim Rheumatologen, auch Wirbelsäulenchirurg/Neurochirurg. Es braucht eine Analyse, woher Ihre Beschwerden genau kommen. Dazu hilft zuerst und unverzichtbar eine genau Untersuchung, dann ggf. eine SPECT-CT Untersuchung und auch diagnostische Infiltrationen.

Guten Abend, Ich habe einen Vorfall auf der Höhe L5/S1, eigentlich bisher ohne Beschwerden, nun seit einigen Wochen ein pulsierendes Kribbeln in der Ferse. Kann dies von der Hernie sein?

Patric Gross: In der Regel würde der betroffene Nerv ausstrahlende Beinschmerzen (auf der richtigen Seite), vom Gesäss in den Oberschenkel bis in die Wade reichend machen. Alleiniges Pulsieren ohne Gefühlsstörungen, Beinschmerzen oder Rückenschmerzen ist sehr untypisch. Es gibt aber auch andere Gründe für Kribbeln in der Ferse.

ich habe laut MRI 2-3 Bandscheibenvorfälle im Lendenbereich. Ich verspüre dies v.a. im linken Oberschenkel, wo vielfach Taubhautsgefühle auftreten. Die Taubheitsgefühle nehme ich unterschiedlich wahr. Mal mehr, mal weniger. Was raten Sie mir? Aufsuchen eines Spezialisten? Physiotherapie? Vielen Dank für eine Antwort.

Patric Gross: Ich rate Ihnen die Befunde des durchgeführten MRIs mit einem Spezialisten zu besprechen. Bei einem Rheumatologen können die Befunde und Ihre Beschwerden genau analysiert werden und ein optimaler Behandlungsplan aufgestellt werden. Wichtig ist eine genaue Übereinstimmung der bildgebenden und der klinischen Befunde.

Herr Sailer, seit knapp 2 Jahren leide ich an einem Bandscheiben vorfall im Halswirbel 5 bzw 6.. spritzen wurden schon 2x gemacht, physio eben so nun bin ich in der cranio sacral therapie... Schmerzmittel gehen nur mit co dafalgan da ich bereits imun bin... mein neurologe (habe Epilepsie) begrüsst das co dafalgan nicht, machte auch messungen der nerven da hände bis zu Ellbogen immer wieder taub werden... wann ist eine op empfehlenswert? Oder eine Umschulung gestattet? Detailhandel...

Martin Sailer: Sie haben noch nicht alle therapeutischen konservativen Massnahmen versucht. Als erstes empfehle ich noch eine Stosswellentherapie, auch eine Neuraltherapie sind sehr hilfreich. Eine Operation ist dann sinnvoll, wenn Ihre Lebensqualität schlecht und schlechter wird. Das ist besonders bei Schmerzen und Störungen der Kraft der Fall. Eine Umschulung ist nach einer erfolgreichen Operation nicht nötig.

Wie ausgereift sind Bandscheibenprothesen heute?

Martin Sailer: Sie sind so ausgereift, dass ich mir selber sofort eine im zervikalen Bereich einsetzen lassen würde. Im lumbalen Bereich gibt es bisher erfolgversprechende Kandidaten, allerdings noch kein ausgezeichnetes Modell. Die Langzeitergebnisse, also z.B. nach 50 Jahren, sind nicht bekannt. Das würde mich aber nicht davon abhalten, selbst eine bei mir einsetzen zu lassen.

Ich hatte im April einen Bandscheibenvorfall. Die Schmerzen sind jetzt vorbei, ich habe aber kein Gefühl in der Ferse und manchmal bis in die Zehen. Ich mache Turnübungen die mir die Physio gezeigt hat. Bis jetzt sind keine Verbesserungen da. Können Sie mir noch eine andere Therapie empfehlen oder was würden Sie an meiner Stelle machen ?

Iris Wehrle: Der Nerv ist eine Struktur, die sehr langsam reagiert. Darum halten die Symptome, die der Nerv verursacht, wie Kribbeln, oder Taubheitsgefühle oft deutlich länger an, als die Schmerzen selbst. Es gibt physiotherapeutische Möglichkeiten, um den Nerv zu behandeln. Diese werden aber oft nur von den in Manualtherapie ausgebildeten Therapeuten angewendet. Sie können auf der Homepage des Manualtherapieverbandes SVOMP eine Liste mit Therapeuten mit OMT, das heisst manualtehrapeutischer Zusatzausbildung finden. Eines brauchen die Symptome, die der Nerv verursacht aber immer: viel Geduld

Ich (36J.) habe eine ausgeprägte Protrusion LW5/S1. Wurde vor 100 Tagen mit Depotkortison gespritzt. Jetzt sind die Schmerzen nur noch sporadisch vorhanden und mache Physiotherapie. Inwiefern muss ich mich "schonen" mit heben, bücken, tragen etc.? MERCI!

Patric Gross: Ihre Rücken- und Beinschmerzen sind schon besser geworden. Wichtig ist es jetzt sich nicht nur zu schonen und nichts für den Rücken machen, ein vorsichtiger Belastungsaufbau, evtl. mit Physiotherapie und Medizinischer Trainingstherapie ist sehr wichtig. Man darf also, sofern die richtigen Muskeln wieder funktionstüchtig sind, den Rücken auch wieder belasten!

Seit bald einem Jahr leide ich an Kreuzschmerzen, mal mehr und mal weniger. Vor allem bücken ist oft problematisch. Ich bin 75-jährig und treibe schon seit jeher viel Sport. Derzeit immer noch täglich bis zu 3 Stunden, abwechselnd Schwimmen, Radfahren, Laufen. Dazu täglich eine Stunde Dehnen, Kraftübungen und Balanceübungen. Also sonst topfit. Diese Rückenschmerzen sind weniger (oder bessern sich gar etwas beim Radfahren. Beim Lauftraining verschlechtert sich dies. Ihr Rat?

Martin Sailer: Als erstes empfehle ich die Kontaktaufnahme mit Ihrem Hausarzt und durch ihn eine sorgfältige Untersuchung. Grundsätzlich gilt, dass wenn Sie 3 Monate immer wieder oder sogar permanent Beschwerden haben, dass Sie einen Arzt konsultieren. In den meisten Fällen lässt sich eine einfach Ursache feststellen. Ausserdem ist es hilfreich, überhaupt einmal eine Diagnose zu haben. Mittlerweile gibt es viele erfolgreiche Therapien für Rückenschmerzen.

Wie lange ist die Arbeitsunfähigkeit im Bürojop nach einer operation an L4 L5

Patric Gross: Oft müssen Sie mit 4-6 Wochen rechnen, da Sie im Büro ja häufig an einem Ort ohne Bewegung sitzen. Wichtig ist ein ergonomischer Arbeitsplatz, d.h. höhenverstellbarer Tisch, die Möglichkeit dazwischen zu stehen, kurze Strecken zu gehen und auch Ihre erlernten Übungen zu machen.

Guten Abend. Ich habe schon seit Jahren Rückenschmerzen, die wahrscheinlich auch durch eine große Oberweite verursacht werden. Nun musste ich ins MRI wegen einer anderen Abklärung, bei der der ganze Rücken gescannt wurde. Nun wurde festgestellt, dass ich drei Bandscheibenvorfälle habe. Zwei leichtere und bei dem Vorfall im Lendenbereich ist die Kapsel schon eingerissen. Nun habe ich seit einer Woche noch mehr Schmerzen im Lendenbereich und ich habe fünf Tage Olfen duo 75mg genommen. Wie weiter?

Patric Gross: Auf Grund der Bilder kann man nicht entscheiden, ob Ihre Rückenschmerzen wirklich mit den Bandscheibenvorfällen zu tun haben. Man muss das genau untersuchen. Oft besteht einfach ein Ungleichgewicht zwischen der Muskulatur, den Belastungen und der Körperhaltung. Gezieltes Muskeltraining kann helfen, dauert aber etwas bis Sie eine Wirkung verspüren. Zwischenzeitlich können Sie Schmerzmittel wie Olfen kurzfristig einnehmen.

Guten Abend Ich bin 29 jahre alt und leide seit ich 15 bin unter Bandscheibenvorfälle..hab 3stück in der Lendenwirbelsäule wo "abgnützt"sind..Habe von mir aus einen Spezialisten aufgesucht, weil ich es lngsam satt habe So starke Medikamente zu nehmen wo gegen den Schmerz eh bei einem vorfall nicht so viel Heilung bringen..Meine Frage wäre, was kann ich denn sonst noch tun?psyhiotherapie hab ich auch, versuche mich gesund zu ernähren und treibe so gut es geht sport..

Martin Sailer: Ich betreue auch Profisportler verschiedener Nationalmannschaften. Sie scheinen ebenso sehr aktiv zu sein. Für Ihre Situation gibt es verschiedene sehr effektive Therapien. Wichtig: es gibt eine mögliche genetische Ursache für Bandscheibenproblemen: eine Veränderung im Vitamin D3-Rezeptor. Möglicherweise spielt dies bei Ihnen eine Rolle. Dort würde die regelmässige Einnahme von Vitamin D helfen - eine vorgängige Abklärung ist allerdings nötig.

Ich habe seit bald 3 monaten schulterschmezen und war auch schon beim hausarzt dieser schickte mich in therapie für 9 mal. 8 mal war ich schon daa nur besser wurde es nicht. Soll ich nach den neunmal mal zum speziallisten gehen? Und 2 frage von wo kann das kommen das ich alle monate schmerzen habe beim acken helfen nur noch schmerzmittel oder sagen wir die Saridon 400 freue mich auf antwort

Iris Wehrle: Wenn ein Problem nach 8 Behandlungen nicht besser wurde, würde ich zuerst mit Ihrer Therapeutin sprechen und sie fragen, wie sie das Problem einschätzt und was sie als weiteres Vorgehen vorschlagen würde. Dann würde ich auch Ihrem Hausarzt rückmelden, dass sich an Ihren Beschwerden nicht viel verändert hat und mit ihm besprechen, ob weitere Abklärungen nötig sind, oder ob dieses Problem einfach mehr Zeit oder eine andere Therapie benötigt.

Seit meinem Bandscheibenvorfall vor 5 Jahren, ist mein linker Unterschenkel taub, und ich habe oft Krämpfe in diesem Bein. Kann das wieder gut werden? Danke für ihre Antwort.

Martin Sailer: Grundsätzlich benötigt die Regeneration eines ehemals eingeklemmten Nerven sehr viel Zeit. Die Regeneration wird mit 1mm/Tag geschätzt. D.h. es kann Jahre dauern. Ich kenne Patienten, bei denen nach 14 Jahren noch Verbesserungen aufgetreten sind. Grundsätzlich empfohlen werden der Vitamin B-Komplex. Eine genaue neurologische Untersuchung bei einem Wirbelsäulenspezialisten ist für Sie sinnvoll.

Guten Abend, ich habe seit ca einem Jahr Rückenbeschwerden. Sie waren immer erträglich. Nun hatte ich vor 2 Wochen einen Vorfall mit grausamen Schmerzen ins Bein. Es war, als würde ein Krampf alles abwürgen. Ich erhielt dann eine Kortisonspritze. Bei mir wurde die Diagnose : Segmentkollaps mit breitbasiger Diskushernie bei Osteochondrose mit entzündlicher Aktivität. LWK 4/5. Mir wurde eine OP empfohlen. Gibt es für mich eine alternative Lösung?

Patric Gross: Falls die Kortisonspritze genützt hat kann man gut abwarten und evtl. später wiederholen. Oft gibt es auch verschiedene Spritzen, welche das Problem von verschiedenen Stellen "angreifen" können. Falls die Rückenschmerzen im Vordergrund sind und keine Lähmungen auftreten würde ich Ihnen empfehlen intensive Physiotherapie zu betreiben, evtl. eine Untersuchung bei einem Rheumatologen, bevor Sie einer Operation zustimmen. Sie können immer auch eine 2. Meinung verlangen.

Guten Abend, laut MRI habe ich leichte Bandscheibenvorfälle in der Hals- und Lendenwirbelsäule. Ab und zu habe ich ein Kribbeln in der rechten Hand. Letztes Jahr war es eine Zeit lang sehr schlimm. 18x Physiotherapie half nicht. Erst nach 6x Chirotherapie ging es besser. Nun meine Frage: Wie kann ich vorbeugen dass ich nicht operieren muss? Gibt es Turnübungen oder soll ich ab und zu zum Osteopathen? Herzlichen Dank für Ihre Antwort!

Iris Wehrle: Chiropraktoren und Osteopathen arbeiten meistens mit passiven Interventionen, wie Manipulationen, etc. Möchte man ein Problem längerfristig selber unter Kontrolle haben, muss man in der Regel aktiv, das heisst mit speziellen Übungen daran arbeiten. Wenn Ihnen die bisherige Physiotherapie nicht geholfen hat, würde ich Ihnen empfehlen, eine Physiotherapeutin, die in Muscle Balance ausgebildet ist, oder eine Manualtherapie-Ausbildung (OMT, SVOMP, siehe Liste auf der Homepage: www.svomp.ch) hat, aufzusuchen.

Guten Abend, ich habe innerhalt von ca. 2 Jahren 3 Kortisonspritzen in den Rücken bekommen Nach jeder Spritze geht es mir für ein paar Monate gut. . Mir ist aufgefallen, dass niemand Spritzen erwähnt hat. Wie beurteilen Sie diese Behandlung? Danke für Ihre Antwort!

Patric Gross: Die Behandlung mit Spritzen (Infiltrationen) ist ein wichtiges Element der konservativen Therapie. Es gelingt oft die Entzündung um den Nerv, damit auch die Schmerzen, lange und deutlich einzudämmen. Wichtig ist immer die Kombination mit Physiotherapie und einem Aufbautraining. Die Injektionen sind in der Regel einfach und können gut wiederholt werden (max. 3-4x jährlich an die gleiche Stelle).

Ich habe gem. Emeri ein Wirbelgleiten (zwischen 4. und 5.Lendenwirbel). Starke Schmerzen/Ausstrahlungen ins rechte Bein. Keine Lämung oder Taubheit bis jetzt. Der Wirbel drückt auf den Nervenkanal. Dies hat eine Röntgenaufnahme im Vorbeugen und Rückwärtsbeugen gezeigt. Ein Wirbelsäulenspezialist und Chirurg sagte mir, ich laufe in eine Lämung hinein. Ich solle operieren (verschrauben). Soll ich eine Zweitmeinung einholen oder ist der Fall ev. klar? Bei einem Rheumatologen. Herzlichen Dank.

Martin Sailer: Generell ist es sinnvoll vor einer Operation eine Zweitmeinung einzuholen. Wenn keine Lähmung besteht, haben Sie genug Zeit, eine zweite Meinung einzuholen. Kontaktieren Sie entweder einen Rheumatologen, Neurologen oder Wirbelsäulenchirurgen. Bei einem Gleitwirbel kommt es langfristig häufig zu einer Verschlechterung der Schmerzen. Häufig ist die Stabilisierung/Versteifung tatsächlich die Therapie, die erfolgreich gewählt wird, wenn die anderen Therapien nicht funktionieren.

Ende Juni erlitt ich meinen dritten Bandscheibenvorfall mit heftigen Schmerzen. Die Schmerzen waren nach ca. 3 Stunden vergangen. Ich habe jedoch immer noch ein taubes Gefühl mit Kribbeln im Fuss. Anfangs musste ich beim Gehen hinken, jetzt nicht mehr. Manchmal ist das Kribbeln so stark, dass ich nachts kaum schlafen kann. Geht dieses Taubheitsgefühl und Kribbeln konservativ weg?

Martin Sailer: Das Taubheitsgefühl kann ein Zeichen einer starken Störung/eines starken Schadens eines Nerven sein. In meiner Erfahrung kommt es allerdings noch nach Jahren zu einer Verbesserung. Ich empfehle auf jeden Fall Vitamintabletten mit dem Vitamin-B-Komplex. Das Kribbeln kann sowohl als Zeichen einer Regeneration wie auch einer weiter bestehenden Einklemmung eines Nerven gewertet werden. Hier empfehle ich das Einholen einer Zweitmeinung bei einem Spezialisten.

Ich wurde am 9. und 16.8. nach 9 Monaten konservativer Behandlung (Schmerzmittel, Physiotherapie) 2 x an den Lendenwirbel operiert (Spinalkanalverengung, Bandscheibenvorfall. Die 1. OP zeigte keinen Erfolg, am Operationstag, beim 1. Aufstehen gleich starke Schmerzen und am gleichen Ort. Nach der 2.OP waren die Schmerzen weg. Gem. Operateur war eine Zyste im Spinalkanal "mitschuldig" für den Druck auf den/oder die Nerven. Nach Entlassung aus dem Spital war ich drei, vier Tage schmerzfrei, dann b

Patric Gross: Ich hoffe es geht Ihnen jetzt wieder gut. Oft dauert es etwas bei einer Spinalkanalverengung bis Sie nach einer Operation wieder gut belastbar sind. Wichtig ist eine intensive Nachbehandlung, sobald Ihr Operateur dies erlaubt. Die Muskeln müssen unbedingt gekräftigt werden, eine Physiotherapie oder Rehabilitation ist notwendig.

Bandscheibenvorfall seit 3 Jahren, nach jährlichen CTs je zweimal gespritzt. Leichte Schmerzen im Kreuz sind geblieben, vor allem die massive Ausstrahlung in die Beine und Füsse, sowie leichte Lähmung im linken Fuss. Soll ich mir sofort eine Physiotherapie Verordnung vom Rheumatologen erstellen lassen?

Martin Sailer: Wenn Sie über mehr als 3 Monate immer wieder ähnliche Schmerzausstrahlungen haben, empfehle ich die Konsultation eines Spezialisten, z.B. einem Rheumatologen. Eine Therapie bedarf zuerst einer Diagnose. Es ist wichtig, eine präzise Diagnose bei Ihnen zu stellen. Möglicherweise gibt es eine Therapie, die effektiver ist für Sie als Physiotherapie. In den meisten Fällen ist die korrekte, sogenannte isometrische Physiotherapie für den Rücken optimal und unverzichtbar.

Guten abend, bei mir wurde vor einer woche ein "voluminöser" diskus hernie festgestellt, lws5/s1, der schmerz strahlt ab bis fussohle, jedoch hat sich dies seit zwei tagen verbessert, da ich übungen mache von "walter packi"(schmerztherapie), morgem geh ich das erste mal in die physio. Meine frage; die medis (ipuprofen 600mg + dafalgan) nehm ich seit gut 3wo...dazu nehm ich magensäure blocker). Darf ich das weiterhin nehmen? Die schmerzen sind vorallem vom sitzen ins aufstehen.laufen geht gut

Patric Gross: Sofern Sie sonst gesund sind und die Medikamente gut ertragen dürfen Sie diese auch etwas länger einnehmen. Falls die Beschwerden unter der Therapie rückläufig sind kann man die Schmerzmittel schrittweise reduzieren (zuerst Ibuprofen, danach Dafalgan). Auch andere Behandlungen wie lokale Wärme oder Übungen können schmerzlindernd wirken. Versuchen Sie es!

Sind bewegungen bzw dehnungsübungen nach vorne oder nach hinten besser um die Bandscheibe in ihre ursprüngliche form zu bringen? bei mir c6/7

Martin Sailer: Nein, extreme Bewegungen der Bandscheiben belasten diese mehr als sie nützen. Bei Rotation und Flexion treten gern überhaupt erst Bandscheibenvorfälle auf. Günstig ist dagegen, wenn Sie Rückenschläfer sind, ein flaches Kopfkissen zu verwenden.

Trotz therapieren bin ich seit 5. Monaten noch nicht schmerzfrei. Morgens ist es in Ordnung, gegen Abend verschlechtert sich mein aufrechtes gehen zunehmend. Weiter ist mein Kopf gesenkt und kann nur kurzzeitig nach vorne schauen. Ist das normal? Was für eine Rolle spielt die Rückenmuskulatur? Macht es Sinn, ein Aufbautraining zu beginnen?

Iris Wehrle: Ich denke, es würde Sinn machen, dass Sie mit Ihrer Therapeutin und dem behandelnden Arzt herauszufinden versuchen, warum die Beschwerden tagsüber immer wieder so stark zunehmen. Haben Sie beispielsweise mit Ihrer Therapeutin über Ihre Arbeitshaltung, oder die Belastungen bei der Arbeit gesprochen und angeschaut, was sie daran ev. verbessern könnten? Wenn Sie so starke Beschwerden haben, dass Sie nicht mehr geradeaus schauen können, muss man zuerst diese Schmerzen unter Kontrolle bekommen, bevor man trainieren kann.

+++Ich habe keine Frage sondern eine Anmerkung. Was ich an der heutigen Sendung vermisst habe ist der Hinweis auf die Gefahr von der Chronifizierung der Schmerzen. Auch ich liess mich nicht schnell operieren und versuchte mit Spritzen, Physio u.Komplementärmedizin meine Schmerzen in Griff zu bekommen. Das Resultat: 2 Operationen, die 2. mit "Versteifung", trotzdem chronische Schmerzen mit täglicher Medikation mit Targin und Lyrica! Man hätte diese Gefahr unbedingt erwähnen müssen!+++

Ich habe seit 2011 einen diagnostizierten Bandscheibenvorfall S1/L5 anfänglich mit Ausstrahlungen ins Bein und damals Lähmungserscheinungen. Mit einer speziellen Therapie (MedX-Gerät) und Physio hatte ich es einigermassen im Griff und eine OP konnte vermieden werden. Ich hatte aber immer wieder Schmerzen in Gesäss und Bein (beim Laufen und Stehen). Nun ist es nach 5 Jahren wieder schlimmer geworden... Ist eine Operation wirklich so risikoreich und eine letzte Option? Gibt es Statistiken darüber?

Patric Gross: Es kommt stark darauf an ob immer noch die gleiche Situation vorliegt wie 2011 (eingeklemmter Nerv bei Bandscheibenvorfall) oder ob sich neue Veränderungen ergeben haben. Eine Bandscheibenoperation nützt gut für die Beinschmerzen aber kaum etwas für den Rückenschmerz. Es gibt sicherlich auch andere Optionen, lassen Sie die Situation neu abklären und beurteilen (Rheumatologe oder Wirbelsäulenspezialist/-chirurge).

hallo ich habe einen banscheibenvorfal seit 2 wochen. ich nehme irfen 400mg 2x im tag schmerzen habe ich nur noch beim laufen.wie lange muss ich noch hinken am linken bein? geht das von alleine weg? tut bewegen,also laufen(ohne walken) gut?was kann ich zur heilung beitragen.wie lange dauert so eine heilungszeit.ich bin 61 und leider 95 kg,seit ich nicht mehr rauche.war am trainieren,ist aber jetzt gestoppt.tampolin und walken.es zieht nicht mehr bis ins bein.hab aber weniger kraft im linken bei

Martin Sailer: Ruhe ist meist am besten. Zuviel Aktivität, speziell Beugen und Drehen des Rückens, sind ungünstig und können einen Bandscheibenvorfall verstärken. Wichtig ist mind. 8h/Nacht zu liegen (schlafen). Die Bandscheibe regeneriert sich vor allem in der Nacht. Bei folgenden Symptomen sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen: eine Lähmung im Bein/Fuss; Sie können nicht mehr Wasser lösen oder verlieren Urin, ohne dass Sie das wollen; starke Schmerzen. Die Kraft im Bein nimmt schneller zu mit Vitamin-B und gezielter Physiotherapie.

Ich hatte vor gut 15 Jahren akuten Bandscheibenvorfall, ink. CT, ich wurde in Etappen über längere Zeit vom Chiropraktor Dr. Daniel Mühlemann behandelt. Mit langfristigem Erfolg. Warum wird diese Methode der Chiropraktk nicht erwähnt? sehr kostengünstig und meist kann ein operativer Eingriff verhindert werden.

Patric Gross: Chiropraktik gehört zu der konservativen Therapie. in Kombination mit Bewegung und Muskeltraining ist das oft eine sehr effiziente Therapieform.

Ich habe einen Segmentkollaps mit breitbasiger Diskushernie LWK 4/5. Es wurde mir eine OP empfohlen. Ich habe eine Kortisonspritze bekommen für grausame Schmerzen die ins Bein giengen. Gibt es für mich eine Alternativbehandlung?

Martin Sailer: Eine breitbasige Diskushernie ist nicht zwingend für eine Operation. Es gibt immer eine Alternativbehandlung. Häufig darf aber eine starke Lähmung nicht verpasst/übersehen werden. Bei Blasenstörungen ist eine Operation zwingend. Es gibt zB. eine Stosswellentherapie, auch Neuraltherapie.

Guten Abend. Im Februar fingen die Schmerzen im Bein an. Im April hatte ich ein MRI, wo man einen Bandscheibenvorfall feststellte. Ich hatte Physiotherapie und liess eine Infiltration Ende Mai machen, mit mässigem Erfolg. Seit Anfang September habe ich wieder massive Schmerzen im Bein. Ich bin 36 Jahre alt, Mutter von 2 Kindern und bin berufstätig. Die Schmerzen sind immer heftiger und zermürbend. Würden Sie mir zu einer OP raten, oder eher weiter konservativ? Vielen Dank für Ihre Antwort.

Patric Gross: Falls Sie wieder die gleichen Schmerzen im Bein haben und während Monaten wirklich wiederholt gezielte Therapien hatten inkl. Muskelaufbautraining und evtl. mehrfache Spritzen würde ich mich bezüglich Operation beraten lassen. Nach > 6 Monaten intensive konservative Therapie kann eine Operation diskutiert werden. Es ist aber eine Entscheidung, die auch von Ihnen abhängt, insbesondere von Ihrer Geduld. Eine Alternative ist noch eine intensive Behandlung mit einer stationären Rehabilitation.

Guten Aben. Bei mir wurde eine, mässig diskret erosive Osteochendrose L5/S1mit Nachweis einer kleinen etwas paramedianen linksbetonten Dorosalverlagerung und leichtgradiger Kompression von S1 links am Abgang sowie Diskrete diskopathie auch L4/5 mit Nachweis einer kleinen medianen Diskusprotrusion, ohne Kontakt zu neutralen Strukturen festgestllt (MRI). Ausstrahlung im linken Bein, teils bis Ferse, Physio bin ich dran was habe ich sonst noch für Alternativen? Obs ist bis jetzt kein Thema für mich

Martin Sailer: Bitte versuchen Sie einmal eine Neuraltherapie. Empfehlenswert ist weiter eine Osteopathische Dehnungstherapie. Bitte kontaktieren Sie einen Spezialisten zur Zweitmeinung.

Sehr geehrte Damen und Herren. Ich wurde vor 4 Jahren am Rücken operiert. Diagnose vom Arzt nach der OP: Status nach Dekompression und interkorporeller Spondylodese L5/S1 bei foraminaler Wurzelkompression L5 links. ehr zufriedenstellender Verlauf bezüglich Schmerzen. Jetzt habe ich wieder Scmerzen, vor allen im rechten Fussgelenk. Eine neue MRI wurde am 25.10 dieses Jahres gemacht. Diagnose: Deutliche kritische Spinalkanalstenose auf Niveaus L2-L3, L3-L4 und geringe bis moderate Einengung auf L1

Patric Gross: Falls die Schmerzen nicht nur im Fussgelenk sind, sondern eher im ganzen Bein und durch gehen oder stehen provoziert werden, kann ein Zusammenhang mit dem Rücken bestehen. Eine Spinalkanalstenose kann jedoch gut konservativ behandelt werden (auch mit speziellen Injektionen im Rücken), solange keine Lähmungen vorliegen.

Seit Mitte September habe ich Rückenschmerzen, die am rechten Bein bis zum Knöchel austrahlen. Physio hat wenig Linderung gebracht. Darum hat mein Hausarzt ein MRI veranlassst. Ich zitiere aus dem Bericht: Schwere bilaterale Facettengelenkarthrose und Diskushernie LW5/SW1... Subtotale Obliteration des Spinalkanals LW4/5... Spinalkanalstenose mit Kompression der Cauda equina LW3/4...Mein Hausarzt empfielt eine Operation. Ist eine Zweitmeinung ratsam? Wie soll ich vorgehen? Danke!

Martin Sailer: Ja, eine Zweitmeinung ist grundsätzlich empfehlenswert, gerade wenn ein schwerer Befund und auch eine Operation zur Diskussion steht. Vergessen Sie nicht, dass es häufig alternative Therapien gibt, die eine Operation vermeiden können. Bitten Sie Ihren Hausarzt um Anmeldung für eine Zweitmeinung.

Ich habe seit mehr als 3 Jahren vor allem nachts starke Schmerzen im unteren Wirbelbereich (in den Po-backen) Tagsüber sind die Schmerzen geringer. Deutet das auf einen Bandscheibenvorfall oder eher auf eine Verengung hin. Was ist der Unterschied. Ich werde nächstes Jahr 70 Jahre alt, bin sonst gesund.

Patric Gross: Das muss genau untersucht werden, neben den häufigen Problemen wie Muskelverspannungen, Abnützungen oder Bendscheibenprobleme gibt es auch seltenere Ursache wie Entzündungen im Wirbelsäulenbereich als eigene Erkrankung. Nachtschmerzen im Rücken sollten genau untersucht werden. Gehen Sie zu Ihrem Hausarzt oder zu einem Rheumatologen.

Guten Tag. Genau wie im erwähnten Bsp in der Sendung hat mich ein Arzt nach einem MRI auf die Gefahr der Abnutzung der HWS angesprochen. Bringen Übungen etwas? Wenn ja welche? Oder kann man den Verlauf nicht wirklich beeinflussen?

Iris Wehrle: Wichtig erscheint mir, dass Sie Ihrer Halswirbelsäule Sorge tragen. Dazu gehört sicher eine möglichst ergonomische Belastung im Alltag (d.h. bei der Arbeit, aber auch in der Freizeit). Was darunter in Ihrem Fall genau zu verstehen ist, müssten Sie mit einer Physiotherapeutin, die Ihre Alltagsbelastung kennt, genau anschauen. Damit die Muskeln auch genug effizient und ausdauernd sind, um uns in einer möglichst guten Haltung durchs Leben zu tragen, dafür gibt es individuelle therapeutische Übungen.

Guten Abend ,vor ziemlich genau 1 Jahr wurde ich an der Bandscheibe operiert. Nach 3 Wochen war alles wieder beim alten,die Ausstrahlungen wieder da und auf dem MRI sah man,dass an derselben Bandscheibe wieder ein Vorfall war.Eine Infiltration hat nicht gewirkt,eine erneute OP wurde wegen der schon vorhandenen Vernarbung nicht empfohle und nun wurde mir ein inplantiertes Gerät als eine der letzten Möglichkeiten empfohlen,welches das Schmerzgefühl durch einen elektrischen Impuls ersetzen soll!

Martin Sailer: Guten Abend. Wenn Sie eindeutig immer noch einen eingeklemmten Nerv haben, sollte als erstes diese Hauptursache Ihrer Beschwerden eliminiert werden. Es ist nicht günstig, eine Symptombehandlung zu wählen, wenn der Grund Ihrer Schmerzen noch nicht angegangen wurde. Eine Vernarbung ist grundsätzlich zwar schwieriger zu operieren, aber auf jeden Fall operabel. Je nach genauem Befund könnte das Risiko für ein Duraleck erhöht sein.

Guten Abend ich habe vor drei Wochen meinen 2. Bandscheibenvorfall erlitten. An der gleichen Stelle dem unteren Lendenwirbel L5. Die erste OP verlief sehr gut. Ich weiss nicht ob ich dem Rat meines Hausarztes folgen soll eine zweite OP in Kauf zu nehmen. Welche Alternative gibt es die langfristig helfen kann? Wie bekommt man den geplagten Nerv wieder frei? Was passiert mit der defektenBandscheibe ohne OP?

Patric Gross: Ich würde nach einer 1. Operation zuwarten und weiter konservative Therapie machen. Dazu gehören intensive Physiotherapie inkl. aktiver Kräftigungsübungen, evtl. gezielte Infiltrationen und evtl. eine stationäre Rehabilitationsbehandlung. Nur bei einer Lähmung sollte man die Operation bald durchführen.

Vor 10 Tagen Infiltration gemacht, nach wie vor keine Schmerzlinderung im Bein. Ist das normal? DiagnoseDH L5Si

Martin Sailer: Falls Sie eine Wurzelinfiltration hatten, ist das beste, jetzt einen Sakralblock durchzuführen. Wichtig sind immer natürlich alle Details. Achtung: bei Lähmung und/oder sehr starken Schmerzen unbedingt Hausarzt und/oder Spezialist fragen.

Seit meiner OP vor 1 Jahr LSW4 leide ich an Muskelkrämpfen in der rechten Wade. Immer morgens, wenn ich mich im Bett strecke, manchmal auch mitten in der Nacht und tagsüber. Es ist das Bein, in welches ich auch starke Schmerzen hatte inkl Lähmungserscheinungen. Ich bin seit Januar 2 x wöchentlich im Fitnessstudio um gezielt die Muskulatur aufzubauen und spaziere an den Wochenenden. Was kann ich sonst noch dagegen unternehmen?

Martin Sailer: Bei Muskelkrämpfen benötigt es zuerst eine sorgfältige Aufarbeitung: neurologische Untersuchung, wahrscheinlich eine aktuelle MRI Untersuchung mit Gadolinium zur Suche nach Narben. Je nach Ursache, können Medikamente mit Vitamin-B-Komplex helfen. Wichtig ist die Ursache zu entdecken, dann eine Therapie zu wählen. Könnte der Nerv noch teilweise eingeklemmt sein?

Ich habe seit einiger Zeit Schmerzen im Kreuz, mit Ausstrahlung in beide Beine bis in die Waden.Es fühlt sich an wie Muskelkater.Ich bin 90 J gehe jeden Tag ca 4 km zu Fuss,hatte schon Physio aber ohne richtigen Erfolg.Mache jeden Tag Uebungen zur Stärkung der Rückenmuskulatur.Die Schmerzen sind nicht so stark dass ich Schmerzmittel nehmen müsste.Meine Frage:würde Massage oder spezielle Physio oder Schwimmen ev Unterwassermassage etwas nützen,darf mit Blackroll den Rücken massieren? Danke

Patric Gross: Sie dürfen auf alle Fälle versuche die Blackroll anzuwenden, natürlich wäre auch eine gezielte Physiotherapie hilfreich. Falls dies keinen Erfolg bringt muss aber eine Spinalkanalstenose gesucht/ausgeschlossen werden, hier sind wieder andere Therapien inkl. spezielle Injektionen möglich.

Ich hatte vor 2 1/2 Jahren einen akuten Bandscheibenvorfall im Halswirbelbereich. Die Schmerzen gingen mit Tabletten, Diclofenac-Spritzen, Physiotherapie fast weg. Das Gefühl in den Fingern ist nie mehr ganz zurückgekehrt. Gibt es Hoffnung, dass das Gefühl wieder ganz zurückkehrt mit der Zeit oder ist das nur mit einer OP möglich? Je nach Tätigkeit kommen Schmerzen im Wirbelbereich sporadisch, aber es sind bisher kaum mehr Schmerzmittel nötig geworden.

Patric Gross: Falls die starken Armschmerzen nicht mehr auftreten ist eine Operation sicherlich nicht hilfreich. Die Nerven wachsen extrem langsam nach und das Einschlafen können auch nach Jahren sich noch verbessern. Es gibt aber auch an den Händen andere Gründe für eingeschlafene Finger, das muss natürlich ausgeschlossen sein (Hausarzt, evtl.Neurologe)

Guten Abend. Ich habe bei gewissen Bewegungen und im sitzen stechende Schmerzen und einen konstanten Zug im eher rechten Lenden/ Beckenbereich der über das Gesäss und in die Rückenstrecker ausstrahlt. Wie viel Schmerz sollte man aushalten? Ab wann besteht ein Verdacht auf Bandscheibenvorfall? Aus beruflichen Gründen ist es mir nicht möglich mich körperlich zu schonen. Sollte man sich überhaupt schonen, oder hilft es eher wenn man Übungen macht? Danke für die Antwort.

Martin Sailer: Generell empfehle ich, bei Schmerzen, die länger als 6 Wochen bestehen, den Rücken sehr gerade zu halten und nicht zu beugen und zu drehen für weitere 6 Wochen. Bei Schmerzen, die die Lebensqualität einschränken, empfehle ich, Ihren Hausarzt zu kontaktieren. Ein Bandscheibenvorfall besteht bei Schmerzen die zB von Gesäss über Hüfte in die Leiste ausstrahlen. Ja, Schonung ist für eine angeschlagene Bandscheibe wichtig. Mind. 8h Schlaf bzw. Lieben pro Nacht hiflt der Bandscheibe sich zu erholen.

Sehr geehrte Herren, vor ca. 2 Monaten hat man bei mir mit MRI einen Bandscheibenvorfall fesgestellt. Nach einer CT-gesteuerten Infiltration sind die Schmerzen (Ischias) weitgehend verschwunden. Seit 2 Wochen mache ich die Physiotherapie, Fuss ist noch teilweise taube, jeden morgen gibts "Kribbeln" im Bein und die Muskeln bekommen langsam ihre Kraft zurück. Frage: wann kann ich mit Fitness und Joggen wieder anfangen? Vielen dank.

Iris Wehrle: Die Physiotherapeutin, oder der Therapeut, der sie momentan behandelt, kann das am besten beurteilen, denn sie oder er hat sie ja bei der ersten Konsultation gründlich untersucht. Da es wichtig ist, bevor man mit Fitnesstraining und Joggen wieder beginnt, die tiefe stabilisierende Muskulatur mit gezielten Übungen wieder effizient zu machen, sollten Sie diesen Aufbau mit der behandelnden Therapeutin besprechen. Sie wird Ihnen sagen können, wann der richtige Zeitpunkt ist....und auch dann gilt: das Training langsam und in kleinen Schritten aufzubauen, damit man gut beurteilen kann, wie die Bandscheiben und der Nerv darauf reagieren.

Guten Abend Welche Erfahrungen hat man mit Neurostimulatoren in der Schmerztherapie wenn Operationen nicht helfen?? Herzlichen Dank

Patric Gross: Zuerst muss die genaue Schmerzursache gezielt gesucht werden. Falls es keine gezielte Behandlung gibt (atypische Beschwerden, Vernarbungen oder andere Gründe) kann ein Schmerzspezialist Tests machen, ob ein Neurostimulator bei Ihnen wirken kann. Es ist eine Methode unter vielen...

Ich habe seit 9 Jahren Schmerzen im Rücken. Jedoch erst seit ca 4-6 Monaten ausstrahlung in die Beine. Seit Ende Juli habe ich die Diagnose Bandscheibenvorfall L5 S1 mit leichtem Druck auf die Nerven. Meine Therabeutin hat mir gesagt das die Schmerzen in den Beinen von den verspannten Muskeln kommen und nicht von der Bandscheibe. Kann es sein das nebst der Bandscheibe die auf den Nerv drückt auch die Muskeln schmerzen?

Martin Sailer: Immer wieder höre ich, dass ein "Therapeut" die Ursache kennt, ohne genau abgeklärt zu haben. Vorsicht: Immer als erstes eine präzise Diagnose stellen. Erst mit der richtigen Diagnose kommt die richtige Therapie. Eingeklemmte Nerven machen elektrisierende, stechende Schmerzen, die allerdings von Muskelkater im Bein manchmal nur schwierig zu unterscheiden sind. Da benötigt es eine Untersuchung und ein MRI.

Hatte im april solche operation konnte infilge taubheitsgefühl nicht mehr laufen geht jetzt im moment mit entengang jedoch keine langen strecken. Mache schwimmen physiotherapie sowie fitnesstudio wie lange muss ich rechnen bis normalzustand danke

Patric Gross: Haben Sie Geduld, oft dauern Lähmungen Monate (bis Jahre). Man kann die fehlende oder schlechte Funktion mit gezieltem Training oder speziellen Schienen verbessern. Manchmal ist auch eine intensive Rehabilitation unter stationären Bedingungen sinnvoll. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt oder Wirbelsäulenspezialist.

Guten AbendSchön, dass dieses Thema aufgenommen wird.Ich habe nur einen kleine Bandscheibenvorfall gehabt, aber leider grosse Störungen im rechten Bein. Während 3 Jahren wurde immer wieder konservativ behandelt in der Meinung, dass alles so gut wird. Wurde es aber nicht. Nun ist es so, dass mein rechtes Bein vor allem in der Nacht nach ca 1.5 bis 2.5 Stunden schlaf mich wach macht. Kein Gefühl im Fuss und schmerzen die mich fast verückt machen. Ohne Morphium keine Chance mehr. Leider. Es wurde dann endlich operiert worden. Leider ohne Erfolg, nein, es wurde sogar schlimmer. Nun ist es soweit, dass von S1 bis LW 3 versteift wird. Meine Frage: Hätte dies mit einer früheren OP verhindert werden können?Das ich mit 63 verzweifelt bin ist sicherlich verständlich.Danke für diese Sendung.

Martin Sailer: Vor einer Operation empfehle ich generell eine Zweitmeinung. Eine frühere Operation kann häufig die Beschwerden früher kontrollieren: wenn es wirklich eine Operation braucht, sollte man so schnell wie möglich operieren. Meine Erfahrung ist allerdings, dass es sehr viele alternative Therapien gibt. Haben Sie schon Neuraltherapie versucht? Auch die Länge/Grösse einer Operation ist wichtig. Je länger und grösser eine Operation ist, desto mehr Komplikationen können auftreten.

Welchen Stellenwert hat eine Cortisoninfiltration? Wann macht diese Sinn und wann sollte man mehr Zeit in Physio und Ruhe investieren?

Patric Gross: Oft können gezielte Infiltrationen direkt am Ort des Problems an der Wirbelsäule die lokale Entzündung, und damit auch die ausstrahlenden Schmerzen sehr gut bekämpfen. Manchmal kann erst die Schmerzlinderung durch eine Infiltration erst eine intensivere Physiotherapie ermöglichen. Nur Ruhen und warten nützt leider kaum etwas, bereits in 2 Wochen verlieren Sie bis zu 30% der Muskelmasse (am Rücken nicht sichtbar)!

Ich frage mich schon lange, ob es noch keine valablen Ersatz für eine kaputte Bandscheibe gibt. Was wissen Sie darüber. Vielen Dank

Patric Gross: Ein gleichwertiger Ersatz existiert leider nicht. Das Altern der Bandscheibe ist ein natürlicher Prozess, der oft keine Probleme macht. Auch eine Bandscheibenprothese kann nie die gleiche Funktion bieten, gute Langzeituntersuchung fehlen leider noch. So bleibt oft nur die Versteifung (Spondylodese), die natürlich nie ein Ersatz der ursprünglichen Bandscheibe sein kann aber bei guter vorgängiger Analyse eine Schmerzlinderung bringt. Zusätzlich helfen kann Ihnen eine gut ausgebildete stützende Muskulatur.

Vor zwei Jahren erlitt ich einen Bandscheibenvorfall, den ich während über einem Jahr konventionell therapierte. Dies war erfolglos, daher erfolgte eine Operation. Ich war ein Jahr schmerzfrei. Vor zwei Monaten setzten allerdings wiederum starke Schmerzen im Rücken und Ausstrahlungen ins Bein ein. Ein MRI zeigt nun, dass ein noch grösserer Bandscheibenvorfall L5/S1 vorhanden ist. Ebenfalls ist zu sehen, dass das Wirbelgelenk weiter oben L4/5 sich selber versteift hat. Operation? Versteifung?

Martin Sailer: Bei eindeutig eingeklemmtem Nerv empfehle ich eine direkte erneute operative Nervenbefreiung. Bisherige Studien zeigen, dass eine erneute Operation gut machbar ist. Eine Versteifung ist nur bei starken bewegungsabhängigen Rückenschmerzen sinnvoll. Dazu helfen Funktionsaufnahmen der Lendenwirbelsäule, um das zu entscheiden. Wenn die Ausstrahlungen ins Bein zentral für Sie sind, sollte als erstes alleinig der Nerv entlastet werden.

Guten Abend ich habe an drei Stellen einen Bandscheibenvorfall Plus starke Arthrose die verknöchert ist. Also auch die Spinalkanalstenose. Meine im Moment grössten Probleme sind die Verspannungen im Bauchbereich, dies führen soweit, dass mein Asthma schlimmer wird und ich das Gefühl habe ein Seil schnürt mir die Körpermitte durch. Kommt dies alles vom Rücken? Ich nehme jetzt einen Muskelentspannung doch dies hilft nicht. womit hat dies nach ihrer Erfahrung zu tun? Besten Dank für ihr Antwort.

Iris Wehrle: Leider verursachen Bandscheibenprobleme zusammen mit einer Spinalkanlastenose oft sehr ausgeprägte und umfassende Beschwerden. Dabei kann es zu Ausstrahlungen in den Bauchbereich mit Verspannungen kommen. Die manuelle Triggerpunktbehandlung, die von Physiotherapeuten angewendet wird, ist eine effiziente Methode, um muskuläre Verspannungen zu lösen. Es sollte aber zuerst durch einen Arzt abgeklärt werden, ob keine andere Ursache für die Beschwerden im Bauch vorliegt. Danach kann man durch die physiotherpeutische Funktionsuntersuchung herausfinden, ob die Verspannungen der Bauchmuskulatur zu Ihren Schmerzen führen, oder ob es Ausstrahlungen von den Wirbelgelenken, oder den Bandscheiben sind. Auch diese kann man durch manuelle Mobilisation versuchen zu beeinflussen. Es ist erfahrungsgemäss bei einer Spinalkanalstenose nicht ganz einfach, aber einen Versuch wert.

Vor 1 1/2 jahren wurde ich operiert.der nervenschmerz im bein blieb bis heute bestehen und beeinträchtigt mein alltag erheblich als mutter und hausfrau.in den nachkontrollen sowie dieses jahr in der reha wurde mir gesagt,dass es fivty-fivty chance auf heilung gibt.die schmerzen werden je nach belastung mehr.gibt es nicht noch eine möglichkeit diese beschwerden loszuwerden?

Martin Sailer: Guten Abend. Ihre Beschreibung spricht für die Kontaktaufnahme zunächst mit Ihrem Hausarzt, dann je nach Befund mit einem Wirbelsäulenspezialisten. Was wurde bei Ihnen genau operiert? Hatten Sie schon Funktionsaufnahmen? Könnte eine neue Instabilität oder Nerveneinklemmung vorliegen? Grundsätzlich gibt es für all diese Situationen Lösungen und Therapien.

Ich hatte vor 4 Jahren ein Bandscheiben Vorfall mit nerv eingeklemmt und der schmerz strahlte ins bein...es waren die 3 letzten Wirbel unten wo sehr abgenützt sind. Ich habe es mit Chiro und Physio hin bekommen das die Hernie weg geht. Nun ist mein Problem so das ich nicht lange stehen kann nicht lange sitzen weil ich nach 2-3 Std. schmerzen bekomme . Ich bin auf Job suche und es ist sehr schwierig was zu finden was ich nur für 2-3 Std. arbeiten kann . Was empfehlen sie.!?????

Patric Gross: Falls die ausstrahlenden Schmerzen besser sind sollte versucht werden mit einem gezielten Training die Belastbarkeit gesteigert zu werden. Allgemein besteht nicht unbedingt eine anhaltende reduzierte Belastbarkeit bei Bandscheibenproblemen. Werner Günthör wurde mit einem Bandscheibenschaden Weltmeister im Kugelstossen, geholfen hat ihm die gute Muskulatur. Ideal sind im Allgemeinen wechselbelastende, leichte bis mittelschwere Tätigkeiten mit der Möglichkeit zu Positionswechseln. Das ist natürlich stark abhängig von Ihrer Ausbildung und Ihrem Alter. Fragen Sie Ihren Hausarzt.

+++Im Bericht vermisse ich die Erwähnung der FM-Alexander-Technik+++

Guten Abend, ich habe wegen Rückenschmerzen infolge 3 Bandscheibenvorfällen schon 3x eine Kortisonspritze erhalten. Nach einer Spritze geht es mir jeweils für ein paar Monate gut. Mir ist aufgefallen, dass heute Abend niemand über diese Behandlungsart gesprochen hat. Wie beurteilen Sie sie? Danke für Ihre Antwort und freundliche Grüsse

Martin Sailer: Infiltrationen sind sehr wertvoll und ich habe die Erwähnung auch vermisst. Die Stärke der Infiltrationen ist, dass sie sehr schnell und präzis gemacht werden (ich mache täglich Infiltrationen). Ebenso sind sie wichtig für die Diagnose, weil sie helfen, den korrekten Punkt und eine Diagnose zu treffen. Die Schwäche ist, dass schwer eingeklemmte Nerven oder schwere Arthrosen damit selten langfristig geheilt werden können.

Guete Abe Ich habe im 2010 eine Bandscheibenlädashion nach 3 Monaten Physio - und Krafttraining operieren müssen beim Spezialisten. Seit dem bin ich schmerzfrei. Ebenfalls treibe ich wieder Ski und Langlaufen Bike Wandern und auf Rat des Arztes Joggen auf weichen Untergrund. Zudem beuge ich manchmal wenn schlechter geht - müder unterer Rücken Rumpftraining. Die Spitze des Eisbergs ist momentan zu meiner Zufriedenheit instand gestellt. Darf ich weiterhin mein Hobby ausbauen ...Merci vielmals

Iris Wehrle: ...zum Ausbau der Hobbies würde ich sagen, dass sich Bewegung in der Regel positiv auswirkt. Wichtig beim Training ist, dass man nur so weit geht, dass man nach dem Training und auch am nächsten Morgen keine Beschwerden im Sinne von Rückenschmerzen, Steifigkeit im Rücken, etc. verspürt. Mit Gewichts-Übungen, die den Rücken beugen, wäre ich etwas vorsichtig, weil sie die Bandscheiben belasten können. Weiterhin alles Gute!

Ich habe ( 69 )seit ca. 5 Wochen Schmerzen vom Rücken ausgehend seitwärts hinunter im linken Bein bis zu den Füssen. Manchmal beim Sitzen oder auch spazieren kommen diese Schmerzen. Mein jetziger Hausarzt meinte, ohne einen genaueren Untersuch, das dies der Ischiasnerv sei und gab mir Schmerztabletten und Hinweis, dass man nur eine Spritze, gezielt während eines MRI, Linderung verschaffe. Stimmt dies und was hat der Ischiasnerv mit Bandscheibenvorfall gemeinsam?

Patric Gross: Das könnte ein Bandscheibenvorfall sein, der auf einen Nerv drückt und Schmerzen im Bein verursacht ("Ischias"). Es gibt aber auch andere Diagnosen wie verspannte Muskulatur, Spinalkanalstenose. Ein genauer Untersuch (klinisch, danach evtl.MRI und Röntgenbild) ist wichtig, wenn die Schmerzen nach dieser langen Zeit noch nicht besser geworden sind. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt oder suchen Sie einen Wirbelsäulenspezialisten zur Abklärung auf.

Guten Abend, ich habe mich für eine Versteifung der Wirbelsäule entsvhieden, da ich mda die schmerzen unerträglich geworden sind nach einer Infiltration. Meine frage, der Eingriff erfolgt über en Bauch und nicht über den Rücken. Ist diese Methode risikoreicher?

Martin Sailer: Grundsätzlich ist die Operation von hinten der Standard, weil dabei der Spinalkanal unter Mikroskopsicht befreit werden kann. Die Operation von vorn allein ist schwierig, weil die Stabilisierung nach medizinischen Studien am besten erfolgt, wenn hinten Schrauben sind. Ich rate von einer Operation ab, bei der nur vorn ein Implantat gesetzt wird.

Sind ständige Schmerzen am Ischiasnerv ein Zeichen von Bandscheibenvorfall?

Patric Gross: Nicht immer ist die Bandscheibe verantwortlich, es gibt auch andere Gründe (knöcherne Einengungen, Wirbelverschiebung etc.) welche Nervenschmerzen im Bein machen können. Doch oft sind es gar nicht die Nerven selber, auch die Muskeln oder Gelenke können manchmal ähnliche Symptome verursachen. Eine genaue Untersuchung ist wichtig!

Guten Abend , am nächsten Dienstag 08.11.16 wird bei mir auch ein Bandscheibenvorfall opperiert. Ich habe Lähmungserscheinungen im linken Bein welche sich punkto schmerzen zumindest Tags in grenzen halten.Ich habe aber auch probleme mit dem Wasser lösen und muss nachts 2 - 4 mal auf die Toilette. Eine Aerztin im Inselspital sagte mir das dieses Problem auch mit dieser Diskusshernie im zusammenhang sein kann. Eine Untersuchung im Mai 16 beim Urologen hat alles für normal gehalten.

Martin Sailer: Wenn Sie Urin verlieren, ohne dass Sie das wollen, sollten Sie sofort einen Arzt im Notfall aufsuchen. Diese Situation ist allerdings selten. Wie alt sind Sie? Männer haben häufiger die Situation, dass sie in der Nacht auf die Toilette müssen. Es ist richtig, dass Bandscheibenvorfälle die Blasenfunktion beeinträchtigen können. Häufiges nächtliches Wasserlösen bei Prostatavergrösserung wird dagegen nicht durch eine Operation verbessert. Je grösser die Diskushernie im MRI ist, desto grösser ist das Risiko auf eine Blasenstörung. Bei kleiner Hernie ist eine Blasenstörung sehr selten.

Chat-Admin: Der Chat ist beendet. Das Interesse war riesig - vielen Dank dafür! Leider konnten deswegen bei Weitem nicht alle Fragen beantwortet werden. Dafür bitten wir um Verständnis. Weitere Informationen finden Sie hier: http://www.srf.ch/sendungen/puls/diskushernie-trend-zur-operation-ungebrochen

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen