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Legende: Dorothea Horschik, Barbara Jakopp, Steve Pascolo und Anda-Petronela Radan srf
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Covid-19-Impfung «Müssen wir uns künftig halbjährlich impfen lassen?»

Dorothea Horschik, Barbara Jakopp, Steve Pascolo und Anda-Petronela Radan haben Ihre Fragen beantwortet.

Fachpersonen im «Puls»-Chat

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Dr. Dorothea Horschik
Leitende Ärztin
Medizinische Poliklinik
Kantonsspital Winterthur

Dr. Barbara Jakopp
Oberärztin mbF Infektiologie und Spitalhygiene / Allgemeine Innere und Notfallmedizin
Leiterin Reisemedizin
Leiterin Impfzentrum
Kantonsspital Aarau

PD Dr. Steve Pascolo
Immunologe
Forscher mRNA-basierte Therapien
Universitätsspital Zürich

Dr. Anda-Petronela Radan
Fachärztin Gynäkologie und Geburtshilfe
Oberärztin Universitätsklinik für Frauenheilkunde
Inselspital Bern

Die folgenden Informationen und Aussagen entsprechen dem Wissensstand während der Durchführung des Live-Chats. Aktuelle Informationen zur Corona-Pandemie finden Sie auf srf.ch/coronavirus und in der SRF News App

Chatprotokoll

Ich bin genesen und bin 3 bzw. 4 Monate nach der Covid- Infektion mit Moderna voll geimpft. Bräuchte ich die 3. Impfung, falls es generell empfehlen würde?

Anda-Petronela Radan: Nein, eine 3 Impfung nach COVID Infektion und kompletter Impfung ist aktuell nicht empfohlen. Für eine Immunität nach Infektion reicht gemäss aktueller Studienlage 1 Impfung.

Um die Imquote zu erhöhen, wäre es wichtig, den Impfstoff wählen zu können. Ab wann ist eine Protein Impfstoff verfügbar?

Dorothea Horschik: Die beiden in der Schweiz zugelassenen mRNA-Impfstoffe sind medizinisch gesehen gleichwertig, daher gibt es keine Impfstoff-Wahl zwischen den beiden. Wie es mit der Zulassung weiterer Impfstoff (nicht-mRNA) steht, ist weiterhin noch offen.

Ist die Angst vor der Coronaimpfung berechtigt? Wenn nein, wie kann man jemand beruhigen?

Dorothea Horschik: Bei millionenfacher Anwendung sind Covid-Impfungen sicher, das zeigen unzählige Studien Es ist wichtig, dass der grosse Nutzen der Impfung verglichen wird mit der Morbidität (Krankheit) und Mortalität der Covid-Erkrankung und nicht mit den selten schwerwiegenden Nebenwirkungen, die i.d.R. gut behandelt werden können.

Unsere bald 13 jährige Tochter befindet sich in einer sogenannten konstitutioneller Wachstumsverzögerung. Das heisst, sie ist in der körperlicher Entwicklung noch ein Kind und sehr leicht, ein Finöggeli. Meine Frage: Was bedeutet es, sich impfen zu lassen, wenn der Startschuss für die Pubertät noch auf sich wartet? Was bedeutet es für das Wachstum? Und ist die Dosis-Menge nicht zu viel für einen noch Kinder-Körper? Gibt es eine Kilo Angabe für die Dosis-Menge? Danke für die Antwort!

Dorothea Horschik: Die beiden in der Schweiz zugelassenen Impfstoffe (Comirnaty und Spikevax) wurden ab 12 Jahre zugelassen in gleicher Dosis und Anzahl

Hallo, Gibt es von der wissenschaftlichen Seite schon genügend Daten und Untersuchungen für eine Impfempfehlung für Schwangeren? Vielen Dank

Anda-Petronela Radan: Es gibt immer mehr Beweise für die Sicherheit und Wirksamkeit der COVID-19-Impfung während der Schwangerschaft. Diese Daten deuten darauf hin, dass die Vorteile einer COVID-19-Impfung alle bekannten oder potenziellen Risiken einer Impfung während der Schwangerschaft überwiegen. Die Empfehlung ist klar: impfen! Die Empfehlung seitens der BAG wird in den nächsten Tagen aktualisiert und für alle Schwangeren erweitert (das heisst nicht nur für Schwangeren mit chronischen Erkrankungen).

Was muss ich als stillende Mutter beachten, wenn ich mich impfen lasse? Ist Moderna auch möglich? Wie verhält sich der Impfstoff beim Neugeborenen?

Anda-Petronela Radan: Sie können sich ohne Bedenken während der Stillzeit impfen lassen. Für Erkenntnisse über die Übertragung des Impfschutzes auf das Ungeborene ist noch zu früh. Erste Daten aus den USA zeigten, dass dies möglich wäre.

Guten Tag 15 1/2 jährige Tochter nimmt seit 2 Monaten die Antibabypille Qlaira (wegen starken Mensbeschwerden, verträgt sie gut) und muss in der Zeit zwischen Oktober-Dezember die zweite Hepatitis A/B-Impfung machen. Kann man so auch noch die Coronaimpfung machen oder ist es nicht etwas viel für den Körper/Organismus?

Anda-Petronela Radan: Guten Abend. Ihre Tochter kann sich während der Einnahme der Antibabypille impfen lassen. Die gleichzeitige Hapatitis-Impfung stellt kein Problem dar!

Hallo, Welche Impfungen sind in der Schweiz genehmigt?

Anda-Petronela Radan: Guten Abend. Die mRNA-Impfstoffe Comirnaty® (von Pfizer / BioNTech) und Spikevax® (von Moderna)

Grüezi. Ich bin im November 2020 positiv auf Corona getestet worden und fühlte mich auch richtig krank. Mitte August 2021 habe ich meine erste Coronaimpfung erhalten. Im Impfzentrum hiess es, ich bräuchte trotzdem zwei Impfungen, weil meine Erkrankung länger als 6 Monate her sei. Andere sagen nun, ich brauche nur eine Impfung. Was stimmt denn?? Mir geht es nicht um das Zertifikat oder um Reisen zu können, ich möchte einfach optimal geschützt sein. Ich habe keine anderen Erkrankungen, bin gesund

Barbara Jakopp: Guten Abend. Für eine gute Immunität reicht 1 Impfung nach Infektion. Gemäss den neuesten Empfehlungen 3 Monate nach Infektion.

Ich bin geimpft und frage mich je länger je mehr, warum wir Geimpften (mit beinahe 100% Schutz) immer noch eine Maske tragen müssen? Meine Solidarität den Ungeimpften gegenüber schrumpft von Tag zu Tag. Die Ungeimpften sind ja nicht solidarisch, wenn sie sich strikte weigern zu impfen.

Dorothea Horschik: Die beiden in der Schweiz zugelassenen Impfstoffe schützen zu einem hohen Prozentsatz, aber nicht 100%. Gerade auch bei der Delta-Variante können Geimpfte angesteckt werden, aber sind vor schweren Verläufen und Hospitalisationen hochprozentig geschützt. Um das Virus nicht weiter zu verteilen, müssen bei naher Distanz auch weiterhin Masken getragen werden.

Müssen wir in Zukunft damit rechnen, uns halbjährlich impfen zu lassen

Barbara Jakopp: Guten Abend. Dies ist noch nicht absehbar. Die aktuellen Daten zeigen einen guten Schutz von einem Jahr bei nicht Immunsupprimierten nach kompletter Impfung.

Wenn ich bei den ersten beiden Impfungen mit Pfizer geimpft wurde, muss der dritte Impfstoff auch Pfizer oder kann es auch Moderna sein?

Barbara Jakopp: Die aktuelle Empfehlung ist, dass erneut der gleiche Impfstoff verwendet wird.

Guten Tag, unsere 11-jährige Tochter ist seit gestern positiv getestet. Sie wollte sich eigentlich nach ihrem Geburtstag im Oktober impfen lassen. Wie sieht nun ihr Impfschema aus? Mit freundlichen Grüssen

Anda-Petronela Radan: Guten Abend. Die Impfung sollte ab 4 Wochen nach Infektion (d.h. 4 Wochen nach positivem Test abwarten), aber innerhalb von 3 Monaten nach bestätigter Infektion, erfolgen. Nach durchgemachter Infektion reicht eine Dosis aus.

Guten Tag, 1. wie ist die Quarantäne nach Kontakt mit einer positiv getesteten Person für vollständig geimpfte Personen geregelt? 2. bis wann ist mit einer Impfung für Kinder jünger als 12 Jahre zu rechnen? Vielen Dank.

Dorothea Horschik: 1. Frage: ich empfehle die Seite https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/ausbrueche-epidemien-pandemien/aktuelle-ausbrueche-epidemien/novel-cov/isolation-und-quarantaene.html#1232915568 (Unter bestimmten Voraussetzungen müssen Sie nicht in Quarantäne. Unten finden Sie die Ausnahmen aufgeführt.). 2. Frage: Pfizer und Moderna sind daran, weitere Studien für Kinder jünger als 12 Jahre durchzuführen. Whs ist mit einer Impfung im nächsten Jahr zu rechnen.

Ich selbst wurde bereits im Februar 2021 gegen Covid-19 geimpft und gelte als Patient mit Behandlung mittels Immunsuppressiva wegen meiner Krankheit Morbus Bechterew als sogenannter Risikopatient. Vor einem Monat liess ich Test auf «anti-Spike-Antikörper» machen, welcher Nukleokapsid IgG-AK von 9.52, Spike Protein 1 IgG-AK von 1.25 sowie Spike Protein 2 IgG-AK von 1.12 ergab. Macht bei diesen Werten eine 3. Impfung Sinn oder kann ich noch zuwarten? Herzlichen Dank im Voraus für Ihre Antwort.

Barbara Jakopp: Guten Abend. Wichtig ist der cut-off, der Referenzwert welcher vom Labor angegeben wird. Ist der Wert negativ oder grenzwertig, ist eine 3 Impfung empfohlen.

Ich bin zwei Mal geimpft (Nr 2 im Mai) , nehme seit zwei Jahren ein Cortisonpräparat (Predisolon). Wann soll/kann ich einen Booster kriegen? Danke!

Barbara Jakopp: Falls Sie Prednisolon über 20 mg am Tag über den genannten Zeitraum einnehmen ist eine 3 Impfung nach Anti-Spike-Antikörperbestimmung empfohlen, wenn der Titer negativ oder grenzwertig ist.

Ich wurde an einem Nachmittag mit Moderna geimpft. Bis am Abend ging es mir gut. In der Nacht hatte ich sehr starke Gliederschmerzen sowie starke Hitzeschübe und Kälteschübe. Am Morgen nach dem aufstehen bin ich zusammengebrochen. Im Spital hiess es kann passieren, im Impfzentrum hiess es, das sei schon nicht die Regel. Ich weiss mittlerweile von sicher 4 Personen, denen das auch passiert ist. Niegends habe ich davon als Nebenwirkung gelesen... was ist denn da bei mir schiefgegangen?

Dorothea Horschik: Nebenwirkungen wie Fieber und Schüttelfrost sind bei Moderna/Pfizer häufig. Je nach Grunderkrankungen oder Medikamenten kann eine solche Situation zu solchen Beschwerden führen, wie Sie beschreiben. Wichtig ist, dass übermässige Impfreaktionen der Swissmedic gemeldet werden (durch Ärzte und Patienten möglich).

Ich hatte im Januar 2021 Covid-19. Also bin genesen und hatte im Juni eine Impfung. Wie lautet die Empfehlung für Genesene und 1x geimpfte, ab wann sollte eine zusätzliche 2. Impfung (Booster) erfolgen? Gibt es Studien ob bei genesenen+ 1x Geimpften der Schutz gleich gut ist wie bei 2x Geimpften?

Barbara Jakopp: Die Studien zeigen einen ebenso guten Schutz nach Infektion und 1 Impfung wie nach 2 Impfungen. Gemäss aktuellen Empfehlung ist zurzeit keine 3 Impfung empfohlen.

Warum gibt es in der Schweiz nur mRNA Covidimpfungen? Wann wird es Novawax geben?

Barbara Jakopp: Diese 2 Impfstoffe wurden in der Schweiz bereits zugelassen, wann Novavax zugelassen wird ist noch ausstehend.

Welche Inhaltsstoffe werden an den Fetus bei einer covid-Impfung in der Schwangerschaft (3. Drittel) übertragen? Wenn ja, in welchem Umfang? Werden jene Stoffe beim Fetus/Neugeborenen wieder abgebaut?

Anda-Petronela Radan: Guten Abend. Es gibt erste Studien die zeigen, dass Feten von geimpften Müttern Antikörper im Nabelschnur aufweisen (im Sinne einer Übertragung). In welchem Ausmass diese Antikörper das Neugeborene vor einer Infektion schützen, und für wie lange diesen Schutz halten könnte, ist noch offen.

Wirkt die Impfung zu 94 % gegen die Delta-Variante? ist es immer noch die gleiche ( unveränderte) Impfung wie seit 12.20 ? Muss ich als Genesene mit den gleichen Nebenwirkungen ((Phlebitis) wie bei der Erkrankung rechnen?

Steve Pascolo: Der BIONTECH/PFIZER-Impfstoff (heute derselbe wie im letzten Jahr) bietet 88 % Schutz gegen die Delta-Variante

Wie sieht es mit der Zulassung von alternativen Impfstoffen aus (z.B. Novavax, Sputnik etc.)? Besteht nicht die Chance, dass wenn eine Wahl getroffen werden kann, auch die Impfbereitschaft steigen wird?

Steve Pascolo: Vom Design her (transiente Moleküle) ist mRNA das sicherste Format für Impfstoffe (sicherer als DNA: AstraZeneca oder Sputnik V). Proteine (z. B. Novavax-Impfstoff) enthalten auch Verunreinigungen (Allergierisiko). Die mRNA-Impfstoffe bieten den höchsten Schutz gegen COVID19 (mehr als das rekombinante Adenovirus von AstraZeneca) und das beste Sicherheitsprofil (besser als das rekombinante Adenovirus von AstraZeneca)

Im Dezember 2020 hatte ich Corona ohne offizielle Bestätigung. 6 Monate später im Mai 2021 habe ich mich auf Antikörper getestet und genug nachgewiesen. Im Dezember 2021werde ich dies nochmals machen und schauen was heraus kommt. Ich kenne einige Leute die Antikörper getestet haben und darum auch nicht Impfen wollen. Über das wird aber in Medien nicht berichtet, ebenso nicht, dass dies auch eine Möglichkeit zum eigenen Schutz ist. Wieso wird dieser Weg nicht auch als Möglichkeit aufgezeigt?

Steve Pascolo: Die durch die Infektion entwickelten Antikörper schützen möglicherweise nicht gut gegen Varianten. Die bisherigen mRNA-Impfstoffe bieten einen guten Schutz gegen Varianten.

Mein Mann war im Januar «21 positiv und lag drei Tage im Bett. Wir konnten aufgrund unserer Wohnverhältnisse keine Isolation durchführen. Ich wurde jedoch nicht krank. Warum sollte er oder ich sich jetzt noch impfen? Wir sind doch jetzt beide mit Antikörper ausgestattet? Leider zählt dies «zertifikatstechnisch» nichts und erleichtert uns den Alltag nicht. Darin sehen wir einen unterschwelligen Impfzwang.

Steve Pascolo: Der Impfstoff verstärkt die durch das Virus ausgelöste Immunität stark. Er bietet einen viel höheren Schutz, insbesondere gegen neue Varianten (Ihre Infektion muss Sie nicht unbedingt gegen alle Varianten schützen, der Impfstoff zeigt bisher, dass er dies tut).

Wie weit ist die Blutgruppen Untersuchung fortgeschritten, aus der zu Anfang hervorging, das Blutgruppe 0 z.B.( ich habe diese) gegen Corona immun sind. Ich bin geimpft, jedoch nur mit Wohlwollenden Worten meiner Familie. :-) Ansonste gehörte ich inzwischen zu den Verschrieenen :_)

Barbara Jakopp: Diesbezüglich gibt es keine grossangelegten Studien und der Klinikalltag wiederlegt diese These. Auch mit Blutgruppe 0 ist eine komplette Impfung empfohlen.

Guten Tag. Weiss man schon, ob und wenn ja ab wann die Impfung mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson in der Schweiz möglich sein wird?

Barbara Jakopp: Der Johnson Impfstoff ist in der Schweiz zugelassen, eine Empfehlung zum Einsatz von BAG/EKIF ist noch ausstehend. Aktuell wird er noch nicht importiert.

Frage im Hinblick auf Impfung während der Schwangerschaft: Ich habe gelesen, dass Impfungen eines Viren-Stammes, möglicherweise das Andocken von Mutationen des Virus im Körper begünstigen könnten. (z.B. Dengue Impfung bei Kindern) Ist dies auch bei der Corona Impfung ein mögliches Szenario?

Anda-Petronela Radan: Nein, es gibt keine Daten, die darauf hinweisen. Wiederum gibt es immer wie mehr Beweise, die für die Sicherheit der Impfung in der Schwangerschaft sprechen. Diese Daten deuten darauf hin, dass die Vorteile einer COVID-19-Impfung alle bekannten oder potenziellen Risiken einer Impfung während der Schwangerschaft überwiegen.

Guten Tag Ich bin genesen und hatte einen milden Verlauf. Bald werde ich keine Antikörper mehr haben. Wie hoch ist das Risiko für einen schweren Verlauf, wenn ich mich nocheinmal anstecke? Bzw. welches Risiko ist höher – schwerer Verlauf oder Impfschaden? Und eine zweite Frage: Man liest sowohl, dass Ungeimpfte das Virus schneller bekommen und weitergeben als Geimpfte, als auch dass es keinen Unterschied gibt. Was stimmt? Und welche Studien gibt es dazu?

Dorothea Horschik: Nach einer Covid-Erkrankung ist es wichtig, sich einmal impfen zu lassen (bei immunsupprimierten Patienten 2x), am besten innerhalb der ersten 3 Monate. Die Impfung wirkt dabei wie ein Booster und hat einen ausgezeichneten Schutz zur Folge. Ohne Impfung riskieren Sie nach einigen Monaten eine erneute Coronavirus-Infektion, die verglichen mit der Impfung ein höheres Risiko für Komplikationen und Long-Covid hat. Frage 2: die Ansteckung bei Ungeimpften ist ein Vielfaches höher als bei Geimpften. siehe Literaturverzeichnis in Impfempfehlung für mRNA-Impfstoffe gegen Covid-19 (Stand 26.08.21)

Manchmal oute ich mich im Berufsleben, dass ich doppelt geimpft bin. Fast jedes Mal kommt dann die Antwort: «Das schützt auch nicht vor Corona – man kann trotzdem an Corona erkranken und dies weitergeben.» Natürlich weiss ich von Impfdurchbrüchen. Genre würde ich den Impfunwilligen antworten, wie hoch ca. die Prozentzahl ist, dass ich geschützt bin und damit auch kaum andere anstecken kann. Also: Wie hoch ist ca der Schutz nach 2-3 Monaten nach der 2. Impfung? 80%? Oder nur 50%?

Barbara Jakopp: Der Schutz nach einer kompletten Impfung sowohl mit Moderna als auch mit Pfizer liegt bei 95% 2 Wochen nach der 2 Impfung.

Hi, Welche Impfnebenwirkungen sind offiziel erfasst

Dorothea Horschik: eine detaillierte Liste können Sie bei Swissmedic nachlesen: https://www.swissmedic.ch/swissmedic/de/home/news/coronavirus-covid-19/nebenwirkungen-covid-19-impfungen-update-3.html

Guten Abend, welche Zeitspanne empfehlen Sie nach einer Geburt sich Impfen zu lassen? Und was mich besorgt ist, ob eine Übertragung von geimpften Personen trotzdem stattfinden kann? Was sind diesbezüglich die aktuellen Daten/Meinungen?

Anda-Petronela Radan: Guten Abend. Sie können sich unmittelbar nach der Geburt impfen lassen, ohne Bedenken, auch wenn Sie stillen.

Grüezi, ich habe eine hereditäre Thrombozytopathie und sollte Analgetika wie z.B. Aspirin vermeiden. In SRF-Artikeln war zu lesen, dass eine mögliche Nebenwirkung der mRNA Impfung stärkere Menstruationsblutungen sind. Als Laie entsteht für mich der Eindruck, dass die Impfung einen Einfluss auf die Blutgerinnung hat. Da frage ich mich, ob in meinem Fall die Nebenwirkungen der Impfung nicht grösser einzustufen sind als der Impfschutz für mich (als Frau unter 40 gehöre ich nicht zur Risikogruppe)?

Barbara Jakopp: Bei Blutgerinnungsstörungen besteht keine Kontraindikation für eine mRNA Impfung und die Impfung hat keinen Einfluss auf die Blutgerinnung. Eine verstärkte Menstruationsblutung als kurzfristige mögliche Nebenwirkung der Impfung steht gegenüber einer schweren COVID Infektion, vor welcher Sie die Impfung schützt.

Welche Inhaltsstoffe können bei einer mRna-Impfung während der Schwangerschaft auf den Fetus übertragen werden? Bauen sich jene im Körper des Babys wieder ab?

Dorothea Horschik: Der mRNA-Impfstoff wird nicht auf den Foetus übertragen. Die vom mütterlichen Immunsystem produzierten Antikörper sind in der Nabelschnur im Blut nachweisbar, werden also übertragen. Wie gut dies auch zum Schutz des Neugeborenen beiträgt, ist weiterhin unklar, grundsätzlich aber denkbar (analog anderen Impfungen wie z.B. Keuchhusten).

Mit welche Nebenwirkungen muss in der Schwangerschaft gerechnet werden? Man hört immer wieder von Herpes Reaktivierungen nach der Impfung, unter anderem auch mit dem Herpes Zoster Virus. Was wären mögliche Gefahren für das ungeborene Kind, bei einer Herpes Zoster Reaktivierung?

Anda-Petronela Radan: Es gibt bereits erste veröffentlichte Daten bezüglich der Nebenwirkungen der Impfung in der Schwangerschaft. Schmerzen an der Injektionsstelle wurden von Schwangeren häufiger berichtet als vonnicht schwangeren Frauen, während Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Schüttelfrost und Fieber weniger häufig berichtet wurden. Eine Herpes zoster Reaktivierung wurde bei geimpften Schwangeren nicht vermehrt berichtet.

hallo, wann wird die durchgemachte krankheit, die laut srf und div. andern medien gleich gut wenn nicht besser schützt, anerkannt (symptomlos, mit antikörpertest nachgewiesen)?

Barbara Jakopp: Es gibt keinen Referenzwert für einen Antikörpertiter nach asymptomatischer Infektion um auszusagen, wie lange und wie gut Sie vor einer erneuten Infektion geschützt sind.

Die Fragen sind im Zusammenhang mit dem Booster.Ich bin 2xgeimpft (Jan./Feb. schwere COPD als Vorerkrankung.Es ist schwierig, Antikörper testen zu lassen. Ich kann mir vorstellen, dass das Antikörper-Level eine Indikation für einen nötigen Booster gibt.

Steve Pascolo: Nicht nur Antikörper schützen Sie, sondern auch T-Zellen. Die dritte Injektion wird Ihre Antikörper und Ihre T-Zellen-Immunität weitgehend erhöhen, so dass Sie gut gegen COVID19 geschützt sind.

Wann sollen sich Frauen impfen lassen, welche im August 2021 ein Kind geboren haben und stillen. Schadet die Impfung dem Kind?

Anda-Petronela Radan: Nach einer Geburt im August 2021 kann die Impfung ab sofort empfohlen werden, auch während der Stillzeit.

Ich bin so unsicher, ob ich meine Jungs (12,15) impfen lassen soll. Es entsteht immer ein grösserer Gruppendruck. Man weiss bis heute nicht, ob die Impfung Spätfolgen hat.

Dorothea Horschik: In der Diskussion ist wichtig, auch an «Spätfolgen einer Covid-Erkrankung» zu denken. Gemäss Studien ist die Covid-Impfung sicher, auch für Jugendliche! In der Situation einer Pandemie gilt es auch andere zu schützen, die ein hohes Risiko für eine schwere oder tödliche Erkrankung haben.

Guten Tag, ich habe seit Mitte August eine Trigeminus Neuralgie und nehme 5x75mg Pregabalin pro Tag. Kann ich mich trotzdem impfen lassen oder soll ich zuwarten, bis ich das Pregabalin reduzieren bzw. stoppen kann (was noch Wochen dauern kann)? Besten Dank!

Dorothea Horschik: Pregabalin stellt keine Kontraindikation für die Impfung dar. Ich empfehle Ihnen die Impfung durchzuführen. Bzgl. weiteren Faktoren/Medikamenten sollten Sie aber vorher Ihren Hausarzt kontaktieren.

Es wird immer wieder behauptet, der Impfstoff wird aus Embrios gewonnen. Ich bin ein überzeugter Impfbeführworter.

Steve Pascolo: mRNA-Impfstoffe werden aus Bakterienenzymen und Chemikalien hergestellt. Sie sind vegan. Für ihre Herstellung werden keine tierischen oder menschlichen Produkte verwendet.

Kann die Impfung mit dem MRNA-Impfstoff in 2 oder mehr Jahren Spätfolgen haben? Das das möglich ist, wird immer verschwiegen. Danke für die Auskunft

Steve Pascolo: Die mRNA-Moleküle werden innerhalb von Stunden nach der Injektion vollständig abgebaut.

Ich habe grosse Angst vor möglichen schwerwiegenden Impfreaktionen. Kann ich mir ein ärztliches Attest ausstellen lassen das wie ein Impfzertifikat vorgewiesen werden kann.? Ich bin psychisch krank, leide unter einer Panikstörung und Depressionen.

Barbara Jakopp: Sie können sich vom behandelnden Arzt ein entsprechendes Attest ausstellen lassen, allerdings berechtigt dieses Sie nicht zur Teilnahme zum Bsp. öffentlichen Veranstaltungen oder zum Reisen. Hier gelten die Bestimmungen des Veranstalters, bzw. des Reiselandes.

Ich möchte schwanger werden, bin noch nicht geimpft & mache mir über die Spätfolgen Gedanken, wenn ich mich jetzt vor der Schwangerschaft Impfen lassen würde. Gibt es Studien, welche belegen, dass beim Kind keine Spätfolgen durch eine Covid-Impfung auftreten können?

Anda-Petronela Radan: Gegeben der Wirkmechanismus und das Sicherheitsprofil von mRNA Impfungen, ist es vertretbar zu behaupten, dass diese zu keiner Beeibträchtigung der Eizellen führen (und somit zu keinen Spätfolgen bei einem noch nicht erzeugten Kind). Langzeitdaten gibt es natürlich noch keine, dafür ist es noch zu früh. Alles Gute!!

E.Z. Ich bin 73 und hatte meine beiden Impfungen mit Biontech im April/Mai 21. Was heisst nun ältere Person. Wäre bei mir eine dritte Impfung empfehlenswert? Ich bin gesund, hatte allerdiens eine Zoster Infektion nach der ersten Impfung, welchen schnell mit Virostatike gehandhabt wurde. In drei Tagen war es verschwunden.Vielen Dank.

Steve Pascolo: Eine dritte Dosis bietet Ihnen mit Sicherheit einen besseren Schutz: Sie erhöht die Neutralisierung aller Varianten um das 30-fache.

Meine 2.Impfung hatte ich am 30.03.2021. Jetzt habe ich gemäss Labortest einen Antikörper-Titer von 1536 (Stand 03.09.2021). Mich würde interessieren, ab welcher Anzahl Antikörper-Titer eine 3.Impfung von Vorteil wäre? Hat man überhaupt bereits Auswertungen/Kennzahlen?

Dorothea Horschik: Die Interpretation der Antikörper-Titer ist weiterhin schwierig. Die Höhe ist zudem abhängig von den verschiedenen Labors. Bei einem Titer von 1536 (falls der Referenzwert in Ihrem Labor kleiner 100 ist) können Sie aktuell von einem guten Schutz ausgehen. Eine 3. Impfung ist aktuell für Patienten mit schwerer Immunsuppression und tiefem Antikörpertiter empfohlen.

+++ Sehr geehrtes Gesundheitsfachpersonal, Ärzte/-innen, vielen Dank für Ihre wertvolle Arbeit. +++

Meine Frau und ich wurden am 4. April 2021 geimpft. Nach 5 respektive 10 Tagen erkrankten wir beide an Covid-19. Deshalb wurde keine 2. Impfung durchgeführt. Muss eine 2. Impfung erfolgen und wann?

Dorothea Horschik: Da der Zeitabstand zwischen 1. Impfung und Covid-Erkrankung nur 5, resp. 10 Tage beträgt, kann die Covid-Erkrankung nicht als Booster, also quasi als 2. Impfung gezählt werden. Das Immunsystem kann so keine genügende Immunität entwickeln. Sie beide sollten eine 2. Covid-Impfung erhalten und zwar zum jetzigen Zeitpunkt.

Geimpfte können ja bekanntlich den Virus trotzdem weiter geben. Ist es auch möglich, dass Geimpfte unvorsichtiger sind und auch darum die Fallzahlen wieder steigen? Wäre ein Antikörpertest vor dem Impfen nicht sinnvoll, so wäre die Impferei viel individueller und spezifischer. Kriegt man das Covid-Zertivikat bei Antikörpertest( Im Rahmen wie nach erster Impfung) und 1 Impfung? Wenn nicht, warum nicht?

Barbara Jakopp: Geimpfte können das Virus auch nach der Impfung weitergeben, da die Impfung keinen 100% Schutz garantiert vor einer asymptomatischen oder weniger schwerwiegenden Verlauf, aber sie scheiden das Virus deutlich weniger aus und sind somit weniger ansteckend als Nicht-Geimpfte. Ein Antikörpertest vor Impfung für die Bevölkerung ist nicht empfohlen, der Antikörpertest wird aber als Dokumentation einer durchgemachten Infektion zusammen mit einer Impfung anerkannt für ein COVID Zertifikat: Geimpft. Der Antikörpertest alleine wird aber nicht anerkannt für ein Genesen-Zertifikat.

Ich w/18 habe seit der Coronaimpfung (Moderna) keine Periode mehr. (Seit nun 66 Tagen) Ich habe mich unbewusst genau am «Eisprungtag» impfen lassen. Gibt es da einen Zusammenhang?

Anda-Petronela Radan: Mir sind keine fundierten Daten zu einem möglichen Zusammenhang zwischen der Impfung und einem Ausbleiben der Periode (Amenorrhoe) bekannt. Mich würde es interessieren, ob dies zum ersten Mal bei Ihnen vorkommt. Ich empfehle Ihnen eine Kontrolle beim Frauenarzt, um systematisch nach anderen möglichen Ursachen für Ihr Problem zu suchen. Alles Gute!

Wir sind im Nov. 2020 an Corona erkrankt. Im April 2021 wurden wir einmal geimpft. Ist der Impfschutz noch genügend vorhanden?

Barbara Jakopp: Der Impfschutz ist noch genügend vorhanden, gemäss der aktuellen Datenlage gehen wir von einer Immunität von mindestens 1 Jahr aus nach Infektion und Impfung oder 2 Impfungen.

Ich habe mich bei einem Berufsunfall als Pflegefachfrau mit Hepatitis C und HIV angesteckt. In der Folge ging meine Leber kaputt und ich hätte das Riesenglück transplantiert werden zu dürfen. Weil das Transplantat vom Spender her Krebs hatte war und bin ich sehr dankbar, dass ich nochmals transplantiert werden dürfte. Wäre eventuell bei mir eine dritte Impfung sinnvoll? Oder istces ethisch nicht mehr vertretbar so viel für sich zu wünschen? Ihnen alles Liebe und Gute!

Dorothea Horschik: ja, eine 3. Impfung ist notwendig und sicherlich vertretbar! Es gilt, Sie als besonders gefährdete Person zu schützen.

Ab wann ist eine Impfung für Kinder von 11 Jahren zu erwarten in der Schweiz????

Dorothea Horschik: Studien laufen, der Zeitpunkt ist weiterhin unklar. Whs. wird es 2022 (bestenfalls Ende 2021).

Wie hoch ist die Viruslast bei einer geimpften Person im Verhältnis zu einer nicht geimpften Person? Wie ansteckend sind geimpfte Personen im Vergleich zu nicht geimpfte Personen?

Barbara Jakopp: Falls es bei Geimpften zu einer asymptomatischen Infektion oder einem symptomatischen Infektion kommt, gehen wir von einer deutlich reduzierten Viruslast bei Geimpften im Vergleich zu Nicht-Geimpften aus.

Ich habe eine Histamin Intoleranz. Muss ich nach dem Impfen mit unerwünschten ( Urticaria) rechnen? Besten Dank für Ihre Antwort.

Barbara Jakopp: Falls Sie Impfungen bis anhin immer gut vertragen haben und keine Allergie auf Polyethylenglykol oder eine Kontrasmittelallergie haben, ist eine Histamin-Intoleranz keine Kontraindikation für die Impfung mit einem mRNA-Impfstoff. Die Einnahme von einem Anti-Histaminikum vor der Impfung ist empfohlen. Sprechen Sie dies mit Ihrem behandelnden Arzt/Ärztin ab vor der Impfung.

Ist die Corona Impfung auch bei der Delta Variante wirksam oder gibt es Erkenntnisse zu Impfdurchbrüchen in der Schweiz?

Steve Pascolo: Der Impfstoff BIONTECH/PFIZER schützt zu 93,7 % gegen die Alpha-Variante und zu 88,0 % gegen die Delta-Variante.

Warum werden in der Schweiz keine klassischen Impfstoffe mit abgetöteten Viren oder rekombinanten Proteinen zugelassen?Dies wären doch akzeptable Alternativen zur Gentherapie. Freundliche Grüsse

Steve Pascolo: Die Herstellung von Viren für Impfstoffe ist nicht einfach und braucht Zeit. Auch Proteinimpfstoffe sind nicht einfach herzustellen. Die auf mRNA basierenden Impfstoffe sind einfach und schnell herzustellen, sicher und wirksam.

Guten Tag, leider konnte ich bisher aus gesundheitlichen Gründen noch nicht geimpft werden. Ich sollte aber dringend operiert werden. Wie hoch ist das Ansteckungsrisiko im Spital? Und stimmt es, dass vorallem die künstliche Beatmung unter Vollnarkose besonders riskant ist? Was kann ich tun, um mich trotzdem zu schützen? Kann man präventiv monoklonale Antikörper erhalten, wenn man nicht geimpft werden kann? Vielen Dank für Ihre Antwort und schönen Abend.

Dorothea Horschik: Eine möglichst baldige Impfung ist sicher zu empfehlen! Im Spital werden Sie das geringste Risiko für eine Ansteckung haben, da das gesamte Personal sämtliche Schutzmassnahmen genauestens befolgt und es dadurch kaum je zu Ansteckungen von Personal zu Patienten und umgekehrt kommt. Zudem ist in vielen Spitälern eine Impfquote von über 80% erreicht. Eine Vollnarkose mit Intubation stellt daher keine Gefahr dar. Präventiv Antikörper-Gaben werden nicht gemacht.

Ich wurde mit Moderna geimpft. Warum hatte ich nach der 1. Impfung gar keine Nebenwirkungen und nach der 2. solche, die mich 3 Tage ins Bett legten? Der Wirkstoff ist ja der gleiche und die verabreichte Menge auch.

Steve Pascolo: Die erste Injektion löst eine Immunreaktion aus, die die Nebenwirkungen der zweiten Injektion verstärken könnte. Die dritte Injektion einige Monate nach der zweiten scheint wenig Nebenwirkungen zu verursachen (weniger als die zweite Injektion). Die dritte Injektion von Moderna ist die Hälfte der Dosis der ersten und zweiten Injektion (50 Mikrogramm für die dritte Injektion ad 100 Mikrogramm für die erste und zweite Injektion)

Ich versuche einzuschätzen, ob ich mich als Schwangere impfen soll. Ich habe gehört, dass die gesammelten Daten, qua schwerem Krankheitsverlauf bei Schwangeren, mitunter auch von vielen Entwicklungsländern stammen. Wie verhält es sich hierzu tatsächlich in der Schweiz, wo Schwangere gut überwacht werden?(Blutdruckmessung, Test Schwangerschaftsdiabetes, Früherkennung allfälliger Komplikationen etc.?) Haben Schwangere hier ebenfalls ein so immens höheres Risiko für einen schweren Verlauf?

Anda-Petronela Radan: Guten Abend. Danke für diese wichtige Frage. Leider ja, diese Daten gelten auch für die Schweiz. Ich kann es Ihnen aus dem Klinik-Alltag bestätigen, dass wir im Inselspital leider auch regelmässig junge Schwangeren mit schweren Verläufen behandeln (und nicht immer mit zusätzlichen Risikofaktoren). Vor allem im dritten Trimester ist die Infektion für Schwangeren gefährlich. Ich würde Ihnen die Impfung empfehlen, ab dem zweiten Trimester. Eine offizielle Empfehlung seitens des BAG für alle Schwangeren wird in den nächsten Tagen veröffentlicht werden.

Wieso ist Antikörper testen keine gängige Methode, die ich erst noch selbst bezahlen muss? Gibt es eine Korrelation zwischen Antikörper-Level und der Notwendigkeit eines Boosters? Welche?

Steve Pascolo: Nicht nur Antikörper schützen Sie vor COVID19. Auch T-Zellen. Sie sind schwieriger zu messen als Antikörper.

Guten Abend, mein Wert des Antikörpertestes beträgt 38,6 au/ml (vermutete Infektion März 2020) Oft wird von starken Nebenwirkungen bei Impfung berichtet wenn schon Antikörper vorhanden sind, was mir Sorge bereitet. Bei meinem Wert müsste ich ,da unter 50 au/ml, 2 Impfungen machen. Ist es auch möglich bei meinem Wert nur 1 Impfung zu machen (da ja Antikörper vorhanden sind) vor allem wenn man bei der ersten Impfung schon stark reagiert? Wie sieht es mit dem Zertifikat dabei aus? Herzlichen Dank!

Dorothea Horschik: Die Höhe des Antikörpertests ist weiterhin schwierig zu beurteilen bzgl. Schutz. Die Empfehlung lautet: nach Covid-Erkrankung sollte 1 Impfung mit Mindestabstand von 4 Wochen durchgeführt werden. Einzig bei immunsupprimierten Patienten werden 2 Impfungen nach der Infektion empfohlen. Die Empfehlung ist unabhängig des AK-Titers, da dieser eigentlich nur getestet werden soll mit der Frage einer 3. Impfung bei schwer Immunsupprimierten. AK-Testung in der gesunden Allgemeinbevölkerung sind nicht empfohlen.

Ungeimpfte sagen mir immer wieder, die Impfung sei nicht sicher. Wie sicher ist sie nun tatsächlich? Wie hoch ist meine Risiko als doppelt Geimpfte, an Corona zu erkranken oder andere anzustecken??

Steve Pascolo: Die mRNA-Impfstoffe verringern das Risiko einer Infektion UND einer schweren COVID

Ich bin 67. Im April bekam ich die 2. Impfung. Gemäss Infos nimmt der Schutz nach sechs Monaten merklich ab. Wann kommt die Auffrischungsimpfung? Werde ich automatisch aufgeboten oder muss ich mich selber darum kümmern? Ich möchte optimal geschützt durch den Winter gehen.

Dorothea Horschik: Falls Sie keine schwere Immunsuppression haben, ist aktuell bei Ihnen rein vom Alter her keine 3. Impfung empfohlen. Auch bei längerem Zeitabstand als 6 Monate ist der Schutz vor schwerem Verlauf und vor Hospitatlisationen weiterhin sehr hoch. Meines Wissens werden keine Personen automatisch zur 3. Impfung aufgeboten (Kanton Zürich), da allein durch die Impfdokumentation nicht ersichtlich ist, wer eine 3. Impfung braucht. Die Entscheidung liegt bei den behandelnden Ärzten.

Bald beginnt in Zürich die Uni wieder. Es gibt Vorlesungen in fensterlosen Hörsälen mit 400 Studierenden und mehr. Wenn davon nur ein Student Delta hat, können sich dann alle anderen kostenlos testen lassen? Auch noch im Oktober?

Barbara Jakopp: Im Falle einer COVID Infektion in der von Ihnen beschrieben Situation wird der kantonsärztliche Dienst des Kanton Zürich über die weiteren Abklärungen entscheiden.

Guten Abend. Weiss man schon wie viel Antikörper man hat nach zwei Impfungen ein halbes Jahr später?

Steve Pascolo: Sie variiert von Person zu Person, nimmt aber mit der Zeit ab. Die dritte Injektion führt zu einer über 30-fachen Erhöhung der neutralisierenden Antikörper gegen alle Varianten.

Ist eine Impfung bei Kinderwunsch sinnvoll?

Anda-Petronela Radan: Ja, sehr. Beim Mann jederzeit, bei der Frau am Besten vor dem Schwangerschaftseintritt, ansonsten muss es abgewartet werden, bis das erste Trimester der Schwangerschaft abgeschlossen ist.

Würden Sie vor dem Impfen einen covid-Antikörpertest empfehlen?

Barbara Jakopp: Nein, ein Antikörpertest vor der Impfung ist nicht empfohlen.

Guten Abend, in den Medien liest man, dass es einen Zusammenhang zwischen dem HLA System und einem schweren Covid Verlauf gibt. Ich bin (noch ungeimpft, 44 Jahre, gesund). Kann man einen diesbezüglich einen bluttest machen, um den HLA Wert zu bestimmen? Macht das Sinn oder was würden Sie empfehlen? Lg und merci für Ihren fachlichen Rat

Dorothea Horschik: Assoziationen mit Co-Faktoren bzgl. Verlauf sind i.d.R. weiterhin Hypothesen ohne daraus allgemein gültige Empfehlungen ableiten zu können. Eine HLA-Testung macht keinen Sinn. Ich empfehle Ihnen die Impfung dringlich, auch wenn Sie gesund sind. Die Delta-Variante mit der höheren Infektiosität zeigt, dass auch deutlich jüngere Menschen schwer krank durch eine Corona-Infektion werden können. Auch das Long-Covid-Syndrom ist ein häufiges Problem bei Jüngeren. Eine zweimalige Impfung schützt Sie davor!

Grüezi. Mein Sohn ist 23 Jahre alt und ist ein Mensch mit Trisomie-21. In der Vergangenheit war nie ganz klar, ob Menschen mit Trisomie-21 zur Risikogruppe gehören. Gehört er zur Risikogruppe? Und empfehlen Sie für Menschen mit Trisomie-21 die 3. Impfung? Danke für Ihre Rückmeldung.

Barbara Jakopp: Menschen mit einer Trisomie 21 zählen nicht zur Risikogruppe, denen einen 3 Impfung empfohlen wird. Ob ihr Sohn aufgrund von einer Medikamenteneinnahme oder einer Vorerkrankung zu der Risikogruppe der Immunsupprimierten gehört, müssen Sie mit dem behandelnden Arzt besprechen.

Besteht bei Autoimmunerkrankungen die Gefahr eines Cytokinsturms nach der Coronaimpfung?

Steve Pascolo: Autoimmunität ist im Allgemeinen kein Ausschlusskriterium für eine Impfung gegen COVID. Dies muss aber im Einzelfall von einem Arzt geprüft werden.

Guten Abend, ist für die dritte Impfung anzunehmen, das Nebenwirkungen und/oder Reaktionen heftiger ausfallen als nach der zweiten Impfung? Danke für die Antwort. MfG

Steve Pascolo: Nein. Die bisherigen Ergebnisse deuten darauf hin, dass die dritte Injektion im Allgemeinen ähnliche oder sogar weniger Nebenwirkungen als die zweite Injektion hat.

Wieviele haben nach der Impfung trotzdem Corona und schwerrn Verlauf gehabt ? Gibt es da Zahlen ?

Steve Pascolo: Der Impfstoff BIONTECH/PFIZER (und ähnliche Daten für MODERNA) schützt zu 93,7 % bei Personen mit der Alpha-Variante und zu 88,0 % bei Personen mit der Delta-Variante vor COVID. Er ist nicht 100%ig.

Wir über 60-Jährigen machen uns Gedanken darüber, was ist, wenn unser Impfzertifikat ausläuft. Wäre es nicht sinnvoll, vor einer weiteren Impfung einen Antikörpertest zu machen um zu wissen, ob und wie gut man noch immun ist? Alle meine Bekannten würden diesen Test selbstverständlich auch selber bezahlen. Danke für Ihre Antwort.

Barbara Jakopp: Aktuell ist keine Antikörpertestung nach der Impfung für Nicht-Immunsupprimierte Personen empfohlen. Das BAG/die EKIF (Eidgenössische Kommission für Impffragen) werden zeitnah über eine allfällige 3 Impfung oder die Verlängerung des Zertifikats informieren.

Anfang September hat Swissmedic etwas über 6000 Impfnebenwirkungen gemeldet. Davon seien gut 2100 schwerwiegend. Was muss man darunter verstehen? Wie viele dieser schwerwiegenden Fälle mussten hospitalisiert werden?

Dorothea Horschik: Die Anzahl Hospitalisationen bei schwerwiegenden Impfnebenwirkungen ist mich nicht bekannt. Weitere Informationen erhalten Sie über: https://www.swissmedic.ch/swissmedic/de/home/news/coronavirus-covid-19/nebenwirkungen-covid-19-impfungen-update-3.html

Müsste bei Geimpften, vor allem mit den mRNA Impfstoffen, eine evtl. Infektion mit dem Virus nicht wie eine Booster Injektion wirken?

Dorothea Horschik: ja, eine Infektion bei Geimpften wirkt wie ein Booster. Es ist aber nicht zu empfehlen, sich absichtlich als Geimpfte dem Virus auszusetzen (Komplikationen, Long-Covid). Zudem wäre man gg.über anderen infektiös und bringt so diese in Gefahr.

Ich wurde vor knapp 2 Monaten mit dem Moderna Impfstoff geimpft. Nun habe ich seit zwei Tagen starke Schmerzen unter der linken Achsel. Es ist geschwollen. Besteht eventuell ein Zusammenhang mit der Impfung? Besten Dank für Ihre Auskunft

Anda-Petronela Radan: Guten Abend. 2 Monate nach Impfung ist ein Zusammenhang wenig wahrscheinlich. Ich würde Ihnen eine ärztliche Untersuchung empfehlen.

Guten Tag. Ich hatte nach meiner ersten Impfung einen Herpes Zoster (im Liquor mit einer polyradikulitis). Das ist nun beinahe 3 Monate her und gewisse Lähmungserscheinungen bestehen immer noch. Ich hab von verschiedenen Ärzten unterschiedliche Empfehlungen was die zweite Impfung betrifft. Wie ist Ihre Einschätzung?

Barbara Jakopp: Wir empfehlen die 2 Impfung nach einem Herpes Zoster frühestens nach dem Abheilen aller Hautbefunde. Die von Ihnen beschriebenen Symptome können noch Wochen oder Monate anhalten, insofern ist in Anbetracht der aktuellen Fallzahlen die 2 Impfung zum jetzigen Zeitpunkt empfohlen.

Guten Abend, momentan ist unser Sohn aufgrund einer Coronainfektion in häuslicher Quarantäne. Wir die Eltern sind seit Juni doppelt geimpft. Wäre es eine gute Idee den natürlichen Impf-Booster durch absichtliche Exposition (zB. Keine Maske und Zimmerisolation) zu holen. Freundliche Grüsse

Dorothea Horschik: nein, das ist keine gute Idee. Zum Einen sind Sie durch Ihre Impfungen gut geschützt und brauchen keinen Booster. Zudem laufen Sie trotz hohem Impfschutz Gefahr, deutlich krank zu werden oder allenfalls ein Long-Covid zu entwickeln. Zudem wären Sie für andere Personen ansteckend, die Sie dadurch in Gefahr bringen.

Ich möchte im Herbst nach Deutschland reisen. Mein Covid-Zertifikat gilt in Deutschland aber nur für 6 Monate. Mir fehlt genau ein Tag, dass heisst ich reise am 16. aus und meine Impfung wurde am 15. gemacht. Was muss ich tun? Es gibt ja noch keine dritte Impfung?

Barbara Jakopp: Grundsätzlich würde ich die Zeitdauer des COVID Zertifikates mit den Behörden im Wohnkanton verifizieren. Nach Infektion und Impfung oder nach 2 Impfungen haben Sie eine dokumentierte Immunität von 1 Jahr, dieses Zertifikat wird im EU-Raum anerkannt (mit Ausnahme von Italien und Griechenland) und da wir erst im Januar mit dem Impfen begonnen haben, sollte dies in diesem Jahr kein Problem darstellen.

Guten Abend, können Sie einen Blut- oder gentest empfehlen, um einen schweren Verlauf auszuschliessen?

Dorothea Horschik: Nein, es gibt gemäss aktuellem Wissen keine Blut- oder Gentests, die mit hoher Sicherheit eine Verlauf voraussagen könnten.

Guten Abend. Ich bin in der 19.SSW schwanger. Soll ich mich impfen lassen?

Anda-Petronela Radan: Ich würde Ihnen die Impfung empfehlen. In der 19. Schwangerschaftswoche sind Sie bereits im zweiten Trimester. Es gibt immer mehr Beweise für die Sicherheit und Wirksamkeit der COVID-19-Impfung während der Schwangerschaft. Diese Daten deuten darauf hin, dass die Vorteile einer COVID-19-Impfung alle bekannten oder potenziellen Risiken einer Impfung während der Schwangerschaft überwiegen.

Darf ich mich mit einer Borilioseerkrankung gegen Corona impfen lassen? Welche Impfschäden können dabei auftreten?

Barbara Jakopp: Eine durchgemachte Borrelieninfektion ist keine Kontraindikation für eine COVID Impfung und es sind keine speziellen Nebenwirkungen zu erwarten.

Guten Abend, ich habe erfahren, dass 2 wochen nach der 2.Impung die Antikörper-Titer bei über 10"000 liegen. Bei mir liegen sie nun nach ca. einem halben Jahr bei ca. 1500. Ist eine 3.Impfung empfehlendswert? Hat man hier schon Erfahrungen/Kennzahlen darüber? Bei welchen Wert liegend die Antikörper-Titer bei geimpfte Personen, welche trotzdem noch an Covid erkranken?

Barbara Jakopp: Bezüglich Höhe der Antikörpertiter nach der 2 oder 3 Impfung liegen keine Grenzwerte nach oben vor; das heisst wir können nicht sagen, ab wann und wie lange welcher Wert Sie schützt. Auch bezüglich Ihrer Frage zum Antikörpertiter bei geimpften Personen welche trotzdem erkranken, gibt es keine publizierten Daten.

Ich bin in der 31. SSW. Soll ich mich noch impfen lassen (geringe Exposition, da HO) und gibt es Hinweise auf eine mögliche Entwicklungsstörung beim ungeborenen Kind durch die Impfung?

Anda-Petronela Radan: Guten Abend. Die Impfung wird neu allen Schwangeren empfohlen, nicht nur denjenigen mit hoher Exposition/chronischen Erkrankungen. Eine Anpassung der BAG-Empfehlung wird in den nächsten Tagen veröffentlicht werden. Vor allem im dritten Trimester profitieren Sie sehr von einer Impfung, diese würde ich Ihnen empfehlen, Alles Gute für Sie und Ihr Baby!

Meine Frage istwie stark verbreiten geimpfte Personen das Virus weiter. Sind sie gar die Treiber der Pandemie

Dorothea Horschik: Nein, geimpfte Personen sind nicht die Treiber der Pandemie! Die Viruslast ist bei Geimpften deutlich geringer und die Ausscheidungsdauer kürzer. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Geimpfte anstecken um ein Vielfaches kleiner, als bei Ungeimpften. Ich empfehle daher dringend, dass sich ungeimpfte Personen baldmöglichst impfen lassen – zum eigenen Schutz und zum Schutz anderer! Der Solidaritätsgedanke ist sehr wichtig!

Ist die mRNA Impfung eine aktive oder passive Immunisierung? Und wie genau muss ich mir diesen sogenante «Bauplan Impfung» vorstellen?

Steve Pascolo: Die mRNA Impfung ist eine aktive Immunisierung

Ich bin im Januar an Corona erkrankt. Ist es unbedingt nötig, dass ich noch eine Impfdosis erhalte oder genügen meine eigenen Abwehr-kräfte aus um eine erneute Infektion zu verhindern?

Barbara Jakopp: Nach einer COVID-Infektion besteht eine Immunität von rund 6 Monaten mit Schutz vor einer erneuten Infektion. Ich empfehle Ihnen zeitnah eine COVID Impfung für einen langanhaltenden Schutz.

Guten Abend, wenn man das zweite Mal positiv getestet wird ist dies wie die zweite Impfung? Das BAG hat darauf keine Antwort...

Dorothea Horschik: Es hängt davon ab, in welchem Abstand Sie sich 2x infiziert haben und welche Messmethodik angewendet wurde. Grundsätzlich könnte es sein, dass Sie genügend Immunität haben. Eine Aussage über Zeitdauer des Schutzes lässt sich aber nicht machen. Hoffen wir, dass Sie keine langfristigen Symptome haben.

Ich bin 2 Mal geimpft (Juni) mir Biontech. Bin knapp unter 50, ohne Vorerkrankungen. Leider letzte Woche mit leichten Symptomen positiv getestet. Gehe davon aus, dass der Virus aus der Schule (Kinder unter 12) eingeschleppt wurde. Muss ich davon ausgehen, dass nach 5-10 Tagen mein Zustand sich verschlechtern koennte? Oder soll ich später den Antikörper Niveau überprüfen? Danke

Barbara Jakopp: Die COVID Impfung schützt zu 95% vor einem schweren Verlauf, selten gibt es Impfdurchbrüche. Eine Antikörpertestung ist nicht indiziert.

Ist die grippeimpfung auch ein Thema trotz Empfehlung der eventuellen 3 coronaimpfung?

Dorothea Horschik: Die Grippeimpfung ist auch diesen Herbst ein wichtiges Thema und wird unbedingt empfohlen, v.a. auch um Doppelinfektionen zu verhindern.

Guten Abend. Gibt es für Personen, die wie ich schwerste Allergien gegen Impfungen bekommen wie ich sie nach der 2 ten Zeckenimpfung hatte eine Lösung?

Steve Pascolo: mRNA-Impfstoffe sind vegan und sehr rein. Das Risiko von Allergien besteht, ist aber sehr gering. Dennoch müssen Sie das in Ihrem Fall mit Ihrem Arzt abklären.

Wir sind schwanger und es fehlen noch zwei Monate. Bisher hat es mit Isolation gut geklappt, die Unsicherheit ist jedoch relativ gross. Wir fragen uns welche Option die beste ist für Mutter und Kind. A) jetzt impfen, da wohl empfohlen B) Isolation bis zur Geburt und dann gleich nach Geburt möglichst rasch oder C) nach Geburt, wenn wieder bei Kräften und erholt?

Anda-Petronela Radan: Ich verstehe Ihre Unsicherheit, es gibt jedoch wie bereits erwähnt immer wie mehr Daten, die für die Impfung während der Schwangerschaft sprechen. Bei offenen Fragen zur Impfung hilft es, mit der Frauenärztin/dem Frauenarzt darüber zu sprechen. Ich würde Ihnen die Impfung empfehlen. Geniessen Sie die letzten 2 Monate Ihrer Schwangerschaft, alles Gute!

Meine erste Impfung habe ich Ende Mai 21 erhalten. Die zweite Impfung musste ich aufgrund einer Schwangerschaft verschieben. Nun möchte ich die zweite Impfung machen (2. Trimester der SS). Hat die grosse Differenz zwischen erster und zweiter Impfung einen Einfluss auf die Wirksamkeit der Impfung?

Dorothea Horschik: Die 2. Impfung zum jetzigen Zeitpunkt ist dringend empfohlen und bzgl. Schwangerschaft ideal. Sie haben v.a. im 3. Trimenon ein erhöhtes Risiko an Komplikationen bei einer Covid-Erkrankung. Der verlängerte Abstand ist medizinisch gesehen kein Problem bzgl. Wirksamkeit. Die Impfung ist auch in der Schwangerschaft gut verträglich.

Seit März vollständig mit PFIZER geimpft. Im Falle einer Booster-Impfung… kann die dann auch Moderna sein. Bei PFIZER keine NW gehabt. Was wäre bei Modena zu erwarten & wäre es evtl sinnvoll vorher die Antikörper bestimmen zu lassen?

Barbara Jakopp: Für die 3 Impfung (aktuell wird diese bei immunsupprimierten Patienten verabreicht) ist nochmals derselbe Impfstoff vorgesehen. Für die Booster-Impfung (angepasst an die bekannten Mutationen) ist aktuell der Moderna-Impfstoff vorgesehen, unabhängig der Vorimpfungen. Aktuell sind weder die Booster-Impfung noch eine Antikörperbestimmung nach 2 Impfungen empfohlen.

Warum werden nicht auch Antikörper von Genesenen gemessen, bevor man überhaupt impft? Wenn doch Antikörper vorhanden sind, müsste doch nicht geimpft u der Impfstoff stünde ärmeren Ländern zur Verfügung.

Steve Pascolo: Die mRNA-Impfstoffe induzieren Antikörper, aber auch T-Zellen. Beides zusammen schützt Sie vor dem Virus und COVID. Es ist schwierig, T-Zellen zu messen. Eine dritte Injektion wird Ihre Antikörper und T-Zellen verstärken, so dass Sie besser vor einer Infektion und COVID geschützt sind.

Trotz Impfung positiv getestet....Nach einer Isolation von 10 Tagen, d.h. nach einer geheilten Coronaerkrankung, wie lange ist der Schutz vor einer erneuten Erkrankung??

Dorothea Horschik: Das hängt ab, ob Sie 1x oder 2x geimpft waren und in welchem Zeitabstand die Corona-Infektion aufgetreten ist. Liegen zwischen Impfung und Covid-Erkrankung mehr als 4 Wochen, werden Sie nun einen sehr guten Schutz haben. Die Zeitdauer des Schutzes sind noch unklar, aber whs. viele Monate.

Ist die grippeimpfung dieses Jahr trotz caronaimpfung auch ein Thema?

Dorothea Horschik: Ja, die Grippeimpfung ist auch diesen Herbst dringlich eimpfohlen!

Auf Grund meiner Erkrankung nehme ich Actemra – mein Imunsysthem ist geschwächt. Im Januar erhiel ich beide Impfungen (Pfizer/Biotek). Macht es Sinn im Rahmen meiner ordentlichen Kontrolluntersuchung auch gerade das Vorhandensein von Covid-Antikörpern zu testen?

Dorothea Horschik: Ja, Sie sollten über Ihren Arzt die Antikörper bestimmen lassen und bei einem tiefen Wert eine 3. Impfung erhalten.

Wie wahrscheinlich ist es, dass ich durch die Impfung eine schwere Nebenwirkung kriege?

Barbara Jakopp: Das Risiko einer schweren Impfnebenwirkung ist gering, insbesondere da vor einer Impfung Fragen zu Allergien und Verträglichkeit von vorherigen Impfungen gestellt werden. Für genaue Zahlen verweise ich Sie an die Swissmedic.

Weshalb ist die Impfung unter 12 Jahren nicht zugelassen, ich dürfte meinen Fetus aber in der Schwangerschaft (zu meinem eigenen Schutz) «mitimpfen»?

Anda-Petronela Radan: Die Schwangerschaft erhöht das Risiko für schwerere Verläufe der Corona-Infektion, sowie für Komplikationen, darunter auch Frühgeburten (ist mittlerweile bewiesen). Ich verstehe Ihre Überlegung, nichtdestotrotz sind die Folgen einer Frühgeburt 2-3 Monate vor errechnetem Geburtstermin für einen Fetus schwerwiegender, als die potentiellen Schaden (nicht bewiesen!) einer Impfung. Alles Gute!

Ist es möglich und sinnvoll als Schwangere den Impfstoff Pfizer zu erhalten, da bekanntlich die Nebenwirkungen etwas schwächer sind?

Anda-Petronela Radan: Der Impfstoff kann in der CH nicht gewählt werden.

Guten Abend. Ich habe schon häufig gehört das Frauen Angst haben vor einer Impfung in Bezug auf unfruchtbarkeit. Wie sieht das bei Männern aus? Könnte eine Impfung zu einer Impotenz bei Männern führen? Meine zweite Frage: Ich bin sportlich sehr aktiv, kann die Impfung zu einer beeinträchtigung oder gar negative Auswirkung auf die körperliche Leistung haben? Vielleicht Herzprobleme während der sportlichen Aktivität hervorrufen? Danke für Ihre Antwort.

Anda-Petronela Radan: Keine Hinweise für eine Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit, weder beim Mann noch bei der Frau.

Wir hatten im letzten Jahr kaum Grippeerkrankungen. Macht uns eine Grippe nicht auch stärker. Fehlt unserem Körper mit dem Ausbleiben der Grippewelle nicht etwas? Könnte sich das bei der nächsten Grippewelle ändern?

Dorothea Horschik: Eine Influenza-Infektion kann gerade bei älteren oder kranken Personen eine schwere und bedrohliche Erkrankung sein. Eine Grippeimpfung schützt hochprozentig gegen Influenza und lässt so schwere Verläufe und Todesfälle verhindern. Auch diesen Herbst empfehlen wir klar die Grippeimpfung!

Guten Abend! Vor 8 Monaten wurde ich positiv getestet, hatte leichtere Symptome. Laut Studien haben nach einem Jahr noch über 60% der Genesenen Antikörper, wieso würde es Sinn machen jetzt zu impfen? Kann ich gut noch zuwarten? Freundliche Grüsse

Steve Pascolo: Je nachdem, mit welcher Variante Sie sich infiziert haben, sind Sie möglicherweise mehr oder weniger gegen andere Varianten geschützt. Die mRNA-Impfstoffe schützen auch gegen die neuen Varianten (bisher) gut

Guten Abend, leide seit corona infekt im März unter long covid (Atembeschwerden) 21 jahre altund war top fit bevor Rona. Jetz bekamm ich erste impfdosis, immer noch unter den 6monaten für genesen. Sie sagte ich sollte vielleicht eine zweite bekommen, hatte keine Nebenwirkungen von der impfung. Und nicht hat sich bis jetz geändert für long covid. Bin seit einere woche geimpft. Sollte ich die 2 dosis bekommen? danke.

Barbara Jakopp: Ich empfehle Ihnen die 2 Impfungen 4 Wochen nach der ersten Impfung; bei einigen Patienten mit long COVID zeigte sich eine Besserung der Symptome erst nach der 2 Impfung.Ich wünsche Ihnen gute Besserung.

Guten Abend, leide seit corona infekt im März unter long covid (Atembeschwerden) 21 jahre altund war top fit bevor Rona. Jetz bekamm ich erste impfdosis, immer noch unter den 6monaten für genesen. Sie sagte ich sollte vielleicht eine zweite bekommen, hatte keine Nebenwirkungen von der impfung. Und nicht hat sich bis jetz geändert für long covid. Bin seit einere woche geimpft. Sollte ich die 2 dosis bekommen? danke.

Barbara Jakopp: Ich empfehle Ihnen die 2 Impfungen 4 Wochen nach der ersten Impfung; bei einigen Patienten mit long COVID zeigte sich eine Besserung der Symptome erst nach der 2 Impfung.Ich wünsche Ihnen gute Besserung.

Wann wird die Novavax in der Schweiz zugelassen? Viele Menschen warten auf diesen Impfstoff, da sie gegenüber dem MRNA-Impfstoff kritisch eingestellt sind und sich auch impfen möchten

Barbara Jakopp: Dies ist noch nicht bekannt.

Kann eine Covid-Impfung eine Autoimmunerkrankung beeinflussen?

Steve Pascolo: Autoimmunität ist kein Ausschlusskriterium für die mRNA-Impfstoffe gegen COVID19. Allerdings muss jeder Fall sorgfältig von einem Arzt beurteilt werden.

Guten AbendIch bin noch ungeimpft. Ich überlege mir, mich impfen zu lassen. Ich habe noch einen Frage in meinem Kopf. Könnte es mittel- und langfistig zu Nebenwirkungen, von denen man noch gar nichts weiss? Und können Nebenwirkungen auch mittel- und langfristig auftretten?

Steve Pascolo: Das Virus hat kurzzeitige und langfristige Folgen und kann tödlich sein. Die mRNA-Impfstoffe sind sicher und wirksam, sie schützen gegen das Virus und COVID19. Die mRNA-Moleküle in den Impfstoffen werden innerhalb von Stunden nach der Injektion vollständig zerstört, es verbleiben keine Spuren des Impfstoffs im Körper.

Guten Abend, ich möchte schwanger werden und bin noch nicht geimpft. Wie lange muss ich nach der Impfung mit dem Kinderwunsch warten? Gibt es vermehrt Hinweise auf gestörte Menstruationszyklen nach der Impfung? Ist da was dran?

Anda-Petronela Radan: Guten Abend. Sie können bereits im nächsten Zyklus nach abgeschlossener Impfung probieren, schwanger zu werden. Punkto Langzeit-Zyklusstörungen und Impfung gibt es keine fundierte Evidenz.

Unsere tochter hat blutgerinnungsfaktor V. Sie ist verunsichert ob sie sich impfen lassen soll. Was raten sie?

Dorothea Horschik: Eine Störung im Butgerinnungssystem ist keine Kontraindikation für die Covid-Impfung. ja, ich rate Ihrer Tochter zur Impfung. Da sie intramuskulär verabreicht wird, braucht es eine intensivierte Kompression.

Muss ich mich ein 2. Mal impfen lassen, wenn ich nach der ersten Impfung positiv getestet wurde?

Barbara Jakopp: Wenn die Infektion > 4 Wochen nach der 1. Impfung stattfand, müssen Sie keine 2 Impfung machen. Falls aber die Infektion weniger als 4 Wochen nach der Impfung stattfand, ist die 2 Impfung empfohlen. Der Abstand zwischen Impfung und Infektion war dann nicht genügend gross zum Aufbau einer genügenden Immunantwort für einen langanhaltenden Schutz.

Guten Abend:Würden sie mir Pfizer oder Moderna Impfung empfehlen?Habe gehört Pfizer sei weniger wirksam als Moderna bei Delta Variante?

Steve Pascolo: Beide mRNA-Impfstoffe sind sehr gut, auch gegen delta

Es gibt Menschen die hatten eine heftige Impfreaktion, andere gar keine. Gibt es da einen Zusammenhang in der Menge der Abwehrzellen?

Steve Pascolo: Es besteht kein Zusammenhang zwischen den Nebenwirkungen und der Menge der durch die mRNA-Impfstoffe induzierten Antikörper (man kann hohe Antikörpertiter haben, auch wenn man absolut keine Nebenwirkungen hatte)

Ich habe am Dienstag letzte Woche meine zweite Coronaimpfung erhalten. Seit dem darauf folgenden Mittwoch habe ich heftige Kopfschmerzen. Ab wann soll ich das abklären lassen? Danke.

Dorothea Horschik: Bei Zusatzsymptomen wie neurologische Ausfälle oder Erbrechen sollten Sie sich zeitnah an eine Ärztin/einen Arzt wenden. Ansonsten ist trotz Impfung ein Corona-Test notwendig, um eine Corona-Infektion als Ursache ausschliessen zu können. Kopfschmerzen als Impfnebenwirkung sollten wenige Tage nicht überschreiten, ansonsten rate ich Ihnen zum Abklären.

Was ist eine «Anti-Spike-Antikörperbestimmung»? Kann man damit den Impfschutz, bzw. den Schutz bei Genesung erfassen? Wer macht diese Tests? Wäre es nicht sinnvoll, wenn vor einer möglichen dritten Impfung alle diesen Test machen sollten?

Barbara Jakopp: Die Anti-Spike-Antikörper sind geeignet zur Dokumentation eines Impfschutzes, wohingegen die Anti-Nucloekapsid-Antikörper die Immunantwort nach einer durchgemachten Infektion dokumentieren. Aktuell ist nicht klar, wie hoch diese Titer sein müssen um eine langanhaltendende Immunität abzubilden.

Welche Inhaltsstoffe werden an den Fetus bei einer covid-Impfung in der Schwangerschaft (3. Drittel) übertragen? Wenn ja, in welchem Umfang? Werden jene Stoffe beim Fetus/Neugeborenen wieder abgebaut?

Anda-Petronela Radan: Wenn schwangere Frauen während der Schwangerschaft einen mRNA-Impfstoff gegen COVID-19 erhalten, bildet ihr Körper Antikörper gegen COVID-19, ähnlich wie bei nicht schwangeren Frauen. Antikörper, die nach der Verabreichung eines mRNA-COVID-19-Impfstoffs an eine Schwangere gebildet wurden, wurden im Nabelschnurblut gefunden. Das bedeutet, dass eine COVID-19-Impfung während der Schwangerschaft dazu beitragen könnte, Babys vor COVID-19 zu schützen. Es sind weitere Daten erforderlich, um festzustellen, wie diese Antikörper, die denen ähneln, die bei anderen Impfstoffen gebildet werden, dem Baby Schutz bieten können. Weitere Stoffe sind wenig relevant (ich vermute es ist damit Konservierungsstoffe etc gemeint).

Seit der 2. Impfung habe ich (74) Blutdruck Probleme.Nun hätte ich Angst vor der 3. Impfung. Ist Ihnen etwas bekannt

Dorothea Horschik: Dass die Impfung explizit den Start von hohem Blutdruck auslöst, ist mir nicht bekannt. Das sollten Sie mit ihrem behandelnden Arzt besprechen. Und ob eine 3. Impfung notwendig ist, hängt von Ihren zusätzlichen Erkrankungen und Medikamenten ab.

Guten Abend, Bei einer neuen Studie aus Belgien wurde bei Moderna geimpften mehr als doppelt so viele Antikörper als bei Pfizer Geimpften nachgewiesen. Meine Frage ist brauchen besonders gefährdete Menschen bei diesem Impfstoff viel später als bei Pfizer einen Booster?

Barbara Jakopp: Dies ist korrekt. Die Frage bezüglich 3 Impfung mit dem gleichen Impfstoff und Booster mit einem anderen Impfstoff ist aktuell noch Gegenstand der laufenden Diskussion.

Chat-Admin: Der Experten-Chat ist beendet. Das Interesse war enorm – leider konnten in der zur Verfügung stehenden Zeit bei weitem nicht alle Fragen beantwortet werden. Mehr Informationen zum Thema finden Sie aber in untenstehender TV-Sendung.

Sendung zum Chat

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