Zum Inhalt springen

Header

Legende: Dr. Philipp Gerber und Dr. David Infanger. SRF
Inhalt

Gesundes Übergewicht «Warum nehme ich einfach nicht ab?»

Philipp Gerber und David Infanger haben Ihre Fragen im «Puls»-Chat beantwortet.

Fachpersonen im «Puls»-Chat und am Telefon

Box aufklappen Box zuklappen

Dr. Philipp Gerber

Oberarzt

Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Klinische Ernährung

Universitätsspital Zürich

Dr. David Infanger

Facharzt für Allgemeine Innere Medizin

Adipositas und StoffwechselZentrum

Zürich

+++

Dr. Madeleine Oesterle

Fachärztin für Innere Medizin / Endokrinologie

Ärztehaus Fluntern

Dr. Natascha Potoczna

Adipositas-Spezialistin

Stoffwechselpraxis Zentralschweiz AG

Dr. Iglika Schoilewa

Oberärztin Chirurgie

Spital Limmattal

Chatprotokoll

Trotz dem Chat-Titel interssiert mich die Frage, wie Gewicht reduziert werden kann, ohne dass dabei die Muskulatur ebenfalls abgebaut wird. Meine (laienhafte) Überlegung: Reduktion der Energieaufnahme ohne die Zufuhr von Eiweiss unter den nötigen Bedarf (ca.1g pro Kilogramm Körpergewicht täglich) zu senken. Stimmt diese Überlegung?

Philipp Gerber: Effektiv ist es so, dass eine genügende Eiweisszufuhr wichtig ist - 1g pro kg Körpergewicht ist eine gute Faustregel. Daneben ist es sinnvoll, während der Zeit der Gewichtsreduktion auch körperlich aktiv zu sein, und die Muskeln genügend zu trainieren.

Guten Abend / Ich bin 60+ / Bin ein Superschwergewicht > 100+ / Habe in der Vergangenheit regelmässig Sport betrieben / Derzeit schwimme ich wöchentlich 2 km für meine Fitness / Meine Frage: Trotz kalorienarmer Ernährung reduziert sich mein Bauchumfang nicht - Was kann die Ursache sein? Können Sie mir Tipps geben? / Gesundheitlich ist alles ok. und ich fühle mich absolut fit / Danke für Ihre Antwort !

Philipp Gerber: Genügende körperliche Aktivität ist natürlich eine wichtige Voraussetzung für die Gesundheit trotz Übergewicht und sollte unbedingt beibehalten werden. Wo das Problem hinsichtlich der fehlenden Gewichtsreduktion liegt, kann durch eine eingehende Evaluation bei Arzt und / oder Ernährungsberatung eruiert werden. Hier spielen zum einen die Gene eine wichtige Rolle, welche den Energieverbrauch beeinflussen. Aber auch versteckte, bisher unbeachtete Probleme der Ernährung - "versteckte Kalorien" können so eruiert werden.

Es gibt Dicke, welche gesund sind. Sie wären aber auch gesund, wenn sie nicht dick wären. Ihre Gesundheit ist also nicht auf ihr Dicksein zurückzuführen. Oder sehe ich das falsch? Die Überschrift des Chat suggeriert das Gegenteil.

Philipp Gerber: Effektiv ist es so, dass das Übergewicht nicht der Faktor ist, der die Gesundheit ausmacht - und diese Menschen wären auch gesund ohne das Übergewicht. Es gibt Theorien, dass leichtes Übergewicht per se positiv ist - wie auch im Beitrag erwähnt -, diese sind allerdings teilweise umstritten und es Bedarf noch einiger Studien, um dies zu klären.

Guten abend Ich bin 180gross und 130kg und weiblich unter 30j und bewege mich viel...spazieren und schwimmen...habe 2 schwangerschaften hinter mir (im 2007 war ich 100kg)...ich esse gesund...nehme aber viele medikamente (antidepressiva...concerta...temesta..und noch mehr...meine blutwerte sind immer gut...das EKG ist etwas über dem durchschnitt aber nicht schlimm...puls/blutdruck tip top...ich habe schon über magenbypass nachgedacht...habe aber angst...was würden sie mir raten?

Philipp Gerber: Effektiv können gewisse Medikamente das Gewicht negativ beeinflussen. Es ist immer ratsam, das Problem mit den behandelnden Ärzten zu besprechen und zu versuchen, die Medikation so umzustellen, dass sie möglichst "Gewichtsfreundlich" ist. - Bezüglich Magenbypass-Operation rate ich zur Beratung an einem spezialisierten Adipositas-Zentrum. Hier kann im Gespräch erörtert werden, ob eine bariatrische Operation im individuellen Fall eine geeignete Massnahme ist oder nicht.

Ich wiege 80 kg bei einer Grösse von 163 cm. Eigentlich fühle ich mich gesund einzig Arthrose im Knie und im Genick verursachen Schmerzen. Nun meinte ein Arzt, dass ich unbedingt abnehmen muss und mit Schmerzmitteln und Entzündungshemmern den Rest meines Lebens ohne Schmerzen leben kann und so auch z.B. kein künstliches Knie brauche. Seine Empfehlung nebst den Medikamenten: Metabolic Balance. Können Sie mir sagen, ob dies wirklich Erfolg verspricht. Besten Dank und freundliche Grüsse

Philipp Gerber: Gelenkbeschwerden sind häufige Beschwerden, welche sich als Folge des Übergewichts verschlechtern können. Eine Gewichtsreduktion ist sicherlich zentral. Meine generelle Empfehlung ist die, die Ernährung langfristig und individuell angepasst umzustellen. Hier ist eine persönliche Ernährungsberatung häufig effektiver als ein bestimmtes Programm.

Meine Tochter (13 Jahre) hat in den letzten zwei Jahren sehr zu genommen. Am Tisch ist sie mit, ist von allem. Aber ich finde öfter leere Lebensmittelpackungen im Zimmer.Was kann ich gegen heimliches Essen tun. Sie hat sehr viel Bauchfett. Soll ich unseren Hausarzt aufsuchen. Ich habe meine Tochter öfters schon angesprochen wegen dem heimlich essen. Was soll ich machen. Ich sorge mich sehr um meine Tochter

Philipp Gerber: Heimliches Essen, häufig auch im Rahmen von eigentlichen "Ess-Attacken" stehen häufig im Zusammenhang mit Belastungssituationen, können aber auch Ausdruck von Schwierigkeiten in einer Lebensphase wie der Pubertät sein. Hier ist es sicher ratsam, dies mit dem Hausarzt zu besprechen, der dann je nach Situation auch eine spezialisierte Beratung vermitteln kann. Es gibt heute auch spezielle Zentren, in welchen Menschen hinsichtlich Essverhalten beraten werden können.

Guten Abend. Ich bin 1,65 m gross und wiege ca. 80-85 kg.. Jedoch ist es mir kaum möglich mein Gewicht irgendwie zu reduzieren. Meine Motivation macht nach 1-2 Monaten jeweils schlapp, sobald ich erste Erfolge erziele. Haben Sie mir einen Rat?

David Infanger: Ziel sollte es sein eine dauerhafte Gewichtsreduktion zu erreichen. Weniger ist mehr, wenn das Wenige dauerhaft gehalten werden kann. Die Motivation bleibt erhalten da einem Frusterlebnis vorgebeugt werden kann. Versuchen sie nicht mit Hunger Gewicht zu verlieren, das sonst der Jo-Jo-Effekt droht. Beeinflusst werden kann das Essverhalten, das Trinkverhalten und das Bewegungsprogramm. Versuchen sie nur die Hauptmahlzeiten zu essen, wenig Fett und nicht kohlenhydratüberlastet. Flüssige Kalorien sollten gemieden werden, Zerogetränke in normalen Mengen sind erlaubt. Mit einem regelmässig durchgeführten Bewegungsprogramm können sie die erreichte Gewichtsreduktion besser halten. Eine Führung durch eine Ernährungsberatung kann Ihnen helfen den richtigen Weg zu finden.

Bin ich mit 85 kg für 1,65 m (22 Jahre) schon ungesund dick? bzw. ist es noch leicht, in meinem Alter abzunehmen? Was wäre ein realistisches, GESUNDES Ziel?

Philipp Gerber: Ihr BMI beträgt mehr als 30kg/m2, hier wäre eine Gewichtsreduktion sicherlich wichtig. Mit einer Gewichtsreduktion von 10-12kg könnte dieser in den Bereich gesenkt werden, der nur noch wenig über der Norm ist. Das wäre wohl ein mittelfristig sinnvolles Ziel, wobei keine sehr schnelle Gewichtsreduktion erfolgen sollte, sondern vor allem eine nachhaltige - entsprechende Umstellungen von Ernährung und körperlicher Aktivität sollten langfristig umgesetzt werden können.

Ich bin von einer Schilddrüsenüberfunktion in eine Schilddrüsenunterfunktion gerutscht und auch in ärztlicher Behandlung. Ich treibe regelmässig Sport und versuche mich "normal" zu ernähren aber mein Gewicht stagniert. Hat dies mit den Schilddrüsen einen Zusammenhang, bzw. kann mein behandender Arzt mir da weiterhelfen? Ich nehme täglich Euthyrox 75 ein. Ich bin 1.80 gross und 94 Kilo. (Bei Feststellung der Überfunktion 86kg).

Philipp Gerber: Die Schilddrüse ist effektiv ein wichtiges Organ, wenn es um die Regulation von Energiehaushalt und Gewicht geht. Eine Schilddrüsenunterfunktion kann eine Gewichtserhöhung begünstigen, kann aber mit der richtigen Therapie vollständig ausgeglichen werden. Dies kann durch einen Laboruntersuch überprüft werden. Wenn dieser eine korrekte Dosis des Schilddrüsenmedikamentes zeigt, dann müssen andere Faktoren zur Gewichtsreduktion angegangen werden.

Ich bin 174 cm 84 kg wie ist mein Bodymass

Philipp Gerber: Ihr Bodymass-Index beträgt 27.7kg/m2 - das heisst er ist im Bereich Übergewicht, aber noch nicht Adipositas. Eine ausgewogene, gesunde Ernährung und genügend körperliche Aktivität sind in erster Linie wichtig, um auch "fit" zu sein trotz Übergewicht - eine Gewichtsreduktion von einigen kg wäre aber sicherlich zusätzlich auch wünschenswert.

Ich möchte 20 kg abnehmen wie esse ich richtig dass ich abnehmen kann Sport treibe ich 3-4 mal pro Woche

David Infanger: Wie viel man abnehmen kann, hängt u.a. auch vom Ausgangsgewicht ab. Eine konservative Diät gilt bereits als erfolgreich, wenn man 5-10% vom Ausgangsgewicht dauerhaft abnehmen kann. Das Hauptziel sollte sein, dass sie nicht in den Jo-Jo Effekt fallen. Versuchen Sie nicht zu snacken, essen Sie nur die Hauptmahlzeiten. Versuchen sie die Energiedichte (v.a. den Fettgehalt) in der Ernährung als auch eine mögliche Kohlenhydratüberlastung zu vermeiden. Flüssige Kalorien (Fruchtsaft, Süssgetränke, Alkohol aber auch Milch) sollte nur selten und in geringen Mengen konsumiert werden. Das Bewegungsprogramm sollten sie mindestens auf diesem Niveau halten, mehr ist aber besser.

wollte fragen habe ein sohn der ist 20 jahre alt und hat seit dem schul austritt fast jedes jahr 10-12 kilo zugenommen und und ist nun 123 kilo schwer er hat schon alles probiert mit abnehmen ernährung sberaterinndiäten fitness sport usw. ich als mutter möchte ihm helfen ich möchte ihm zu einer magenverkleinerung raten nun was raten sie mir und wenn eine magenverkleinerung muss ich das selber bezahlen oder wie muss ich vorgehen?? und geht das überhaupt in seinem alter

David Infanger: Eine Uebergewichtsoperation, sogenannt bariatrisch chirurgisches Vorgehen, ist kassenzahlpflichtig wenn Ihr Sohn einen BMI grösser als 35kg/m2 aufweist, älter als 18 Jahre ist, mehr als 2 Jahre fachkompetent geführte Diäten (Ernährungsberatung, Arzt, WW...) vorweisen kann und die interdisziplinäre Abklärung keine Gegenanzeige für ein operatives Vorgehen erbringt. Gemäss Ihrem Mail, scheint Ihr Sohn durchaus für eine Adipositaschirurgie geeignet zu sein. Ich empfehle Ihrem Sohn sich bei seinem Hausarzt zu melden und sich mit ihm zu besprechen. Der Hausarzt kann dann Ihren Sohn bei einem Adipositaszentrum anmelden. Dieses übernimmt die notwendigen Abklärungen und kümmert sich auch um die Kostengutsprache der Krankenkasse.

Seit längerer Zeit nimmt mein Bauchfett immer mehr zu bei gleichbleibendem Gewicht.

Philipp Gerber: Der Anteil des Bauchfettes kann zwar abgeschätzt, jedoch mit herkömmlichen Mitteln nicht mit Sicherheit bestimmt werden. Das Gewicht halten zu können ist schon ein gutes Zeichen dafür, dass das Bauchfett nicht in sehr hohem Mass zugenommen hat. Der Erhalt einer genügenden Muskelmasse ist in der Situation sicher auch wichtig, also genügend körperliche Aktivität und Muskeltraining.

Hallo, ich möchte noch 3 Kilo abnehmen, das Gewicht stagniert aber seit vier Wochen. Gibt es den "Hungermodus" und wenn ja wie merke ich, dass mein Körper darin ist?

David Infanger: Mit jedem Kilo das Sie abnehmen, intensiviert der Körper die Gegenwehr. Er macht sie hungriger, die Sättigung wird schlechter und der Grundumsatz (Energieverbrauch ohne etwas zu machen) wird reduziert. Es kommt also darauf an, wie viel Sie bereits an Gewicht verloren haben. Der "Hungermodus" kann auch ausgelöst werden, wenn man zu wenig isst, dies gilt es in einer Diät zu vermeiden. Die Symptome des "Hungermodus" sind relativ unspezifisch; man friert mehr, hat weniger Antrieb und braucht mehr Motivation etwas zu machen, man ist müder und hat mehr Probleme mit den Haut und den Haaren, welche langsamer wachsen.

Guten Abend. Ich wollte Sie fragen bei mir wurde vor 2 Jahren das pco Syndrom diagnostiziert. Nun habe ich vor 8 Monaten unser 2 Kind bekommen. Möchte meine Kilos das sind 10-15 wieder runter bringen. Nun passiert aber das Gegenteil und ich nehme immer mehr zu. Trotz Umstellung auf Vollkorn Produkte, weniger Kohlenhydrate und Sport. Kann das ein Zusammenhang haben? Vielen Dank bin zimlech frustriert.

Philipp Gerber: Nach einer Schwangerschaft ist es nicht selten, dass das Gewicht nicht ganz einfach zu reduzieren ist. Wenn sie mit Ihren aktuellen Massnahmen Schwierigkeiten haben, das Gewicht zu reduzieren, sollten noch weitere Ernährungsbestandteile angeschaut werden - wie schaut es mit dem Fett in der Ernährung aus? Wie ist es mit Kalorien in Getränken? Gibt es noch eine Optimierung des Sports / Ihrer sonstigen körperlichen Aktivität? Eine professionelle Ernährungsberatung wäre hier vielleicht hilfreich.

Ich bin weiblich,37,1.74 gross und wiege 94kg!Ich fahre von April-Oktober ca.500-1000km rad!jetzt habe ich angefangen auf der rolle zu fahren 2 mal pro woche zwischen 30-60 min!Haben sie mir ein Tipp was da die Ideale Training ist das sich auch was auf der Waage tut!Ideale Pulsfrequenz?Habe bisher keine Gesundheitsprobleme!

David Infanger: Ihr Trainingsprogramm ist bereits überdurchschnittlich und intensiv. Das ideale Training und der optimale Puls hängt von ihrem aktuellen Trainingszustand ab. Ich empfehle Ihnen sich hierfür bei einem Sportmediziner in Ihrer Nähe zu melden, der ein individuelles Training für Sie zusammenstellen kann. Dies entsprechend dem Resultat einer bei ihm durchgeführten Fahrradbelastung. Mit Sport können sie die erreichte Gewichtsreduktion gut und leichter halten. Der Sport wird aber für das Erreichen einer Gewichtsreduktion häufig etwas überschätzt. Er gehört unbedingt zur Diät, doch sind das Essverhalten und das Trinkverhalten auch sehr wichtig. Allenfalls besteht hier bei Ihnen noch Optimierungspotential. Die Begleitung durch eine Ernährungsberaterin kann helfen.

Guten Abend, ich bin 178cm und 102kg. 47 Jahre. Arbeite unregelmässig und esse auch unregelmässig. Esse zu Hause abwechslungsreich, aber auf der Arbeit vielfach fastfood. Ich fühle mich eigentlich wohl und gesund, weiss aber dass mein bmi nicht gut ist. Ich bewege mich ca 6-8 km täglich und gehe 3-5 x die Woche auf den Crosstrainer für 30 Minuten. Mein Gewicht will aber nicht runter. Was kann ich noch tun?

Philipp Gerber: Leider können sehr gute Bemühungen zur gesunden Ernährung und körperlichen Aktivität durchaus wieder ausgeglichen werden durch unregelmässige und ungesunde Ernährung, wie es bei Ihnen auf der Arbeit der Fall ist. Ich würde versuchen, dort anzusetzen und den Fastfood wenn immer möglich zu ersetzen. Auch "schnelle Mahlzeiten" für zwischendurch können durchaus gesund sein, mit genügend Früchten / Gemüsen bzw. Salat, kleineren Mengen an Kohlenhydraten und Fetten. Ganz wichtig auch, Kalorien in den Getränken zu vermeiden.

Guten Abend Ich bin 69jährig, 1.60 m klein, 65 kg, habe aber einen Bauchumfang von 105 cm, und zwar hat dieser um gut 15 cm im letzten Halbjahr zugenommen. Wir essen praktisch keine Würste, selten Dessert, auch sonst esse ich nicht sehr viel.Mit Sport habe ich nicht soviel am Hut, zudem habe ich starke Probleme mit meinen Knieen und dem Rücken. Was raten Sie mir?

Philipp Gerber: Bei Ihnen besteht nur leichtes Übergewicht, aber aufgrund des Bauchumfangs ist es sicherlich sinnvoll, dieses zu reduzieren. Neben der Ernährung, die nicht nur wenig sein sollte, sondern auch ausgeglichen, ist körperliche Aktivität sehr wichtig. Sie beschreiben Probleme mit dem Bewegungsapparat, was häufig die Wahl einschränkt. Es gibt aber durchaus auch hier Möglichkeiten, etwa Aqua-fit Programme, bei welchen die Bewegung im Wasser stattfindet, und der Bewegungsapparat so gut geschont werden kann.

Liebe Experten Ich bin 1.69 und wiege bald 100kg bin 46. Wie kann ich zu meinem Ursprungsgewicht (60kg)zurückfinden. Was ist die sinnvollste abnehm Variante? Ist es überhaupt noch möglich? Bei mir ist das Fett überall verteilt aber der Bauch ist mein Hsuptproblem. Schöne Grüsse

David Infanger: Ihr BMI liegt bei 35,1kg/m2 und entspricht somit einer Adipositas Grad 2. Eine weitere Gewichtszunahme sollte unbedingt vermieden werden, eine Gewichtsreduktion ist empfohlen. Eine konservative Diät gilt als erfolgreich, wenn sie 5-10% vom Ausgangsgewicht abnehmen können, sehr erfolgreich ist eine Gewichtsabnahme von 10-15%. Alles darüber ist schon erreichbar, aber sehr ambitiös und vor allem auch schwer auf Dauer halten zu können. Bei einer konservativen Diät sollten sie nicht hungern, leiden, oder entbehren. Dies alles bringt die Gefahr des Jo-Jo-Effektes. Wichtige Pfeiler einer Diät sind das Essverhalten, Bewegungsverhalten und das Trinkverhalten. Sie sollte nicht Hungern, geben Sie dem Körper Volumen mit wenig Energie. Ich empfehle Ihnen den Beginn einer Ernährungsberatung, welche nützliche Tipps und Tricks geben kann.

Guten Abend, ich hatte schon immer mühe mit Übergewicht. Ich konnte in 2 1/2 Jahren 20kg abnehmen. Seit ich meine Schilddrüse nicht mehr habe ich die Kilos wieder drauf. Nun habe ich extrem mühe abzunehmen. Meine Ernährung ist nicht optimal, jedoch esse ich sehr viel mehr Gemüse als früher. Arthrose habe ich auch. Hätten Sie mir ein Tipp? Vielen Dank und einen schönen Abend

Philipp Gerber: Die fehlenden Schilddrüsenhormone können gut ersetzt werden durch die richtige Medikation, dies muss durch den Arzt überprüft werden. Wenn die Medikamente korrekt dosiert sind, kann man ohne Schilddrüse genau gleich gut abnehmen wie mit normal funktionierender Schilddrüse. - Als zweiter Schritt wäre sicherlich die Ernährung genauer anzuschauen, da sie schreiben, diese sei nicht optimal. Oft kann man mit kleinen Veränderungen hier noch viel bewirken. Eine genaue Analyse durch eine professionelle Ernährungsberatung wäre sicherlich hilfreich.

Guten Abend Ich wiege 76 kg bei einer Grösse von 160 cm. Ich habe letzten Sommer durch Medikamente (Olanzapin) innerhalb von 2 Monaten 25 Kilo (!) zugenommen. Seit dem Medikamentenwechsel im Oktober habe ich 7 Kilo abgenommen, ich schaue auf meine Ernährung, mache 2x die Woche Sport. Kann ich sonst noch etwas machen?

David Infanger: Medikamente sind tatsächlich häufig Auslöser von schwerem Uebergewicht,. Es ist sehr gut, dass sie bereits begonnen haben ihr Gewicht zu reduzieren, gratuliere! Versuchen Sie neben der Ernährung und Sport auch das Trinkverhalten zu optimieren. Fruchtsäfte, Süssgetränke, Alkohol und auch Milch sollten sie kontrolliert, unregelmässig und in geringen Mengen trinken. Snacken zwischendurch sollten sie vermeiden, auch sollten sie den Fettanteil in der Ernährung reduzieren und auch einen möglichen Kohlenhydratüberschuss vermeiden, dies besonders abends.

Guten Tag, ich bin seit 4 Monaten als Au-Pair im Welschland und habe seit daher 10kg zugenommen. Ich war bis jetzt nie schwerer als max. 53kg und fühle mich nun durch die zusätzlichen Kilos auch dementsprechend unwohl.Leider kann ich zur Zeit meine Ernährung unmöglich umstellen,da ich mich den Ansprüchen meiner Kids anpassen muss. Wie stark belastend ist es für den Körper, wenn ich nun über kurze Zeit schnell viel zunehme und diese dann durch eine geziehlte,geplante Diät wieder verlieren möchte?

Philipp Gerber: Auch in dieser Situation sollte versucht werden, möglichst nicht weiter an Gewicht zuzunehmen. Dies könnte gelingen, indem vielleicht bei den vorgegebenen Mahlzeiten die kalorienhaltigen Anteile (Kohlenhydrate, Fett) mindestens reduziert werden. Zudem sollte auch auf kalorienfreie Getränke geachtet werden. Eine gezielte Diät kann später helfen, das Übergewicht wieder zu verlieren, aber je kleiner das Gewicht, das dann reduziert werden muss, desto einfacher und weniger belastend für den Körper.

Unsere Tochter (24 Jahre) leidet schon seit Kindheit unter Übergewicht. Sie war schon bei verschiedenen Ernährungsberatungen, hat sich in der Adipositasklinik untersuchen lassen, aber alle sind irgenwie ratlos. Seit 7 Wochen hat sie eine Personaltrainerin, welche 4 mal die Woche mit ihr trainiert, zusammenhängend mit einem Ernährungsprotokoll. Bis heute hat sie leider nicht 1 kg abgenommen. Alle sind ratlos. Können Sie uns weiterhelfen?

Philipp Gerber: Hier müsste die Situation mit Hilfe weiterer Informationen angeschaut werden - was ist der aktuelle BMI, wie wurde bisher die Ernährung genau umgestellt, wie schaut die Ernährung jetzt aus? - Bei wirklich anhaltendem Übergewicht trotz maximaler Therapie und Umstellungen können weitere Massnahmen zur Hilfe, wie etwa medikamentöse Therapien, diskutiert werden. Allerdings sind auch diese nur sinnvoll, wenn gleichzeitig weiterhin an Ernährung und Bewegung gearbeitet wird. Bleibt der Erfolg weiter aus ist, sind (bei entsprechend hohem BMI), auch chirurgische Massnahmen zu diskutieren.

Ich bin 86zig J.alt. 186 gross + 100Kg. Welches Ideal-Gewicht sollte ich "noch" erreichen können?

David Infanger: Ihr Body Mass Index beträgt 28,9kg/m2 und liegt somit im gewünschten Bereich. Ich empfehle Ihnen daher ihr Gewicht zu halten.

Wenn ich pro Wo 2x Krafttraining und 2x Ausdauer trainiere in welcher Reihenfolge nimmt der Körper die Energie fürs Ausdauertraining: 1. aus dem Mageninhalt 2. aus den mit Krafttraining aufgebauten Muskeln und 3. aus dem Fett? Ist das korrekt? Würde heissen Ausdauer vernichtet mit Krafttraining aufgebaute Muskeln.

Philipp Gerber: Bei regelmässigem Training mit gleichzeitig ausgewogener Ernährung mit ausreichender Eiweissversorgung, ohne gleichzeitig massivem Gewichtsverlust durch sehr stark reduzierte Ernährung, ist die Gefahr eines ständigen Abbaus der gewonnenen Muskeln klein.

Thema Bauchfett:Ich, frau, 61 J., 172cm, 67k, BMI22.8,Bauchumfang 104 cm, hatte Herzinfarkt in 2006 (genetisch) Wennn ich 2 Kilo abnehmen, reduziert sich mein Bauchumfang ganz minimalIch mache regelmässig Aerobics, Bauchübungen, Yoga, Pilatus, Tanz, laufe täglich und ernähre michGesund: viel Gemüse, Fisch, wenig rotes Fleisch, trinke min. 2 L Wasser ohne KohlensäureRauche und trinke kein Alkohol Was kann ich unternehmen um das Bauchfett Risiko zu reduzieren??

David Infanger: Der gesundheitlich ideale Bauchumfang bei der Frau liegt unter 80cm. Zwar liegt ihr BMI im idealen Bereich, doch sind Ihre Bemühungen den Bauchumfang zu reduzieren absolut empfohlen. Sind bei Ihnen die endokrinologischen Ursachen kontrolliert worden (Cortisol, Androgene,..). Leider kann man nicht nur gezielt das Bauchfett reduzieren, aber die Bauchübungen helfen gezielt die Bauchmuskulatur zu kräftigen, was sich auch günstig auf den Bauchumfang auswirkt.

Chat-Admin: Der Chat ist beendet. Es sind sehr viel mehr Fragen eingegangen, als die beiden Experten beantworten konnten. Wir hoffen auf Ihr Verständnis! Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier: http://www.srf.ch/gesundheit/koerper/dick-und-doch-gesund

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen