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Legende: Dr. Andreas Brauchlin, Dr. Bettina Heidecker und Dr. Frank Scherff SRF
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Herz und Sport «Kann ich trotz Blutdrucksenker intensiv trainieren?»

Andreas Brauchlin, Bettina Heidecker und Frank Scherff haben Ihre Fragen im «Puls»-Chat beantwortet.

Fachpersonen im «Puls»-Chat

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Dr. Andreas Brauchlin

Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie

Universitäres Herzzentrum

Universitätsspital Zürich

Dr. Bettina Heidecker

Fachärztin für innere Medizin und Kardiologie

Universitäres Herzzentrum

Universitätsspital Zürich

Dr. Frank Scherff

Kardiologe

Akut-Kardiologie

Universitätsspital Zürich

Chatprotokoll

Wieviel mal sollte man schwimmen gehen das dass Herz gesund bleibt. Ich gehe jeden Tag schwimmen. Und ich schwimme 7 Std. Ist das Gesund für das Herz?

Frank Scherff: Mann darf jeden Tag schwimmen gehen, ich empfehle einmal pro Tag bis zu 45 -60 min, abhängig von der Temperatur und Ihrer allgemeinen Fitness und der Intensität des Schwimmens.

Guten Tag, welchen Einfluss haben Blutverdünner, in meinem Fall Aspirin Cardio 100, auf die sportliche Leistung?

Andreas Brauchlin: Prinzipiell haben Blutverdünner keine direkten Einfluss auf die Leistungsfähigkeit bzw. die sportliche Leistung. Zu beachten ist aber das leicht erhöhte Blutungsrisiko zB im Falle eines Unfalles; Kontaktsportarten und "gefährliche" Sportarten sind entpsrechend nicht empfehlenswert während Sie Blutverdünner einnehmen.

Guten Tag, Bei mir wurde die Diagnose Brugada-Syndrom festgestellt. Die Empfehlung vom Arzt (Inselspital Bern). Ich brauche ein Defibrillator, welcher mir per OP montiert werden sollte. Gibt es Alternativen?

Frank Scherff: Mit der geschilderten Diagnose liegt eine relevante Herzerkrankung vor. Ich gehe davon aus, dass meine Kollegen in Bern alle nötigen Untersuchungen durchführten. Dem Rat der Spezialisten sollte gefolgt werden, wenn Sie Vorbehalte haben, sprechen Sie erneut mit den Kardiologen, allenfalls darf man eine zweite Meinung einholen, das geht aber natürlich nicht im Chat.

Guten Tag. Wie fühlt sich kalter Schweiss an und wie merke ich das es kalter und nicht normaler Schweiss ist? Das hört man ja immer wieder, bei einem Herzinfakt. Gibt es das nicht auch bei Schock? Wenn es einem im Hals würgt und man Mühe hat Luft zu bekommen, was ist das oder wenn man sich nicht mehr getraut zu atmen, weil es in der Herzgegend so sticht.Vielen herzlichen Dank.

Bettina Heidecker: Kalter Schweiss ist oft ein Zeichen, dass im kardiovaskulären Bereich bzw Kreislauf ein Problem vorliegt. Der Schweiss fühlt sich üblicherweise ganz eindeutig kalt an. Dem Patient geht es oft sehr schlecht, wenn er sich in einem Zustand befindet, der zu kaltem Schweiss führt. Eine andere Person kann dies aber üblicherweise eindeutig beurteilen.

Bin 70 Jahre alt 78 kg. schwer 1,77 m gross. Betreibe regelmässig Sport, Radfahren Wandern und viel Gartenarbeit. Vor etwa 3 Jahren verspürte ich einen Druck auf der Brust. Beim Sport verspürte ich immer einen sehr hohen Puls bis zu 195 und die Kraft in den Beinen gab merklich nach. Nach einem Hausarzt besuch verschrieb er mir die Tablette Concor 2,5 seither kann ich ohne Mühe Radfahren und Wandern bis über 6 Std. Nehme ich die Tablette nicht verlässt mich die Kraft nach einer Std. Warum das ?

Bettina Heidecker: Concor hat mehrere Wirkungen auf das kardiovaskuläre System. Es reduziert die Herzfrequenz/den Puls und auch den Blutdruck. Dadurch kann es die "Herzarbeit" reduzieren und das Herz braucht weniger Energie. Vielleicht haben Sie sonst auch einen höheren Blutdruck beim Sport, wenn Sie die Tabletten nicht nehmen. Es würde sicher Sinn machen, wenn Sie einmal ein Belastungs-EKG durchführen lassen, um dies zu untersuchen. Dabei kann man auch testen, wieviel Sport für Sie gesund ist bzw wo ihre Grenzen sind.

Bin 70, recht gesund, leider zu schwer (182cm/96kg) und etwas sportfaul. Hin & wieder "stolpert" mein Herz - zu völlig unterschiedlichen Zeiten - auch im Bett. Was bedeutet dies? Blutdruck derzeit: 136/87/66 Puls

Frank Scherff: Wenn es seltene einzelne "Aussetzer, Stolperer" sind, handelt es sich whs. um harmlose Extrschläge ("Extrasystole"), aber bei länger anhaltenden, schnellen oder sehr unregelmässigen Herzrhythmusstörungen kommen auch andere Herzrhythmusstörungen in Betracht. Hier wäre Dokumentation mit EKG oder allenfalls Langzeit-EKG sinnvoll um zu klären, was genau vorliegt. Zudem sollten Sie nach Beratung durch den Hausarzt idealerweise mehr bewegen und das Gewicht langsam normalisieren.

Meine Herzleistung liegt bei rund 30%, ich leide unter "Dilatativer Kardiomyopathie", habe einen Defibrillator eingebaut. Sportlich bi ich sehr aktiv mit ca 2 Std pro Tag wandern oder E-Biken, beim Wandern in den Bergen habe ich natürlich Sauerstoffprobleme auf über 2'500 müM. Habe ich ein grösseres Risiko bei stärkerer Belastung? Wäre Interwalltraining empfehlenswert ?

Frank Scherff: Sie deuten ja schon an, dass sie eigentlich recht gut belastbar sind mit 2-stündigem Wandern trotz der Herzschwäche. Wenn Sie ab 2500 Metern mehr Symptome als in tieferen Lagen entwickeln, empfehle ich doch eher "weiter unten" zu trainieren. Es sollte im Gebirge auch immer eine Person Sie begleiten und ein Natel sollte verfügbar sein für alle Fälle. Sie könnten in tiefen Lagen das Intervalltraining durchführen, wenn Sie dies subjektiv gut vertragen ist nichts dagegen einzuwenden.

Als ehemaliger Leistungssportler (Läufer, Marathon usw.) musste ich erblich bedingt 3 Stents setzen lassen. Ich möchte nach wie vor mit Invervalltraining usw. meine Leistungspotential abschöpfen. Mein Kardiologe 'erlaubt' mir alles, trotzdem eine gewisse Unsicherheit besteht. Wie ist Ihre Meinung? Danke und einen schönen Tag.

Bettina Heidecker: Ich empfehle Ihnen ebenfalls mit dem Sport weiter zu machen. Sport hat so viele positive Effekte auf die Gesundheit, dass man nach Risiko-Nutzen Abwägung ganz eindeutig weitere Aktivität unterstützen sollte. Wenn es Sie sehr beunruhigt und Sie auf Nummer sicher gehen möchten, können Sie bei Ihrem Kardiologen ein Belastungs-EKGs am Fahrrad durchführen, um zu evaluieren ob es bei Ihrer maximalen Herzfrequenz zur Unterversorgung des Herzens mit Blut kommt oder zu Arrhythmien. Wenn alles in Ordnung ist, gibt es keinen Grund, sich einzuschränken. Wenn die Pumpfunktion des Herzens eingeschränkt ist, sollte man Gewichte heben vermeiden und eher Ausdauertraining machen.

Meine Alter 65; Meine Herzkrankheit: Herzinsuffizienz nach Herzinfarkt (vor 25 Jahren; Herz OP vor 7 Jahren) Habe ICD, kürzlich Kammerflimmern, Ablation vor 11 Wochen musste abgebrochen werden (Kreislauf Zusammenbruch) Frage: Mein neuer Kardiologe möchte mein Medikament Coversum (das ich gut vertrage) durch Entresto ersetzen. Wenn ich aber den Beipackzettel von E. lese, dann wird mir schwindlig. Was bringt E. wesentliches gegenüber von Coversum, das die Risiken der Nebenw. von E. rechtfertigen?

Andreas Brauchlin: Entresto ist im Prinzip eine Kombnation von zwei Wirkstoffen, einerseits einem Stoff der ähnlich ist wie "Coversum", andererseits ein Wirkstoff, der auf etwas anderem Weg eine ähnliche Wirkung wie Coversum erzielt. Durch die Kombination von zwei Wirkstoffen kann ein positives Resultat erzielt werden auf Überleben, Hospitalisationsrate bei spezifischen Patienten. Der "Preis" ist insbesondere eine stärkere Senkung des Blutdruckes (Hypotonie), die übrigen Nebenwirkungen sind in etwas vergleichbar. Es ist dann sinnvoll sich den Einsatz von Entresto zu überlegen, wenn die LVEF < 35% ist und der Blutdruck unter Therapie mit ACE-Hemmer/ Sartan stabil ist sowie der Pt immer noch gewisse Symptome der Herzinsuffizienz aufweist. Die Episode von Kammerflimmern alleine ist nicht eine klare Indikation für Entresto, möglicherweise aber sind anderer Symptome / Gründe (vgl. oben) vorliegend für den Vorschlag der Änderung. Sicherlihc ist in Ihrem Fall zu empfehlen, mit dem Kardiologen Ihre Bedenken zu diskutieren und genau zu verstehen, warum er die etablierte Therapie ändern möchte, möglicherweise haben sich gewisse Parameter verändert und er wird Ihnen das erklären können.

Sehr geehrte Damen und Herren. Ich (w, 38) getraue mich fast nicht mehr, auch nur ein Glas Wein zu trinken, weil ich nach nur kleinen Mengen Alkohol einen stärkeren und schnelleren Puls habe, was mich ziemlich stresst. Vor allem, wenn ich dann im Bett liege und deswegen nicht einschlafen kann... Warum ist das so? Ist das normal? Sollte ich deswegen generell auf Alkohol verzichten? Herzlichen Dank für Ihre Antwort. MFG

Bettina Heidecker: Es kann sein, dass Sie sensibel auf Alkohol reagieren, der Blutdruck durch den gefässerweiternden Effekt des Alkohols absinkt und dadurch der Puls zur Kompensation ansteigt. Es gibt allerdings auch Rhythmusstörungen, die durch Alkohol getriggert werden können. Ich würde Ihnen daher empfehlen, dafür eine Internisten oder Kardiologen aufzusuchen. Man sollte damit starten das Schilddrüsenhormon TSH, Kalium und Magnesium zu messen, ein EKG und einen Holter Monitor (24- Stunden Rhythmusüberwachung) durchzuführen. Je nach Befund kann man gegebenenfalls noch weitere Diagnostik durchführen, z.B. mit Echokardiografie.

1. Bezüglich HIIT (High Intensive Interval Training) im fortgeschrittenen Alter (55+) bei gut Trainierten scheinen die Meinungen auseinander zu gehen. Einzelne Studien wollen einen positiven andere einen negativen Effekt festgestellt haben. Was ist Ihre Meinung hierzu? 2. Ebenfalls für die Altersgruppe 55+/gut trainiert: Vor- & Nachteile eines reinen Gesundheitstraining (Puls < 130) gegenüber einem mässig leistungsorientierten Trainings bzw. Risiken?

Frank Scherff: Ersteinmal würde ich sagen, dass 55 Jahre ja noch kein "fortgeschrittenes" Alter ist aus internistisch-kardiologischer Sicht. Ich empfehle - es sei denn Sie zählen sich zu den Leistungssportlern - wenn es rein um den Erhalt einer optimalen Gesundheit geht, ein Ausdauertraining im aeroben Bereich. Sie können dies auch langsam steigern und sehen dann selber, ob es Ihnen bekommt. Setzen Sie sich nicht zu schnell hohe Ziele, und lassen Sie wegen Ihrer möglichen Bedenken einmal eine Ergometrie unter Arztaufsicht durchführen. Dies besonders, falls bei Ihnen schon kardiovaskuläre Erkrankungen bekannt sein sollten. Bei neueren Studien gibt es naturgemäss häufig pro/contra, bis sich einige Jahre später langsam ein Konsens herauskristallisiert, sicher auch abhängig davon,welches Ziel das spezielle Training genau hat.

Grüezi. Ich bin 35 und betreibe viel Sport. Kürzlich hat mein Arzt bei mir Bluthochdruck diagnostiziert (ca. 145/85). Nun habe ich mit Blutdrucksenker wieder Normalzustand erreicht (125/80). Beim Sport ging ich bis anhin bis an die Belastungsgrenze (Kraft und Ausdauer). Ist dies weiterhin angebracht oder muss ich mich da nun zurückhalten? Grundsätzlich würde ich gerne weiterhin intensiven Sport betreiben. Vielen Dank für Ihre Hilfe.

Bettina Heidecker: Ich empfehle Ihnen weiterhin soviel Sport zu machen, wie Sie möchten. Aktivität hat so viele positive Effekte auf die Gesundheit - unter anderem ist Sport einer effektivsten Massnahmen in Bezug auf Lifestyle Modifications, welche den Blutdruck senken. Weiters sollten man den Konsum von Salz, Kaffee, und Alkohol reduzieren.

Hypertonie, konzentrisch hypertropher li. Ventrikel, Muskelmassenindex 155 g/cm2. Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonist (Edarbi 40 mg). Welchen syst. RR - wie lange - kann ich beim Sport zulassen, ohne fortschreitende Hypertrophie zu fördern? Geb. 1938, 65 kg, 180 cm. jogge mindestens 2 h/Woche. "Sonst" sehr gesund. - In welchen Intervallen ist Sonokardiographie zu empfehlen, um die Wirkung des Medikaments zu kontrollieren?

Andreas Brauchlin: Beim regelmässigen (Ausdauer) Sport kommt es physiologischerweise zu einer Anpassung der Herzvolumina und der Muskelmasse des Herzens, es kommt zum "Sportlerherz". Diese phsiologische Anpassung bildet isch wieder zurück wenn die Intensität der sportlichen Aktivität reduziert oder eingestellt wird. Bei einem "hypertrophen", dh verdickten oder "zu starken" Herzen bei einem sportlich aktiven Patienten kann teilweise nur schwierig unterschieden werden, ob die Anpassung angeboren (sog. Hypertrophe Kardiomyopathie), oder erworben (zB durch Bluthochdruck, Sport oder andere Ursache) wurde, die "Auflösung des Rätsels" erfolgt über die Zeit, in dem der Herzmuskel nach guter Einstellung des Blutdruckes verlaufsbeurteilt wird, ebenso kann eine Sport-Pause nötig werden um Sport als die Ursache der verdickten Herzwände zu elimitieren (Verdickung bildet sich zurück wenn Sport sistiert ist). Im spezifischen Fall ist eine gute Blutdruckeinstellung wichtig, ggf. kann auch ein 24h BD-Messung helfen bei der Einstellung des Blutruckes. Die Auswirkungen einer sog. Belastungsinduzierte Hypertonie, dh der Bluthochdruck unter Belastung, sind nicht ganz klar und nicht gut erforscht. Es hilft aber sicherlich einen Stresstest zu machen und den Blutdruck auch unter Belastung zu messen um zu verhindern, dass der Blutdruck unter Belastung allzu hoch steigt. Dier Verlaufskontrollen der Sonographie sind je nach Patienten unterschiedlich und sollten mit dem betreuenden Spezilaisten abgesprochen werden, allzu häufige Kontrollen bringen aber in stabilen Situationen häufig keinen Vorteil. Als Wirksamkeitskontrolle für die Medikation sind tägliche Messungen zu verschiedenen Zeitpunkten sowie wie erwähnt ggf ein 24h BD sinnvoller als regelmässige Echo-Kontrollen

Guten Abend. Ich habe vor etwa einem halben Jahr mit joggen begonnen (ca. 3x pro Woche 30 Min). Nun habe ich festgestellt, dass mein Ruhepuls sehr tief ist - oft unter 50 Schläge/Min, vereinzelt sogar unter 40. Ich bin 29 Jahre alt und habe zuvor kaum Sport gemacht, zumindest nichts für die Kondition. Ist ein solch tiefer Puls unbedenklich oder sollte ich dies abklären lassen?

Bettina Heidecker: Prinzipiell ist ein Ruhepuls unter 40 in Ihrem Alter unbedenklich, wenn Sie dabei keine Symptome haben und wenn es sich um eine Sinusbradykardie handelt. Viele Sportler haben niedrigen Ruhepuls, zum einen weil die Pumpfunktion des Herzens bzw das Schlagvolumen so effektiv ist (Herz muss somit in Ruhe nicht so oft pro Minute schlagen), zum anderen weil in Ruhe ihr Vagusnerv bzw Parasympathikus stärker aktiv ist. Das ist normal. Sinusbradykardie kann man ganz einfach mit einem EKG feststellen.

Ich bin 79. Habe immer Sport getrieben. Ende letzten Jahres wurde bei mir ein Vorhofkammerflimmern mit einer Ablation erfolgreich behoben. Seit Mai leide ich an einem Lymphon im Brustbereich.Im Moment bin ich in der Chemothrapie.Nach den Aerzten soll ich das Vorhofkammerflimmern wieder haben. Ich fahre täglich 1 Std. Velo ohne Probleme (Puls100).Wie soll ich mich in Zukunft verhalten?

Frank Scherff: Dass bereits ein Experte sich um die Rhythmusstörung kümmert ist sehr gut. Das Vorhofflimmern (davon gehe ich bei Ihrem Fall aus) kehrt bei einem Teil der Patienten leider aber trotz korrekt durchgeführter "Verödung" (Ablation) wieder, ohne dass man vorher voraussagen kann, bei wem. Da nun eine andere Erkrankung hinzutrat, die sich via Chemotherapie oder auf anderem Weg auf Herzerkrankungen/Rhtyhmusstörungen auswirken kann, sollten sowohl der behandelnde Kardiologe wie auch Hämato-Onkologe eine gemeinsame Standortbestimmung (interdisziplinäre Beratung) durchführen. Prinzipiell ist ein weites Spektrum, von erneuter Ablation, über eine Elektrokonversion (harmloser Stromstoss in Kurznarkose mit Ziel Sinusrhythmus), bis hin zum Belassen des Vorhofflimmerns möglich. Alllerdings sollte beim Belassen der Ruhepuls weitgehend im Normalbereich liegen, dies ist bei Ihnen ja offenbar gegeben. Sprechen Sie ohne zu zögern mit Ihren Behandlern.

Nach einer Trainingspause von 2 Monaten habe ich wieder mit Sport (Velo)begonnen. Nun habe ich anhand der Sportuhr festgestellt, dass nach einem Training von ca. 2 Stunden im Grundlagenbereich dHF 140-150 / max 180 der Ruhepuls nach dem Sport noch zwei - drei Stunden im Bereich um 100 liegt. (gemessen mit Sportuhr) Ruhepuls ansonsten um 65. Woher kann dies kommen und ist dies gefährlich?

Bettina Heidecker: Eine Herzfrequenz von 100 wird üblicherweise gut toleriert und ist per se nicht gefährlich. Die erhöhte Ruhefrequenz könnte mit Ihrer Trainingspause zu tun haben. Eine mögliche Ursache ist, dass Sie auf Grund der Pause erst wieder die Fitness erreichen müssen, die Sie davor hatten. Es kann aber auch ein Zeichen von innerlicher Unruhe sein. Sie könnten Meditation nach dem Sport versuchen, welche sowohl Blutdruck als auch Herzfrequenz senken kann.

Ich bin 46 Jahre alt und trainiere das ganze Jahr 2-3 mal pro Woche ( Mountainbike, Rennrad ) Ist es gut für mein Herz, wenn ich trainings mache im roten Bereich ? ( Puls 170-180 )

Andreas Brauchlin: So wie Sie schreiben ist davon auszugehen, dass bei Ihnen eine stabile kardiale Situation vorliegt. Ein regelmässiges Ausdauertraining ist mit das Gesündeste was Sie machen können. Ein gesundes Training sollte den Körper fordern, aber nicht überfordern. Sie sollten das Ausdauertraining so steuern, dass Sie das Ausdauertraining als "Etwas anstrengend" bewerten, sprich ins Atmen und Schwitzen kommen, aber nicht "völlig aus der Puste" sind. Diese Intensität sollten sie 30-45min tolerieren können. Whs. liegt der Puls für diesen Ausdauerbereich unter 170-180 Schlägen/ minute. Wenn Sie nun auf dieser Ausdauerbasis ein zusätzliches Intervalltraining machen möchten (also für eine oder wenige Minuten in den "anaeroben" Bereich vorstossen zB bei Puls 170-180/min) so ist das vor allem dem Muskelaufbau dienlich und fördert den Fitnesszustand, Sie sollten sich dabei aber stets "gut" fühlen und keine Schmerzen/ Atemnot / Schwindel etc. verspüren. Ein Ausdauertraining nur im Aneroben / "roten" Bereich ist nicht empfehlenswert, sowohl für Ausdauer als auch (intensives) Krafttraining (hier ist ein Training der "Ausdauerkraft" sinnvoller, zB mit 25-30 Repetitionen der Kraftübungen). Wenn Sie das Intervalltraining schon beschwerdefrei verfolgen so können Sie das sicherlich weiter machen, wenn Sie es erst planen so ist in Ihrem Alter (selbst wenn noch jung) ein Stresstest bei einem Herzspezialisten vor Aufnahme des intensiven Intervalltrainings sicherlich ratsam.

Ich hatte mit 6 Jahren eine Herzoperation. Heute bin ich 30 Jahre alt. Schon fast seit jeher (seit ca. 15 Jahren) habe ich beim Fussballspielen (spiele seit ich 8 Jahre alt bin) von Zeit zu Zeit eine Art Herzrasen. Nach sofortiger Pause renkt sich das Ganze jeweils rasch wieder ein. War schon zweimal beim Kardiologen, dieser hat nichts erkennen können. Ist dieses Problem bekanntes Phänomen? Sonst bin ich eigentlich sehr fit, laufe gerne und habe dabei nie Probleme, ganz im Gegenteil.

Frank Scherff: Offenbar lag bei Ihnen ein angeborener Herzfehler vor, der (erfolgreich?) korrigiert wurde. Patienten dieser Gruppe können teils später im Leben Rhythmusstörungen entwickeln. Wenn diese nur kurz anhalten, sind sie schwierig zu erfassen, dies sollte aber angestrebt werden, besonders, wenn es sich um einen plötzlich schnelleren Puls als gewohnt handelt (also mehr, als durch den Sport zu erwarten). Da diese Rhythmusstörungen teils behandlungsrelevant sind, sollte einmal ein anhängbares Langzeit-EKG geschrieben werden um sie zu erfassen, da gibt es Varianten über 24h, 48h oder 1 Woche. Ausserdem könnte eine Ergometrie ("Fahrradttest" mit EKG) unter Arztaufsicht bis zum Leistungsmaximum durchgeführt werden um bei deren EKG-Schreibung evtl. die Rhtyhmusstörung zu dokumentieren.

Grüezi mitenand. Ich nehme Blutdruck-Senker. Darf ich beim Kraftsport und Ausdauersport (Badminton) an meine Grenzen, max.Puls gehen oder ist das nicht zu empfehlen? Vielen Dank.

Frank Scherff: Der erste Punkt bei dieser Frage ist, welches die Indikation für den Blutverdünner ist. Wenn diese klar gegeben ist, muss der Patient mit einem geringen Risiko von Nebenwirkungen leben, damit relevante Ereignisse (Schlaganfall, Herzinfarkt etc.) verhindert werden. Blutverdünner selber führen praktisch nicht zu relevanter Atherosklerose. Zu Vitamin D und Kalzium insbesondere gibt in letzter Zeit häufiger neue Studienergebnisse, da ist vieles im Fluss und man müsste mehr Angaben zur Person, die es einnehmen soll haben: z.B. Alter, ?Pflegeheim, Sonnenexpositionsdauer, Vitamin-D-Metaboliten-Spiegel im Blut.

Guten Abend, ich bin 66 Jahre alt, weiblich. Seit einiger Zeit sehe ich auf der rechten Halshälfte den Pulsschlag sehr deutlich. Ist dies eine Alterserscheinung?

Bettina Heidecker: Das könnte viele Ursachen haben. Zum einen sind, wenn Sie nicht viel Fettgewebe Halsbereich haben, die Gefässe dort besser sichtbar. Dann kann es auch sein, dass vielleicht ihr Blutdruck höher ist als damals. Ich würde Ihnen empfehlen, diesen kontrollieren zu lassen, wenn dieser nicht ohnehin schon jährlich bei Ihrer Gesundenuntersuchung kontrolliert wird. Die Gesundenuntersuchung wird generell ab dem 21. Lebensjahr jährlich empfohlen.

Hatte zwei Operationen gegen Vorhofflimmern. Trotzdem - und obwohl ich jeden Morgen ein Sotalol nehme - treten immer wieder Rhythmusstörungen auf. So mitten in einem Tennis-Match oder auf dem Vita-Parcours. Aber auch beim "Nichtstun". Fühle mich dann immer ziemlich mulmig. Die gut spürbaren Störungen können bis zu 24 Stunden dauern. Gibt es ein Medikament, das permanent für einen regelmässigen Herzrhythmus sorgt?

Andreas Brauchlin: Vermutlich haben Sie eine "Ablation" des vorhoffimmern hinter sich. Dieser relativ neue Eingriff hat eine gute Erfolgschance, allerdings birgt er auch gewisse Risiken, so dass häufig in Kauf genommen wird, dass der Eingriff nicht zu 100% wirksam ist und ggf ein zweites oder gar drittes Mal wiederholt werden muss. Weiter dauert es immer eine gewisse Zeit, bis sich der volle Erfolgt der Ablation einstellt, da das Herz Zeit braucht "den Eingriff zu verarbeiten" (Vernarbungsprozess), somit wäre es wichtig zu wissen, wie lange der Eingriff zurück liegt. Es wäre wichtig zu verstehen ob die unverändert wahrgenommenen Rhythmuststörungen immer noch ein Vorhofflimmern sind oder andere Rhythmustörungen, hier kann ein "Anfalls-EKG" oder aber ein 24h EKG weiter helfen. Wenn ein VHFli vorliegt und die Ablation schon vor längerer Zeit durchgeführt wurden, ist ggf eine erneute Ablation zu erwägen, oder aber es könnten andere Medikamente versucht werden (anderer Beta-Blocker oder aber ggf sogar Substanzen wie Cordarone oder Dronedarone, beide haben aber gewisse potentiell erhebliche Nebenwirkungen). Ebenfalls je nach Zeitdauer seit der Ablation kann es ggf wichtig sein, länger anhaltende Episoden von Vorhofflimmer zu konvertieren in einen sog "Sinusrhythmus" um die weitere Vernarbung des Vorhofes positiv zu beeinflussen. Grundsätzlich ist eine Empfehlung bezügl der Medikation ohne weitere Kenntnisse des Falles schwierig, alternativen zu Sotalex bestehen aber.

Wenn ich (42, w, sportlich) zu rennen beginne, zieht es bei mir oft über die Schulter und den ganzen Arm bis in die Fingerspitzen. Nach einiger Zeit lässt dieses Gefühl dann nach. Ich frage mich, ob das mit dem Herz oder den Gefässen zu tun hat und bedenklich ist?

Frank Scherff: Dies sind in der Tat relevante Beschwerden, die trotz Ihres Alters, auf eine Verengung von Herzkranzgefässen hinweisen könnten. Der nächste richtige Schritt: dies mit dem Hausarzt bald zu besprechen. Häufig sind dann als weitere Untersuchungen ein EKG und eine Fahrradergometrie nötig. Diese wird Ihr Hausarzt sicher gerne aufgleisen nach seiner Erstbeurteilung.

Hatte 1999 einen Infarkt. Inzwischen habe ich 6 Stents. Mein Cholesterin ist zwischen 1.6 und 2.6 auch schon mal 3.0 (LDL) Die Cholesterinsenker vertrage ich zwischenzeitlich nicht mehr (Crestor, Engy, Ezetrol ect.) Nehme zurzeit Atorvastatine 40 das geht so lala aber auch nicht das gelbe vom Ei. Die Spritze Repa ist mir noch zu wenig erforscht und die K.K. übernimmt die Kosten nicht.Ich treibe Sport. Biken, schwimmen, tischtennis. Bin 70jährig männlich, 185cm gross, 87-88Kilo

Bettina Heidecker: Wie Sie bereits selbst erklärt haben ist die Kontrolle Ihres Cholesterins ein wichtiger Bestandteil der Reduktion Ihres Infarktrisikos, vor allem wenn Sie bereits 6 Stents haben. Pravastatin wird generell gut vertragen. Sie könnten auch die Kombination mit Ezetrol versuchen, wenn das Pravastatin nicht ausreicht. Ich sehe Sie hatten bereits Ezetrol, aber vielleicht war es nur die Kombination mit Crestor, die Sie nicht so gut vertragen haben. Wichtig ist auch noch zu beachten, dass am Beipackzettel oft sehr unspezifische Nebenwirkungen stehen, zB Müdigkeit, Muskelverspannungen. Es ist oft schwierig im individuellen Fall zu unterscheiden, ob diese Symptome tatsächlich durch das Medikament hervorgerufen wurden, oder bei dem Patienten auf Grund anderer Ursachen bestehen. Ein grosser Anteil der Bevölkerung leidet an diesen Symptomen - viele davon nehmen keine Statine. Üblicherweise kann man dies aber recht gut durch den Zeitpunkt des Einsetzens der Symptome differenzieren. Ich hoffe, dass Sie mit Pravastatin eine bessere Erfahrung machen. Machen Sie unbedingt weiter mit Sport. Das ist eine der effektivsten Präventionen.

Guten Tag, ich bin ein leidenschaftlicher Rennradfahrer. Im Frühling wurde bei mir ein Aortaerweiterung festgestellt. Darauf hin wurde mir Mittel verschrieben welche den Blutdruck hemen, bzw. senken. Mit dieser Medizin bringe ich meinen Puls nur noch auf max. 100/105 Schläge. Meine Leistung ist dabei eingeschränkt, muss ich damit leben oder gibt es bessere Alternativen womit ich Leistungsfähiger werde? Vielen Dank und Freundliche Grüsse

Andreas Brauchlin: Die Therapie mit Beta-Blocker ist unverändert ein wichtiger Bestandteil der Therapie bei erweiterter Aortenwurzel, es gibt allerdings unterschiede in den Beta-Blockern, so dass es sich lohnen kann, ggf auch verschiedene Präparate zu versuchen, um den individuell besten zu finden. Für den Therapieerfolg ebenfalls wichtig ist die Einstellung des Blutdruckes, dieser sollte in Ruhe ca 120mmHg sein, diese Blutrducksenkung kann mit Beta-Blockern oder anderen Medikamenten erreicht werden., welche sich weniger auf die Leistungsfähigkeit auswirken. Letzendlich ist manchmal die Threapie auch ein Kompormiss zwischen erwünschter/ optimaler Therapie und Nebenwirkungen der Medikamente. In der aktuellen Situation ist es sicherlich sinnvoll, die Medikation und Ihre Leistungsintoleranz mit dem Kardiologen zu besprechen.

Ich bin 84 Jahre alt und hatte einen Herzinfarkt vor einem Monat. 2 Stents wurden eingesetzt und jetzt fühle ich mich wieder ziemlich gut. Seit 13 Jahre bin ich 3 mal die Woche ins Fitness gegangen zum moderaten training. Was kann ich in der Zukunft erwarten? Ich trainiere auch wieder mit einer Physiotherapeutin.

Bettina Heidecker: Es ist sehr lobenswert wie aktiv Sie sind. Sie machen genau das Richtige: Physiotherapie und Rehabilitation sind der beste Weg wieder Ihre Fitness zu erreichen. Da ich nicht alle Ihre Daten kenne, kann ich nicht genau voraussagen, wie fit Sie wieder werden. Allerdings ist es gut möglich, dass Sie wieder mindestens so fit werden wie vor Ihrem Infarkt. Das hängt ein wenig davon ab, wieviel Gewebe beim Infarkt involviert war. Das kann Ihnen allerdings sicher Ihr Kardiologe beantworten.

Ich 36j. habe seit 8 Jahren eine mechanische Aortenklappe nach einer Endokarditis. Wie schätzen Sie die Verschleissfstigkeit solcher Klappen ein. Wie sieht es bei längerer erhöhter Belastung aus wie sie z.B. bei Marathon Pässefahrten mit dem Fahrrad vorkommt. (Puls zwischen 150 und 170 über 8h Stunden und mehr.) Danke für Ihre Einschätzung.

Andreas Brauchlin: Mechanische Aortenklappen zeichnen sich durch eine sehr sehr lange Lebensdauer aus, im Gegensatz zu "biologischen" Klappen können sie nicht "degerieren" und verkalken (typische aber seltene Komplikationen wären Gerinnselbildung auf der Klappe oder Auflagerung von Bakterien, sog Endokarditis). Sofern keine Komplikationen auftreten, ist die Haltedauer beinahe unbeschränkt. Bezüglich des Ausdauersports ist sicherlich darauf zu achten (ungeachtet der mechanischen Klappe), dass Sie sich dabei "gut" fühlen und dem Körper auch Phasen der Erholung bieten, sprich intensive Phasen abwechseln mit weniger Intensiven Phasen, dies aber nicht wegen der Klappe sondern aus physiologischen Gesichtspunkten.

Vor ca. 5 Jahren stellte mein Hausarzt einen unregelmässigen Puls fest. Er überwies mich zu einem Herzspezialisten, welcher Herzrhythmusstörungen diagnostizierte. Seither nehme ich täglich 1 Bilol 2,5 mg und 1 Aspirin Cardio 100. Durch das Bilol wird der Rhythmus angeblich nicht regelmässiger, es soll aber das Herz "schonen". Nun habe ich seit 1 Jahr erhöhte Leberwerte bei normalem Cholesterin und Blutdruck und 70 kg mit 1.73. Bringt das Bilol etwas, kann es die Leberwerte beeinflussen

Frank Scherff: Um diese Frage gut beantworten zu können, müsste man wissen welche Leberwerte wie hoch sind und wie sich diese Werte im Zeitverlauf entwickelten. Die meisten Medikamente können zu Leberfunktionsstörungen führen, nicht zwingend entsteht gleich ein schwerer Leberschaden. Durch den Betablocker wird das Herz tatsächlich "geschont", d.h. der Puls in normalere Bereiche gebremst, möglicherweise lag bei Ihnen Vorhofflimmern vor? Nicht nur das Bilol, auch das Aspirin (oder ganz andere Faktoren: z.B. manchmal Übergewicht, andere Medikamente, Leberentzündungen, Gallenwegsprobleme) könnte die Leberwerte erhöhen, lassen Sie sich zunächst weiter vom Hausarzt beraten. Manchmal können die Medikamente auf ähnliche aber nicht identische Substanzen mit gutem Erfolg gewechselt werden.

Guten Abend, ich 40w treibe seit einem Jahr einmal pro Woche Sport (Laufen, Kraft, Ausdauer). Seit einiger Zeit habe ich nach intensivem Training migräneartige starke Kopfschmerzen. Kann dies einen Zusammenhang mit den Gefässen haben?

Bettina Heidecker: Eine häufige Ursache dafür kann durch Sport getriggerter Bluthochdruck sein. Ich würde Ihnen empfehlen, ein Belastungs-EKG am Fahrrad durchzuführen, bei dem automatisch immer auch der Blutdruck gemessen wird. Wenn Bluthochdruck nicht die Ursache ist, empfehle ich einen Neurologen zur Migräneabklärung zu konsultieren. Es ist wichtig, dies diagnostisch abzuklären.

Ich bin 68 Jahre alt und radle jeden zweiten Tag auf dem Hometrainer 26 km mit Tempo von ca. 30 km/h. Die Sitzung dauert etwas über 50 Minuten. Mein Ruhepuls ist ca 65, der Blutdruck normal, nach gut 50 Minuten ist der Puls bei ca. 90. Zweimal jährlich mache ich einen Monat Pause im Juli und Dezember. Ist das gesundheitlich unbedenklich?

Andreas Brauchlin: Sofern Sie sich beim Training gut fühlen und keine Beschwerden haben ist prinzipiell nichts dagegen einzuwenden, im Gegenteil das Training bringt einen Benefit für Ihre Gesundheit. Auch die Trainints-Pausen sind nicht schlimm, sie könnten aber ggf auch als "aktive Pausen" gestaltet werden zB mit andern Sportarten oder aber weniger intensivem Training um die Fitness zu erhalten. Nach Ende der Monats-pause ist es wichtig, dass das Training wieder langsam aufgebaut wird und Sie nicht versuchen, dort anzusetzen, wo Sie vor der Pause aufgehört haben sondern dem Körper die Zeit zur Adaption geben.

Ich treibe sehr viel Sport. Gehe praktisch täglich für knapp zwei Stunden. Irgendwie brauche ich das, um ruhig zu sein. Die körperliche Betätigung ist aber wohl viel zu gross. Trotzdem komme ich nicht davon weg. Wie könnte mir das gelingen?

Frank Scherff: Meines Erachtens sind 2 Stunden Sport, dann kein Problem, wenn Sie sich dabei und danach wohlfühlen, sonst gesund sind und keine eindeutigen Beschwerden dabei auftreten (Schwitzen und ins "Schnaufen" kommen ist ja normal). Bei Zweifeln könnten Sie einmal einen Belastungstest (Fahrradergometrie mit EKG) bis zum Abbruch durch muskuläre Erschöpfung in einer Arztpraxis durchführen lassen, dann lässt sich Alles noch viel besser einschätzen.

Vor rund 10 Jahren wurde bei mir, w, 47-jährig, ein Aneurysma Aorta ascendens (direkt neben dem Herzen), diagnostiziert. Aneurysma erweitert sich ständig, aktuell Durchmesser von 47mm. Sollte ich mit dem Sport zurückhaltend sein um ein schnelles Wachsen möglichst zu verhindern? Welche Sportarten werden dennoch empfohlen?

Andreas Brauchlin: Bei einer Erweiterung der Hauptschlagader ist eine gute Blutdruckkotnrolle wesentlich. Ausdauersport hat einen positiven Effekt auf die kardiovaskuläre Gesundheit, und auch bei leicht erweiterter Aorta ist Sport nicht verboten. Allerdings ist darauf zu achten, dass während des Sports der Blutdruck nicht allzu sehr in die Höhe getrieben wird. Ausdauersport (Fahrrad, Joggen, Schwimmen) ist grundsätzlich besser in dieser Situation als Kraftsport/ Intervallsport (dieser sollte vermieden werden). Weiter kann es durchaus sinnvoll sein, einen Belastungstest beim Kardiologen durch zu führen um zu verstehen, wie sich der Blutdruck (und der Puls) verhalten während des Joggens oder des Fahrrad-Fahrens, das kann für ihr Training hiflreich sein.

Ich jogge seit ca. 3 Jahren regelmässig, gehe 2 mal peo woche ins firnesscenter und gehe ca 2-5 mal pro Woche joggen. Ich mache auch an volksläufen mit wo ich aber nur immwr 5km renne, ich gehe da sehr ans limit, mit 5km renne ich 24 minuten, für mich sehr schnell, ich habe ne pulsuhr, und die zeigt ab und an nen puls von über 200 an, kann das sein? Letztens sogar 240. Ich fühle mich aber ok beim rennen. War auch mal in ner leistungsdiagnostik aber da ging der puls grad nie so hoch.

Bettina Heidecker: 5km in 24 Minuten ist tatsächlich eine sehr gute Zeit! Ich nehme an die Leistungsdiagnostik haben Sie bei einem Arzt, wie zB einem Internisten, Sportmediziner oder Kardiologen durchgeführt. Diese Tests sind üblicherweise am verlässlichsten. Pulsuhren sind mittlerweile auch schon sehr genau. Allerdings kann es gerade beim Laufen oft Artefakte geben (durch die Bewegung, unterbrochenen Kontakt mit Handgelenk oder Brustkorb), welcher fälschlich dann zu höher gemessenen Pulsfequenzen führt.

Guten Abend. Nach meinem Herzinfarkt vor 18 Monaten besuchte ich eine Therapie, wo man mir anriet, meinen Puls regelmässig raufzujagen und mich körperlich anzustrengen, um mein Herz zu trainieren. Nun ist die Terapie zu Ende und ich mache keinen Sport mehr. Allerdings spiele ich in einer Heavy Metal-Band wo mein Puls an den Konzerten jeweils auf Hochtouren gebracht wird, bis zur totalen Erschöpfung. Ist das gesund für mein Herz oder sollte ich mich schonen...?? Ich bin 65 Jahre alt.

Frank Scherff: Offenbar hatten sie als bereits herzkranker Patient bis vor Kurzem eine Kardio-Rehabilitation. Während dieses Programm nach Herzinfarkt unbedingt zum heutigen Standard der Herzinfarkt-Folgebehandlung gehört, ist der REHA-Abschluss nicht das Ziel. Es ist nur ein Aufgleisen eines gesunden Lebensstils, der unbedingt weiterverfolgt werden sollte. Das bedeutet, dass sie Ihr Sportprogramm sicher fortsetzen sollten. Dies auf einem aktuellen Niveau wie Ihnen beim REHA-Austritt vom Arzt empfohlen, nehmen Sie bei Fragen erneut mit Ihm Kontakt auf, er weiss besser über Ihre Situation bescheid, als ich hier im PULS Chat. "Totale Erschöpfung" spricht für zu hohe Belastung, ob physisch oder psychich ("ausgelaugt"). Alles Gute !

W. 32, M. Basedow (z.Zt. euthyreot ohne Medis). Vor 5 Jahren letzte kard. Kontrolle. 3/6 Systolikum über Erb, inkkonstanter midsystolischer Klick.Echo: EF 70%, False Tendon midventrikulär. Minime MI mit stark nach posterior gerichtetem Jet bei Prolaps des anterioren Segels. Holter: Phasenweise Sinusarrhythmie, z.T.abrupte Frequenzwechsel. SVES/VES. Bei stärkerer sportlicher Betätigung habe ich Aussetzer mit dann schnellen Schlägen, trotz guter Ausdauer steigt Puls schnell mal auf >130. Was tun?

Andreas Brauchlin: Es scheint dass vor 5 Jahren eine nicht releavante Mitrallinsuffizienz bei Prolaps des ant. Mitralsegels vorgelegen hat. Es ist bekannt dass der Mitral-Prolaps in seltenen Fällen mit Rhtmusstörungen zusammen hängen kann. Es ist auf Grund Ihrer Schilderung sicherlich sinnvoll eine erneute kardiologische Kontrolle inkl Ultraschall des Herzens (Verlaufskontrolle der Mitralinsuffizienz) und mit Langzeit-EKG (Evaluation einer möglichen Rhythmusstörung) durch zu führen

Können Sie mir bitte mitteilen, wie ich als 45 jähriger korrekt mein Training gestalte ohne zu übertreiben? Wie belaste ich mein Herz korrekt, so dass ich auch ins hohe Alter fit und gesund bleibe? Vielen Dank für die Tipps. Freundliche Grüsse

Bettina Heidecker: Wenn Sie den Sport intensivieren möchten, empfehle ich vorher ein Belastungs-EKG durchzuführen, um ihr Limit zu testen. Danach gilt, je öfter Sie Sport machen, desto besser, so lange Sie auf Ihren Körper hören und Pause machen, sollten Sie Schmerzen oder Unwohlsein entwickeln. Damit man Sport erfolgreich und auf lange Zeit durchführen braucht man folgende Bedingungen: a) Man muss Zeit dafür einplanen, 2) Sportart wählen die Spass macht, 3) Sportprogramm abwechslungsreich gestalten, 4) Realistische Ziele setzen, damit man nicht frustriert wird, 5) Sport wählen, der leicht zugänglich ist. Das wichtigste, der Sport muss Spass machen. Wandern, laufen, radfahren, Teamsport. Wichtig ist es regelmässig durchzuführen. Jeden Tag oder jeden zweiten Tag 15-40min oder sogar mehr, wenn man sich die Zeit nehmen kann. Sport ist eine der besten Präventionsmassnahmen.

Guten Abend. Wenn man UE45 mit Sport anfangen möchte (ohne vorher Sport gemacht zu haben), wie hoch darf der Puls dann maximal beim Sport sein? Vielen Dank für Ihre Antwort.

Andreas Brauchlin: Wenn Sie mit 45 Jahren "neu" Sport beginenn wollen so ist dies primär zu begrüssen und sehr sinnvoll. Allrdings ist es wichtig, nicht "überstürzt" damit zu beginnen, sondern idealerweise eine minimale Vorabklärung zu treffen (Ruhe-EKG. Belastungstest), dies um eine bis dahin unerkannte Durchblutungsstörung des Herzens auszuschliessen bzw. die Wahrscheinlichkeit abzuschätzen, eine solche hätte beträchtliche Risiken wenn unterkannt. Mit den vorliegenden Werten kann dann Ihr Kardiologe oder Hausarzt zusammen mit Ihnen ein Trainingsprogramm aufbauen und Ihnen Instruktionen geben wie ein kontinuiertiliches Aufbautraining auszusehen hat, inkl Angabe von Puls. Prinzipiell ist ein Ausdauertraining dann gut, wenn Sie sich "etwas angestreng" fühlen, also ins Atme/ Schwitzen kommen, ohne aber völlig ausser Atem zu sein

Guten Abend. Ich bin 47j. 74 kg. 1m73 als Konstrukteur tätig. Nichtr. Ein Kardiologe sagte mir als ich 16j. war, ich hätte ein Herz wie ein Stier. Jetzt aber seit 4-5 Jahre Tinnitus, oft müde und gähnen, tränende Augen. Bewegung: 2 - 3 mal in der Woche ca. 45 min. Laufen/ Spazieren. Blutdruck unterer Wert 90-95. Habe ich eine Herzinsuffiziens? Kann ich mich über mein Hausarzt zum Kardiologen zuweisen lassen? Danke vielmals

Bettina Heidecker: Ich würde Ihnen empfehlen bei Ihrem Hausarzt eine vollständige Gesundenuntersuchung durchführen zu lassen, bei der Sie auch Ihre Schildrüse (TSH) testen lassen können. Der Hausarzt kann Sie einem Kardiolgen zuweisen, wenn klinischer Verdacht auf Herzinsuffizienz besteht. Dies ist eine klinische Diagnose, die der Hausarzt üblicherweise bei der Untersuchung stellt. Ihre Symptome können aber auch eine andere Ursache haben und sind nicht typisch für Herzinsuffizienz. Deshalb empfehle ich primär eine Gesundenuntersuchung.

ich bin 58. seit 1 jahr frühpensioniert. ich war workaholic, habe aber trotzdem immer ausdauersport gemacht. letzter marathon vor 5 jahren in 3:40. nun bin ich viel in den bergen und unternehme längere wanderungen. meistens in der halben angeschriebenen zeit. dazu joggen, biken, schwimmen und walken. seit ca. einem jahr ist mir aufgefallen, dass mein puls kurz "nach" der anstrengung oder in der pause öfters stark ansteigt (auf ca. 180). nach 2-4 minuten normalisiert sich der puls. ich habe einen

Andreas Brauchlin: Es lohnt sich sicherlich der Sache auf den Grund zu gehen.Nicht ins Bild eines "normalen" Pulsanstieges passt dass der Puls-Anstige erst NACH der Anstrengung passiert. Es kann durchaus sein, dass sie an einer (ungefährlichen) Herzrhythmusstörung leiden, so ist zB beaknnt dass Sportler eine leicht erhöhtes Risiko eines sogenantnen "Vorhofflimmerns" haben. Um dies Abzulären ist es empfehlenswert, ein Langzeit-EKG durch zu führen und der Rhythmutstörung auf den Grund zu gehen, dies auch weil je nach Rhythustsörung gewisse therapeutische Konsequenzen zu ziehen wären. Eine Kardiologische Kontrolle scheint indiziert

Mein Sohn 46 Jahre alt hatte vor einigen Monaten einen Herzinfarkt.Man hat ihm daraufhinin bei zwei Operationen, einmal 3 und das zweite Mal 4 Stents eingesetzt.Warum keinen Bybass ? Was ist der Unterschied ? Danke

Frank Scherff: In der Regel werden diese Patienten heute - auch bei Akutfällen - interdisziplinär im "Herzteam" besprochen, d.h. Kardiologen (die Interventionen mittels Stent durchführen) und Herzchirurgen (eigentliche Herz-Operateure) treffen sich, um den Fall zusammen in einer Sitzung durchzusprechen und das optimale Vorgehen für den Patienten festzulegen. In den letzten Jahren kommen auch vermehrt mit hoher Erfolgsrate, aber je nach z.B. Patienten-Alter und Lage der Verengungen, Ballondilatationen mit Stentimplantation in Betracht, wo früher zwingend nur vom Herzchirurgen mittels OP behandelt wurde.

Ich bin 56 Jahre. . Mache oft Ausdauersportarten 4- 5 mal die Woche. In letzter Zeit habe ich oft in der Ruhephase einen starken spürbaren Pulsschlag Ruhepuls bis 35 mit einem leichten Stechen in der Brust. Oft habe ich auch mühe den Puls auf max zu bringen 145. Beim Conconitest steigt der Puls ganz flach zur Geschwindigkeit. Plötzlich springt er von ca 107 auf 117 und verlauft nachher wieder pararel. Arzt hat mir mal gesagt ich habe einen Rechtschenkelblock. Sol ich mal einen Untersuch machen?

Bettina Heidecker: Ich würde empfehlen, dass Sie einen Holter-Monitor (24 Stunden oder 48 Stunden EKG) anlegen, um auf Rhythmusstörungen zu testen. Ein Rechtsschenkelblock per se hat glücklicherweise keine bekannte Relevanz auf Ihre Gesundheit und ist gar nicht so selten in der Normalbevölkerung, wie Ihnen Arzt wahrscheinlich schon erklärt hat.

Guten Abend. Ich bin 78, männlich, und hatte vor etwa 8 Jahren einen subakuten Koro, Ursache war Stress, mir wurden 2 Stents eingepflanzt. Ich erfreue mich sehr guter Gesundheit, bin nicht übergewichtig, habe nie geraucht, esse vernünftig. Meine Frage: Ich fahre leidenschaftlich gerne Achterbahnen mit meinen Enkeln. Kann dies für mich gefährlich sein? Besten Dank.

Andreas Brauchlin: Die Achterbahn-Fahrt ist natürlich ein gewisser Stress, Blutdruck und Puls gehen in die Höhe, zusammen mit den Emotionen. Sofern Sie allerdings im Alltag keine kardialen Beschwerden haben, ohne Klemmen und Symptome zwei oder drei Etagen am Stück hoch gehen können und die Kontrollen beim kardiologen stets gut sind so spricht nichts gegen den Spass zusammen mit den Enkeln, im Gegenteil! Sofern Sie alleridngs Beschwerden auf der Brust verspüren würden, entweder beim Sport oder aber auf der Achter-Bahn, so ist es vorsichtiger, eine kardiologische Kontrolle zu unternehmen

Ich habe hohen Blutdruck (familiärbedingt) und muss einen Betablocker einnehmen. Zudem habe ich keine Schilddrüse mehr und nehme Eutirax. Ich schwitze extrem schnell und heftig.Worauf muss ich beim Trainig in meinem Fitness-Center schauen?

Frank Scherff: Ist denn diese Neigung zum Schwitzen neu? Theoretisch, wenn neu, könnte dies auf eine etwas hohe Dosis des Euthyrox (Schilddrüsen-Hormon als Ersatztherapie) hinweisen. Aber sicher macht Ihr Hausarzt gelegentliche Blutkontrollen? Wenn diese Blutwerte aber in Ordnung sind und das Schwitzen klar durch Belastung ausgelöst wird, bei Fehlen anderer Beschwerden (z.B. Herzjagen, schwere Atemnot) ist es whs. harmlos, Sie sollten das Training langsam ausbauen und vor Allem dafür sorgen, dass sie immer genügend Flüssigkeit zu sich führen während/nach der körperlichen Anstrengung. Alles Gute.

Guten Tag, ich hatte vor 1 1/2 Jahren einen Herzinfarkt und bekam 3 Stents gesetzt. Nun habe ich Trainingsvelo zu Hause. Ich bin fast täglich 25 Min. auf dem Fahrrad. Mein Puls ist durchschnittlich bis max. 125 hoch. Bis wie hoch darf ich den Puls ansteigen lassen? Ich bin 60 Jahre alt. Vielen Dank

Andreas Brauchlin: Der Puls unter Belastung ist sehr individuell und hängt unter anderem von den Medikamenten und dem Schrittmacherzentrum des Herzens ab Entsprechend ist eine genaue Angabe des Pulses schwierig, ein Trainingsbereich in dem Sie sich "gut" fühlen, ins Schwitzen kommen und etwas angestrengt atmen ist gut. Eine Daumenregel besagt der maximal (erreichbare) Puls ist ca 220- Alter, wobei dann der Trainintspuls bei ca 60-70% dieses Wertes liegt, für Sie wäre dann gemäss dieser einfachen Formel der optimale Puls eher etwas tiefer, aber wie erwähnt ist das eine sehr grobe Angabe. wenn Sie sich bei 125/min gut fühlen und über 30min den Puls so halten können ist das wohl ein guter Ausdauerbereich. Genauere Auskunft könnte eine "Spiro-Ergometrie" geben oder ein Laktat-Stufentest, hier kann relativ genau der "optimale" Trainingspuls identifiziert werden. Zu Beachten, der Trainintspuls auf dem LAufband/ beim Joggen ist etwas höher als beim Fahrrad

Guten Tag ich hatte vor 2 Jahren einen 99% Verschluss einer Zugangsarterie der Herzkranzgefässe. Während der Reha habe ich 6 kg zugenommen trotz des intensiven Trainings. Nun habe ich särkere Muskelschmerzen und weitere Gewichtszunahme wegen der Medikamente(zuerst Atorva dann Ezetrol) Sport macht da kein Spass mehr und die Motivation sinkt in den Keller. Wieviel "muss" ich im Minimum tun und wie bringe ich meine Schmerzen los? Ich mache mir Sorgen über meinen Zustand weil ich immer weniger mag.

Bettina Heidecker: Es tut mir leid zu hören, dass es Ihnen momentan so schlecht geht. Ich empfehle Ihnen, regelmässig Ihren Kardiologen aufzusuchen. Bei Herzkrankheit kann eine Gewichtszunahme oft auch durch Anreicherung von Flüssigkeit im Körper verursacht sein, welche mit entsprechenden Medikamenten behandelt werden müsste. Dies kann Ihr Kardiologe im Rahmen der klinischen Untersuchung feststellen. Pravastatin wird oft besser vertragen als andere Statine. Ich verstehe, dass der Schmerz zur Zeit Ihre Motivation einschränkt. Ich hoffe mit diesen Massnahmen, werden die Schmerzen besser. Zur Motivation hilft es oft beim Sport gute Musik zu hören und an Gruppenunterricht teilzunehmen.

Mein Sohn wurde im Sept. & Nov. 16 mit Herzbeutelentzündung ins Spital eingeliefert. Über Monate konnte er jedoch den Alltag nicht beschwerdefrei bewältigen. Es war immer ein auf und ab. Mein Sohn war immer der Meinung, dass die Ursache in den Harnwegen liegt. Er wurde auch wegen einer Blasenentzündung mit Antibiotika behandelt. Im Juli 2017 ging er wieder zum Arzt, wegen Beschwerden bei den Harnwegen. Endlich wurde Clamydien festgestellt. Er mag Sport sehr. Kann er sich selber aufbauen? Danke!

Frank Scherff: Die Situation, die sie schildern ist etwas komplex: zum einen die Entzündung des Herzbeutels mit monatelangen schwelenden Herz?-Problemen. Zum anderen dann der Infekt der ableitenden Harnwege. Sicher gibt es auch Infekte, die sowohl das Herz wie auch die Harnwege befallen oder streuen. Inwieweit beides im Fall Ihres Sohnes wirklich zusammenhängt, dazu bräuchte man mehr Infortmationen/Details:Laborwerte (Entzündung, "Herzwerte") und Ergebnisse technischer Untersuchungen. Hier sollte Ihr Sohn mit dem Hausarzt Alles erneut besprechen. Zum Sport-Aufbau: insbesondere sollte die Herzbeutel-Entzündung wirklich komplett ausgeheilt sein, allenfalls könnten sonst Herzrhythmusstörungen auftreten.

Seit einigen Wochen plagt mich in unregelmässigen Abständen ein Stechen in der linken Brust. Vermehrt spühre ich seit einigen Tagen ein taubheitsgefühlt im rechten Arm. Ausser einer gewissen Müdigkeit fühle ich mich ansonsten aber gesund und habe auch beim Sport treiben nur zu Beginn mit etwas Herzstechen zu kämpfen. Mein Termin bei einem neuen Hausarzt ist erst am 31.8. Sind dies alermierende Anzeichen, welche einen früheren Arzttermin nötig machen oder eher kein Grund zur Besorgnis?

Bettina Heidecker: Ich empfehle dies schon früher abklären zu lassen. Es ist etwas schwierig Ihre Lage zu beurteilen, ohne mehr Daten über Sie zu haben, aber prinzipiell sollte man bei zunehmenden Brustschmerzen (zunehmend an Intensität, Häufikeit) die Notaufnahme aufsuchen.

Guten Abend. Ich habe eine Bikuspide Aortenklappe mit Ascendensaneurysma. Ich bin jahrelang gejoggt. Nun hat der Herzspezialist gesagt, dass ich damit aufhören soll und nur noch moderat Sport treiben darf. Ausserdem habe ich ein Herzkreislauf Medikament verschrieben bekommen welches den Blutdruck senken soll und die Erweiterung der Aorta hemmen soll. Was für Sport darf ich noch machen?

Andreas Brauchlin: Wahrscheinlich hat der Spezialist festgestellt, dass der Durchmesser der Aorta weiter geworden ist und möchte versuchen das weitere Wachstum zu vermindern, ich gehe davon aus er hat einen Beta-Blocker und / oder einen Blutdruck-Senker verordnet. Er möchte wohl verhindern, dass durhc /zu) intensives Joggen der Blutrduck zu lange zu hoch ist. Grundsätzlcih ist Ausdauersport (inkl Joggen, Fahrrad, Schwimmen) nicht verboten, sinnvoll kann es aber sein, einen Belastungstest zu machen um zu sehen, wie hoch der Blutdruck unter Belastung ansteigt und um die entsprechenden Spitzen zu verhindern (bzw den Traininsbereich so zu legen, dass der Blutdruck moderat ist). Kampf-/ Kontaktsportarten und Kraftsportarten sind zu vermeiden, kompetitiver Sport ist in Ihrer Situation auch nicht ratsam

Ich bin 36 Jahre alt, treibe regelmässig Ausdauersport und habe trotzdem immer hohe Herzfrequenzen. Bei starker Belastung liegt meine Herzfrequenz über Stunden bei ca. 180/min, aber auch die Ruhefrequenz ist hoch um 90- 100/ min. Ist es auf die Dauer gesundheitschädigend, mit so hohen Frequenzen zu leben und Sport zu treiben?

Andreas Brauchlin: Das Puls-Verhalten ist relativ individuell und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Pulsfrequenz lässt sich einfach mittels 24h EKG objektivieren, häufig fällt der Puls in Ruhe mehr ab als wir es wahrhaben wollen. Wenn der Puls dauerhaft erhöht ist so ist es sicherlich sinnvoll "sekundäre" Ursachen zu suchen (Blutarmut, Schilddrüsenüberfunktion etc.). wenn diese Faktoren ausgeschlossen sind und der Puls nachweislich erhöht ist (24h EKG), so liegt wohl eien "inadäquate Sinustachykardie" vor, die im Prinzip nicht schädlich ist, bei Beschwerden aber it BetaBlocker therapiert werden kann. Der erste Schritt ist aber sicherlich die Objektivierung der Puls-fRequenz mittels 24h EKG

Guten Abend. Ich bin 54 J alt, ca. 8kg Übergewicht und Sportmuffel. Ich war gerade eine Wo in den Ferien und bin jeden zweiten Tag 2-3 Stunden Mountainbike im Wald gefahren. (Am nächsten Tag zu erschöpft) Ich habe keinen Pulsmesser, glaube aber, dass der Puls extrem hoch war, hielt aber trotzdem gut durch. Zuhause, 48 Stunden später, stellte ich immer noch einen Ruhepuls von 100 fest. Normalerweise ist dieser aber mit 72-75 sowies hoch. Zu hoch? Vielen Dank für Ihren Kommentar!

Frank Scherff: Ich glaube, als Untrainierter haben sie whs. dann zuviel auf einmal gewollt. Zeigt ja auch ein Bischen das "zu erschöpft" hinterher. Langsamerer Trainingsaufbau ist ratsam. Die Ruhepulse sind bei verschiedenen Menschen sehr variabel, im Erwachsenen-Alter und bei im EKG Sinusrhythmus ist ca. alles zwischen 60 - 100 pro Minute noch normal. Wenn der Puls immer bei 75/min, neu aber anhaltend bei 100/min liegt, obwohl die Belastung jetzt schon länger vorüber ist, sollte Ihr Hausarzt einmal eine Beurteilung, in der Regel auch mit Ruhe-EKG, vornehmen.

Gibt es beim Herz auch so etwas wie eine Vorsorgeuntersuchung wie z.b. beim Darm? Da sagt man ja, man solle die Darmspiegelung ab 50Jh machen lassen. Wie verhält sich das beim Herz, was kann man da auch "vorsorgen"? Wenn einem der Hausarzt sagt, man solle isch einem Herz-Ultraschall unterziehen - was genau kann man dort erkennen? Vielen Dank für Ihre Information und einen schönen Abend.

Andreas Brauchlin: Im Prinzip gibt es keine Evidenz, dass beim gesunden Probanden ohne Risikofaktoren eine Vorsorgeuntersuchung weiter hilft bzw die Prognose verbessert, davon ausgenommen sind Messung des Blutrduckes, der Cholesterinwerte und des Blutzuckers. Dies kann aber auch beim HAusarzt gemacht werden. Wenn Risikofaktoren vorhnaden sind/ (zB Bluthochdruck, Familiäre Belastung etc) oder im Klinischen Untersuch oder im EKG ein Verdacht besteht, so ist eine Vorsorgeuntersuchung indiziert Im Ultraschall lässt sich die Struktur des Herzens erkennen, inkl Pumfunktion und Funktion der Klappen; auch ein alter Herzinfarkt lässt sich häufit so erkennen

Guten Abend. Ich bin 67 Jahre alt mit Hobby Bergwandern (Touren bis 8 Stunden; Höhendifferenz aufwärts 1200 m kein Problem). Ich senke den Blutdruck mit 5mg Perindopril und erreiche im Mittel 130/80. Ich frage mich, ob ich wirklich Betablocker brauche. Wie hoch darf mein Blutdruck sein, um als normal zu gelten?

Bettina Heidecker: Erste Wahl für Bluthochdruck sind ACE-Hemmer, wie Perindopril und Kalzium-Inhibitoren. Betablocker werden üblicherweise primär für andere Indikationen verschrieben (zB koronare Herzerkrankung, Herzschwäche), können aber auch für Blutdruck als Zusatzmedikament verschrieben werden, wenn die anderen Medikamente nicht ausreichen. Wenn Sie den Betablocker tatsächlich nur für den Blutdruck nehmen, könnten Sie diesen möglicherweise absetzen. Ich würde Ihnen allerdings empfehlen, dies mit Ihrem Arzt zu besprechen. Vielleicht gibt es bei Ihnen doch noch eine weitere Indikation für den Betablocker. Ein Blutdruck von 120-130/80mmHg ist in Ihrem Alter in Ordnung.

Guten Tag - Ich bin 64-jährig, männlich, immer leicht übergewichtig 175/78 - Blutdruck, Puls alles ok - habe nie Herzbeschwerden, fühle mich eigentlich ganz gesund. Ich fahre pro Jahr 7000 km mit dem Velo i.d.R. Februar-Dezember, das heisst, sehr regelmässig, 2-3 x pro Woche. Bisher lasse ich die steilen Pässe (12 -16%) noch nicht aus. Hinsichtlich Zeit/Tempo bin ich m.E. nicht ehrgeizig - hingegen ist es mir wichtig, den Pass weiterhin ohne anhalten noch zu schaffen. Ist mein Verhalten noch OK?

Frank Scherff: Die aktuelle Leistung ist ja doch beachtlich. Wenn Sie dieses Sportprogramm ohne spürbare Beschwerden absolvieren, dann spricht nichts gegen die Durchführung mit der genannten Intensität. Es macht Ihnen ja offenbar viel Freude. Wenn Sie selber ein wenig Zweifel haben sollten an Allem, lassen Sie vielleicht einmal zum Bestätigen der problemlosen sportlichen Betätigung allenfalls in Absprache mit dem Hausarzt einen Belastungstest (Fahrradergometrie mit EKG), in Ihrem Falle, als Check Up durchführen, zwingend ist dies bei Beschwerdefreiheit aber nicht. Viel Erfolg weiter !

Hatte einen Herzinfarkt vor 6 Jahren-nehme seitdem Aspirin Cardio, Concor 2,5 und Crestor-ein befreundeter Arzt meinte, mit Bewegung und Gewichtsreduktion würden diese Medikamente überfl¨üssig werden-mein Kkardiologe ist anderer Meinung: mit 60 müsse ich diese Medis nach einem Erreignis weiter einnehmen

Andreas Brauchlin: Bewegung und Gewichtsreduktion sind sicherlich sehr wertvoll in der Prävention der Herzkreislauferkrankungen, häufig kann dadurch auch eine Reduktion der Medikatmente erziehlt werden. Aspirin und ein Cholesterinsenkendes Mittel eines jeden Herz-Patienten. Bezüglich Concor kann man je nach Befund etwas grosszügiger sein; beta-Blocker werden häufit im 1. Jahr nach dem Herzinafkrt gegeben zur Prävention des plötzlichen Herztodes, zur Blutdrucktherapie oder bei persistierndener Druchblutungsstörung des Herzens, Wenn keine "gute" Indikation für einen Beta-Blocker vorliegt und die Risikofaktoren gut eingestellt sind (Blutdruck? Pulsverhalten? Rhthmustörungen? ) und das Herz stabil und kräftig ist (Auswurffraktion?) so kann Concor im individuellen Fall aus meiner Optik diskutiert werdne.

Ich habe vor 2 jahren ein Stent bekommen und bin Medikamentös"gut" eingestellt. Ich habe schmerzen im Schultergürtel Muskeln auch "saureBeine" sobald ich treppensteige oder Bergaufwandern geht wegen den Beinenund dem atem nicht. Ist das ein Medikamenten oder ein Herzproblem? Was tun? Danke für die antwort.

Bettina Heidecker: Nach Ihrer Schilderung würde Ich Ihnen empfehlen eine kardiale Rehabilitation in Betracht zu ziehen. Sprechen Sie am besten mit Ihrem Internisten oder Kardiologen darüber, ob dies für Sie möglich wäre.

Mein Ziel ist es, mit 3x50 Minuten Sport wöchentlich (Bergwandern, Nordic Walking, Tanzen, Gartenarbeit) etwas Sinnvolles für die Gesundheit (und gegen den Herzinfarkt zu tun) zu machen. Der Blutdruck ist knapp normal um 140/80 herum, die Cholesterinwerte sind OK. Vielleicht liegt etwas viel Stress/Hektik vor. Das Alter ist ü60. Muss ich auf den 1. Herzinfarkt warten und dann mit Intervall-Training beginnen?

Bettina Heidecker: Sie sollten weiterhin so aktiv bleiben. Wie Sie selber erwähnt haben, ist Ihr Blutdruck etwas an der Grenze zum Normalbereich, leicht erhöht. Neben Sport kann man den Blutdruck noch durch Reduktion von Salz, Koffein oder Alkohol effektiv senken.

Hallo, ich m 49 Jahre alt hatte im März 15 nach dem auftreten von Vorhofflimmern eine schwere Herzinsufizienz mit Zeitweise einem LV von 20%.Gleich nach der Diagnose musste eine 3 Monatige Reha machen,bei der ich beim 3.Spaziergang einen Puls von 230 hatte.Der anwesende Arzt war darüber gar nicht erfreut und ich bekam Spazierverbot.Nach dem Einbau eines ICD`s und jeder Menge Medis hatte ich im Nov 15 bereits wieder einen LV von fast 50.Nun bin ich im Zwiespalt,ob ich mein Herz mehr belasten soll

Bettina Heidecker: Es ist sehr erfreulich, dass sich Ihre LV Funktion wieder gebessert hat. Ja, Sie sollten wieder langsam mit Aktivität beginnen, wenn Ihr Kardiologe dafür keine Kontraindikation sieht (er hat den besseren Einblick in Ihre gesamte Krankenakte). Generell ist Ausdauersport bei Patienten mit Herzerkrankung empfohlen. Gewichte heben ist üblicherweise nicht empfohlen, weil diese die Nachlast für das Herz erhöhen.

Ich habe einen permanenten Linksschenkelblock. Soll ich an die Leistungsgrenze gehen und intensiv Sport treiben, bzw. ein Interwall-Training absolvieren oder eher Spazieren gehen? Der Arzt hat mir Meto Zorek und Lisitril verschrieben.

Frank Scherff: Aus kardiologischer Sicht sollte zunächst geklärt werden, warum der Linksschenkel-Block auftrat, dafür kommen verschiedene Ursachen in Betracht. Wenn sich keine genaue Ursache finden lässt und auch insbesondere keine Verengung der Herzkranzgefässe oder eine Schwäche des Herzmuskels vorliegen, zudem Ihre Belastbarkeit subjektiv und objektiv einwandfrei ist, dann können Sie ein Training nach Wunsch aufnehmen mit allmächlicher Steigerung: ich empfehle ein gemischtes Ausdauer/Kraft-Training im aeroben Bereich. Was genau für eine Sportart Sie dabei durchführen ist nicht so wichtig, je nach Präferenz sind z.B. Spaziergänge, Nordic Walking, Joggen, Schwimmen, Radfahren sehr empfehlenswerte Arten sich körperlich zu betätigen. Das MetoZerok kann den Puls in Ruhe und bei Belastung absenken, evtl. zeigen Sie ihrem Hausarzt einmal ein aufgezeichnetes Pulsprofil (vorher/unter Belastung/nach Belastung).

Liebe Aerzte, ich war im Februar be einem Herzspezialisten zur Untersuchung mit Ultraschall und er stellte eine Herzklappenverkalkung fest, er kann njr nicht sagen wie stark. Im Moment habe ich noch wenig Beschwerden beim Laufen. Nun möchte ich Sie höflichst anfragen, wie gefährlich ist das ganze für das Herz im Allgemeinen bzw. Herzinfakt und bwas kann man gegen die Verkalkung am besten tun, etwa mehr Sport? Mein Alter 70-ig, 16.02.1947.

Andreas Brauchlin: Ich gehen davon aus es handelt sich um die "Aortenklappe", die Klappe der Hautpschlagader. Hier lässt sich eine Verengung eigentlich realtiv gut quantifizieren im Ultraschall des Herzens, so dass Ihr Arzt möglicherweise einfach dei Frage nicht richtig verstanden hat. Leider lässt sich die Verkalkung der Aortenklappe nicht behandeln mit Medikamenten, allerdings kann bei asymptomatischen Patienten mit einer spezifsichen Therapie zugewartet werden (die einzig wirksame Therapie der Aortenklappenstenose ist die Operation, offen oder mittels Herzkatheter). Eine regelmässige Kontrolle ist allerdings wesentlich, um (unbemerkte) Veränderungen und eine Progreesion zu erfassen. Sicherlihc sollte eine Therapie erwogen werden wenn Symptome aufterten (Atemnot, Schmerzen auf der Brust bie Belsatung oder in Ruhe, OhnmachtAnfall). Sport ist solange Sie ihn moderat betreiben und keine Beschwerfden haben gesund (solange der Schweregrad der Verkalkung nicht allzu hoch ist), auf Kraft-sport sollte allerdings verzichtet werden

Grüezi. Bin 52/m und fahre seit 1 Jahr Bike. Seit 4 Jahren gehe ich ins Spinning und seit 25 Jahren ins Fitnesscenter. Beim Biken steigt der Puls auf 150 bis 165. Wie lange darf ich mit diesem hohen Puls, ohne dass ich mich dabei Unwohl fühle, fahren? Besten Dank.

Bettina Heidecker: So lange Sie sich nicht dabei unwohl fühlen, ist dieser Puls in Ordnung. Machen Sie weiter Sport. Das ist eine der besten Präventionen für kardiovaskuläre Erkrankungen.

Habe (30) tiefen Blutdruck, vielleicht mal 90/60 mmHg. Beim Arzt immer extrem hoch 135/85 oder mehr, auch der Puls ist von 60 (normal) auf 150. Kann das nicht kontrollieren. (Beim Sport auch immer sehr schnell hoher Puls.) Was kann ich da tun?

Andreas Brauchlin: Die Symptome wie Sie sie angeben entsprechen wohl am ehesten einer "vegetativen Reaktion", sprich einer (physiologischen) Stressreaktion. Solche Reaktionen können mit "autogenem Training", "Atemtraining" und anderen Entspannungsmassnahen häufig positiv beeinflusst werden. Der Hausarzt sollte einmal ein EKG schrieben von ihrem Puls um zu sehen, ob der Puls einem normalen "Sinusrhythmus" entspicht oder aber allenfalls ein anderer Puls vorliegt.

Ist es Sinnvoll, Intervalltraining anstelle von Ausdauertraining zur Verhinderung eines möglichen Herzinfarktes zu betreiben?

Bettina Heidecker: Zur Risikoreduktion des Herzinfarktes ist jede Art von Sport hilfreich. Intervalltraining und Ausdauertraining sind dazu ähnlich effektiv.

Guten Abend, ich bin ein leidenschaftlicher Biker. Mit 64 Jahren fahre ich recht zügig, sodass der Puls bis 160 oder im Extremfaa bis 170 steigt. Nach kurzer Zeit normalisiert sich der Puls wieder. Ich muss den Blutverdünnuner Marcoumar einnehmen. Ich gehe regelmässig zur ärztlicher Kontrolle. Kann ich das Medikament unbedenklich einnehmen trotz meiner sportlichen Betätigung? Danke für Ihre Antwort.

Andreas Brauchlin: Ja, Marcoumar ist im Prinzip nicht formal kontraindiziert beim Sport, es ist allerings zu berücksichtigen, dass Sie beim Mountainbike einem erhöhten Sturz/ Verletzungsrisiko ausgesetzt sind, mit einer erhöhten Blutungsgefahr im Falle eines Sturzes, so dass sich empfiehlt des Fahrverhalten und die Auswahl der Strecke entsprechend anzupassen. Der Puls beeinflusst das Blutungsrisiko nicht, sie könnten ggf einmal ienen stresstest machen bei der nähsten Kontrolle bie ihrem Kardiologen, so dass sie den Blutrdruck unter max. Belatsung messen können (erhöhtes Blutuntsrisiko unter sehr hohen Blutdruck.Werten)

Guten Abend, meine Frage an Sie: Beinflussen Antidepressiva wie SSRI oder Trizyklika die sportliche Belastbarkeit? Senken sie bspw. den erreichbaren Maximalpuls? Herzlichen Dank

Frank Scherff: Tendenziell sind eher Blutdruckerniedrigung und schnellerer Puls (Sinustachykardie) in Ruhe zu erwarten, seltener und eher bei Überdosierung Blockbilder und Bradykardien (langsame Herzaktion), ganz selten auch andere EKG-Veränderungen (sogenanntes "Long-QT"). Diese Medikamente wirken nebenbei sehr individuell auf das autonome Nervensystem, das die Herzfrequenz steuert. Wichtig wäre, dass keine manifeste Herzerkrankung als Kontranindikation für diese Art Medikamente vorliegt, dies wäre also vorher sicherzustellen. Wie Ihr eigener Puls auf diese Medikamente reagiert sollten Sie dann messen, dokumentieren und Ihrem Hausarzt zeigen.

Männlich, 52 Jahre alt. Treibe seit Jahren Sport (Triathlon). Seit längerer Zeit ist meine Leistungsfähigkeit rapide gesunken. Bei höherem Puls fällt mir das (Durch)Atmen schwer, nach längeren Trainingseinheiten fühle ich mich extrem müde und auch meine Muskeln übersäuern schnell. Belastungs-EKG und Ultraschall wurden gemacht. War alles bestens. Bin ratlos und mir vergeht so die Lust am Sport. Gibt es da noch andere Untersuchungsmethoden?

Bettina Heidecker: Ich empfehle Labors bei der Gesundenuntersuchung durchzuführen: Blutbild (zur Testung auf Anämie), Eisen, TSH (zur Testung der Schilddrüsenfunktion). Wenn es Bedenken in Bezug auf abnehmende Lungenfunktion gibt, könnte man einen Spiroergometrie durchführen. Auch eine Echokardiografie könnte bei Verdacht auf Herzerkrankung durchgeführt werden. Dazu sollte Sie aber vorher ein Arzt klinisch untersuchen, der die Diagnostik damit besser triagieren kann.

Guten Abend, ich bin 72 J.alt, weiblich. Ich habe eine behandelte Hypertonie. Vor einem Jahr wurde zufällig ein Aneurysma der Aorta asc. 4.5cm festgestellt. Ich weiss nicht, wieviel Sport ich treiben darf resp. wie stark ich an die Belastungsgrenze gehen darf.

Andreas Brauchlin: zu Aneurysma vgl auch vorige Antworten. Ausdauersport ist erlaubt bzw erwüscht, ideal 3-4* pro Woche 40-60min/d (zB Farrad Joggen, Schweimmen). Kraftsportarten sollten vermieden werden. Ein idealer Blutdruck in Ruhe ist < 120mmHg systolisch. Für beasltungsabhängige Werte bestehen keine guten Guidelines. es ist aber zu verhindernt, dass der BD allzu stark ansteigt unter Belastung.

Im engen Umkreis hat jemand ein Aneurisma (mittlerer Grösse, wird laut Fachärzten im Moment nicht operiert), jedoch wurden Medikamente verschrieben: Blutdrucksenker (nur Blutdruck bis 120 ist erlaubt), zudem Zudem: Betablocker. Frage: In welchem Umfang darf trotzdem Sport betrieben werden? Welche Vorsichtsmassnahmen sind angebracht? Frage: Velofahren mit E-Bike: 500 Höhenmeter erlaubt???

Andreas Brauchlin: zu Aneurysma vgl auch vorige Antworten. Ausdauersport ist erlaubt. Kraftsportarten sollten vermieden werden. Ein idealer Blutdruck in Ruhe ist < 120mmHg systolisch. Für beasltungsabhängige Werte bestehen keine guten Guidelines. es ist aber zu verhindernt, dass der BD allzu stark ansteigt unter Belastung. Hier kann ggf ein Belastungs-EKG weiter helfen.

Ich bin 37 Jahre alt, 81 kg, 183 cm, verfüge über eine gute Kondition und mache zur Stärkung meiner Rückenmuskulatur jeden Tag 50 Liegestützen. Manchmal spüre ich danach leichte "Herzschmerzen". Ist so kurzzeitiges und intensives Belasten des Herzens ungesund?

Andreas Brauchlin: Wenn die Beschweren nur nach den Liegestützen auftreten und beim Biken, Schwimmen, Skifahren und anderer Bealstung ind er Höhe nicht, so gehe ich eher davon aus, dass die Beschwerdne von den Brustmuskeln/ den Gelenken her kommen als vom Herzen. Ich würde aber empfehlen,dies mit dem HAusarzt zu besprechen. Grundsätzlich ist es nicht ungesund 50 Liegestützen zu machen

Guten AbendIch habe folgendes Problem: Seit kurzem wurde nach einer Lebensmittelvergiftung festgestellt, dass ich an einem Vorhofflimmern leide. Seit einigen Tagen nehme ich nun 2x täglich 2.5 mg Betablocker. Plus Blutverdünner.Frage: Da ich sehr sportlich bin und zweimal pro Woche mich im Fitness Center fit halte, bin ich nun sehr verunsichert, ob das noch zu machen ist. Mein Arzt sagte mir, dass meine Leistungsfähigkeit deswegen sehr vermindert sei. Das habe ich inzwischen selber festgeste

Bettina Heidecker: Frequenzkontrolle bzw Kontrolle des Pulses ist nötig, um ihr Herz vor einer Schwächung zu schützen, die durch hohen Puls über längere Zeit entstehen kann. Die Herzfrequenz sollte in Ruhe aber ideal ca im Bereich von 60-80 pro Minute liegen. Machen Sie mit dem Sport weiter wie bisher so weit es Ihnen möglich ist. Manchmal bessert sich die Symptomatik der reduzierten Leistungsfähigkeit nach ein paar Wochen. Wenn nicht, kann man vielleicht die Dosis Ihres Betablockers leicht reduzieren, damit Sie sich etwas besser fühlen. Bitte besprechen Sie dies mit Ihrem behandelnden Arzt.

Bei mir wurde eine leichte Stenose festgestellt (60 Jahre, 68 kg 190cm). Es sind 1-2 Segmente grenzwertig betroffen (MRI Untersuchung), auch eine ST-Senkung wurde festgestellt. Ich versuche täglich Sport zu machen Tennis oder Elliptical Trainer 30 min bis Puls 120 (mehr traue ich mich aktuell nicht). Was wäre ein optimales Training für mich?

Frank Scherff: Prognostisch liegt offenbar mit 1-2 Segmenten in der Stress-Kernspin-Untersuchung eine Situation vor, die Ihre Spezialisten als nicht zwingend behandlungsbedürfig einstufen. Wichtig wäre noch zu erfahren, ob sie Angina pectoris-Attacken (Brustenge oder "Klemmen") bei körperlicher oder schwerer psychischer Belastung verspüren. Dies ist ein wichtiger Punkt für weitere Entscheidungen. Wenn keine Angina pectoris oder andere Herzbeschwerden vorliegen ist körperliche Betätigung aber eher ratsam, allenfalls auch in einer Herzsportgruppe. Eine Chat-Beratung ist in Ihrem Fall aber eher schwierig, besprechen Sie am Besten die Gesamtsituation erneut mit Ihrem Hausarzt und Kardiologen durch, wenn noch Fragen offen sind, lassen Sie sich von ihnen das O.K. für Sport geben.

Können evtl. vorhandene Verkalkungen und Partikel an den Gefässwänden wieder "abtrainiert" werden oder bleiben diese für immer bestehen. Kann untersucht werden ob solche Verkalkungen vorhanden sind?

Andreas Brauchlin: Solange die Cholsterineinlagerungen in den Gefässwänden nicht verkalkt sind können sie partiell wieder herausgelöst werden bzw die Depots können sich etwas verringern unter guter Prävention /Sport, cholesterinsenker (Sog Statin), gesunde Diät, ggf Gewichtsverlust etc.. Solange die Einalgerunen nur klein sind sind sie ohne Relevanz. Eine Computer-tomographie könnte darüber Auskunft geben ob Verkalkungen oder Cholesterineinlagerungen vorhanden sind, allerdings ist diese Untersuchung bei beschwerdenfreien Patienten in der Regel nicht indiziert und es gibt keine Guidelines die die MEthode als reine ScreeningMethode empfehlen, auch weil sie mit einer (wenn auch geringen) Strahlenbelsatung verbunden ist.

Meine Leidenschaft ist Mountainbiken. Mein Jahres-Saisonziel sind 50'000 Höhenmeter. Frage: gehe ich ein Risiko ein z.B. Herzinfarkt, Vorhofflimmern, Vergrösserung Herzkammer (vgl. Beispiel Puls-Sendung)? Meine Daten: 30.9.1948, Nichtraucher, 175cm/64 kg. 2012 Vorhofflimmern, seither beschwerdefrei (Medi: Tambocor, Concor, Macroumar, Atorvastatin).

Frank Scherff: Wenn Sie regelmässig und nicht auf Extremniveau trainieren, bis auf die stattgehabte Rhythmusstörung keine Herzerkrankungen vorliegen und sie keine Beschwerden während des Trainings auch bei Belastungsspitzen verspüren, geht Ihr Trainingswunsch in Ordnung. Ein kleines Risiko verbleibt, dass belastungsinduziert einmal eine Vorhofflimmern-Episode auftreten könnte, dies ist dann nicht zwingend gefährlich, aber Empfehlung: sehen Sie allenfalls in einem solchen Fall möglichst bald Ihren Arzt und lassen ein EKG schreiben.

Chat-Admin: Der Experten-Chat ist beendet. Leider konnten in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht alle Fragen beantwortet werden. Mehr Infos zum Thema finden Sie aber auf https://www.srf.ch/sendungen/puls/intervalltraining-trotz-herzinfarkt

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