Die nachfolgenden Aussagen und Empfehlungen ersetzen nicht die individuelle Abklärung oder Diagnose bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Chat-Protokoll
Ich bin 30 Jahre alt und habe ziemlich nervige Gefühlsstörungen in den Füssen. Ist es ok über die Schmerzen drüber weg zu laufen oder schadet man sich damit wenn man auf die Zähne beisst und durch?
Kay-Uwe Hanusch: Guten Abend. Es kommt immer darauf an, welche Art Schmerzen Sie haben. Bei akuten Schmerzen bilden die Schmerzen ein Warnsignal. In diesem Fall sollten Sie die Schmerzen beachten und die Belastung unterbrechen. Bei chronischen Schmerzen, also dauerhafte oder immer wiederkehrende Schmerzen länger als 3 Monate, bilden die Schmerzen kein Warnsignal mehr. Das heisst man kann/sollte trotz der Schmerzen weiter belasten, aber vermeiden, dass es zu einer Schmerzverstärkung über die Toleranzgrenze kommt. Wenn Sie, bei chronischen Schmerzen, auf die Zähne beissen müssen ist das ein Hinweis, dass die Belastung zu viel ist. Reduzieren Sie die Belastung um 70% und Steigern Sie pro Woche um 1-5% unterhalb der Toleranzgrenze. Damit erhöht sich die Belastung bei gleichbleibender Schmerzsituation.
Meine Füsse fühlen sich oft wie in Watte gepackt ein oder ich laufe wie auf Polster. Ist das ein Sympton von Polyneuropathie und was kann ich dagegen machen?
Markus Hupp: Sehr geehrter Fragender, sehr geehrte Fragende. Die von Ihnen geschilderten Symptome sind relativ typisch für eine Polyneuropathie und werden von vielen betroffenen Menschen berichtet. Leider sind diese sogenannten «Minus»-Symptome (etwas ist vermindert/zu wenig) gegenüber den sogennanten «Plus»-Symptomen (etwas ist zu viel, wie Kribbeln, Stechen, Schmerzen...) einer medikamentösen Therapie nicht zugänglich. Wichtig ist jedoch die umfassende Ursachenabklärung der Polyneuropathie, um eine Verschlechterung soweit möglich zu verhindern.
Guten Tag, ich hatte im Jahr 2020 eine schwere Form vom Guillain-Barre-Syndrom mit stationärer Spital – und Rehazeit von ca. 6 Monaten. Ich bin jetzt 34-jährig und wieder sehr gut leistungsfähig. Restdefizite von Sens- und Motorikstörungen in der Peripherie und zeitweise neuropathische Schmerzen. Ich habe unterdessen gelernt, dass Lebensstil unglaublich wichtig ist. Bei genügend Schlaf, gutem Stressmanagement, zuckerreduzierter Ernährung ohne Fertigprodukte, kein Alkohol und allgemein ausgewogener Ernährung sind die Symptome deutlich besser. Einzig bei Sport weiss ich nicht, wie ich mich am besten verhalte. Wenn ich zu viel/zu schnell/zu intensiv etwas mache, dann verliere ich meine Koordination und habe soetwas wie «crashes». Also ich habe dann wieder Gangbildstörungen, meine Hüfte ist instabil, ich habe Schmerzen. Wenn ich zu wenig mache, also beispielsweise zwei Wochen mit Erkältung sehr inaktiv bin, dann passiert das gleiche. Meine Hüfte wird schwach und auch das Gangbild und Schmerzen sowie Kribbelparästhesien nehmen zu. Wie finde ich da die Balance? Was gibt es für Empfehlungen? Ist es sinnvoll, immer mal wieder über die Grenzen zu gehen oder sollte ich das vermeiden? Kraft oder Ausdauer?
Kay-Uwe Hanusch: Guten Abend. Sie beschreiben sehr schön, wo die typischen Probleme im Bewegungs- bzw. Belastungsaufbau bei chronischen Schmerzen liegen. Zu viel führt zu mehr Beschwerden und zu wenig ebenfalls. In der Schmerzphysiotherapie lösen wir dieses Problem mit einem graduierten Belastungsaufbau. Das heisst, man Trainiert mit ca. 70% unterhalb der Toleranzschwelle- also ihrem erlebten «Crash» Steigern sie die Belastung nur langsam um 1-5% pro Woche. Dadurch setzt ein Gewöhnungsprozess ein, welcher die Belastungsfähigkeit langsam aber zunehmend steigert.
Ich habe seit Jahren schlimme Schmerzen im Bereich der Zwischenrippen in der linken Körperseite, die sich gürtelförmig vom Rückenbereich in den Brustbereich ziehen. Diese Schmerzen sind anhaltend. Sie sind messerscharf, ziehend und sehr zermürbend. Sie kosten mich viel Kraft und Lebensfreude. Bei starken Anfällen habe ich Atembeschwerden und Todesangst. Besonders Nachts im Liegen verstärken sich die Schmerzen, so dass ich nicht schlafen kann, Angstzustände folgen. Husten und Pressen verstärken die Schmerzen. Es ist manchmal kaum auszuhalten. Empfindungsstörungen wie Kribbeln und Taubheit gehen bis in den linken Arm, ins linke Bein und in die linke Gesichtshälfte. Ich werde behandelt mit Duloxetin 60mg vor dem Schlafen. Bei Angstzuständen habe ich Temesta zur Verfügung. Für rund ein Jahr bekam ich Gabapentin 600 mg verordnet. Das musste ich so hoch dosieren, so dass ich Denkstörungen bekam. Es wurde wieder abgesetzt. Untersuchungen wie CT, Magenspiegelung usw. zeigen keinen Befund. Physiotherapie, Osteopathie, Chiropraktik, Massagen bringen keine Linderung. Einzig das Schwimmtraining (Kraulen, Rücken) bringt für kurze Zeit Entlastung. Haben Sie einen Rat für mich? Ich bin sehr dankbar über weiter Möglichkeiten zur Verbesserung. Mit freundlichen Grüssen
Markus Hupp: Sehr geehrter Fragender, sehr geehrte Fragende. Wie Sie schildern wurden schon umfangreiche Untersuchungen zur Ursachenabklärung bei Ihnen durchgeführt, ohne eine klare Ursache zu identifizieren. Insbesondere wäre eine MRT Untersuchung der Brustwirbelsäule sinnvoll, soweit dies noch nicht durchgeführt wurde. Ich empfehle Ihnen mit Ihrem Hausarzt/Ihrer Hausärztin über eine Überweisung zu einem Schmerzspezialisten zu sprechen, um weitere Möglichkeiten einer Behandlung zu besprechen. Tätigkeiten, die Ihnen gut tun (wie das geschilderte Schwimmen) sollten Sie versuchen, regelmässig in den Alltag zu integrieren.
Ich (35) habe diagnostizierte Neuropathien. Verschrieben wurde mir auch Physiotherapie. Bringen Krafttraining, Stabilitäts-Übungen und Ausdauertraining wirklich was?
Markus Hupp: Sehr geehrter Fragender, sehr geehrte Fragende. Physiotherapie ist vor allem wichtig, um Muskulatur zu erhalten und Funktionen zu verbessern. Insbesondere auch bei Gleichgewichtsstörungen oder eine Schwäche im Rahmen einer Polyneuropathie kann Physiotherapie mit Kräftigungs-, Gang- und Gleichgewichtstraining sehr hilfreich sein. Sinnvoll ist, sich gemeinsam mit Ihrem Therapeuten/Ihrer Therapeutin ein Programm mit Übungen zu erarbeiten, die Sie selbständig regelmässig zuhause durchführen können.
Gibt es noch andere Medikamente wie Pregabalin für Polyneuropathie?
Markus Hupp: Sehr geehrter Fragender, sehr geehrte Fragende. Gegen Nervenschmerzen und andere unangenehme Missempfindungen gibt es verschiedene Medikamente. Empfohlen sind zunächst Substanzen, die ursprünglich aus der Epilepsietherapie kommen, wie Pregabalin und Gabapentin, sowie Medikamente, die ursprünglich aus der Depressionsbehandlung kommen, wie Amitryptilin oder Duloxetin. Diese haben einen positiven Effekt mit Verminderung der Schmerzen oder Missempfindungen. Die Medikamente müssen ausreichend hoch dosiert und über mindestens etwa 8 Wochen eingenommen werden, um zu beurteilen, ob es eine Wirkung und Verminderung der Schmerzen gibt. Es gibt darüberhinausgehend noch andere Medikamente und Methoden zur Behandlung, die Sie am besten mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin besprechen.
Mein Tibialisnerv plagt mich im Fuss. Ausser Pregabalin, dass es dämpft, gibt es nichts. Vitamin B1 B12 nehme ich seit Jahren und ändert nichts. Gibt es irgendeine neue Therapieform ?
Markus Hupp: Sehr geehrter Fragender, sehr geehrte Fragende. Wie Sie schildern, haben Sie Schmerzen im Versorgungsgebiet des N. tiibialis, deren Ursache sicher schon abgeklärt wurde. Sie berichten Pregabalin einzunehmen. Hier ist zunächst wichtig, dass das Medikament bei Verträglichkeit ausreichend hoch dosiert wird. Eine Zieldosis liegt bei 300 mg pro Tag, vorausgesetzt die Niere funktioniert normal. Ausser Pregabalin gibt es viele andere Möglichkeiten, wie andere Medikamente zum einnehmen, aber auch lokale Massnahmen wie Pflaster mit einem Lokalanästhethikum, Salbe oder hochdosierte Pflaster mit Capsaicin oder elektrische Stimulation im schmerzhaften Bereich. Am besten sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt/Ihrer Hausärztin über eine Überweisung zu einem Schmerzspezialisten zur weiteren Besprechung.
Das Medikament Journavx / Suzetrigin, wird als Akutschmerzmittel deklariert, wieso kann dieses nicht auch gegen chronische Schmerzen, ( welche von der Nervenwurzel eines Lendenwirbels ins rechte Gesäss und Bein ausstrahlen ), appliziert werden ?
Konrad Maurer: Im Moment ist dieses Medikament nur zugelassen für akute postoperative Schmerzen. Es ist aber anzunehmen, dass die Indikationskriterien erweitert werden, auch auf chronische Schmerzen. Wir setzen deshalb auch grosse Hoffnungen darauf, dass diese Stoffklasse auch bei chronischen, insbesondere chronisch-neuropathischen Schmerzen in Zukunft eingesetzt werden kann.
Ich (38) habe seit 15 Jahren ein Morton Neurom. Gehört das in die Kategorie der neuropathische Schmerzen? Mit Einlagen habe ich die Schmerzen recht gut im Griff, barfuss gehe oder sonst falsch belaste, spüre ich die elektrisierenden Schmerzen. Werden diese nie verschwinden, also ist es nicht heilbar? Auch habe ich seit einer Fraktur ein Kribbeln und Überempfindlichkeit an gewissen Hautstellen im Unterschenkel (mehr als 5 Jahre). Kann man dies behandeln oder wird das bestehen bleiben?
Konrad Maurer: Grundsätzlich heilen Morton Neurom nicht von selbst. Einladungen sind sicher eine gute Möglichkeit, die Schmerzen zu kontrollieren, allenfalls kann Physiotherapie mit Aufbau der Fussmuskulatur eine Option sein. Bezüglich des Kribbelns und der Überpfändlichkeit am Unterschenkel kommt es darauf an, ob und wie gross eine Nervenverletzung aufgetreten ist. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass die Symptomatik, falls sie länger als ein Jahr bestehen sollte, wahrscheinlich persistieren wird.
Meine rechte Ferse bis hinauf zum Knöchel ist immer mal wieder geschwollen und die Polyneuropathie Schmerzen decken auch die Fusssohlen bis in die Mitte ab. Kann Capsaicin (Chilli Schoten-Salbe) helfen. Wo kann ich die kaufen?
Konrad Maurer: Capsaicin-Salben können niedrig dosiert in allen Apotheken gekauft werden, welche selber magistrale Rezepturen herstellen. Die Konzentration der Cremes ist üblicherweise 0,05 %. Am besten zweimal pro Tag dünn auftragen und aufpassen, dass keine Schleimhäute oder Augen mit der Salbe in Berührung kommen, da es furchtbar brennen kann.
Vor gut 20 jahren hat man bei mir an beiden füssen das morton neuralgie syndrom operiert. Seither habe ich in den füssen dauerschmerzen, gefühlsstörungen. Trotz stetigem 3xwöchentlichem bewegen wie velofahren, laufen und viel bewegen (eigenes haus) habe ich immer weniger kraft in den beinen. Krafttraining im fitness habe ich gut 3 mt mal gemacht hat aber nichts gebracht, ja wurde eher schlimmer. Frage gibt es was spez. das ich tun könnte! Mein ärzteumfeld weiss nicht weiter.
Konrad Maurer: Vielleicht wäre es sinnvoll, eine antineuropathische Therapie medikamentös zu starten. Am besten lassen Sie sich zuweisen in eine Schmerzklinik oder zu einem Neurologen, welcher Ihnen diese Medikamente verschreiben kann falls der Hausarzt nicht weiter weiss.
Grüezi mitenand, gehört die Post Zoster Neuralgie auch unter den Sammelbegriff Polyneuropathie? Wenn ja, was kann man dagegen tun? Ich nehme 300 mg Pregabalin pro Tag und ca. alle 3 Monate mache ich eine Capsaicin (Qutenza)-Behandlung. Besserung leider keine, diese zermürbenden Nervenschmerzen plagen mich nun schon seit 2 1/2 Jahren. Wäre dankbar für einen Tipp oder einen Behandlungsvorschlag. Jetzt schon vielen Dank dafür!
Konrad Maurer: Die Post-Zoster-Neuralgie ist eigentlich genau genommen eine Mononeuropathie, da in der Regel nur ein Nervenast betroffen ist. Je nachdem welcher Nervenast betroffen ist gibt es auch andere Möglichkeiten der Behandlung. Es gibt zum Beispiel die Möglichkeit, Nerven zu vereisen oder die Nervenwurzel, aus welcher der Nerv stammt, neuromodulatorisch zu behandeln. Im Weiteren gibt es auch noch andere Medikamente, ausser Pregabalin, mit welchen neuropathische Schmerzen behandelt werden können. Unter Umständen verursachen die weniger Nebenwirkungen, das ist jedoch sehr individuell.
Nach einem Ermüdungsbruch (Mittelfussknochen) leide ich seit fast 3 Jahren unter «nervigen» Schmerzen. Es wurde Cortison infiltriert (leider ohne den erwarteten Erfolg) und ich habe zwei unterschiedliche Einlagen «probiert», welche den Schmerz noch verstärkt haben. Zur Zeit trage ich breite Schuhe, versehen mit einer mandelförmigen Pelotte (seitlich in die Schuhe geklebt) – so kann ich mit weniger Schmerzen gehen (und ich gehe sehr gerne). Was würden Sie mir raten, weiter zu tun? Mit bestem Dank und mit freundlichen Grüssen!
Karsten Lindau: Oftmals hilft Ruhigstellung mit einer Carbon-Sohle ohne zusätzliche Einlage. Einlagen können teilweise Knochenbrüche reizen (auch Verheilte). Ein Test mit der Carbon-Sohle ist schnell durchführbar und kostengünstig.
Mein Hausarzt hat meine Gefühlsprobleme in beiden Füssen als polyneuropathie diagnostiziert. Meine Frage: Wie kann man unterscheiden ob eine neurologische Erkrankung vorliegt oder durch eine Stenose im Bereich der Lendenwirbel verursacht wird? Was für Untersuchungen empfehlen Sie, um eine gesicherte Diagnose zu erreichen, damit eine zielführende Behandlung vorgenommen werden kann?
Markus Hupp: Sehr geehrter Fragender, sehr geehrte Fragende. Die Ursachenabklärung von Einschränkungen/Symptomen ist ein wichtiger Schritt um eine passende Therapie der Probleme einleiten zu können. Wie Sie richtig bemerken, können eine Engstelle an der Lendenwirbelsäule und eine Polyneuropathie ähnliche Probleme, wie Gefühlsstörungen in den Beinen verursachen. Ein Unterscheidungsmerkmal ist oft, dass die Engstelle an der Wirbelsäule oft mit Rückenschmerzen verbunden ist, die auch in die Beine ausstrahlen. Bei einer Polyneuropathie bestehen Nervenschmerzen oft zunächst an den Füssen und können sich dann nach oben ausbreiten. Daneben kann es bei einer Engstelle auch zu einer sogenannten Schaufensterkrankheit kommen. Das bedeutet, dass man nach einer gewissen Gehstrecke stehen bleieben muss, da die Beine ermüden oder die Schmerzen zunehmen. Hilfreich für eine Unterscheidung sind auch Nervenmessungen (sogenannte neurophysiologische Messungen), mit denen sich unterscheiden lässt, in welchem Teil des Nervensystems eine Funktionsstörung als Ursache der Probleme vorliegt. Im Zweifelsfall kann auch eine MRT Untersuchung der Wirbelsäule helfen zu prüfen, ob eine Engstelle vorliegt.
Seit einem Jahr habe ich Schmerzen beim Gehen von den Zehen bis Fussballen in beiden Fuessen. Dazu kommen geschwollene Fuesse und der Rist tut machmal auch weh. Der Schmerz ist nicht immer gleich, aber zusehends muehsam. Haben Sie mir eine Erklaerung?
Konrad Maurer: Es gibt sicher viele verschiedene Gründe, die zu diesen Symptomen führen können. Dazu gehören sicher auch Krankheiten aus dem neuropathischen Formkreis. Am besten wenden Sie sich an den Hausarzt oder die Hausärztin, welche Einen diagnostischen respektive dann auch therapeutischen Plan für Sie aufstellen können.
Aufgrund eines Multiplen Myeloms und den dagegen eingenommenen Zytostatika leide ich seit 6 Jahren an einer peripheren Neuropathie in den vorderen Fussbereichen. Es handelt sich dabei zwar nicht um Schmerzen aber ein permanent störendes Gefühl. Nach Aussagen der Ärzte seien die Nerven dort irreversibel geschädigt. Ausser Schmerzmitteln (auf die ich verzichte) und Igelbällen zur Massage konnte mir keine Therapie dagegen genannt werden. Haben Sie einen Vorschlag zur Linderung dieser Beschwerden? Danke zum Voraus für Ihre Antwort.
Konrad Maurer: Eine gute Möglichkeit wäre zum Beispiel Cremes oder Salben, welche lokale Anästhetika enthalten, z.B. EMLA-Creme. Dies kann zweimal pro Tag aufgetragen werden.
Ich habe seit 2 jahren sensibilitätsstörungen in einem fuss. Erst waren nur 2 zehen betroffen, unterdessen der ganze fuss. Es ist aber nicht immer gleich stark, manchmal merke ich wenig. Der neurologe hat alle nerven gecheckt und nichts auffälliges gefunden. Jetzt habe ich manchmal auch ziehende schmerzen, ab und zu auch Im bein. Dazu bemerke ich, dass es in meiner unteren lws knackt und bewegt. Könnten die beschwerden am fuss damit zusammenhängen? Ich bin 61 jahre alt, fit und beweglich und hatte vor 15 jahren eine bandscheiben op. Danke.
Konrad Maurer: Es ist theoretisch möglich, dass diese Beschwerden auch aus dem Bereich der Lendenwirbelsäule stammen, insbesondere da bereits eine Pathologie, welche bekannt ist, vorliegt. Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel diagnostisch, die entsprechend in Frage kommenden Nervenwurzel mit lokalen Anästhetika zu infiltrieren. Sollten die Beschwerden während der Zeit der Wirkdauer der Medikamente verschwinden, wäre dies ein wichtiger Hinweis auf eine Problematik des entsprechenden Segments der Lendenwirbelsäule respektive der Nervenwurzeln.
Vor 5 Jahren wurde bei mir eine Polyneuropathie in beiden Füssen diagnostiziert. Das äussert sich vor allem in Taubheitsgefühlen, Strumpfgefühl bis in den Unterschenkel und Krämpfe v.a. in der Nacht. Auch Schmerzen wenn ich die Füsse/Unterschenkel massiere. Bis jetzt ist mein Alltag kaum eingeschränkt (Gleichgewicht manchmal und Einschlafen). Jogge viel und wandere. Bis jetzt keine Medikament ausser NEM‘S (Pregabalin liegt im Schrank). Symptome haben aber zugenommen (Taubheit manchmal auch in den Fingern). Was kann ich ausser Sport machen, damit die Symptome nicht schlimmer werden? Die ganze Situation macht mir manchmal auch Angst. Meine Hausärztin sagt einfach nicht zuviel daran denken (da hat sie sicher recht). Nützt z.B. Indiba Radiofrequenztherapie etwas? Besten Dank!
Markus Hupp: Sehr geehrter Fragender, sehr geehrte Fragende. Wie Sie beschreiben, nehmen die Symptome der bei Ihnen diagnostizierten Polyneuropathie langsam zu. Wichtig ist eine umfassende Abklärung der Polyneuropathie, um soweit möglich die Ursache zu sichern und soweit möglich zu behandeln. Bei unauffälligen Laboruntersuchung sollten diese regelmässig, z.B. jährlich insbesondere im Hinblick auf Mangelzustände von Vitaminen wiederholt werden. Leider bleibt die Ursache bei etwa 20 % aller Polyneuropathien unklar. Nervenmessungen können helfen die Polyneuropathie besser einzuordnen und den Verlauf zu beurteilen. Die Taubheit der Finger könnte gegebenenfalls auch auf eine andere Ursache wie z.B. ein Karpaltunnelsyndrom zurückzuführen sein. Auch hier können Nervenmessungen zur Abgrenzung helfen. Es ist wie Sie schildern, sehr wichtig aktiv zu bleiben. Zur Radiofrequenztherapie kann ich Ihnen leider keine Empfehlung abgeben.
Guten Tag, seit ca. einem Jahr ist mir (männl., 67 J.) plötzlich eine weitgehende Taubheit an meinem linken Fuss aufgefallen; vor allem im Bett, wenn der Fuss nackt ist, während ich das am Tag nicht bemerke und es mich nicht beeinträchtigt und ich ohnehin keinerlei Schmerzen empfinde. Hausärztin und Neurologe haben nach Abklärung gesagt, das sei halt so, es sei nicht besorgniserregend und ich müsse damit leben. Meine Frage: Gibt es eine Therapie (Salbe, Massage, Verhalten), mit der ich etwas verändern, verbessern kann, oder ist das irreversibel? Besten Dank für Ihre Auskunft.
Konrad Maurer: Sollte es sich, wie es tönt, um eine periphere neuropathische Erkrankung handeln, so sind die in der Regel nicht reversibel. Sollten die Symptome zu stark respektive zu störend werden, empfiehlt sich eine Behandlung mit antineuropatischer Medikation. Als erste Massnahme können Sie versuchen, mit einer lokal applizierten Crème mit Lokalanästhetika zweimal pro Tag zu behandeln.
Ich bin Diabetiker Typ 1, 70 Jahre alt, 2.10m gross und habe Schuhgrösse 52/53. Trage seit langem Stützstrümpfe Typ 2 und nehme 500mg Pregabalin täglich. Sport kann ich keinen mehr machen, da die Schmerzen dann immer stärker werden. Bewegung, was so wichtig ist, fällt mir schwer. Was können Sie mir empfehlen?
Kay-Uwe Hanusch: Guten Abend. Wenn Bewegung und Sport Ihre Schmerzen verschlimmern, dann funktioniert bei Ihnen die sogenannte bewegungsinduzierte Analgesie (EIA) nicht mehr. Das heisst Endorphine, unsere körpereigenen Morphine, können ihre Arbeit in ihrem Körper nicht mehr ausführen, da sie sich angepasst haben. Meinst spüren das Patienten auch durch die Unwirksamkeit von medikamentösen Therapien mit Opioiden. Eine Möglichkeit wieder eine zunehmende Bewegungstoleranz zu erzielen, wäre eine parallel zur Bewegung durchgeführte hochfrequente Transkutane Elektrische Nervenstimulation (HF-TENS).
Bei mir ist seit zwei Jahren eine inflamatorische demyelisierende polyneuropathie diagnostiziert. Ich erhalte monatlich eine Infusion mit immunglobulinen. Es geht mir soweit gut und die Lage ist stabil. Mein grösstes Problem ist die Müdigkeit. Meine Beine fühlen sich vielfach wie pudding an. Das schlägt dann manchmal auch auf die Psyche. Was empfehlen sie als Massnahmen?
Markus Hupp: Sehr geehrter Fragender, sehr geehrte Fragende. Es kann im Rahmen einer neurologischen Erkrankung wie einer Polyneuropathie auch zu Symptomen wie Müdigkeit oder eine raschen Erschöpung kommen. Diese Symptome sind einer Therapie teilweise schwer zugänglich. Wichtig ist, auszuschliessen, dass die Müdigkeit durch ein Medikament bedingt ist, das man evtl. zur Behandlung von Nervenschmerzen eingesetzt wird. Es könnte auch in Anbetracht der geschilderten Auswirkungen auch auf die Psyche versucht werden, durch eine aktivierende antidepressive Substanz eine Verbesserung zu erreichen. Auch eine begleitende Physiotherapie ist wichtig, mit dem Ziel die Ausdauer zu verbessern.
Ich habe Verdacht auf eine beginnende Polyneuropathie, v.a. rechts. Ich bin 70 Jahre alt – ein 15 Jahre älterer Onkel, Cousin meiner Mutter, hat das schon lange. Ursache sei bei ihm Arterienverkalkung und seit einem Katheder sei es besser. Könnte das bei mir auch sein (genetische Veranlagung)? Ich rauche nicht und konsumiere nicht übermässig Alkohol.
Konrad Maurer: Für 70 % der Polyneuropathien findet man keine Ursache. Sicher ist, dass es eine gewisse genetische Prädisposition geben kann.
Seit meiner Rücken-OP im 2022 (Balgrist Zürich) krallen mir die Zehen bei beiden Füssen ein und ich habe vermehrt krippeln in den Beinen. Dies führt auch zu meiner Gangunsicherheit. Ich nehme im Tag 1400 mg Neurontin. Laut den neuesten Abklärungen im Balgrist Zürich (Ambulatorium/Neurologie) wollen mir die Ärzte neu das Medikament Saroten verschreiben. Ist das eine Alternative anstelle des Neurontin? Vielen Dank für Ihre Antwort.
Konrad Maurer: Es gibt vier Medikamente, welche üblicherweise gegen neuropathische Schmerzen erfolgreich eingesetzt werden können. Nebst Neurontin gehören dazu:
- Pregabalin
- Saroten
- Duloxetin
Welches dieser Medikamente am besten geeignet ist bezüglich der Wirkung respektive der Nebenwirkungen ist sehr individuell und kann häufig erst durch Ausprobieren über eine genug lange Zeit, mindestens 4 bis 6 Wochen, ermittelt werden.
Bin 69 Jahre alt und habe seit zwei Jahren ein Kribbeln in den beiden Händen und beiden Füssen verbunden mit einer teilweiser Taubheit, die aber noch nicht zu Unsicherheit beim Laufen führt. Das Kribbeln ist ein bisschen wie Ameisen drüber laufen würden und die Taubheit wie das Gefühl in der Wange nach einer Spritze für eine Zahnoperation. Begonnen hat es auf der linken Seite. Meine Hausärztin sag dass man da nichts machen kann, nur falls es schlimmer wird dann Schmerzmedikamente zu nehmen. Eine Untersuchung vor einem Jahr beim Neurologen haben kein Karpaltunnelsyndrom feststellen können. Im Internet gibt es viele Anleitungen und Rezepte was man machen sollte, aber eben welche sind sinnvoll sind, welche nicht, ist ein Buch mit sieben Siegeln. Was empfehlen Sie ? Besten Dank
Markus Hupp: Sehr geehrter Fragender, sehr geehrte Fragende. Die von Ihnen geschilderten Symptome weissen auf eine Polyneuropathie hin. Ich empfehle Ihnen einen erneuten Besuch bei Ihrem Neurologen mit klinischer Untersuchung und Nervenmessungen der Beine bzgl. einer Polyneuropathie. Sollte eine Polyneuropathie diagnostiziert werden, sollte eine Abklärung der Ursache erfolgen. Neben den häufigsten Ursachen eines Diabetes mellitus und einem regelmässigen Alkoholkonsum gibt es ncoh viele andere Ursachen wie Vitaminmangelzustände. Die Abklärung kann zunächst durch eine Blutuntersuchung erfolgen. Hier kann hoffentlich eine Ursache gefunden werden und eine weitere Verschlechterung der Beschwerden durch eine Behandlung vermieden werden. Daneben ist es wichtig aktiv zu bleiben, um Funktionen zu erhalten
Meine Frau leidet an Diabetes 2. und grosse Schwierigkeiten beim Gehen: Bewegungsablauf, schlurfender Gang. Sie ermüdet sehr schnell. Was können wir machen, um die Situation zu verbessern? PS: Meine Frau hat eine vom Neurologen diagnostizierte Neuropathie. Danke für Ihre Bemühungen!!
Kay-Uwe Hanusch: Guten Abend. Sie beschreiben die Symptome Ihrer Frau vorwiegend mit motorischen Symptomen. Das ist ein guten Moment um zu erklären, dass es sensible (kribbeln, taub, unangenehm) und motorische (Kraftverlust, Müdigkeit) Neuropathien gibt und nicht jede sensible Neuropathie mit einem neuropathischen Schmerz begleitet wird. In erster Linie müsste hier erst einmal geschaut werden, wie viel Kraft und Funktion noch vorhanden ist. Danach kann mit einem langsamen Bewegungsaufbau begonnen werden. Ist der motorische Ausfall zu gross, kann versucht werden diesen mit einer neuromuskulären Stimulation (NMES) oder funktionellen Muskelstimulation (FES) in Begleitung von Krafttraining wieder zurückzuholen.
Ich habe seit ca. 4 Monaten neuropathische Schmerzen. Leider wurde dies erst vor zwei Monaten erkannt. Mir wurde Pregabalin verschrieben, aufgrund der Nebenwirkungen war ich teilweise arbeitsunfähig. Es wurde jedoch bisher nie ein Blutbild gemacht oder Diabetes o.ä. abgeklärt. Könnte auch die Schilddrüse eine Rolle spielen? Oder welche Abklärungen müssten dringend noch gemacht werden? Neu nehme ich nun auch noch Duloxetin, auch das wieder mit starken Nebenwirkungen. Ich bin ziemlich verzweifelt, da ich langsam die Hoffnung verliere, dass es je wieder besser wird. Ich bin in meinem Alltag stark eingeschränkt, bleibe fast nur noch zu Hause und kann nichts planen. Es besorgt mich im Moment sehr, wie das alles weitergehen wird und wie eingeschränkt ich in Zukunft sein werde.
Markus Hupp: Sehr geehrter Fragender, sehr geehrte Fragende. Wichtig ist eine weitere Abklärung der Ursache Ihrer Beschwerden. Hierzu gehört eine neurologische Beurteilung und je nach Diagnose eine weitere Ursachenabklärung. Bei der Behandlung der neuropathischen Schmerzen ist es bei für Medikamente empfindlichen Menschen wichtig, die Medikament niedrig zu starten und langsam zu steigern. Oft ist die Verträglichekit dann besser.
Ich, weiblich, habe seit 2023 Polyneuropathie. Ich habe vor einem halben Jahr die Kniescheibe angebrochen. Seither habe ich so müde Beine. Können die müden Beine von der Polyneuropathie sein. Und vielleicht hatte ich ja schon vorher eine Schwäche in der Kniescheibe. War vor dem Sturz schon paarmal so eingesunken und fast gestürzt. Mein Alter 73 Jahre
Markus Hupp: Sehr geehrte Fragende. Eine Polyneuropathie kann auch zu einer Schwäche in den Beinen führen. Ich empfehle Ihnen eine Vorstellung bei einem Neurologen/einer Neurologin zur weiteren Diagnostik, woher die Schwäche Ihrer Beine kommt.
Guten Abend, mein Vater 86 J. leidet unter Polyneuropathie und kann immer schlechter laufen, ohne Stöcke nur in der Wohnung. Seine Lebensqualität ist massiv eingeschränkt, die Schmerzen unerträglich . Laut Ärzten kann man nichts dagegen machen. Gibt es etwas, was wir noch probieren könnten? Herzlichen Dank und freundliche Grüsse
Konrad Maurer: Bei starker Schmerzsymptomatik würde es sich sicher lohnen, eine antineuropathische Medikation einzusetzen (z.B.. Saroten, Pregabalin oder Neurontin). Sicher ist es wichtig gerade in diesem Alter Stürze zu vermeiden und entsprechend diese Medikation sehr vorsichtig zu dosieren.
Ich habe eine bestätigte Small Fiber Neuropathie. Hände und Füsse brennen und stechen immer. Nehme Venlafaxin 300mg im Tag. Wie sieht es aus? Was für Behandlungen könnte ich noch unternehmen?
Konrad Maurer: Weitere Therapieoptionen wären z.B. mit Anticonvulsiva (Anti-epileptika) oder topische Behandlungen mit Lidocain oder Capsaicin-Pflaster bei lokal begrenzten Schmerzen könnten helfen.
Ich habe vor mehreren Jahren diagnostizierte Neuropathie mit Nerven und Muskelschwund an den Füssen und Unterschenkeln sowie Händen und Unterarmen (leider keine spezifische Benennung der Krankheit ausser dem Begriff «Neuropathie»). Immer wieder Schmerzen und schwindende Kräfte und schwindende Stabilität. Auf Anraten gehe ich seit 2 Monaten in ein Fitnesscenter mit Muskeltraining und Training auf dem Sensopro. (Letzteres finde ich ein besonders sehr interessantes und hoffentlich hilfreiches Training.) Die Schmerzen in den Beinen – vor allem im linken Bein ab Leiste hinunter übers Knie bis kurz vor Knöchel – haben seit dem Fitness stark zugenommen. Schlimmer im Ruhezustand, wo ich kaum weiss, wie ich zB nachts liegen soll. Es sind oft Schmerzen wir durch elektrische Stösse. An den Händen häufen sich krampfartige Verspannungen, wenn ich mehr Kraft aufwänden oder etwas halten muss. Meine Frage: Könnten dies eher Nervenschmerzen sein? Und: sind Muskeltrainings inkl. das Training mit Sensopro trotzdem ratsam und die Schmerzen entstehen durch mehr Beanspruchung und gehen dann wieder zurück? Ganz herzlichen Dank!
Kay-Uwe Hanusch: Guten Abend. Die Symptome welche Sie Beschreiben könnten auf einen Neuropathischen Schmerz hinweisen. Von daher empfehle ich dies durch einen Neurologen abzuklären. Unabhängig von der Diagnose können und sollten Sie Ihr Training weiterführen aber in der Intensität anpassen. Nach einem Training dürfen keine verstärkten Schmerzen, sogenannte Flares auftreten. Dies ist ein Hinweis auf eine zu hoch dosierte Trainingstherapie. Reduzieren Sie die Intensität um ca. 70% und steigern sie dann stufenweise um 1-5% um unterhalb der Flares zu bleiben, also ein schmerzbasiertes Pacing. Das Training nennt man dann Grades Balance.
Seit 2009 habe ich Multiples Myelom. Ich bin weiblich und war zu diesem Teitpunkt 49 Jahre alt. Die erste Chemotherapie war Valcate. Ich hatte so schlimme diverse Nebenwirkungen und Schmerzen. Die Therapie musste unterbrochen werden. Von der Therapie an hatte ich Neuropatie vom Fuss an bis zum Knie. Später fing es ebenfalls an den Händen an. Zu dieser Zeit gab es noch nicht soviele Medis gegen MM die in der Schweiz erhältlich waren und von der KK bezahlt wurde. Darum wurde bei mir immer wieder ausprobiert und ich war ja auch noch eine Frau (MM war eher ein männlicher Krebs und so erforscht) Jahre später bekam ich wegen einer anderen Chemotherapie auf dem Schultergürtel schmerzen und genau die gleichen Symtome wie an den Händen. Wegen der Pandemie wurde diese Chemo gestoppt und ich erhielt Tabletten, die ich zuhause einnehmen musste. Aber die Nervenzellen an der Schulter waren bereits zerstört und haben sich nicht mehr erholt. In der Onkologie wird dieses Problem nicht sehr gut behandelt oder besprochen. Irgendwie kommt es mir vor, dass die Antwort einfach ist, na ja, sie leben ja noch. Da ich so viel wie möglich Sport mache und ich mich sehr viel bewege geht es während dieser Zeit gut. Wenn ich ruhig sitze oder im Bett habe ich Schmerzen, kribbeln, Feuer, und könnte alle Wände hinauf gehen. Kälte tut mir gut. Ich halte die Füsse in Eiskaltes Wasser bis sie fast blau werden. Im Winter bin ich meistens Barfuss in den Schuhen. Vor Jahren erhielt ich ein Parkinson Medikament. Nach einigen Monaten habe ich damit aufgehört. Kein Nutzen, aber vielleicht wieder Nebenwirkungen. Ich weiss nicht mehr, was Nebenwirkungen von den Medis, oder vom Krebs, oder vom Alter sind. Was gibt es noch, ausser viel sehr viel Bewegen?
Markus Hupp: Sehr geehrte Fragende. Ich empfehle Ihnen eine neurologische Vorstellung für eine Diagnostik bzgl Ihrer Nervenprobleme. Die Beschwerden, verstärkt in Ruhe und vermindert in Aktivität erscheinen typisch für Nervenschmerzen. Hier können verschiedene Medikamente und andere Massnahmen eingesetzt werden, die Sie am besten mit Ihrem Arzt besprechen.
Hilft alpha Liponsäure bei milder Neuropathie an Füssen? Dankeschön
Markus Hupp: Sehr geehrter Fragender, sehr geehrte Fragende. In wissenschaftlichen Untersuchungen konnte keine sichere Wirkung der alpha-Liponsäure bewiesen werden (Baicus C, Purcarea A, von Elm E, Delcea C, Furtunescu FL. Alpha-lipoic acid for diabetic peripheral neuropathy. Cochrane Database Syst Rev. 2024 Jan 11;1(1):CD012967. doi: 10.1002/14651858.CD012967.pub2. PMID: 38205823; PMCID: PMC10782777.). Man kann aber einen Therapieversuch machen, und sehen ob die Beschwerden besser werden.
Habe nach 2 Chemotherapien -vor 10 und 3 Jahren- Probleme mit dem Gehen, der Stabilität und dem Fussheben beidseits, Diagnose: Polymyalgie und Neuropathie. Was empfehlen Sie mir für Schuhe, damit ich wieder Spaziergänge unternehmen kann.
Karsten Lindau: Wie ich es in dem kurzen Beitrag der PULS-Sendung gezeigt habe – «Künzli» Stabilschuhe – wenn nötig, mit Einlagen. Möglichst leichte, knöchelübergreifende Schuhe.
Seit einer Bandscheiben-Operation vor mehr als 10 Jahren leide ich an neuropathischen Schmerzen im unteren Rücken/Gesäss und in den Beinen. Gibt es nach so langer Zeit Aussicht auf Heilung oder zumindest Besserung? Was empfehlen Sie mir?
Konrad Maurer: Nach so langer Zeit ist es eher unwahrscheinlich dass sich die Symptome von selber verbessern. Hingegen gibt es Möglichkeiten, radikuläre Schmerzen zu behandeln. Angefangen bei medikamentösen antineuropathischen Medikamenten bis hin zu interventionellen Möglichkeiten wie Nervenwurzelbehandlung oder neuromodulatorische Techniken (Hinterstrangstimulatoren). Je nachdem, wie stark die Symptome die Lebensqualität beeinträchtigen, empfiehlt sich eine Abklärung bei einem Schmerzspezialisten.
Bei mir wurde eien Stressfraktur in der proximalen posterioren Tibia mit grossen Knochenödem9 Mitte Januar diagnostiziert. Da ich nicht grosse Schmerzen hatte, bekam ich kein Schmerzmittel verschrieben. Jedoch machten sich die Tage darauf immer wieder schlimmste Schmerzen in der Fusssohle bemerkbar die plötzlich kamen und nichs dagegen helfen konnte. Ich lage jeweils weinend auf dem Sofa weil die Schmerzen so schlimm waren. Daraufhin bekam ich Vimovo (Naproxen) verschrieben und 5 Tage später haben diese Attacken (vorher bis zu 12x pro Tag) aufgehört. Hat das mit der Verletzung zu tun oder ist es etwas anderes was wieder kommen könnte?
Markus Hupp: Sehr geehrte Fragende, sehr geehrter Fragender. Am ehesten waren Ihre Beschwerden durch eine Reizung des Tibialis Nerven verursacht, der hinter der Tibia verläuft. Wahrscheinlich kam es hier durch die Schwellung im Bereich der Fraktur zu einem Druck auf den Nerven. Die Beschwerden sollten im Rahmen der zunehmenden Abschwellung nicht mehr wieder kommen. Sollten sie wieder auftraten sollten Medikamente gegen Nervenschmerzen eingesetzt werden.
Hatte Isabelle ihren 6000er mit dem spinalen Reizstromgerät bezwungen? War das dabei in Betrieb. Wie wichtig war dieses?
Redaktion «Puls»: Nein, das Reizstromgerät blieb in der Schweiz. Sie hatte vor allem Wärmesäckchen dabei wegen der Kälte. Das Reizstromgerät benutzt sie (auch zu Hause) gar nicht mehr.
Ich hatte vor 15 Jahren einen Unfall und mir dabei einen Wirbel gebrochen. Dieser wurde Versteifft und eine Künstliche Bandscheibe eingesetzt. Inzeischen hatte ich 4 weitere Bamdscheibenvorfälle wo operativ behandelt wurde. Im Sept 2025 erfolgte die letztem OP. Die OP verlief gut und der Nerv konnte freigelegt werden. Nach ein paar Wochen kamen die Schmerzen zurück umd das Kribeln im Bein bis zum Fuss wurden wieder schlimmer umd der Kraftverlust wird bei längerer Bewegumg lässt stark nach. In der LWS habe ich immer starke Schmerzen. Ein Fussheber muss ich manchmal auch tragen damit ich nicht stolppere. Die beiden Wirbel onerhalb des Steissbeins sind fast aufeinander und ein MRT zeigt auch das die ISG Gelenke ebenfals abgenützt sind. Normale Hausarbeit ist nur unter starken Schmerzen möglich. Ich weis nicht mehr weiter was ich noch tun soll!
Konrad Maurer: Am besten melden Sie sich in einer Schmerzklinik oder einem Schmerztherapeutin oder Schmerztherapeut mit entsprechender Erfahrung der interventionellen Techniken. Mit Hilfe dieser können die Probleme allenfalls etwas genauer definiert und entsprechend ein Therapieplan aufgestellt werden.
In der Nacht wache ich häufig wegen schmerzenden Füssen auf und habe sehr unruhige Beine. Meine Ärztin würde mir Lyrica verschreiben, ich habe jedoch Bedenken wegen einer Empfindlichkeit auf Medikamente. Was könnte ich neben Wechselbäder, Fussmassagen und kühlenden Lotionen tun?
Markus Hupp: Sehr geehrte Fragende, sehr geehrter Fragender. Die Probleme, die Sie schildern klingen nach einem sogenannten Syndrom der unruhigen Beine (Restless Legs Syndrom) an. Zunächst sollte eine Laboruntersuchung durchgeführt werden, wenn dies noch nicht erfolgt ist. Hier sollten insbesondere ein Eisenmangel und Vitamin B1,B6,B12 Mangel ausgeschlossen werden. Bei einem Eisenmangel sollte dieser zunächst mit Tabletten oder Infusionen ausgeglichen werden. Wenn dies nicht ausreicht, kann eine Therapie mit Medikamenten wie z.B. Lyrica (Wirkstoff Pregabalin) eingeleitet werden. Es sollte dann auch eine weitere Abklärung bzgl. der schmerzende Füsse bei einem Neurologen/einer Neurologin erfolgen.
Meine Nachbarin hat eine Operationsbedingte Neurophatische Lähmung im Fuss. Kann man das bei der Balgrist Tec AG mit einem Schuh und einer Orthese versorgen lassen? Wie komme ich an einen Abklärungstermin?
Karsten Lindau: Am Anfang benötigt es erstmals eine Abklärung von ärztlicher Seite. Wir Techniker sind die Ausführenden. Die Ärzte entscheiden was benötigt wird. Termine können über die auf der Webseite ersichtlichen Telefonnummer abgemacht werden.
Ich habe neuropathische Schmerzen an beiden Füssen nach (erfolgreicher) Stammzellentherapie, die wegen des multiplen Myeloms erforderlich war. Meine Frage: Welche Medikamentkombinationen gibt es bei der Stammzellentherapie? Gibt es unterschiedliche Risiken bei den Nebenwirkungen?
Markus Hupp: Sehr geehrte Fragende, sehr geehrter Fragender. Ich bin nicht sicher, ob ich Ihre Frage richtig verstehe. Oft werden im Rahmen einer Stammzelltherapie Medikamente eingesetzt, die zu einer Nervenschädigung führen können. Ich empfehle Ihnen eine Vorstellung bei einem Neurologen/einer Neurologin zur Messung der Nerven und Besprechung von Therapieoptionen.
Ich habe seid längerer zeit kribeln in den beinen und am fuss unten wie ameisen rumlaufen würden. Ich habe vor 10 jahre die letzte operation am rücken gehabt. Kann das ein zusammen haben. Ich spaziere viel mit den hunden und mache joga, ich habe das gefühl es wird immer schlimmer. Was kann ich tun. Sie haben schon wieder von operieren geredet aber ich möchte das nicht schon wieder.
Konrad Maurer: Es ist sicher sinnvoll, bevor eine erneute Operation geplant wird, die Situation gut abzuklären und allenfalls andere Therapiemöglichkeiten in Erwägung zu ziehen, zum Beispiel eine Ausschöpfung der medikamentösen und interventionellen Therapieoptionen (Nervenwurzelbehandlungen, neuromodulatorische Therapieoptionen wie Hinterstrangstimulator). Am besten wenden Sie sich an einen Schmerztherapeuten oder eine Therapeutin mit Erfahrung in den entsprechenden Techniken.
Sind Ihnen neuropathische Schmerzen am Hodensack nach einer Vasektomie bekannt? Es wurde bereits ein Fadengranulom entfernt, aber die Schmerzen sind jetzt – nach 2 Jahren -wieder zurück.
Konrad Maurer: Diese Problematik ist tatsächlich bekannt. An der Stelle, an welcher die Vasektomie durchgeführt wird, verläuft auch ein kleiner Nervenast in den Hoden, welcher verletzt werden kann bei der Operation oder durch die danach entstehende Narbengewebsbildung gereizt werden kann. Dies führt dann entsprechend zu neuropathischen Schmerzsymptomen.
Ich hatte vor 10 Monaten im Alter von 42 Jahren einen Schlaganfall im Hirnstamm welcher ein Wallenberg Syndrom ausgelöst hat. Meine gesamte rechte Seite ausser im Kopfbereich hat Empfindungsstörungen und Nervenschmerzen. Ich erkenne viele Beschreibungen im Bericht wieder, ausser der Instabilität des rechten Fusses. Hier bin ich zum Glück stabil, da bereits mein linkes Bein aufgrund des Wallenberg Syndrom instabil ist. Ich habe gelesen, dass eine Therapie mit Hilfe von Vibrationsplatten helfen könnte. Haben Sie hierzu Erfahrungen? Ich nehme entsprechende Medikamente, gehe in die Neurophysio u.v.m. Vielen Dank
Kay-Uwe Hanusch: Guten Abend. Sie beschreiben einen zentral neuropathischen Schmerz. Das bedeutet, dass die Leitung und Verschalung von sensorischen und schmerzhaften Reizen bei Ihnen normal bis zum Gehirn normal funktionieren. Dort aber werden sie, durch die Folgen des Schlaganfalls falsch geschaltet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Vibrationsplatte da etwas bewirken kann. In den aktuellen wissenschaftlichen Untersuchungen zeigten sich erste Hinweise auf Therapieansätze mit transkranieller Gleichstromstimulation (tDCS) in Kombination mit Bewegungstherapie. Dabei wird, mittels Elektroden welche man auf die äussere Kopfhaut anbringt, ein kleiner Gleichstrom von 2 Milliampere durch das Gehirn geflutet. Es gibt auch schon Physiotherapeuten, die dieses verfahren anwenden.
Ich habe seit ca 7 Jahren an beiden Füssen eine progressive PNP ( laut Untersuchungen Insel und Kt Spital Luzern. Die haptischen Empfindungen werden zunehmend abgebaut und die Taubheit zuerst an den Zehen👉🏿Füssen👉🏿Fussgelenk und z.Z. etwas darüber manifest nimmt zu.. Folgen: Schmerzen beim Laufen vor allem beim Abrollen des Fusses, Zehen nicht mehr vollständig bigsam, Strecken des Fusses beschwerlich, Gleichgewichtsunsicherheiten vor allem beim Treppenlaufen. Gemäss meinem Hausarzt sind Therapien zur Förderung und Bewahrung der Mobilität nicht bekannt? Therapien und Anleitungen zum täglichen Verhalten? Was ratenn Sie mir? Vorerst Beratung zB. Im Balgrist ( war dort schon Patient wegen Kniebeschwerden)? Noch kann ich damit umgehen ohne Schmermittel! Für Hinweise bedanke ich mich ganz herzlich
Markus Hupp: Sehr geehrte Fragende, sehr geehrter Fragender. Zur Förderung und Bewahrung der Mobilität sollten Sie sich Physiotherapie verordnen lassen. Sie sollten mit dem Therapeuten/der Therapeutin ein Übungsprogramm erarbeiten, dass Sie regelmässig zuhause durchführen können. Regelmässige Aktivität trägt zu einer Förderung und Bewahrung Ihrer Mobilität bei.
Nach einigen spezifischen Tests behandle ich meine brennenden Füsse und Unterschenkel (selbst als small fiber neuropathy bestimmt) sehr erfolgreich mit Oleoresin Capsicum als Öl, dünn aufgetragen auf den betroffenen Flächen. Warum ist diese Therapie nicht weiterverbreitet?
Markus Hupp: Sehr geehrte Fragende, sehr geehrter Fragender. Vielen Dank für Ihren Hinweis. Capsaicin wird regelmässig bei neuropathischen Schmerzen, meist als Salbe oder als hochdosiertes Pflaster angewendet.
Ich leide nach einer Chemotherapie an einer peripheren Neuropathie, behindernd vor allem an den Füssen, unsicherer Gang. Wie gross ist die Chance, dass sich das Empfinden normalisiert?
Markus Hupp: Sehr geehrte Fragende, sehr geehrter Fragender. Leider ist eine Erholung des Nervensystems nach einer Chemotherapie schwierig. Man geht davon aus, dass sich die Nervenfunktion bis etwa 2 Jahre nach Ende der Chemotherapie bessern kann. Wichtig ist es andere Faktoren, wie einen Diabetes oder einen Vitaminmangel als zusätzliche Ursache auszuschliessen. Bzgl. des unsicheren Gangs sollte Physiotherapie mit Erarbeitung eines Übungsprogramms erfolgen, hierdurch kann eine Besserung des unsicheren Gangs erreicht werden.
Geschätzte Herren, unser 13-jähriges Kind leidet seit Geburt alle paar Tage an abendlichen/nächtlichen heftigen Schmerzattacken in den unteren Extremitäten (verstärkt durch Kälte oder Anstrengung). Über Jahre haben verschiedene Ärzte dies als Wachstumsschmerzen abgetan, vor 2 Jahren wurde das familiäre episodische Schmerzsyndrom diagnostiziert. Wir behandeln die Schmerzen mit Paracetamol, einen Versuch (Off-Label) mit Carbamazepin haben wir aufgrund potenzieller Nebenwirkungen abgelehnt. Gibt es in der Schweiz Experten, die sich mit dieser Krankheit auskennen? Welche Behandlungsmethoden gibt es ausser der Einnahme von Schmerzmitteln? Vielen Dank für Ihre Antwort!
Markus Hupp: Sehr geehrte Fragende, sehr geehrter Fragender. Ihr Kind ist 13 Jahre alt. Sicher wären hier Universitäre Kinderspitäler, wie z.B. das Kispi in Zürich ein guter Ansprechpartner dieser sehr seltenen Erkrankung.
meine Fussoberseiten brennen zunehmend und die Fusssohlen sind zeitweise stark empfindlich, wie auf Eiern laufen. Was kann ich prophylaktisch dagegen tun?
Markus Hupp: Sehr geehrte Fragende, sehr geehrter Fragender. Wichtig ist es die Ursache der Beschwerden abzuklären, am besten bei einem Neurologen/einer Neurologin, um eine Verschlechterung zu verhindern.
Ich hatte vor ca 2 Jahren eine Operation an der Halswirbelsäule. Die unteren 3 Halswirbel wurden versteift, und dabei Nerven verletzt. Es dauerte nach der OP 6 Monate, bis ich den linken Unterarm endlich wieder nach oben bewegen konnte. Danach hatte ich bis heute immer wieder Schmerzen im linken Oberarm und Schulter. 1 Nerven- Ausfall geht aus der Schulter bis hinunter zu Daumen auf einer Bahn von ca 0,5 cm Durchmesser. Der Schmerz ist allgegenwärtig, einfach mehr und weniger. Was soll ich tun?
Konrad Maurer: Bei dieser ausgeprägten Schmerzsymptomatik ist es sicherlich wichtig, dass mithilfe einer antineuropathischen medikamentösen Therapie versucht wird, die Symptome besser zu kontrollieren. Da all diese Medikamente auch Nebenwirkungen verursachen können, ist es wichtig, die für Sie am besten tolerierten Medikamente zu evaluieren. Am besten fragen Sie Ihren Hausarzt oder Schmerzspezialisten um Rat.
Meine Verwandte ist Mitte 70, hat weder ein Alkoholüberkonsum, noch Diabetes und auch keine Chemotherapie gehabt. Dennoch hat sie in beiden Füssen und Unterbeinen so ein Klemmen und Kribbeln. Es sei Polyneropathie, sagt der Facharzt. Neben Pregabalin und Physiotherapie: was könnte ihr die Schmerzen, besonders Nachts, sonst noch lindern?
Konrad Maurer: Die Ursache von den meisten schmerzhaften Polyneuropathien ist unbekannt. Es gibt sicher noch andere Stoffklassen, die versucht werden können nebst dem Pregabalin, z.B. Amitriptylin (Saroten) oder Duloxetin. Am besten besprechen Sie dies mit Ihrem Hausarzt oder Hausärztin, respektive dem Schmerztherapeuten.
Ich (29, w) habe eine mittlerweile 4-jährige Leidensgeschichte mit neuropathischen Schmerzen in der linken Leiste hinter mir. Angefangen hat alles mit einer Leistenbruch Operation (TAPP mit Netzeinlage links) 2022. Seitdem bestehen neuropathische Schmerzen in der linken Leiste. Schmerztherapeutisch wurde so ziemlich alles gemacht; zahlreiche Infiltrationen, 2x Kryoneurolyse, 1x gepulste RFA, Infusionen mit Ketamin, ich nehme seit zwei Jahren dauerhaft Gabapentin 3000mg/d und Trimipramin 50mg/d, habe sogar eine Triple Neurektomie (Genitofemoralis, Iliohypogastricus, Ilioinguinalis) hinter mir. 2025 wurde dann noch ein SCS/Neurostimulator eingesetzt, der etwas Verbesserung gebracht hat. Jetzt wurde im Januar als allerletzte Therapiemöglichkeit noch das eingesetzte Netz entfernt. Dabei hat man festgestellt, dass der N. Obturatorius komplett in das Netz eingewachsen war. Man hat diesen mühsam wieder befreien können. Die Operation ist jetzt knapp 8 Wochen her und ich habe Tage, wo wieder weitere Gehstrecken ohne die neuropathischen Schmerzen möglich sind (war vorher nicht der Fall), aber auch immer noch Tage, wo es bereits in Ruhe zum Auftreten der Schmerzen kommt. Ohne die Medikamente, den Neurostimulator und auch ab und zu Hydromorphon bei Bedarf geht es leider noch nicht. Besteht hier berechtigte Hoffnung, dass es in den nächsten Wochen und Monaten noch zu deutlichen Veränderungen und Verbesserungen kommen wird? Wäre evtl eine stationäre Rehabilitation hilfreich in meiner Situation? Vielen Dank für Ihre Antwort!
Markus Hupp: Sehr geehrte Fragende, sehr geehrter Fragender. Wie Sie beschreiben, wurde offensichtlich der N. obturatorius durch das eingesetzte Netz gereizt und Sie bemerken eine erfreuliche Besserung Ihrer Beschwerden nach Entfernung des Netzes. Grundsätzlich ist von einer weiteren Verbesserung auszugehen, wobei der genaue Verlauf schwer vorher zu sagen ist. Ob eine stationäre Rehablitation sinnvoll erscheint, besprechen Sie am besten mit Ihrem Hausarzt/Ihrer Hausärztin oder Ihrem Schmerztherapeuten/in. Dies hängt auch davon ab, wie gut Sie belastbar sind.
Ich habe zwar nicht Neuropathie sondern Spondylarthrose. Die in der Sendung erwähnten Symptome habe ich auch, hatte keinen Unfall oder Operation. Meine Frage ist, ist es möglich die gleichen Symptome zu haben wie oben erwähnt? Besten Dank für eine kurze Antwort Mit freundlichen Grüssen
Konrad Maurer: Spondylarthrosen können auch ausstrahlende Schmerzen verursachen, welche manchmal ähnlich sind wie neuropathische radikuläre Ausstrahlungen. Eine Unterscheidung ist deshalb ganz wichtig. Falls eine Unterscheidung nicht durch die Symptomatik alleine gemacht werden kann, empfiehlt sich die Abklärung bei einem Schmerzspezialisten, welcher durch gezielte diagnostische Infiltrationen den Unterschied herausfinden kann.
Ich wurde am 3.3.2025 am Fussgängerstreifen von einem Auto angefahren. Ich hatte mehrere Knochenbrüche. Der Unterdchenkel war mehrfach gebrochen. Ich wurde operiert und bekam einen Tibianagel und eine Schenkelhalsorthese. 6 Wochen nach dem Unfall wurde eine Nervenkonstruktion gemacht. Leider erfolglos. Der Tibialidnerv ist über 10 cm im Muskel gerissen. Ich sass 3 Monate im Rollstuhl. Mit viel Physio laife ich heute einigermassen Normal mit einer Orthese. Ich habe eine Fussheberparese. Die Ärzte wollen noch mehr operieren. Der Fuss bezw. der Nerv wird sich nicht mehr erholen. Man möchte aber einen Sehnentransfer machen, damit ich nicht mehr ohne Orthese hinke. Ich sehe jedoch keinen Nutzen davon. Wenn ich Schue anziehe kann ich maximum 2 Stunden laufen. Dann beginnt der Fuss zu brennen und stechen. Ich bin am überlegen den Fuss zu amputieren. Jedoch raten mir die Ärzte davon ab. Phantomschmerzen habe ich bereits seit einigen Wochen. Ich weiss ich bin noch am Anfang meiner Reise. Ich möchte aber alle Möglichkeiten in betracht ziehen. Ich arbeite in meinem vollen Pensum im Büro. Ich schaue das ich immer viel Beschäftigung habe, dann denke ich nicht an die Schmerzen. Was denken Sie über eine Amputation unterhalb des Knies?
Konrad Maurer: Es ist sicherlich schwierig aufgrund ihrer Beschreibung ein Urteil abzugeben, ob man den Unterschenkel amputieren sollte. Aber was sicherlich klar ist, dass das Risiko nach einer Amputation chronische Schmerzen oder Phantomschmerzen zu entwickeln sehr gross ist, wenn bereits vor der Operation neuropathische Schmerzen bestehen sehr, sehr gross ist. Priorität hat in dieser Situation sicherlich eine ausgebaute medikamentöse Schmerzbehandlung. Allenfalls besteht auch die Möglichkeit einer neuromodulatorischen Therapieoption. Am besten wenden Sie sich an die Schmerzklinik des entsprechenden Spitals oder an einen erfahrenen Schmerztherapeuten.
Ich bin 73 Jahre alt. Vor ca. 2 Jahren, nach einer heftigen Grippe (Covid?) fiel mir auf, dass meine Füsse kribbelten und sich teilweise komisch, leicht taub anfühlten. Nachdem dies Gefühl nicht wegging, liess ich beim Venenspezialist prüfen ob es an der Durchblutung liegt, was nicht der Fall war. Also zum Neurologen, der eine mässige (Poli) Neuropathie feststellte und mir einzig Medi (Pregabalin 25mg) gab, das ich aber nicht einnahm, da ich ja nicht wirklich Schmerzen hatte. In erster Linie hatte ich, besonders auffällig im Bett bei Wärme, dies unangenehme Kribbeln in den Füssen. Auf mein Fragen hin verschrieb der Neurologe mir eine Serie Physiotherapie. Während dieser veränderte sich dies Situation dahin, dass ich teilweise nachts ein sehr unangenehmes Ziehen, auch Stiche jeweils einige Sekunden an verschiedenen Stellen des linken Beines (wie elektrisch) hatte: Hinten an der Fudibacke, hinten und seitlich aussen am Oberschenkel, oben am Knie, am Schienbein bis zum Fussknöchel! So unangenehm, dass ich kaum schlafen konnte und am Morgen darauf fix und fertig war. Ich ging zu meinem Hausarzt, der mir sagte, ich solle eben dies Pregabalin einnehmen. Das tat ich, war davon aber am folgenden Tag als Nebenwirkung wie erschlagen. Es half 3 Tage, dann nicht mehr, wieder kaum 2 Stunden mit Unterbrechungen geschlafen…Auf Nachfrage sollte ich 2 Tabletten, also 50 mg nehmen; das wiederum nützte aber mit den Nebenwirkungen am nächsten Tag. Dann wurde es wieder ein paar Tage besser nachts. Der Hausarzt sagte mir, dass man leider an der Krankheit nichts machen könne. Auch normale Schmerzmittel nützen nicht. Diese elektrischen Schmerzen stören mich in erster Linie im Liegen und damit verbunden: nicht einschlafen und schon gar nicht durchschlafen können, teilweise tagsüber im Sitzen aber wenn ich mich bewege und herumlaufe stört es mich weniger. Ich schlafe sowieso nicht gut und jetzt noch diese Nervenschmerzen, das macht mich fertig. Ich kann doch nicht jeden Abend Pregabalin dauerhaft einnehmen! Mein Gleichgewichtsgefühl ist noch ganz gut, ich gehe 2x wöchentlich ins Fitnesstraining bei uns im Physiocenter, übe auch daran. Gäbe es noch andere therapeutische Möglichkeiten für mich? Oder Medi mit weniger Nebenwirkungen?
Markus Hupp: Sehr geehrte Fragende, sehr geehrter Fragender. Zunächst sollte eine Untersuchung bei einem Neurologen/einer Neurologin erfolgen, um die Ursache Ihrer Beschwerden zu bestimmen. Auch eine Laboruntersuchung, insbesondere zum Ausschluss eines Vitamin B oder Eisen Mangels erscheint sinnvoll. Es könnten dann Medikamente eingesetzt werden, die auch das Schlafen unterstützen, wie z.B. Amitryptilin/Saroten. Hiervor sollte eine EKG Kontrolle erfolgen, da das Medikament sehr selten die Leitung der elektrischen Impulse am Herzen beeinflussen kann.
Ich habe im linken Zeigefinger schon seit Oktober, nachdem ich gezügelt und Kisten getragen habe, Schmerzen. Ich nehme seither Pregabalin, hat aber nur am Anfang etwas genutzt. Kann das auch Neuropathie sein? Besten Dank für eine Antwort.
Markus Hupp: Sehr geehrte Fragende, sehr geehrter Fragender. Ihre Beschwerden können viele Ursachen haben. Ich empfehle zunächst die Besprechung mit Ihrem Hausarzt und dann ggf. eine Vorstellung bei einem Handorthopäden oder einem Neurologen, je nachdem wie ihr Hausarzt die Ursache einschätzt.
Meine axonal demyelinisierende Polyneuropathie wird zusätzlich durch eine Myelopathie mit Paraspastik (Status nach Halswirbelsäulen OP) verstärkt und mit Baclofen (30 mg/d) behandelt. Besonders störend empfinde ich den zunehmenden Verlust an Kraft in den Beinen, der meine Gehleistung auf ca. 4 km pro Tag einschränkt. Können Sie mir zusätzliche Behandlungsoptionen vorschlagen? Und wie könnte ich meine Gehleistung verbessern? Bis jetzt sind meine diesbezüglichen Versuche gescheitert. Vielen Dank für Ihre Antwort!
Markus Hupp: Sehr geehrte Fragende, sehr geehrter Fragender. Wenn Sie einen zunehmenden Verlust der Beinkraft bemerken, sollten Sie mit Ihrem Hausarzt/Hausärztin oder Neurologen/Neurologin besprechen, ob man Ihre Medikation mit Baclofen reduzieren oder sogar absetzen kann, wenn Ihre Spastik nicht zu stark ist. Ggf. sollte auch andere Ursachen Ihrer Geheinschränkung wie z.B. eine Engstelle an der Lendenwirbelsäule ausschliessen. Daneben ist sicher Physiotherapie oder auch eine medizinische Trainigstherapie sinnvoll, um Ihre Kraft und Ausdauer zu verbessern.
Ich habe seit 40 Jahren an meiner linken Körperhälfte neuropathischen Schmerzen Tag und Nacht. Gemäss einem Neurologen soll es sich um eine TIA handeln. Meistens verkrampft sich mein Fuss derart, dass ich kaum marschieren kann. Ich nehme seit Jahrzehnten Zeller Relaxane und bei starken Schmerzen Entzündungshemmer. Lamatrigin, Lyrica, Gabapentin usw. habe ich nie eingenommen, die Nebenwirkungen und Abhängigkeiten sind enorm und schrecken mich ab. Ich bin jetzt 77, m, kein Übergewicht, und erfreue mich dennoch am Leben, wäre sehr dankbar für eine Lösung. Marschiere jeden Tag ca. 1 1/2 Stunden und arbeite gerne im Garten. Körperlich arbeiten hilft mir gut schlafen zu können. Danke für Ihre Antwort
Konrad Maurer: Der Entstehungsmechanismus von neuropathischen Schmerzen ist anders als derjenige von entzündlichen Schmerzen. Deshalb helfen 'normale' Schmerzmittel nicht in dieser Situation. Wenn die Situation besser kontrolliert werden muss, werden sie wahrscheinlich nicht darum herumkommen, die eine oder andere antineuropatische Medikation zu versuchen. Am besten wenden Sie sich an Ihren Hausarzt oder an einen erfahrenen Schmerztherapeuten.
Guten Abend, mir wurde im Sommer Neuropathie diagnostiziert. Aktuell habe ich nur öfters ein leichtes kirbeln an den Fusssohlen. Im Internet gibt es stimmen die schwören auf spezialisierte Physiotherapie, andere, auch mein Hausarzt, meint das bringe nichts. Wenn doch was dran ist, auf was müsste ich bei der Wahl des Therapeuten, der Therapeutin achten? Und wäre es eine kassenpflichtige Leistung? Vielen Dank für die Beantwortung.
Markus Hupp: Physiotherapie ist vor allem sinnvoll zum Erhalt und Verbesserung der Muskelkraft, der Ausdauer und des Gleichgewichts. Auch auf Gefühlsstörungen kann sie einen positiven Effekt haben. Physiotherapie im Rahmen der Polyneuropathie ist Leistung der Grundversicherung, wenn sie notwendig ist.
Ich habe seit mehreren Jahren Restless Leg mit Polyneuropathie. Gibt es noch andere Therapiemöglichkeiten als Gabapentin/ Pregabalin und Oxycodon? Besten Dank für Ihre Antwort. Mit freundlichen Grüssen
Markus Hupp: Sehr geehrte Fragende, sehr geehrter Fragender. Bei Restless Legs Syndrom werden auch sogenannte Dopaminagonisten eingesetzt. Wichtig ist die Überprüfung des Eisenstoffwechsels und eine Substitution bei Eisenmangel – dies kann schon einen sehr guten Effekt auf die Symptome haben. Bzgl. der Polyneuropathie sollte auch eine Laborabklärung erfolgen, insbesondere bzgl. Vitaminmangel und Diabetes. Bzgl. der Medikamente besprechen Sie sich bitte mit Ihrem Hausarzt/Ihrer Hausärztin bzw. Ihrem Neurologen/in.
Grüezi, ich habe immer wieder Schmerzen von der LWS, die bis in die Füsse ziehen. Meine Ärzte verschreiben mir Ibu und Physio, aber auf die Länge bringt mir das nichts. An wen soll ich mich wenden?
Kay-Uwe Hanusch: Guten Abend. Generell ist es wichtig zu verstehen, dass die meisten Rückenschmerzen meist nach 1-2 Jahren wieder von allein verschwinden und eher selten eine ernsthafte Erkrankung dahinter steckt. Haben Sie Geduld, bewegen Sie sich, nehmen Sie am Sozialleben teil und lassen Sie sich durch aktive Physiotherapie weiter unterstützen. Oft braucht es nur etwas Geduld.
Ich habe die Neuropathie als Folge von einer Chemotherapie seit 2020. Im normalen Alltag sind die Schmerzen nicht gross. Schlimmer sind die Gefühlsstörungen die immer da sind. Es ist ein dumpfes Gefühl. Ich erkläre es so: Es ist wie laufen auf zerknitterter Alufolie. Bei Kälte ist es sehr viel schlimmer. Ich habe dann kein Gefühl in den Füssen. Dank einer Skischuhheizung kann ich trotzdem noch skifahren. Gibt es Therapiemöglichkeiten?
Kay-Uwe Hanusch: Guten Abend. Interessanterweise beschreiben Sie ja schon eine Strategie die bei Ihnen zu helfen scheint- Wärme. Sie könnten diesen Effekt zusätzlich unterstützen, indem Sie capsaicin-haltiue Salben (0.05-0.075%) 1-2x täglich anwenden und mit Bewegung kombinieren.
Ich bin beim Trailen gestürzt und habe mein Bein gebrochen einen 3 fachen Bruch Sprunggelenk und Fuss nach einem Jahr habe ich die Implantate entfernen lassen 5 Monate später bin ich nochmals gestützt und habe den selben Bruch. Implantate wieder drin. Bei jedem Misstritt fall ich um alles ist instabil wenig kraft, Schmerzen und zum teil kein Gefühl und und und ..... Kann ich etwas machen, dass ich normaler laufen kann
Karsten Lindau: Aufgrund Ihrer Beschreibung lässt sich das nicht eindeutig sagen... Ich denke, ja, es lässt sich noch etwas verbessern! Dafür müsste man das ganze aber mal konkreter anschauen. Schuhe die stabilisieren, oder Orthesen, sollten mögliche Hilfsmittel sein.
Ich bin eine 68-jährige Frau. Seit Jahren erwache ich nachts mit brennenden Schmerzen im Beckenbereich und beiden Oberschenkel. Tagsüber habe ich weniger Schmerzen. Ich mache wöchentlich Aquafit, Krafttraining und Fitness im Fitnessstudio. Täglich mehrere Hunde Spaziergänge. Sport und Bewegung haben keinen Einfluss auf die nächtlichen Schmerzen. Vor 4 Jahren wurde im MRI eine Verengung des 6./7. Lendenwirbels festgestellt. Die Neurologin vermutet einen Zusammenhang mit den nächtlichen Schmerzen und hat Physiotherapie verordnet. Ich mache die Übung weiterhin, aber ohne Erfolg. Was könnte ich noch tun oder muss ich mit diesen Schlafstörungen leben? Vielen Dank für eine Rückmeldung.
Konrad Maurer: Es ist tatsächlich möglich, dass diese Symptome von der Wirbelsäule herkommen. Es wäre sicherlich gut, diesmal abklären zu lassen. Dazu gehört sicher eine geeignete Bildgebung wie MRI oder CT. Ebenfalls besteht die Möglichkeit, mittels diagnostischer und interventioneller Optionen die Problematik einzugrenzen. Am besten wenden Sie sich an Ihren Hausarzt oder einen erfahrenen Schmerztherapeuten.
Nach einer spinalen Ischämie leide ich an Sensibilitätsstörungen wie Muskelschwäche, Kribbeln und Taubheitsgefühlen, die sich vom Bauchnabel abwärts ausbreiten. Gibt es eine Möglichkeit, diese Symptome ohne Medikamente zu lindern?
Markus Hupp: Sehr geehrte Fragende, sehr geehrter Fragender. Neben den verschiedenen Medikamenten, die bei diesen Beschwerden als Tabletten eingesetzt werden, kann man z.B. eine Elektrostimulation mit einem sogenannten TENS Gerät versuchen.
Hatte am 24.10. Op (Spinalkanaldekompression). Bin 71, bisher sehr sportlich, sehr schlank, ein Bewegungsmensch! Ca 10 Wochen nach OP immer mehr Schmerzen, am 13.1. auf mein Insistieren neues MRI: aktivierte erosive osteochondrose, breitbasige Discusprotrusion, neuroforminale Einengung Wurzel L5 beids., dazu Facettengelenkdarthrose mit neoroforaminaler Einengung Wurzel rechts k5 und lwk5/s1 erosive osteichondrose mit fettiger Degeneration Endplatte mitvEinengung wirzel l5 rechts betont mit kontakt.. Man sagte mir, es habe sich Synovialzyste gebildet, die auf Nerven und Dura dückt! Die massivsten Schmerzen habe ich aber im rechten Pobereich, starker Druck auf Ischias, Kribbeln/einschlafen im ganzen Bein. Sitze direkt auf Nerv, Schmerz wie Messer, kann weder richtig sitzen noch liegen, Bein schläft ein, kann auch nicht schlafen.. Arzt besteht auf Zyste als Ursache, die risikoreich zu operieren sei, weil man sie vom Netv „abkratzen“ müsse. Ich selber habe Gefühl, Ursache sei im Pobereich, Nerv dort eingeklemmt, kann durch Druck den schmerz (und kribbeln) auslösen, kann Nerv evtl in verspanntem Muskel verklemmt sein? Ärzte sind bisher nicht drauf eingegangen (12 Wochen), ich halte Schmerz kaum noch aus (schlafen mit Tramadol) Was raten Sie mir? Bin am verzweifeln.. Danke für Antwort!
Konrad Maurer: Je nach Situation liesse sich auch mit interventionellen schmerztherapeutischen Möglichkeiten mittels gezielter diagnostischer Infiltrationen die Problematik genauer eingrenzen. Je nachdem, welche Schmerzkomponenten im Vordergrund stehen, gibt es unter Umständen gute Therapieoptionen, zum Beispiel bei Spondylgelenkarthrosen oder bei nervenwurzelbedingten Schmerzen. Am besten wenden Sie sich an die Schmerzklinik des Spitals, wo Sie operiert worden sind oder einen erfahrenen Schmerztherapeuten.
Im 2022 hatte ich eine ganz schlimme Gürtelrose !!! Bis heute habe ich Schmerzen, bei der Arbeit spüre ich nichts, trage Leggins. Habe ich Hoffnung, dass ich wieder ohne Schmerzen sein kann?
Kay-Uwe Hanusch: Guten Abend. Bei Gürtelrose gibt es sehr starke Empfehlungen für die Anwendung von Capsaicin. Sie könnten das Ansprechen versuchen mit einer capsaicin haltigen Salbe (0.05-0.075%) testen. Wenn dies zu eine Linderung führt, sprechen Sie mit einem Schmerzmediziner für eine Anwendung des Qutenza-Pflasters wie im Bericht beschrieben.
Seit mind. 25 Jahren lebe ich mit diesen diffusen Schmerzen in meinen Zehen, die mich vor allem des Nachts plagen.Am Tag habe ich fast keine Schmerzen in den Füssen, doch sie fühlen sich wie taub an Ich habe meinen HA schon darauf angesprochen, doch der meinte, dass es nicht Neuropathie sei und so lebe ich dahin mit diesem Problem, ohne Hilfe zu bekommen. Was soll ich machen? Eines möchte ich noch gerne wissen, ist Neuropathie vererbar? Den eine Cousine von mir, hat eine bestätigte Neuropathie. Sie ist aber viel schwerer davon betroffen als ich. Sie kann sich nur noch mit dem Rollator fortbewegen. Das ist bei mir nicht der Fall. Doch ich stürze des Öftern in der letzten Zeit.
Markus Hupp: Sehr geehrte Fragende, sehr geehrter Fragender. Die von Ihnen beschriebnen Gefühlsminderungen und nächtlichen Schmerzen, weissen auf eine Neuropathie hin. Ich empfehle eine weitere Abklärung bei einem Neurologen/einer Neurologin. Es könnten Medikamente gegen Nervenschmerzen eingesetzt werden, um Ihren Schlaf zu verbessern. Es gibt vererbte Neuropathien, auch dies kann im Rahmen der Abklärung besprochen werden.
Mein Neurologe hat mir den Befund Small Fieber Neurophatie mitgeteilt und mich informiert, dass es keine Behandlung dazu gäbe. Falls die Schmerzen unerträglich werden, gebe es dann Opiate. Gibt es bei der Alternative Medizin Unterstützung? Hat man Erfahrung, wie Hanf wirkt?
Markus Hupp: Sehr geehrte Fragende, sehr geehrter Fragender. Auch bei einer Small Fiber Neuropathie ist eine Ursachenabklärung wichtig. Je nach Ursache kann diese behandelt werden, um eine Verschlechterung zu vermeiden. Auch bei einer Small Fiber Neuropathie kann Schmerzen mit Medikamenten gegen neuropathische Schmerzen behandelt werden (Pregabalin, Gabapentin, Duloxetin, Amitryptilin), die vor einer Opiattherapie eingesetzt werden sollten.
Mich plagen seit über einem Jahr Schmerzen (dumpf, leicht brennend) am vorderen Knie, die durch steten, leichten Druck ausgelöst werden vom Tragen von langen Hosen. Eine Schlag durch z. Bsp. eine leichte Rucksackschnalle erzeugt einen kurzen, dumpfen stechenden Schmerz. Das Unterbein reagiert schmerzhaft auf grossflächigen Druck, wenn das Bein aufliegt, zum Beispiel auf dem Sofa oder im Bett. Ich schlafe daher auf der rechten Seite liegend, das Unterbein leicht angewinkelt und unbedeckt. Ich kann so die Auflagefläche reduzieren. Beim Sitzen oder Stehen ist dies viel weniger. Mehr Bewegung bedeutet mehr Beschwerden. Während dem Wandern mit kurzen Hosen aber sind die Beschwerden im Unterbein erträglich, da höchstens durch die Socken Druck ausgeübt wird. Letzten Donnerstag war ich in der Rheumatologie, wo Ärzte mittels Ultraschall die Nerven angeschaut haben und nach Schmerzpunkten gesucht haben. An diesem Tag waren die Beschwerden jedoch allgemein sehr zurückhaltend. Ich hatte gehofft, dass wie mit der Neurologin besprochen, ein Nerv im Bereich des vorderen Knie infiltriert wird, was jedoch nicht gemacht wurde, weil alles gut aussähe. Kann durch eine Ultraschalluntersuchung wirklich eindeutig festgestellt werden, dass die Nerven nicht das Problem sind?
Konrad Maurer: Durch eine Ultraschalluntersuchung alleine kann der Nerv in seiner Form und seinem Verlauf zwar beurteilt werden, jedoch nicht in seiner Funktion. Das heisst konkret, dass nicht beurteilt werden kann, ob die Schmerzen effektiv durch diese Nerven verursacht werden. Dazu wäre eine diagnostische Infiltration des entsprechenden Nerven mittels Lokalanästhetika notwendig. Da, wie ich verstehe, die Symptomatik am entsprechenden Tag eher gering war wäre die Aussagekraft eines diagnostischen Tests jedoch nicht sehr gross. Dies war höchstwahrscheinlich der Grund, warum auf eine Infiltration verzichtet worden ist. Am besten machen Sie einen weiteren Termin ab, wenn die Symptome grösser sind.
Mein Vater 88 Jahre alt hat sein ein paar Jahren die Symptome der Neuropathie in den Füssen. Er hat stechende plötzliche Schmerzen in den Fusssohlen, Taubheitsgefühle in den Füssen, Gefühl von «Kissen» auf der Fusssohle, läuft aufgrund dessen immer unsicherer. Dass die Muskelkraft in diesem Alter nachlässt ist klar, doch schwindet die Kraft rasch und primär wird er zunehmend unsicher beim Gehen. Bereits kurze Gehdistanzen bereiten ihm mühe. Er war vor Jahren mal beim Artz/Neurologen deswegen, doch seither nicht mehr. Er will keine riesige Abklärung deswegen in die Wege leiten doch wünscht er sich, es gebe eine Lösung. Können Sie mir eine Rat geben ob der Hausarzt Möglichkeiten hat mit einem «Medikament» gegen diese Nervenschmerzen vorzugehen? Oder braucht dies in jedem Fall zuerst ein paar nötige Abklärungen bei einem Spezialisten? Vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen.
Markus Hupp: Sehr geehrte Fragende, sehr geehrter Fragender. Ich empfehle eine Laboruntersuchung beim Hausarzt, insbesondere der B-Vitamine und eines Diabetes zur Ursachenabklärung. Bei einem Vitaminmangel könnte eine Substitution erfolgen. Die stechenden Schmerzen könnte man mit den gängigen Medikamenten gegen Nervenschmerzen (z.B. Pregabalin) versuchen zu bessern. Zur Verbesserung der Gangunsicherheit sollte Physiotherapie erfolgen.
Ich bin Mann 63j alt und hatte schon mehrere Rückenoperationen mit Versteifung.(Lendenwirbelbereich) Später folgte dann noch einen Eingriff in dem sie oberhalb der Versteifung einen Spreizer montiert hatten. Ich habe seit Jahren extreme Rückenchmerzen mit ausstrahlung in die Beine und nehme täglich viele Schmerzmittel. Auch starke wie Oxycodon. Meine Hausärztin will die Schmerzmittel weiter reduzieren weil sie meint dass es die Schmerzen eher verstärkt. Was meinen Sie dazu und haben Sie weitere Vorschläge um die Schmerzen zu reduzieren.
Konrad Maurer: Um eine optimale Therapieoption für Sie zu empfehlen, ist es sicherlich wichtig zu wissen, welche Strukturen diese Schmerzen verursachen. In der Regel reichen Bildgebungen wie MRI oder CT in diesen Situationen nicht aus und die einzige Möglichkeit besteht darin, die entsprechenden Strukturen diagnostisch zu infiltrieren, zum Beispiel die der Versteifung anschliessenden Fazettengelenke, welche in einer solchen Situation häufig überlastet werden und Schmerzen verursachen. Je nach Testresultat bietet sich dann an, diese Facettengelenke mittels Radiofrequenztherapie zu behandeln. Am besten wenden Sie sich an ein entsprechendes Schmerzzentrum oder Schmerztherapeuten.
Seit mehr als 15 Jahren brennende Schmerzen in der Zehe re. medial, jede Nacht und bei kleinstem Druck.Nicht überwärmt, geschwollen und rot. War beim Podologen ( kein eingewachsener Nagel), trage Einlagen und nur bequeme Schuhe, lasse den Fuss aus dem Bett hängen, Verbände gemacht, Nahrungsergänzungsmittel, seit ca 5 Jahren auch einschiessende Schmerzen am Fuss, Taubheitsgefühl und Kribbeln. Abklärung bei Neurologin ( Klinisch / neurologisch und ENG: Normalbefund) kein Diabetes, regelmässige B12 – Injektion. Ein Jahr Pregabalin 25mg eingenommen ohne Besserung. Ich bin jetzt 67, normalgewichtig und bewege mich oft, gerne und viel. Mein Schlaf ist wegen der brennenden Zehe eingeschränkt, darum greife ich auch oft zu Zolpidem, damit ich einschlafen kann was aber kein Dauerzustand sein sollte. Ich bin Ihnen sehr dankbar wenn Sie mich beraten, vor allem an wen ich mich noch wenden könnte. Meine Hausärztin weiss auch nicht mehr weiter...
Markus Hupp: Sehr geehrte Fragende, sehr geehrter Fragender. Pregabalin wäre mit einer Tagesdosis von 25 mg zu niedrig dosiert. Bei den von Ihnen geschilderten Schmerzen sollte zunächst schrittweise eine Dosissteigerung erfolgen, bis auf eine Tagesdosis von 300 mg (bei normaler Nierenfunktion) mit der Einnahme eines grossen Teils zur Nacht (z.B. 100-0-200 mg). Daneben könnten bei den sehr umschriebenen Schmerzen auch lokale Massnahmen zusätzlich durchgeführt werden (neurodol Pflaster, Capsaicin Salbe, ggf. Capsaicin Pflaster. Der Vitamin B12 Spiegel sollte kontrolliert und im oberen spiegelbereich gehalten werden.
Im Beitrag war die Rede von stechenden oder brennenden Schmerzen. Ich habe genau solche Schmerzen seit Jahren, abwechselnd von Taubheitsgefühl in der linken Schulter. Hinten. Ich dachte immer, das es von Verspannungen kommt. Müsste ich da einmal abklären, ob es vielleicht Nervenschmerzen sein könnten?
Konrad Maurer: Möglich ist dies schon. Allerdings gibt es auch andere Ursachen, wie zum Beispiel Schmerzen ausgehend von der Halswirbelsäule, welche bis in die Schulter hinein ausstrahlen können. Durch geeignete diagnostische Infiltrationen der Gelenke oder Nervenwurzeln könnte die Diagnose gestellt werden. Am besten wenden Sie sich an ein Schmerzzentrum oder einen erfahrenen Schmerztherapeuten.
Guten Tag, letztes Jahr erhielt ich die Diagnose Neuropahtie. Ich habe gelesen, dass sich aufgrund dessen die Verdauung verschlechtern kann, und vermehrt Krämpfe auftauchen- vor allem Nachts in Beinen und Füssen. Und verschlimmert sich die Krankheit, oder gibt es eine Stagnation? Herzlichen Dank für Ihre Antwort
Markus Hupp: Sehr geehrte Fragende, sehr geehrter Fragender. Wichtig ist die Ursache der Neuropathie zu klären und zu behandeln, um einer Verschlechterung vorzubeugen, Die Verdauung kann beeinträchtigt sein, typischerweise kommt es zu Verstopfung. Dann sollte auf eine ballaststoffreiche Kost geachtet werden und genug getrunken werden. Ggf kommen unterstützende Massnahmen wie Macrogol zum einsatz. Bei Krämpfen kann ein Therapieversuch mit Magnesium erfolgen.
Ich hatte am 8.1.28 einen Bandscheibenvorfall S1/L5 und seither ein Kribbeln im linken Bein und kann mit meinem Fuss nicht mehr abstossen. Nun steht eine OP zur Diskussion und ich bin mir überhaupt nicht sicher, ob ich operieren soll oder nicht. Wie stehen meine Chancen ohne OP wieder rennen zu können? Oder könnte es nachher noch schlimmer werden? Mein Arzt sagt, dass ich mich bald entscheiden müsse, da sonst der Nerv für immer geschädigt bleibt. Was meinen Sie dazu? Danke für Ihre Antwort.
Kay-Uwe Hanusch: Guten Abend. Das ist keine leichte Frage. Die Literatur sieht die Prognosen für eine OP eher kritisch. Die Prognose für einen Erfolg liegt bei 50%. Nach der ersten OP fällt die Prognose auf 30% und nach der dritten OP auf 5% runter. Zudem entwickeln ca. 50% mehr Schmerzen oder andere Schmerzen nach OP. Entscheiden für OP ist vor allem die Indikation und dabei entscheidet nicht das MRI-Bild, sondern die Klinik. Das heisst, ob die Beschwerden mit dem Bild passen. Ich empfehle vorerst eine Physiotherapie durchzuführen und zu schauen ob sich die Symptome lindern lassen. Vor allem aktive Bewegungstherapie mit EMG-getriggerter Muskelstimulation auf den Peroneus (Muskel der am häufigsten den Fallfuss erzeugt).
Vor zwei Jahren hatte ich plötzlich höllische neuropatische Schmerzen im linken Fuss. Die Abklärungen beim Hausarzt und Neurologen konnten keine Ursache herausfinden. Ich bekamm dann Pregabalin 300 mg. Die Schmerzen waren danach viel besser auszuhalten. Seit einem Jahr nehme ich keine Medikamente mehr: Die stechenden Schnerzen sind weg. Kann es sein, dass die Nerven abgestorben sind und ich deshalb keine Schmerzen mehr habe? Ein starkes Missempfinden im Fuss bleibt. Können sich diese Nerven wieder erholen?
Markus Hupp: Sehr geehrte Fragende, sehr geehrter Fragender. Die Beurteilung einer Erholung ist schwierig, wenn die Ursache der Nervenschädigung unklar ist. Oft verändern sich die Beschwerden nach einer akuten Schädigung wie bei Ihnen. Grundsätzlich kommt es oft bis zu 2 Jahren nach der Nervenschädigung zu einer Erholung.
Ich werde dieses Jahr 48 und arbeite seit rund 2 Jahren in der Pflege im Spital. Im Jahr 2010 wurde bei mir eine Sehenscheidenentzündung im Handgelenk re festgestellt. Zudem hat sich ein Ganglion gebildet. Das wurde operiert und von dem Moment an fing das Desaster an. Es folgten weitere Operationen beim Sehenfach, am Radialisnerv und es musste eine Hauttransplation vorgenommen werden. Insgesamt wurde ich 13x am gleichen Ort operiert. Vor 2 Jahren ging ich ins schweizerische Paraplegikerzentrum nach Nottwil. Da wurde der Radialisnerv teilweise gekappt und verlagert. Leider wurden die Schmerzen immer schlimmer und nun weiss ich, dass meine chronisch- neuropathischen Schmerzen nicht mehr zu heilen sind. Ich habe auch kein Medikament welches gegen die starken Schmerzen hilft. Ich weiss wirklich nicht mehr, was ich noch machen kann. Habe auch verschiedene Therapieformen ausprobiert, leider ohne Erfolg. Für mich ist die oberste Priorität, dass ich weiterhin Arbeiten kann, denn ich mache meinen Beruf sehr gerne. Gibt es vielleicht doch noch eine Möglichkeit für eine Medikation (nicht Opiate) oder spezialisierte Hilfe? Ich bedanke mich herzlich für eure Bemühungen und wünsche einen schönen Abend!
Markus Hupp: Sehr geehrte Fragende, sehr geehrter Fragender. Leider stellen Sie eine recht komplexe Frage. Ich empfehle die Vorstellung bei einem Schmerztherapeuten/einer Schmerztherapeutin, um zu besprechen, was es für Sie noch für Therapieoptionen gibt. Wichtig wäre hier eine Liste zu erstellen, welches Medikament, in welcher Dosierung, über welchen Zeitraum mit welchem Effekt schon angewendet wurde.
Im 2024 hatte ich einem Unfall. Luxation Knie-TP, Riss der Beinarterie, Fastienspaltung (Wade). Diagnose schwere Nervenschädigung Defektheilung nicht ausgeschlossen. Nebst den «bekannten» Schmerzen habe ich sehr oft das Gefühl dsss der ganze Unterschenkel wie einbetoniert ist. Kommt dies auch von den Nerven oder ist dies eher muskulär? Gibt es etwas dagegen, sei es Übungen, Magnesium, B-Vitamine etc. Danke
Konrad Maurer: Die Symptomatik, welche Sie beschreiben, tönt tatsächlich wie ein neuropathisches Schmerzsyndrom, wie es häufig vorkommt bei solchen Unterschenkelverletzungen. Diese Symptome erholen sich bis zu einem gewissen Grad. Allerdings liegt der Unfall bereits zwei Jahre zurück, entsprechend ist die Chance, dass es sich noch weiter erholt, eher gering. Unter Umständen wäre eine antineuropathische medikamentöse Therapie geeignet, die Symptome zu dämpfen. Am besten wenden Sie sich an Ihren Hausarzt oder Schmerztherapeuten.
Warum wird nicht klar kommuniziert wie schädlich Alkohol sich auswirkt? Welche Medikamente müssen angeschaut werden (Blutdruck Senker,…) Gibt es 10 Tipps zur Behandlung von Polyneuropathie? – Nahrungsergänzungsmittel – Muskelaufbau -kein Alkohol -… Wo bekommt man Schuhe die Betroffene auch bei Lähmungserscheinungen gut selber an- und ausziehen können?
Markus Hupp: Sehr geehrte Fragende, sehr geehrter Fragender. In Europa sind die häufigsten Ursachen einer Polyneuropathie Diabetes und der von Ihnen angesprochene, regelmässige Alkoholkonsum, Bzgl. der 10 Tips zur Behandlung möchte ich die Ursachenabklärung betonen, um eine adäquate Therapie einleiten zu können. Physiotherapie und verschiedene Therapieoptionen wurden in den anderen Fragen umfassend beantwortet. Passende Schuhe finden Sie oft in Sanitätshäusern oder individuell angepasst bei orthopädischen Schuhmachern.
Guten Abend, ich hatte einen Bandscheibenvorfall. In der Folge wurden L4/L5/S1 versteift und zwei künstliche Bandscheiben eingesetzt. Obwohl nun kein Grund mehr besteht (gem. Chirurg), habe ich immer noch im linken Bein taubheits Gefühle bis zum Fuss. Ohne Pregabalin halte ich die neurologischen Schmerzen (brennen, elektrische Ausstrahlungen) nicht aus. Gibt es ein Jahr nach der Operation noch Hoffnung, dass die Schmerzen verschwinden und falls nicht, ist die Einnahme von Pregabalin 2x100mg pro Tag unbedenklich über die Dauer ? Vielen Dank
Konrad Maurer: Die Chance, dass ein Jahr nach der Operation die Schmerzen verschwinden, ist relativ gering. Die von Ihnen erwähnte Dosierung von Pregabalin ist eher gering. Wenn Sie jedoch davon profitieren, empfiehlt es sich, diese Dosierung weiter zu nehmen. Die Einnahme – auch über längere Zeit – ist in diesen Dosierungen sicherlich unbedenklich. Es empfiehlt sich jedoch regelmässig, das heisst etwa alle sechs Monate, einen Auslassversuch durchzuführen, um die Wirksamkeit zu testen.
Meine neuropathischen Füsse (durch CMT) würden Einlagen benötigen, da die Muskelkraft schwindet und dadurch der Körperbau in Schieflage geriet. Etliche Orthopäden haben es mit Einlagen versucht, ohne Erfolg. Das hat Auswirkungen: Schmerzen im ganzen Körper, immer wieder Schlaflosigkeit und brennende Füsse, Sturzepisoden. Ich weiss nicht mehr wo ich mich hinwenden soll. OK, ich bin über 60, doch wenn ich keinen lindernden Ausweg finde ohne mich mit starken Medis zudröhnen zu müssen, sieht das Leben sehr trüb aus. Bis dato nehme ich keine Medikamente. Haben Sie einen Rat? Mit freundlichen Grüssen
Markus Hupp: Sehr geehrte Fragende, sehr geehrter Fragender. Sie leiden an einer vererbten Polyneuropathie (CMT). Wenn einlagen nicht mehr ausreichen, empfehle ich Ihnen die Vorstellung in einer Abteilung für technische Orthopädie um eine für Sie individuell passende Lösung, ggf. mit einem Massschuh zu besprechen.
Ende Oktober musste ich die Postata operieren lassen (gutartige Vergrösserung). Fünf Wochen nach der Operation bekam ich beim Sitzen starke brennende Schmerzen im Sitzbereich. Medikamente wie Ecofenac, Ibuprofen, Dafalgan, Novalgin halfen nicht. Leider musste ich Anfang Januar die Prostata erneut operieren lassen (Verwachsungen, schlechtes Wasserlösen). Das Wasserlösen funktioniert nun gut aber die starken Schmerzen im Sitzbereich sind immer noch vorhanden (Sitzen länger als 10min. nicht möglich). Seit sechs Wochen bin ich in der Physiotherapie (Beckenboden), diese brachte eine leichte Verbesserung. Ich war dann wieder aktiver und habe versucht, mich mehr zu bewegen. Die Schmerzen (Brennen) kam nun noch stärker zurück. Ich nehm nun seit sechs Tagen Duloxetin 30mg und hoffe, die Schmerzen verschwinden bald, damit ich wieder arbeiten und am Leben teilnehmen kann. Gibt es weitere Behandlungsmöglichkeiten und wenn ja welche? Besten Dank für Ihre Rückmeldung.
Markus Hupp: Sehr geehrte Fragende, sehr geehrter Fragender. Sie sollten die medikamentöse Therapie gegen neuropathische Schmerzen weiter führen. Duloxetin sollte ggf. (nach EKG Kontrolle) auf 60 mg erhöht werden und ggf. Pregabalin zusätzlich eingenommen werden. Erst nach etwa 8 Wochen kann man entscheiden, ob die Therapie hilft. Hier ist es ift gut ein Tagebuch der Schmerzen am Anfang und nach 8 Wochen zu führen.
Ich hatte am 1..12. Dez 25 gürtelrose. Seit 23 .12..25 habe ich neuropatische Schmerzen Folgende Schmerzmlittel: Pregabalin 50mg Tramadol 150 mg. Novalis Ein chilipflaster vor 10 Tage hatte ich schon. .Schmerzen bleiben immer gleich stark. Was kann ich noch machen
Konrad Maurer: Allenfalls hilft es, das Pregabalin langsam aufzudosieren bis maximal 2x300mg. Falls dies nicht reicht, kann Amitriptylin dazu kombiniert werden. Am besten wenden Sie sich an einen Schmerztherapeuten mit Erfahrung.
Warum empfinde ich Kompression (Strümpfe, Skischuhe, Kletterfinken) als lindernd? Ich habe chemobedingt taube und stechende Füssen, schlechter bei Ruhe, besser mit Wärme u. Bewegung. Danke für eine Erklärung.
Kay-Uwe Hanusch: Guten Abend. Eine durch Bewegung erzeugte Schmerzlinderung nennt man Bewegung induzierte Analgesie (EIA). Dabei werden durch die Bewegung Endorphine freigesetzt, welches wie ein Opioid (Morphin) funktioniert. Die Schmerzlinderung durch Wärme funktioniert über die Wärmerezetoren (TRPV4), welche im den Rafekernen Serotonin stimulieren. Das Serotonin hemmt dann im Rückenmark die schmerzhaften Signale aus der Körperoberfläche.