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«Aus der Zuckerfabrik» von Dorothee Elmiger

Dorothee Elmiger hungert sich zu aussergewöhnlicher Literatur: Sie schreibt über fast alles in ihrem Buch «Aus der Zuckerfabrik» und hat doch nie genug.

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Willkommen in der Literatur des 21. Jahrhunderts! Schon die Form von Dorothee Elmigers Buch «Aus der Zuckerfabrik», das auf der Shortlist des Deutschen und des Schweizer Buchpreises steht, ist aussergewöhnlich. Weder handelt es sich um einen Roman noch um einen Essay, weder ist es rein faktisch noch reine Fiktion.

Es geht darin um Ekstase und Askese, um Verlangen und Verlust, um Kapitalismus und Kolonialgeschichte und um einen Lottomillionär, der alles wieder verliert, also um fast alles.
Dorothee Elmiger schreibt von einem Hunger, rauschhaft «aus sich herauszugehen», schon weil man sich als Person nicht genügt; gleichzeitig von einem Hunger, alles Mögliche aufzunehmen, was das Leben oder die Literatur bietet.

Statt auszublenden, was nicht zur eigentlichen Geschichte gehört, besteht die Geschichte dieses Buches gerade darin, von all dem zu erzählen, was die Autorin gleichzeitig erlebt und erfährt, während sie ihr Buch schreibt. Und ebenso handelt es sich um Recherchen, in denen Dorothee Elmiger historischen und literarischen Spuren des Begehrens oder des Geldes folgt. Jedenfalls wissen wir nach der Lektüre ihres Werks, dass es kein unschuldiger Akt ist, wenn wir einen Zuckerwürfel in die Tasse fallen lassen.

Buchhinweis:
Dorothee Elmiger. Aus der Zuckerfabrik. Hanser, 2020.