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«Die Bagage» von Monika Helfer

Eine Familiengeschichte, so archaisch wie ein Märchen und so präzise wie ein wissenschaftlicher Bericht: in Monika Helfers neuem Roman «Die Bagage» bringt ein vermuteter Seitensprung weit mehr als nur ein Dorf durcheinander.

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Maria und Josef leben mit ihren Kindern arm und isoliert hoch oben am Berg. Trotzdem stehen sie unter strengster Beobachtung, denn Maria ist atemberaubend schön. Kein Mann, der sie nicht begehrte. Maria jedoch liebt nur Josef. Aber als er in den Ersten Weltkrieg eingezogen wird und sie auf dem Markt einem geheimnisvollen Fremden begegnet, ändert sich das vielleicht.

Nur drei Tage lang sieht Maria den Mann. Dann ist sie wieder schwanger. Und im Dorf explodiert die Frustration über ihre unerreichbare Schönheit. Auch wenn nicht sicher ist, ob nicht doch Josef auf seinem Heimaturlaub das Kind zeugte, das später Monika Helfers Mutter wurde.

Packend erzählt die 1947 in Vorarlberg geborene Autorin von Leben, die sich dem Erzählen eigentlich entziehen. Weil die Fakten karg sind und die «Bagage», wie die Familie verächtlich genannt wurde, in einer Weise an Schicksal, Zeitläufte und Umstände gekettet war, wie es heute kaum noch vorstellbar ist. Umso anrührender der unbändige Wunsch dieser Menschen, das Leben dennoch selbst zu gestalten, und sei es in kleinsten Gesten. Ein schmaler Roman, der Welten öffnet.

Mit Monika Helfer spricht Franziska Hirsbrunner.

Buchhinweis:
Monika Helfer. Die Bagage. Carl Hanser Verlag, 2020.

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