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«Wilhelmina Tellona» - Alpakrimi von Hans-Peter Gansner, Nr. 3

Bei brütender Hitze dreht eine Filmcrew auf einer Bündner Alp ihren Werbespot für Milch. Doch die Szenerie entgleitet ins Groteske und wird zur Grundsatzkritik an der Werbeindustrie. Eine Revolutionsposse auf dem Buckel von Wilhelm Tell, Heidi und dem Alpöhi.

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«Wenn des Bieres Schaum sich rötet, trötet, freie Schweizer, trötet»

Zum 16. Mal vermasselt der Laiendarsteller Mikey Muh als Alpöhi seinen simplen Werbespruch zum Lobe der Milch. Das ist zuviel in der Bruthitze des Sommernachmittags. Catering-Girl Heidi tritt als Wilhelmina Tellona, die Rächerin der Entrechteten, aus ihrem Pizzastand und droht den tyrannischen Regisseur zu richten.

«Das war Tells Geschiss»

Jetzt entwickelt sich in verdrehten Zitaten ein groteskes Wechselspiel der Kräfteverhältnisse zwischen den Protagonisten - bis der Tyrannenmord schliesslich perfekt ist. Scheinbar. Am Ende gelingt nicht einmal dem Dorfpolizisten Caväckerly der Selbstmord. Eine herrliche Posse auf Revolutionsdramen. Doch unter der absurden Oberfläche der Handlung macht sich das Unbehagen am Verkauf der Heimat als Kitschkulisse breit, an den Perversionen des Reality-TV und an den Verblödungsmechanismen des Kapitalismus - «dampfendi Kuetäische im Quadrat nomoll!»

Krimis aus dem Berglermilieu

Sie spielen alle im Hochtannatal, die Alpakrimis des Churer Autors Hans-Peter Gansner, im fiktiven und hunderteinundfünfzigsten der hundertfünfzig Bündner Täler. Dörflermentalität und Missgunst vergiften das Zusammenleben, modernes Leben prallt auf Traditionen, Unterländer sorgen im Oberland für Unruhe, Dorfkönige übervorteilen arme Älpler - aus diesem Stoff sind die sechzehn Geschichten geschneidert, die im Laufe der Jahre für die Schnabelweid entstanden sind. Das Herz des Autor schlägt dabei stets für die sozial und wirtschaftlich Unterprivilegierten.

Im Juli und August 2021 werden in der Mundartsendung auf SRF 1 fünf dieser Geschichten noch einmal ausgestrahlt. Passend zur Sommerzeit und im Gedenken an den kürzlich verstorbenen Autor Hans-Peter Gansner.

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