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Nordzypern: der Zwergstaat, den es (offiziell) nicht gibt

Die Türkei hat im Norden der Mittelmeerinsel Zypern einen Staat nach ihrem Zuschnitt geschaffen. Doch dieser wird nur von der Türkei selbst anerkannt. Die Umarmung durch die «Schutzmacht» spaltet die Bevölkerung. Und die internationale Isolation führt zu handfesten Problemen im Alltag.

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Die nordzyprische Politwissenschaftlerin Hayriye Rüzgar erinnert sich daran, wie aufgeregt sie war, als sie an der Hand der Eltern erstmals die Waffenstillstandslinie überschritt. 2003 gingen die ersten Checkpoints zur international anerkannten «Republik Zypern» auf. Was würde geschehen, wenn sie in diesem griechisch-zyprischen Teil türkisch sprächen, fragte sich die damals Zehnjährige besorgt.
Seither sind viele Programme für Dialog und Austausch entstanden. Doch alle Versuche, den Zypernkonflikt beizulegen, sind gescheitert.
Im Norden bleiben zehntausende türkische Soldaten stationiert, das Gebiet hängt wirtschaftlich am Tropf der «Schutzmacht». In der Isolation und einseitigen Abhängigkeit hat sich eine Ökonomie mit Schattenseiten entwickelt. Ein spektakulärer Immobilienboom deute auf Geldwäscherei in grossem Stil, sagt der Wirtschaftsexperte Mertkan Hamit. Doch die letzten Präsidentschaftswahlen in Nordzypern brachten einen Kurswechsel. Steigen damit die Chancen für eine Lösung des Zypernkonflikts?

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