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Legende: Der österreichische Komponist Arnold Schönberg ist der Erfinder der 12-Tonmusik (auch Zwölftontechnik oder Dodekaphonie genannt). Bild: IMAGO / United Archives

31.03.2026, 11:20 Uhr Das «Watschenkonzert»: Konflikt zwischen Tradition und Moderne

1913 geriet ein Konzert im Wiener Musikverein völlig ausser Kontrolle: Pfeifkonzerte, Tumulte und eine echte Ohrfeige machten den Abend berühmt. Das sogenannte «Watschenkonzert» gilt heute als Symbol für den Zusammenprall musikalischer Avantgarde mit konservativer Hörgewohnheit.

Am 31. März 1913 wollte Arnold Schönberg im Wiener Musikverein neue Werke seiner Schüler und Weggefährten vorstellen. Auf dem Programm standen atonale Stücke von Webern, Zemlinsky, Schönberg selbst und die hoch emotionalen Altenberg Lieder von Alban Berg.

Schon nach wenigen Takten reagierte das Publikum gereizt: Gelächter, Zwischenrufe und Schlüsselrasseln füllten den Saal. Die ungewohnten Klänge trafen auf ein Auditorium, das zwischen Tradition und Moderne tief gespalten war.

Besonders Bergs Lieder, vertont nach kurzen Ansichtskartentexten, empfanden viele als Provokation. Als ein Zuhörer lautstark protestierte, verpasste ihm ein Veranstalter eine Ohrfeige – die berühmte «Watschen», die dem Abend seinen Namen gab. Kurz darauf musste das Konzert abgebrochen werden.

Die Presse verspottete die Aufführung als «Lärmkulisse», während Schönberg von einem Angriff auf die Kunst sprach. Für die Avantgarde wurde der Skandal zum Fanal: ein Zeichen dafür, wie heftig die Moderne damals um Anerkennung kämpfen musste. Heute gilt das «Watschenkonzert» als eines der legendärsten Ereignisse der Musikgeschichte.




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