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Bischof Felix Gmür auf dem Bahnhofperron.
SRF. Karoline Arn
abspielen. Laufzeit 27:01 Minuten.
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Bischof Felix Gmür: «Über das Zölibat muss man sprechen»

Aus der ganzen Welt haben sich in Rom 190 Vorsitzende der Bischofskonferenzen getroffen und vier Tage lang über sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen diskutiert. Was der oberste Kirchenvertreter der Schweiz, Bischof Felix Gmür, lobt und was er kritisiert, erzählt er im Tagesgespräch.

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Gestern ging die Tagung zu Kindsmissbrauch nach vier Tagen in Rom zu Ende. Heute präsidiert Bischof Gmür bereits die Schweizer Bischofskonferenz zum Thema. Dazwischen hat er gestern Abend auf der Zugfahrt nach Solothurn erzählt, was er an der einzigartigen Tagung erlebt hat. In einer offenen Diskussion habe auch er darauf gedrängt, vor keinem Thema Halt zu machen: Die Machtstrukturen müssten sich ändern, das Zölibat werde hinterfragt und auch die Stellung der Frauen in der Kirche brauche Veränderung. Jedes Land müsse zudem konkrete Massnahmen unternehmen, um Missbrauch zu verhindern. Die Opfer müssten in den Prozess einbezogen werden. In der laufenden Bischofskonferenz will er die Einführung eines Strafregisterauszugs bei einer Bewerbung diskutieren. Persönlich würde er keiner wegen sexuellen Handlungen verurteilten Person mehr ein Amt in der Kirche geben – er habe die Konsequenzen aus dem Fall in Riehen gezogen, wo er einem verurteilten Pfarrer eine zweite Chance geben wollte. «Die Gesellschaft will eine Nulltoleranz.» Karoline Arn hat auf der Zugfahrt vom Flughafen nach Solothurn mit Bischof Felix Gmür gesprochen.