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Strassenaktion in Bern gegen Frauenhandel. Archivbild von 2008.
Keystone
abspielen. Laufzeit 30:20 Minuten.
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Was tun gegen moderne Arbeitssklaverei in der Schweiz?

Sans Papiers und Opfer von Menschenhandel. Am europäischen Tag gegen Menschenhandel diskutieren die Journalistin und Buchautorin Tanja Polli und der Stadtberner Chef der Fremdenpolizei, Alexander Ott, über den Umgang mit diesen «Unsichtbaren» in der Gesellschaft.

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Die Aussicht auf ein besseres Leben lockt sie nach Europa; dass sie in der Schweiz landen, ist manchmal nur Zufall: junge Männer und Frauen. Mit falschen Versprechungen aus ihrer ärmlichen Umgebung weggelockt, landen sie oft in einer harten Realität. In der Schweiz angekommen, werden ihnen die Identitätspapiere weggenommen; ohne legale Aufenthaltserlaubnis sind sie ihren Menschenhändlern auf Gedeih und Verderben ausgeliefert. Wie viele solche «moderne Arbeitssklaven» es in der Schweiz gibt, ist nicht bekannt; etwa 300 werden jedes Jahr als Opfer von Menschenhandel identifiziert; die Dunkelziffer ist höher. Sie prostituieren sich unter erbärmlichen Umständen, putzen, kochen oder schuften auf Baustellen zu Stundenlöhnen von 3.50 Franken oder gratis. Sie kommen aus Rumänien, Bulgarien, aus Nigeria und immer öfter auch aus China. «Sans Papiers» haben manchmal eine ähnliche Geschichte. 90% der Sans-Papier arbeiten schwarz, um ein Auskommen zu haben. Sogar 50% der bezahlten Hausarbeit in der Schweiz wird von Sans-Papiers erledigt. Am europäischen Tag gegen Menschenhandel lanciert die UNO-Organisation für Migration, die IOM, in der Schweiz Aktionswochen zum Thema Menschenhandel, dieses Jahr zum Thema Ausbeutung bei der Arbeit. Wie soll mit diesen Menschen umgegangen werden? Die Politik ist sich bei den Sans Papiers nicht einig, wie ein Blick auf verschiedene politische Vorstösse zeigt. Im Tagesgespräch diskutieren zwei, die direkten Kontakt haben mit den Betroffenen. Tanja Polli ist freie Journalistin und hat ein Buch geschrieben über die Lebensgeschichten von Sans Papiers. Alexander Ott ist der Leiter des Polizeiinspektorats und Chef der Fremdenpolizei der Stadt Bern, er hat jahrzehntelange praktische Erfahrung mit dem Thema. Und hat den Nationalen Aktionsplan gegen Menschenhandel mitgestaltet.

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