Neben ihrer langjährigen Arbeit als Journalistin für Tageszeitungen und Magazine organisierte Andrea Gerster (geb. 1959 in Schaffhausen) viele Veranstaltungen im Bereich der Literatur. 2002 wandte sie sich überwiegend dem literarischen Schreiben zu.
In ihren Texten verbindet sie psychologische Tiefe mit überraschend-experimentellen Erzählformen, die ungewöhnliche Perspektiven auf vermeintlich Bekanntes eröffnen und immer wieder die Frage nach der eigenen Identität aufwerfen. Andrea Gerster hat zahlreiche Literaturpreise, Stipendien und Förderungen erhalten. 2019 war sie zum Wettlesen um den Bachmannpreis eingeladen. Andrea Gerster lebt im Kanton Thurgau.
Lesetipp
«Verlangen nach mehr» (2015). «Verlangen nach mehr» erzählt die Geschichte einer Familie, in die das Absurde einbricht. Die Identität der einzelnen Mitglieder gerät ins Wanken. Je länger dieser lakonische und raffiniert aufgebaute Roman dauert, desto rätselhafter werden die Figuren. Sie erweisen sich als mehr oder weniger zufällige Varianten in einem unüberschaubaren Meer von Möglichkeiten. Irgendwann verliert man beim Lesen den Halt, und man fragt sich: Wie ist es denn bei mir? Wie wäre es, wenn ich zwar denselben Namen trüge, aber jemand ganz anderes wäre? Dieser Roman irritiert im besten Sinn. (Felix Münger, SRF Literatur)
Wichtigste Werke
- «Bleibender Schaden». Geparden 2025.
- «Verlangen nach mehr». Lenos, 2015.
- «Ganz oben». Lenos, 2013.
- «Schandbriefe». Lenos, 2010.
- «Dazwischen Lili». Lenos, 2008.
- «Käfermanns Liebe». eFeF, 2004.