Der schweisstreibende Tanz in die Hochschule

Die Aufnahmeprüfungen an Tanzschulen sind hart – und bereiten die Bewerber gleich zu Anfang auf die umkämpfte Branche vor. Sechs Stunden kämpfte Fabienne Guldimann an der neu gegründeten Hochschule für Zeitgenössischen Tanz um ihren Traum: Sie hat es geschafft.

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«Das wichtigste für eine Tänzerin ist ihr Wille.»

3:03 min, vom 16.9.2013

Am 16. September beginnt für Fabienne Guldimann aus Scheuren bei Zürich ein neuer Lebensabschnitt. Die 19-Jährige kann ihren Traum verwirklichen und ihr Leben ganz dem Tanz widmen. Fabienne Guldimann tanzt, seit sie vier Jahre alt ist – neben der Schule, in jeder freien Minute. «Tanzen bedeutet mir alles. Ich wüsste gar nicht, was ich machen sollte, wenn ich nicht tanzen könnte», sagt sie.

Jetzt kann sie tanzen – an der neu gegründeten Höheren Fachschule für zeitgenössischen und urbanen Bühnentanz. Das bedeutet für Fabienne Guldimann konkret: Sie wird während 3 Jahren circa 30 Stunden in der Woche trainieren. Im Stundenplan stehen Klassisches Ballett, Modern Dance, Jazz Dance, Breakdance, Hip-Hop. Aber auch theoretische Fächer wie Musikgeschichte, Tanzmedizin und Englisch muss sie büffeln.

«Auf die Zähne zu beissen, gehört dazu»

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Diplom Bühnentanz

Am 16. September startet die neu gegründeten Höhere Fachschule für zeitgenössischen und urbanen Bühnentanz in Zürich – ein Novum in Europa. Der Studiengang dauert drei Jahre und beinhaltet Praxis und Theorie – z.B. zeitgenössische, urbane oder klassisches Tanztechniken aber auch Tanzgeschichte oder Choreographie. Mehr zum Thema

Wie sie dieses Mammutprogramm körperlich und seelisch meistern wird, weiss Fabienne noch nicht. Aber sie ist sich sicher, dass sie es schaffen wird. «Das Wichtigste, was eine Tänzerin für diese Ausbildung mitbringen sollte, ist ihr Wille. Das Tanzleben ist brotlos und hart, auf die Zähne beissen zu können, gehört einfach dazu.»

Trotz dieses Kraftaufwands: einen Plan B gibt es für Fabienne Guldimann nicht. Das Tanzen bedeutet ihr einfach zu viel. «Ich kann gar nicht in Worte fassen, was ich alles fühle, wenn ich tanze. Alle Gedanken werden ausgeschaltet, alle Gefühle sind präsent. Ich bin eher schüchtern und zeige im Alltag nicht oft Gefühle. Beim Tanzen kann ich diese ausdrücken.»

Klinken putzen in Chicago

Verläuft alles wie geplant, wird Fabienne Guldimann 2016 ihr Tanzdiplom in der Tasche haben. Erste Anlaufstelle für die weitere Karriere soll dann Chicago sein. Dort will sie Klinken putzen bei diversen Compagnien.

«In Amerika ist der Konkurrenzkampf noch härter, es werden nur Tänzerinnen gesucht, die aus der Menge herausstechen.» Sie traut sich das aber zu. Denn ihr erklärtes Ziel ist es, einmal das Scheinwerferlicht auf der Bühne für sich ganz alleine zu haben.