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Höchste Schweizer Theaterauszeichnung für Martin Zimmermann
Aus Kultur-Aktualität vom 02.09.2021.
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Hans-Reinhart-Ring Höchste Schweizer Theaterauszeichnung für Martin Zimmermann

Zirkus? Tanz? Theater? Die Werke von Martin Zimmermann wollen in keine Schublade passen. Jetzt erhält der Zürcher den renommierten Hans-Reinhart-Ring. Zu recht.

Es ist so wie verdient wie naheliegend: Martin Zimmermann bekommt den diesjährigen Grand Prix Darstellende Künste. Der Hans-Reinhart-Ring war bisher Theaterschaffenden vorbehalten.

Neu legt das BaK die eidgenössischen Tanz- und Theaterpreise zusammen und so können nun auch Tanzschaffende oder Künstlerinnen, die sich keiner eindeutigen Sparte zuordnen lassen, zum Handkuss kommen

Das macht Sinn, weil die darstellenden Künste sich in den letzten Jahren immer interdisziplinärer dargestellt haben. Viele Performance-KünstlerInnen bewegen sich (selbst)bewusst zwischen den Sparten.

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Martin Zimmermann im Maag Areal Zürich
Aus Tagesschau vom 11.11.2019.
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Zirzensische Virtuosität

Vor zwei Wochen hatte Martin Zimmermanns jüngste Arbeit «Danse macabre» am Zürcher Theater Spektakel Premiere. Es gab Standing Ovations für das beeindruckendes Gesamtkunstwerk, einen Totentanz mit vier exzellenten Darstellerinnen und Darstellern. Martin Zimmermann selbst spielte in dem virtuosen Totentanz den Tod.

Am Theater Spektakel in Zürich hat er viele seiner Arbeiten gezeigt und schon als 12-Jähriger sei er auf der Landiwiese mit dem Hut in der Hand als Strassenkünstler aufgetreten, erzählt er mit strahlenden Augen.

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«Danse macabre»: Tragisch-Komische Bühneninstallation
12:34 min, aus Künste im Gespräch vom 19.08.2021.
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Ein physischer Clown

Seit mehr als 20 Jahren steht Martin Zimmermann auf der Bühne: Er spielt, baut das Bühnenbild, ist Choreograph und Regisseur.

Nach einer Lehre als Dekorationsgestalter in Zürich, studierte er in den 1990er-Jahren in Paris an der Hochschule Centre National des Arts du Cirque und zeigt seither seine Arbeiten erfolgreich auf der ganzen Welt.

Er sei ein physischer Clown, sagt Martin Zimmermann: Eine tragisch-komische Figur in der Tradition von Grock, Buster Keaton und Charlie Chaplin.

Skurrile Kreationen

Viele Jahre bildete Martin Zimmerman ein erfolgreiches Gespann mit dem Klangkünstler Dimitri de Perron, bis sie sich 2012 entschieden, künstlerisch getrennte Wege zu gehen.

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Zimmermann und De Perrot - Mit Kunst und Ehre
Aus Glanz & Gloria vom 10.05.2013.
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In seiner jüngsten Produktion «Danse Macabre» steht Martin Zimmermann mit Tarek Halaby, Dimitri Jourde, Methinee Wongrakoon auf der Bühne, drei Artistinnen und Artisten, mit denen er schon früher zusammengearbeitet hat. Auch sie sind künstlerische Grenzgängerinnen.

Perfektes Handwerk

Martin Zimmermann ist ein präziser Handwerker. Dass seine Werke auf der ganzen Welt verstanden werden, hat auch damit zu tun, dass sie perfekt inszenierte Bühneninstallationen sind, die ohne Worte auskommen.

Die Figur des Todes fasziniert Zimmermann schon länger. Schliesslich sei er letztes Jahr 50 geworden und müsse sich überlegen, wie er in dieser körperlich intensiven Kunst noch möglichst lange auf der Bühne sein könne, erzählt er.

Der Mensch als Clown

Neben den biographischen Bezügen interessiert ihn am Tod wie am Clown das Ur-Menschliche: der Mensch mit all seinen Eigenheiten, Schwächen und Abgründen. Das Komische und die Vergänglichkeit geben sich dabei die Hand.

Dass er für diese urmenschlichen Themen immer wieder eine im besten Sinne populäre Bühnensprache findet, macht ihn zum verdienten Hans-Reinhart-Ring-Träger.

Radio SRF 2 Kultur, Kultur Kompakt, 2.9.2021, 12:03 Uhr.;

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