Philosophy-Slam 2017 Das sind die KandidatInnen und die Jury für den diesjährigen Slam

Am kommenden Donnerstag, dem 16. November, findet in Biel der Philosophy-Slam 2017 statt. Das verspricht intelligente Diskurse in einem Wettbewerb. Zu Themen wie: Egozentrismus, Demokratiefähigkeit oder künstliche Intelligenz. Wir stellen die Jury und die KandidatInnen vor.

Drei junge Menschen mit pinkfarbenen Shirts, auf einem ist Platon Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Am Donnerstag 16. November 2017 ist es soweit: Der Philosophy-Slam findet zum zweiten Mal statt. SRF

  • Der Philosophy-Slam 2017 findet am 16.11.2017 in Biel statt. Er ist der Auftakt der 9. Bieler Philosophietage.
  • Austragungsort ist das «Le Singe». Türöffnung ist um 19.30 Uhr, die Vorstellung beginnt um 20.00 Uhr.
  • Das Motto des Slams ist dieses Jahr: «Wer ist ‹wir›? Über das Innen und Aussen von Grenzen.»

Die Moderation

Moderiert wird der Philosophy-Slam – wie schon beim letzten Mal:

  • von Anne Baecher, Moderatorin bei Radio RTS,
  • und von Yves Bossart, Redaktor und Moderator bei der «Sternstunde Philosophie».

Die Jury

Dieses Jahr ist die Jury besetzt mit:

  • Sina, Schweizer Mundart-Popsängerin aus dem Wallis;
  • Jürg Halter, Schweizer Dichter, Musiker und Performance-Poet. Bis Anfang 2015 war Halter unter dem Pseudonym Kutti MC als Rapper aktiv;
  • Gianfranco Soldati ist Schweizer Professor für Philosophie, seit 2000 ist er Professor für zeitgenössische Philosophie an der Universität Freiburg (Schweiz).
Publikum mit Tafeln, auf denen Schulnoten stehen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Nach jedem Slam bespricht sich das Publikum kurz und bewertet die Darbietung. SRF/Matthias Willi

Das Publikum

Das Publikum ist das Zünglein an der Waage und stimmt ab, wer der oder die Siegerin werden wird. Und damit wären wir bei den Akteuren.

Die SlammerInnen

Alle Slammerinnen haben ihre je eigene Beziehung zum «Wir», zum Dazugehören und zum Draussensein. Zu Grenzen. Und zum grenzenlosen Denken:

  • Till Friedrich sagt über sich: «Am 19. März des Jahres 1992 erblicke ich das Licht der Welt in Jekaterinburg, einer Stadt am Uralgebirge. Mit zehn Jahren entscheiden sich meine Eltern aus politischen Gründen für die Emigration in die Schweiz. Ich entschliesse mich dazu, sie zu begleiten.» Mittlerweile ist Till Friedrich Schweizer.
  • Susanne Grädel schreibt über sich: «Ich bin eine junge Künstlerin, die unter dem Künstlernamen «Antoinette» fotografiert, malt und schreibt. Ich blicke hinter die Fassade eines Menschen und sauge jedes Detail des Lebens in mich auf. Als Künstlerin interessiert mich das Leben selbst.»
  • Pablo Michellod ist ein Chamäleon. Als Rapper und Slammer tritt er unter dem Pseudonym «L’Indomptable» auf. Ausserdem spielt er Komödie bei verschiedenen Compagnien und ist seit 2009 Co-Organisator beim «Festival International de Slam de Lausanne».
  • Seyed Soroush Mirhosseini beschreibt sich so: «Ich bin Iraner und seit knapp zehn Jahren als politischer Flüchtling in Deutschland beheimatet. Ich studiere aus purer Leidenschaft Philosophie an der Universität Stuttgart und habe mir als Ziel gesetzt, unsere Welt mit Philosophie zu einem besseren Ort zu machen.»
  • Philipp Reichling aus Zürich ist einer der erfolgreichsten Schweizer Slampoeten. Er ist seit 2006 Teilnehmer unendlich vieler und Sieger zahlreicher Slams im gesamten deutschsprachigen Raum. Zudem veranstaltet und moderiert er drei Poetry Slam Reihen in Zürich. Grundsätzlich aber – im Sinne des Wortes – doktoriert er in Philosophie an der Universität Zürich.
  • Ruth Loosli zog vom Seeland in den Kanton Zürich; Herz und Verstand unterwegs liegen gelassen und immer auf der Suche nach den beiden Ausreissern. Thematisch bewegt sie sich in der Lyrik oft in diesem Suchbereich. Schreibt auch in der Prosa vor allem Kurzes. Sie ist Mitglied der «Literarischen Vereinigung Winterthur» und moderiert daselbst andere Autoren, die sie schätzt. Als Slammerin hat sie erst 2x teilgenommen; der eigenen Stimme in der eigenen Sprache Ausdruck zu verleihen ist ein grundlegendes Bedürfnis des Menschen, sagt das nicht auch die Philosophie?
  • Meloe Gennai sagt im Hinblick aufs Thema über sich: «Meine Mutter ist eine Mischlingsfrau aus der Schweiz und Jamaica, mein Vater ist Italiener. Ich slamme seit ich neun bin. Am Anfang habe ich mich nicht auf die Bühne getraut, aber plötzlich ging's dann doch. Und danach machte ich immer weiter. Slammen ist meine Leidenschaft, und die werde ich nie mehr vernachlässigen.»
  • Luca Zacchei lebt in Oerlikon und weigert sich vehement auf Züridütsch «Oerlike» auszusprechen. Dies käme einer doppelten Assimilation gleich. Als Italo-Berner würde er es kaum überleben. Luca Zacchei war schon Stadion-Speaker, Kolumnist, Comedian, Radio-Moderator, Marketing-Projektleiter und Marktforscher. Er weiss viel, über Kommen und Gehen, über das Dazugehören und das Aussenvorbleiben.
  • Lene Morgenstern beschreibt sich und ihre Beziehung zum Thema so: «Ich bin Slammerin und lebe auf der südlichsten deutschen Sprachinsel im nördlichsten Italien, in Süd-Südtirol. Ich habe schon als Kind gelernt, dass die Erde rund ist, aber sehr gebirgig. Literarisch gesehen bin ich vier Jahre alt.»

Wie es gelaufen ist und wer gewonnen hat, erfahren Sie hier auf srf.ch/kultur ab Freitag, 17. November, mit allen Darbietungen im Video sowie auf SRF Play und auf Facebook.