Fernand Melgar: «Um den Augen Futter zu geben»

Er dreht Filme, weil er nicht anders kann. «Um mich zu verlieren. Um zu finden, was ich nicht suche. Aus Liebe», schreibt der Regisseur Fernand Melgar, wenn er auf seine Karriere blickt.

Der Regisseur Fred Melgar in einem schwarzen Hemd. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gibt jenen eine Stimme, die keine haben: der Filmemacher Fernand Melgar. Keystone

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Sendeplatz

Sonntag, 14. Juli 2013 um 21:45 auf SRF zwei

«La Forteresse», 14. Juli um 22:15 Uhr, SRF zwei

Wüsste ich, weshalb ich Filme mache, ich würde es wahrscheinlich lassen. Ich mache Filme, um anderen zu begegnen. Ich mache Filme für das Publikum. Für die Frau, die ich liebe. Um zu leben. Weil ich nicht in der Lage bin, meinen Lebensunterhalt anders zu verdienen.

Wobei – auch wenn ich’s könnte, würde ich wahrscheinlich nichts anderes machen. Um die Welt zu verändern, aber ohne falsche Erwartungen. Um zu reisen. Um Fremden zu begegnen. Um jenen eine Stimme zu verleihen, die keine haben. Um den Augen Futter zu geben. Und zu sehen, was unsichtbar ist. Weil ich stolz auf mein Land bin. Wegen Artikel 7 der Bundesverfassung (Die Würde des Menschen ist zu achten und zu schützen). Um gegen diejenigen anzugehen, die unser Land mit ihrem Hass auf andere zerstören wollen.

Für meine Eltern. Um nicht zu vergessen, woher ich komme. Um zu verstehen. Um die Welt erträglich zu machen. Um zu entschleunigen. Um zu staunen. Um mich in Illusionen zu wiegen. Um mich zu verlieren. Um zu finden, was ich nicht suche. Um zu überraschen. Um meinen schlaflosen Nächten einen Sinn zu geben. Um nicht zu sterben. Um am Morgen aufzustehen. Aus Liebe.

Sendung zu diesem Artikel

  • SRF zwei 14.07.2013 21:45

    CINEMAsuisse
    Fernand Melgar

    14.07.2013 21:45

    In seinen Dokumentarfilmen wirft Fernand Melgar einen besonderen Blick auf die Schweiz. Der überzeugte Humanist konfrontiert sein Publikum mit gesellschaftlich umstrittenen Fragen. Er tut dies mit empathischer Tiefe und nüchterner Distanz zugleich - ein Erfolgsrezept.