Dabei sein, wenn Filme zur Welt kommen

Jedes Jahr strömt das Publikum in Scharen nach Solothurn, um das Schweizer Filmschaffen eines ganzen Jahres zu geniessen und Neues zu entdecken. Hinter dem Film- und Festivalprogramm steht die 35jährige Seraina Rohrer. Sie verrät, worauf sie sich dieses Jahr besonders freut.

Porträt von Seraina Rohrer, Direktorin der Solothurner Filmtage, in Solothurn. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: «Viel gelernt – und vor allem auch gesehen»: Seraina Rohrer, Direktorin der Solothurner Filmtage. Keystone

Wenn man etwas zum zweiten Mal tut, ist das etwas Besonderes: Irgendwie ist alles immer noch frisch und spannend, aber eine gewisse Routine macht der Nervosität vom ersten Mal Platz. So geht es auch Seraina Rohrer, die zum zweiten Mal als Direktorin für die Solothurner Filmtage verantwortlich ist. Sie habe von der ersten Ausgabe viel gelernt – und vor allem auch gesehen, dass Vieles schon sehr gut funktioniere. Und so habe sie auch Zeit gehabt, sich inhaltlich gut auf diese 48. Ausgabe vorzubereiten und ihre eigenen Akzente zu setzen.

Ehrengast Silvio Soldini

Highlights mag die Direktorin der Filmtage auf Nachfrage erst einmal nicht hervorheben – schliesslich steht sie für das gesamte Programm Patin. Aber der Ehrengast, dem die diesjährige «Rencontre» gewidmet ist, möchte Sie dem Publikum dennoch ganz besonders ans Herz legen. Es ist der schweizerisch-italienische Regisseur Silvio Soldini. Er zeigt nicht nur seine neue Komödie «Il commandante e la cicogna», sondern bringt auch Gäste wie Bruno Ganz mit, der in seinem Hit «Pane e tulipani» die Hauptrolle spielte oder die junge italienische Schauspielerin Alba Rohrwacher mit an die Filmtage.

Internationales Flair

Nicht nur Silvio Soldini und seine Gäste bringen etwas internationales Flair an die Werkschau des Schweizer Films. Auch die das zum zweiten Mal durchgeführte Programm Fokus, das das internationale Kino mit dem Schweizer Film zusammen bringt, lässt internationale Luft an den sonst sehr gemütlichen nationalen Filmtagen wehen: Erwartet werden unter anderen der mexikanische Filmemacher Carlos Reygadas und der Österreicher Ulrich Seidl.

Filmtage als Geburtshelfer

Ganz persönlich freut sich die Direktorin Seraina Rohrer aber auf diejenigen Filmschaffenden, die an den Solothurner Filmtagen debütieren. Es sei sehr aufregend, zum ersten Mal überhaupt einen Film und sich selber vor Publikum zu präsentieren. In solchen Vorstellungen, in denen «ein neuer Film zur Welt komme», herrsche immer eine ganz besondere Atmosphäre.